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Jenny_Colditz

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2024

bezaubernd, berührend, besonders

Für immer unter einem Himmel
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Zu Anfang hatte ich kleinere Probleme mit dem Buch. Da mir die beginnende Beziehung der beiden Hauptfiguren etwas zu schnell ging. Vom ersten Treffen zur Verliebtheit, das konnte ich zu Beginn nicht ganz ...

Zu Anfang hatte ich kleinere Probleme mit dem Buch. Da mir die beginnende Beziehung der beiden Hauptfiguren etwas zu schnell ging. Vom ersten Treffen zur Verliebtheit, das konnte ich zu Beginn nicht ganz fühlen, da fehlte mir etwas zuvor. Dann allerdings lernte ich die Charaktere näher kennen und sah deren Verbundenheit. Sah und spürte deren Anziehung und Vertrautheit.

Wir bekommen ihre Geschichte aus zwei wechselnden Perspektiven. Der von Anna und Weston. Zwei völlig unterschiedlichen Charakteren, welche bis dato nur die Liebe zur Musik verbindet. Für ein Duett innerhalb ihrer Marching Band verbringen sie Zeit miteinander und lernen sich besser kennen. Gerade Weston, welcher bis dato eher Außenseiter war, gefiel mir gut. Außenseiter, weil die Gesellschaft ihn dazu machte. Nicht weil er etwas falsch gemacht hat, oder etwas Verbotenes. Ausgeschlossen und schlecht gemacht, einfach weil er nicht in das Allgemeinbild passte. Schulkameraden und auch die Erwachsenen meiden ihn, weil Gurke. Es gibt keinen Grund dafür. Und sie haben keine Vorstellung, was diese Ablehnung mit einem jungen Menschen anstellt. Welche Unsicherheiten sie auslösen, wie grausam dies ist. Die Autorin versteh sich darauf uns mit wenigen Sätzen aufzuzeigen, das Worte sehr wohl mehr verletzten können. Anna, ein wahrer Sonnenschein, lässt sich von dem Gerede nicht täuschen und blickt hinter die abweisende Maske. Sie plädiert für das gute, das positive. Und muss viele Widerstände deswegen bekämpfen. Mit ihren Freunden, Eltern, Lehrern, eigentlich gegen alle. Und sie muss lernen ein Duett allein zu spielen. Aber wie soll das gehen? Wie kann man gegen die Leere anspielen? Die immer wieder vorkommenden Vergleiche zum Kauaʻi ʻŌʻō, einen als ausgestorbenen geltenden Vogel aus Hawaii, haben mich immer wieder schlucken lassen. Und das Ende des Buches war für mich perfekt. Sehr herzzerbrechend, aber perfekt.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

dystopisch und gefühlvoll

Monster Road
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Wie ich dies bereits von der Autorin gewohnt bin, gab es wieder viel casual queerness, welche mir sehr gut gefiel.
Wir begleiten drei völlig unterschiedliche Charaktere durch eine sehr dystopische Welt ...

Wie ich dies bereits von der Autorin gewohnt bin, gab es wieder viel casual queerness, welche mir sehr gut gefiel.
Wir begleiten drei völlig unterschiedliche Charaktere durch eine sehr dystopische Welt und auf der Suche nach einer neuen Heimat.
Juliette muss aus fliehen, da die Einwohner ihr übles wollen.
Crater schlägt sich mit Kopfgeldaufträgen durch.
Und Elijah möchte einfach nur in Ruhe leben, nachdem er sein ganzes Leben in Furcht verbrachte. Ihr Wege kreuzen sich durch Zufall, aber sie vereint die Suche nach Babylon. Ein Zufluchtsort, hoffentlich.
Auf dem Weg dahin erleben die Figuren unterschiedliche Abenteuer, welche uns die Charaktere auch näherbringt. Nur zu Juliette fand ich keinen Zugang. Ja, natürlich sie hat echt schlimmes erlebt, aber deswegen muss sie nicht alles und jeden ablehnen. Ihre Naivität war manchmal echt anstrengend. Dies macht Elijah mit seinem großartigen Gemüt aber wieder gut, und auch Crater war eine durchaus sehr interessante Figur. Ich hätte von allen gerne mehr Hintergründe erfahren, so auch von der Welt. Es wird ein „grünes Feuer“ erwähnt und was es anrichtet, aber nicht genau benannt, woher es kommt. Das hätte mich noch interessiert. Aber Platz in der Geschichte hätte es hierfür nicht viel gegeben, da diese schon sehr rasant ist. Die Figuren und Lesende bekommen kaum Luft zum Atmen. Und so ist auch der Schreibstil, so spannend und flüssig das man quasi durch die Seiten fliegt. Trotzdem kommen die Gefühle nicht zu kurz, und dass trotz, dass eine Lovestory fehlt. Denn die Autorin legt ein Augenmerk auf die wahrlich wichtigen Gefühle und Beziehungen. Ein Trope welcher mich in Büchern immer wieder begeistern kann und diese doch recht unterschiedliche Truppe zusammenführt. Eine Dystopie, welche ich nur empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

