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Veröffentlicht am 15.12.2019

Einfühlsam und mitreißend erzählt

Chicago Devils - Alles, was zählt
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Eishockeyprofi Luca musste sein Leben komplett umstellen. Denn erst kam sein Bruder bei einem Einsatz ums Leben und dann starb seine Schwägerin an Krebs. Luca hat nun das Sorgerecht für seinen Neffen und ...

Eishockeyprofi Luca musste sein Leben komplett umstellen. Denn erst kam sein Bruder bei einem Einsatz ums Leben und dann starb seine Schwägerin an Krebs. Luca hat nun das Sorgerecht für seinen Neffen und seine zwei Nichten. Der Junggeselle ist also plötzlich alleinerziehender Vater von drei Kindern. Doch dieser Aufgabe widmet er sich mit ganzem Herzen, auch wenn es nicht immer einfach ist, den Spagat zwischen Familienleben und Eishockey komplikationslos zu schaffen. Deshalb kann er sich auch nicht vorstellen, dass aus der heißen Nacht, die er mit Abby Daniels verbracht hat, mehr werden könnte. Doch diese Frau geht ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf....

"Alles was zählt" ist nach "Die Einzige für mich" bereits der zweite Teil der Reihe um die Profieishockeyspieler der Chicago Devils. Man kann die Bände aber unabhängig voneinander lesen, da die Geschichten in sich abgeschlossen sind. Man muss dabei auch keine Reihenfolge einhalten, denn es steht immer ein Paar im Zentrum der Handlung. Dieses Mal sind es Luca und Abby. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Luca und Abby erzählt. Dadurch bekommt man einen guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle und erfährt außerdem, wie sie aufeinander wirken. Beide Charaktere wirken vom ersten Moment an sehr sympathisch, auch wenn man das Gefühl hat, dass Abby vor etwas davonläuft. Dennoch kann man das Knistern zwischen den beiden regelrecht zwischen den Zeilen spüren.

Der Autorin gelingt es hervorragend, die Gefühle zwischen den beiden zu transportieren. Man kann sofort in die Geschichte eintauchen und sie gebannt verfolgen. Nicht nur die Liebesgeschichte wird einfühlsam erzählt, sondern auch der Teil, in dem man Luca mit seiner kleinen Familie beobachtet. Hier kann man oft unverhofft schmunzeln und den Eishockeyprofi von einer ganz anderen Seite betrachten. Man gerät förmlich in den Sog der Handlung und mag das Buch kaum aus der Hand legen. Die Geschichte trifft dabei mitten ins Herz, sodass man die Taschentücher nicht zu weit entfernt lagern sollte.

Ich habe bereits den ersten Band mit Begeisterung gelesen, doch dieser Folgeband konnte mich sogar noch mehr in den Bann ziehen, da die Gefühle hautnah nachzuempfinden sind und mitten ins Herz treffen.

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Veröffentlicht am 15.12.2019

Nicht ganz so spannend wie der erste Band, aber dennoch lesenswert

Das Ritual des Wassers
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Inspector Unai López de Ayala, genannt Kraken, ist durch die Ereignisse des letzten Falls noch schwer angeschlagen. Doch dann wird seine erste Liebe Annabel tot aufgefunden. Sie wurde an den Füßen hängend ...

Inspector Unai López de Ayala, genannt Kraken, ist durch die Ereignisse des letzten Falls noch schwer angeschlagen. Doch dann wird seine erste Liebe Annabel tot aufgefunden. Sie wurde an den Füßen hängend in einem historischen Wasserkessel ertränkt. Es hat den Anschein, als ob ein keltisches Opfer-Ritual durchgeführt wurde. Annabel war schwanger. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass der Mörder es offenbar auf werdende Mütter und Väter abgesehen hat. Die Spuren führen bis in Unais Freundesclique. Unai ahnt, dass er schnell handeln muss, denn auch er und seine Chefin Alba könnten ins Visier des Täters geraten, da Alba schwanger ist und Unai sich zu dem Kind bekennt.....

