Wikinger auf Islay
Die Liebenden von Islay
Ein Schicksalsschlag verändert das Leben von Shona MacLean über Nacht: Ihre Schwester Freya, die auf der Insel Islay ein B&B führt und sich als alleinerziehende Mutter durchschlägt, hatte einen schweren ...
Ein Schicksalsschlag verändert das Leben von Shona MacLean über Nacht: Ihre Schwester Freya, die auf der Insel Islay ein B&B führt und sich als alleinerziehende Mutter durchschlägt, hatte einen schweren Unfall.
Sofort reist Shona nach Islay, um sich um die Pension und ihre Nichte Erin zu kümmern.
Diese zeigt Shona eine Brosche, die sie beim Spazierengehen gefunden hat.
Offensichtlicht stammt das Schmuckstück aus der Wikingerzeit.
Gemeinsam beginnen Shona und Erin, die Geschichte der alten Brosche zu erforschen - unterstützt von Gavin Ramsay, dem sympathischen Inhaber einer kleinen Destillerie.
Schon bald kommen sich Shona und Gavin näher.
Doch mit ihren Nachforschungen machen sie sich schnell Feinde.
Denn offenbar sind sie gefährlichen Geheimnissen auf der Spur...
Wie bei allen Büchern von Constanze Wilken gibt es auch diesmal wieder einen zweiten Handlungsstrang auf einer Zeitebene aus der Vergangenheit.
Hier stehen im Jahr 1085 Hulda Rokadóttir und Fjell Halvorson, Krieger und Flottenführer, im Mittelpunkt der Handlung.
Man erfährt, dank ganz offensichtlich großartiger Recherche, sehr viel über das Leben der Wikinger auf den Hybriden.
Raubzüge, incl. Morde und Brandschatzung von Seiten der Nordmänner, die auf ihren Drachenbooten oft wochenlang unterwegs sind, gehören ganz selbstverständlich zum Alltag, ebenso wie die Huldigung der alten Götter.
Auch die Sklavenhaltung von Menschen, die auf ihren Fahrten "geraubt" wurden, sind Normalität.
Interessant fand ich das einflechten der "neuen" Religion, bei der es nur einen (christlichen) Gott geben soll.
Vieles aus dem damaligen Leben kam mir beim lesen schon sehr fremd vor, aber dank des sehr einnehmenden Schreibstiles der Autorin fand ich es sehr schön - und lehrreich - von Hulda und Fjell zu lesen.
Im Gegenwartsteil kommt Shona, die eigentlich in Edinburgh lebt, erst nur nach Islay um übergangsweise die Pension ihrer Schwester Freya zu führen, verliebt sich dann aber neu in ihre Heimatinsel.
Ihre Nachforschungen zur Brosche, bzw. zur Fibel, sind wie eine Verbindung in die Vergangenheit und neben Shona und Erin lernen auch die Leser(innen) spannende historische Fakten aus dem 11. Jahrhundert Schottlands.
Shona und Gavin kämpfen um das Überleben von Pension und Destillerie, denn nicht alle sind ihnen wohlgesonnt.
Man erfährt u.a. interessante Details über die Whisky-Herstellung, sowie sehr viel über Land & Leute auf den Hybriden.
Die finale Zusammenführung der beiden Erzählstränge fand ich sehr gelungen.
Eine wunderbare Lektüre für Schottland-Fans, die mal nicht in den Highlands spielt. ;)
Personenverzeichnis und Glossar helfen bei den eher ungewöhnlichen Namen und Begriffen.
Ein kurzes Nachwort rundet perfekt ab.