Endlich ein Dark Fantasy Roman, der auch wirklich Dark ist

Splitter & Glas
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Endlich ein Dark Fantasy Roman der auch wirklich Dark ist. 🖤

Die Autorin entführt uns in ein wirklich interessantes Setting. Wir beginnen bei der Abschlusszeremonie für die neusten Papyra. Innerhalb dieser ...

Endlich ein Dark Fantasy Roman der auch wirklich Dark ist. 🖤

Die Autorin entführt uns in ein wirklich interessantes Setting. Wir beginnen bei der Abschlusszeremonie für die neusten Papyra. Innerhalb dieser Berufung bist du für die Menschen zuständig. Für die Lebenden, aber vor allem für die Toden. Und das Augenmerk auf diese hat mir hier besonders gefallen. Wie entstehen ruhelose Geister und was kann man dagegen tun, oder dem gar zuvorkommen.

Valeries Weg scheint vorbestimmt zu sein, sie selbst möchte aber etwas anderes. So dass sie direkt nach ihrem Abschluss in die Welt hinaus möchte, um Erfahrungen zu sammeln. Hierbei trifft sie auf unterschiedliche Figuren. Gute wie Böse. Aber das zu unterscheiden, fällt nicht immer so leicht. So kann die Gesellschaftskritik, welche in dem Buch Verwendung findet, auch 1:1 auf unsere angewendet werden. Sie lehnt eine bestimmte Gruppe ab, einfach weil ihr Leben lang erklärt, wurde das man diese Personengruppe verabscheuen muss. Ohne dass sie selbst mit diesen Erfahrungen sammeln konnte. Und sie werden abgelehnt, einfach weil sie anderes sind. Kommt euch bekannt vor?

Weiterhin besticht der Roman mit einer ganzen Palette an Emotionen, nur die der Lovestory fehlte und wurde keineswegs vermisst. Dafür wäre einfach kein Platz gewesen und hatte sich meiner Meinung nach auch nicht richtig angefühlt.
Dafür erleben wir wunderbare Found Family, oder auch das Zusammenstellen einer Truppe welche gar nicht zueinander passt. Ich liebs.
Ein paar Kleinigkeiten hätten näher beleuchtet werden können, aber Fragen blieben mir keine offen. Auch wenn ich weitere Bände nicht erwarten kann und mich freue erneut in die Welt eintauchen zu können. Oder zumindest von ihr zu lesen, mir geht’s da dann doch zu brutal zu, um da leben zu wollen.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

wundervoll schaurig

Sünde
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Diese Geschichte hat all das, was ich aktuell am Buchmarkt nicht habe, ignoriert und etwas völlig neues altes geschaffen.

Die Geschichte selbst spielt in einer fiktiven Welt, welche aber an die Zeit von ...

Diese Geschichte hat all das, was ich aktuell am Buchmarkt nicht habe, ignoriert und etwas völlig neues altes geschaffen.