"Das Ritual des Wassers" ist nach "Die Stille des Todes" bereits der zweite Fall, in dem Inspector Unai López de Ayala ermittelt. Man kann den aktuellen Ereignissen sicher auch dann folgen, wenn man den ersten Teil nicht kennt, da wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung eingestreut werden. Wenn man allerdings an der beruflichen und privaten Weiterentwicklung der Hauptcharaktere interessiert ist, dann sollte man die Bände in der vorgesehenen Reihenfolge lesen. Da außerdem einiges aus den Ereignissen des ersten Falls verraten wird, könnte man sich sonst die Spannung verderben.

Die Handlung trägt sich dieses Mal in zwei Zeitebenen zu. Es gibt Rückblicke in Unais Jugend. In eine Zeit, in der er den Sommer mit seiner Clique in einem archäologischem Camp verbracht hat. Hier lernten alle Annabel, Unais erste Liebe, kennen. Im aktuellen Zeitstrang verfolgt man die Mordermittlungen. Das Interesse am Fall wird sofort geweckt. Denn der ist äußerst rätselhaft, sodass man unbedingt erfahren möchte, was hinter dem außergewöhnlichen Tod von Annabel steckt. Es gilt einige Spuren zu verfolgen, die darauf deuten, dass das damalige Camp und damit auch Unais Clique, der Schlüssel zu allem sein könnte. Doch, genau wie die Ermittler, tappt man lange Zeit im Dunkeln. Die Spannung wird nur langsam aufgebaut, dennoch gibt es einige überraschende Wendungen, durch die man gerne am Ball bleibt und den Fall durchgehend interessiert verfolgt.

Es gelingt der Autorin wieder hervorragend, das Baskenland, in dem sich die Handlung zuträgt, zum Leben zu erwecken. Man ist sich dieser Hintergrundkulisse stets bewusst. Denn die besondere Atmosphäre schwebt stetig zwischen den Zeilen. Dadurch hat man das Gefühl, selbst vor Ort zu sein und alles zu beobachten. Die Charaktere wirken außerdem sehr lebendig. Man kann sich, neben den Ermittlungen, auch auf die privaten Verwicklungen, die glaubhaft beschrieben werden, einlassen.

Ich habe bereits den ersten Teil mit Begeisterung gelesen und wurde auch von dieser Fortsetzung nicht enttäuscht. Allerdings muss ich zugeben, dass mir der Auftakt der Reihe etwas besser gefallen hat, da er auf mich deutlich spannender wirkte. Dennoch empfehle ich auch diese Fortsetzung gerne weiter.

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Veröffentlicht am 09.12.2019

Mitreißende Fortsetzung

Jahre an der Elbchaussee
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Hamburg, Ende der zwanziger Jahre: Endlich scheint Frieda den Platz im Leben gefunden zu haben, von dem sie immer geträumt hat. Ihr Vater bindet sie immer mehr in die Geschicke des Familien-Kontors ein ...

Hamburg, Ende der zwanziger Jahre: Endlich scheint Frieda den Platz im Leben gefunden zu haben, von dem sie immer geträumt hat. Ihr Vater bindet sie immer mehr in die Geschicke des Familien-Kontors ein und ihre Schokoladenmanufaktur feiert große Erfolge. Ihr Verlobter Per Möller unterstützt ihren Wunsch, sich als Frau in der Geschäftswelt zu behaupten. Die Hochzeit der beiden steht kurz bevor. Doch dann taucht Friedas Jugendliebe wieder auf. Frieda muss herausfinden, ob ihr noch etwas an diesem Mann liegt, denn sonst kann sie nicht mit Per vor den Traualtar treten. Doch nicht nur ihr Privatleben fordert Entscheidungen von Frieda, denn auch im Geschäft kommt es zu einigen Unabwägbarkeiten. Die politische Lage wird außerdem immer kritischer, sodass Frieda Angst um ihre jüdische Freundin Clara bekommt...