Die Geschichte selbst spielt in einer fiktiven Welt, welche aber an die Zeit von Queen Elisabeth l. in England erinnert. Wir erfahren direkt zu Beginn von dem „Beruf“ der Sündenesserin. Etwas, was es wohl wirklich gegeben hat, ich hatte davon noch nie gehört. Die dadurch bestraften Frauen nahmen den Versterbenden ihre Sünden ab. Für jede Sünde gab es ein spezielles Gericht, welche dann nach deren Tod verspeist wurde, und der Tode konnte so ohne Sünde in den Himmel aufsteigen. Die Sündenesserin selbst wurde von der Gesellschaft ausgestoßen, durfte keine Familie gründen, niemanden berühren oder gar sprechen. Unsere Protagonistin Anna wird hierzu gezwungen, nachdem sie einige Zeit wegen Diebstahl im Gefängnis war. In ihrem neuen Beruf muss sie sich erst einfinden, was ihr oftmals weniger gut gelingt und sie sogar dagegen rebelliert. Ich mochte Anna als Figur. Sie ist zwar tough, aber auch sehr naiv, wenn das logisch ist. Sie stammt aus armen Verhältnissen, hat nie lesen oder schreiben gelernt, sie lernte nur Wäsche zu waschen. Eine Tätigkeit welches logische Denken nicht unbedingt fördert. Trotzdem bekommt sie Einblicke, welche die politische Zeit von damals komplett wandeln könnte, wenn es jemand erfährt. Aber sie darf nicht reden, darf nicht auffallen. Wie kann sie den Fall ohne Hilfe lösen? Und dieser Fall ist durchaus interessant, vor allem wenn man es mit der historischen Zeit vergleicht und hier etwas in der Geschichte bewandert ist. Allgemein wird die Zeit sehr gut dargestellt, ohne dass diese romantisiert wurde. Denn im Mittelalter leben, oder eher überleben, ist nicht so rosig wie man sich dies erträumt. Auch das Leben am Königinnenhof war kein Zuckerschlecken. Und das Ende empfand ich als perfekt. Es lässt offen, ob es noch weitere Teile gibt, endet aber ohne Cliffhanger und offene Fragen. Wenn es weitergehen sollte, bin ich gern wieder dabei.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

dystopisch realistisch

ION
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ION ist das neuste Buch des Autors Jo Schuttwolf. Hier begegnen wir erneut dem Werbetexter Andy, welchen wir bereits in „U-Turn“ kennen gelernt haben.

Wir erleben, wie Andy in einem Krankenhaus in Sydney ...

ION ist das neuste Buch des Autors Jo Schuttwolf. Hier begegnen wir erneut dem Werbetexter Andy, welchen wir bereits in „U-Turn“ kennen gelernt haben.

Wir erleben, wie Andy in einem Krankenhaus in Sydney aufwacht, nach einem Unfall, an welchen er sich nur bruchstückhaft erinnert. Um sich zu orientieren und auch um die Langeweile zu vertreiben, schaut er sich im Zimmer um und findet ein abgegriffenes Tagebuch im Schrank und beginnt zu lesen. Und so wechseln auch unserer Perspektiven. Von Andy und dem Jetzt, zu Ion in einer nicht ganz so fernen Zukunft. Allerdings in einem untergegangenen Sydney. Angegriffen von Klimakatastrophen, welche auch heutzutage schon vorhergesehen werden, kämpft er mit zwei weiteren Figuren ums Überleben.
Zwei unterschiedliche Charaktere, zwei völlig unterschiedliche Situationen. Wie hängt beides zusammen.
In gerade einmal etwas über 150 Seiten präsentiert uns der Autor eine rasante und actionreiche Geschichte. Über Freundschaft, die Zukunft und der Frage wer ist man wirklich und was erfüllt mich im Leben.
In diesem Roman „gefällt“ mir die Figur des Andy deutlich besser als noch in U-Turn. Die Entwicklung, welche er hier mitmacht, ist nahbarer und vor allem erklärbarer. Die Punkte, welche mir zuvor an ihm nicht gefallen haben, vor allem der Umgang mit Frauen, fällt hier fast komplett weg. War er zuvor noch ein „Weiberheld“ und hat keine Chance ungenutzt gelassen, konzentriert er sich hier auf wichtigere Sachen. Stellt die für sich richtigen Fragen und erlebt ein Abenteuer, welchem ich sehr gern gefolgt bin. Das Ende kam überraschend und ich bin gespannt was da noch folgt. Denn ein paar mehr Erklärungen aus der Sicht von Ion würden mir noch fehlen, da ich diesen Zeitstrang wirklich spannend fand und er ein paar Fragen zurücklässt, welche aber hoffentlich noch gelöst werden.

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