"Jahre an der Elbchaussee" ist nach "Die Villa an der Elbchaussee" bereits der zweite Band der Hamburg-Saga von Lena Johannson. Der Folgeband schließt beinahe nahtlos an die Ereignisse des ersten Teils an. Da die Autorin wichtige Hintergrundinformationen aus dem Auftaktband in die Handlung einfließen lässt, kann man den zweiten Teil sicher auch ohne Vorkenntnisse lesen. Dennoch ist es sinnvoller, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da man so die Weiterentwicklung der Charaktere beobachten kann.

Der Einstieg in den Folgeband gelingt mühelos, denn Lena Johannson versteht es hervorragend, Charaktere und Handlungsorte so zu beschreiben, dass man das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Außerdem fließt der damalige Zeitgeist authentisch ins Geschehen ein. Dadurch kann man ganz in die Handlung eintauchen und Friedas weiteren Lebensweg verfolgen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und passt ausgesprochen gut zur Erzählung. Ganz nebenbei fließen historisch belegte Ereignisse ein, die das Ganze noch authentischer wirken lassen.

Frieda hat in diesem Band beruflich und privat einige Entscheidungen zu treffen. Dass das nicht immer einfach ist, wird mitreißend und authentisch beschrieben. Frieda wirkt sehr sympathisch, auch wenn man sie gelegentlich schütteln möchte. Doch daran erkennt man ja, wie lebendig diese Protagonistin wirkt, sodass man einfach mit ihr mitfiebert und hofft, dass sie die richtigen Entscheidungen trifft. Auch die anderen Charaktere werden so detailliert und authentisch beschrieben, dass sie beim Lesen zum Leben erwachen. Man kann sich alles mühelos vorstellen und ganz in die damalige Zeit eintauchen. Das Buch liest sich dadurch quasi von selbst, sodass man viel zu schnell am Ende ankommt und darauf hofft, die Fortsetzung schnell in die Händen zu halten.

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Veröffentlicht am 04.12.2019

Spannender Pageturner!

Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod
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Die dreißigjährige Ally überlebt als Einzige den Absturz eines kleinen Privatflugzeugs in den Rocky Mountains. Sie ist verletzt und völlig auf sich gestellt. Sie weiß, dass sie den Absturzort schnell verlassen ...

Die dreißigjährige Ally überlebt als Einzige den Absturz eines kleinen Privatflugzeugs in den Rocky Mountains. Sie ist verletzt und völlig auf sich gestellt. Sie weiß, dass sie den Absturzort schnell verlassen und sich durch die unwegsame Wildnis kämpfen muss. Denn schon bald wird man nach ihr suchen, um sicherzustellen, dass niemand das Unglück überlebt hat. Verzweifelt nimmt sie den Kampf ums Überleben auf. Allys Mutter Maggie, die jahrelang keinen Kontakt zu ihrer Tochter hatte, will nicht glauben, dass Ally tot ist. Sie beginnt Nachforschungen anzustellen. Dabei erfährt sie einiges über ihre Tochter. Diese scheint nicht mehr der Mensch zu sein, den Maggie gekannt hat. Doch Allys Mutter lässt sich nicht beirren und ahnt nicht, dass sie dadurch selbst in große Gefahr gerät.

Der Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, denn Jessica Barry versteht es vom ersten Moment an, das Interesse an dem Flugzeugabsturz und seinen Hintergründen zu wecken. Man ist dadurch sofort mitten im Geschehen und kann sich ganz darauf einlassen. Dabei betrachtet man die Ereignisse aus wechselnden Perspektiven. Zum einen schaut man Abby bei ihrem Kampf durch die Wildnis zu und erfährt dabei nach und nach etwas aus ihrer Vergangenheit. In der anderen Perspektive steht Maggie, die Mutter von Abby, im Zentrum der Ereignisse. Auch hier erfährt man nicht nur wie sie mit den aktuellen Ereignissen umgeht, sondern bekommt Puzzleteile aus der gemeinsamen Vergangenheit präsentiert.

Die ständig wechselnden Perspektiven, die häufig an entscheidenden Stellen stoppen, sorgen für ein hohes Tempo, das durchgehend gehalten werden kann. Atemlos verfolgt man die Ereignisse und fragt sich ständig, was passiert ist und wie es nun weitergehen wird. Dabei tappt man lange Zeit im Dunkeln und wird zum Miträtseln angeregt. Die Charaktere wirken dabei so lebendig, dass man gebannt in die Handlung eintaucht. Die bereits früh aufgebaute Spannung kann nicht nur durchgehend gehalten werden, sondern steigert sich im Verlauf stetig, um am Ende in einem rasanten Finale zu gipfeln. Zugegebenermaßen werden erfahrene Thrillerleser die Zusammenhänge schon vor dem großen Showdown erahnen, dennoch wird man durchgehend spannend unterhalten.

Ein temporeicher Pageturner, den man, einmal angefangen, kaum noch aus der Hand legen mag.

Veröffentlicht am 03.12.2019

Temporeicher Thriller

Die perfekte Strafe
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Die Leiche einer jungen Frau wird auf einem Berg gefunden. Die Todesursache ist zunächst nicht klar. Doch die Blutprobe gibt Aufschluss darüber, dass Drogen im Spiel waren. Allerdings war die Tote dafür ...

Die Leiche einer jungen Frau wird auf einem Berg gefunden. Die Todesursache ist zunächst nicht klar. Doch die Blutprobe gibt Aufschluss darüber, dass Drogen im Spiel waren. Allerdings war die Tote dafür bekannt, Medikamente und Drogen komplett abzulehnen. Die Leiterin einer Wohltätigkeitsorganisation, die stets auf ihren Körper geachtet hat, soll am Missbrauch von Schlankheitstabletten gestorben sein. Ist hier ein äußerst perfider Täter am Werk? Und hängen die Fälle zusammen? DI Callanach und DCI Turner nehmen die Ermittlungen auf. Die Zeit drängt, denn der Täter könnte schon das nächste Opfer im Visier haben....

"Die perfekte Strafe" ist nach "Die perfekte Gefährtin" und "Die perfekte Unschuld" bereits der dritte Band der Thriller-Reihe um die Ermittler Luc Callanach und Ava Turner. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, können sie unabhängig voneinander gelesen werden. Wenn man allerdings an der Weiterentwicklung der beruflichen und privaten Nebenhandlungen interessiert ist, empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Man beobachtet nicht nur die Ermittlungsarbeit, sondern kann auch dem Mörder bei seinem perfiden Treiben über die Schulter schauen. Dieses Mal hat es das Team nicht nur mit der Suche nach dem Täter zu tun, denn Ava Turner stößt auf Ungereimtheiten beim angeblichen Selbstmord ihres ehemaligen Chefs. Dadurch ist sie nicht nur von den aktuellen Ermittlungen ein wenig abgelenkt, sondern sticht in ein Wespennest mit äußerst gereizten Exemplaren. Dabei kommt etwas ans Tageslicht, das sie kaum mit ihrem Gewissen vereinbaren kann. Beide Handlungsstränge sind durchgehend interessant und bieten einige spannende Momente.

Der Schreibstil ist flüssig und äußerst angenehm lesbar. Handlungsorte und Protagonisten werden so lebendig beschrieben, dass man beinahe meint, selbst vor Ort zu sein und alles zu beobachten. Relativ kurze Kapitel, die oft an entscheidenden Stelle stoppen, sorgen für einen temporeichen Thriller, den man nach kurzer Zeit nicht mehr aus der Hand legen mag. Allerdings hat man gelegentlich das Gefühl, dass der Zufall hier ein wenig zu oft eingreift. Deshalb wirken einige Ereignisse etwas konstruiert. Wenn man darüber großzügig hinwegsieht, wird man mit spannenden Lesestunden, die in einem rasanten Finale gipfeln, belohnt.