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Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannende Geschichte

Böser kleiner Junge
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„Böser kleiner Junge“ ist für alle deutschen und französischen Leser ein Dankeschön von Stephen King, denn diese Kurzgeschichte erschien lediglich in diesen beiden Ländern. Für mich besonders toll, da ...

„Böser kleiner Junge“ ist für alle deutschen und französischen Leser ein Dankeschön von Stephen King, denn diese Kurzgeschichte erschien lediglich in diesen beiden Ländern. Für mich besonders toll, da ich dadurch noch mehr vom „Meister des Horrors“ lesen konnte. Ich muss jedoch auch zugeben, dass meine Erwartungen eher gering waren, da ich bei Kurzgeschichten allgemein etwas weniger erwarte, jedoch muss ich zugeben, dass meine leichte Skepsis absolut unbegründet war, denn Stephen King konnte mich – wie schon so oft – begeistern.

Stephen King konnte mich mit seinem packenden und teilweise recht saloppen Schreibstil wieder einmal beeindrucken und ich war von der ersten Seite an mitten im Geschehen. Die Geschichte startet ohne große Erklärungen und man wird direkt mitten hineingeworfen. Die Atmosphäre in diesem Buch ist recht düster, die Geschichte wird vom Protagonisten eher nüchtern erzählt, aber dennoch so gut beschrieben, dass ich mir alles bildlich vorstellen können. Die Figuren lernt man trotz der Kürze ausreichend kennen und somit war es eine Leichtigkeit, sich in die jeweiligen Figuren hineinversetzen zu können.

George Hallas, der wegen Mordes im Gefängnis sitzt, hat ein bewegendes Leben hinter sich. Er musste miterleben, wie seine Freunde zu Tode gekommen sind und gibt dafür dem „bösen kleinen Jungen“, wie er ihn immer nennt, die Schuld. Dieser Junge provoziert und beleidigt ihn bereits seit Jahrzehnten, wo er nur kann und ist immer dabei, wenn andere Menschen sterben. Für George ein unerträglicher Gedanke, zumal dieser Junge sonst von niemanden beachtet wird und sich auch sonst niemand an diesen erinnern kann. George Hallas steht kurz vor der Vollstreckung der Todesstrafe und möchte sich seinem Pflichtverteidiger anvertrauen und erzählt ihm die ganze unglaubliche Geschichte. Obwohl dieser ihm zuhört, glaubt er nicht daran, was George ihm erzählt, allerdings sollte er das Schicksal niemals herausfordern.

Obwohl die Geschichte sehr nüchtern erzählt wird, gefiel mir die Erzählweise sehr gut. Normalerweise favorisiere ich eher einen Schreibstil, der viele Emotionen hervorholt, jedoch hat das, was King hier gemacht hat, durchaus Hand und Fuß, sodass ich diese Geschichte unglaublich gelungen fand. Die Figuren haben allesamt ihre Berechtigung, die Geschichte hat die perfekte Länge und auch sonst wollte alles wie ein Puzzle gut zusammenpassen. Die Mischung aus Horror, Thriller und Fantasy ist dabei ebenfalls gelungen, ohne zu überladen zu wirken.

Wie bereits jetzt schon bestätigt ist, wird „Böser kleiner Junge“ verfilmt, was ich mehr als gut finde, denn die einzelnen Beschreibungen klangen so toll und waren so schön ausgeschmückt, dass ich mir so manche Szene schon wie einen Film vorgestellt habe, von daher bin ich schon sehr gespannt darauf, wie man diese Geschichte am Ende verfilmen wird. Es kann eigentlich nur toll werden!

Das Cover ist schlicht, aber dennoch schön anzusehen, da die Mütze das Hauptaugenmerk in dieser Geschichte ist. Auch wenn der Titel zunächst recht nichtssagend klingt, muss man sagen, dass dieser vollkommen ausreicht, gleiches gilt für die Kurzbeschreibung, die ebenfalls gelungen ist und mich direkt angesprochen hat.

Insgesamt ist „Böser kleiner Junge“ eine spannende und ereignisreiche Kurzgeschichte, die mich unterhalten und gleichzeitig schockieren konnte. Stephen King hat wieder einmal bewiesen, wie viel man doch aus Kurzgeschichten heraus holen kann und somit freue ich mich bereits auf viele weitere Geschichten des „Meister des Horrors“. Ich kann diese Kurzgeschichten nur jedem Leser empfehlen – auch für King-Einsteiger bestens geeignet.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gute Geschichte mit einigen Schwächen

Ein Gesicht in der Menge
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Wenn Stephen King ein neues Buch, bzw. eine neue Kurzgeschichte veröffentlicht, dann muss diese von mir gelesen werden – komme, was wolle! Da ich zu meiner Schande bislang noch nichts von Stewart O’Nan ...

Wenn Stephen King ein neues Buch, bzw. eine neue Kurzgeschichte veröffentlicht, dann muss diese von mir gelesen werden – komme, was wolle! Da ich zu meiner Schande bislang noch nichts von Stewart O’Nan gelesen habe, war ich auf die Geschichte besonders neugierig und hatte recht hohe Erwartungen, jedoch haben die sich nicht ganz erfüllt.

Ich mag den Stil der beiden Autoren, jedoch fand ich die Geschichte zu vollgestopft mit dem Thema Baseball. Bei King ist mir dies bereits bei „Das Mädchen“ aufgefallen, welches ich wegen der vielen Baseball-Elemente leider auch nicht so besonders gut fand, aber nun gut, Amerikaner finden die Geschichte dadurch sicherlich besonders reizvoll, für mich, die Baseball überhaupt nicht verfolgt, war dies eher ein Beiwerk, auf das ich gerne verzichtet hätte. Die Geschichte wird aber ansonsten spannend und detailliert beschrieben. Obwohl es sich hierbei lediglich um eine Kurzgeschichte handelt, wird dennoch alles so gut beschrieben, sodass man Dean Evers als Figur gut kennen lernt. Die Fantasyelemente, die hier ebenfalls enthalten sind, werden gut in die Geschichte verarbeitet, sodass es hier an Spannung und kleinen Schockmomenten nicht mangelt. Dennoch hat mir bei dieser Kurzgeschichte etwas gefehlt, was ich nicht wirklich benennen kann, es fehlte mir wahrscheinlich einfach nur das Besondere, denn vieles kam mir zu offensichtlich vor.

Dean Evers hat mir recht gut gefallen. Ich mochte ihn, er tat mir manchmal leid und gleichzeitig hatte ich eine gewisse Abneigung gegen ihn, da ich ihn nie so ganz einschätzen konnte. Nachdem seine Frau an einem Schlaganfall verstorben ist, ist er komplett auf sich allein gestellt. Er zieht in einen neuen Bundesstaat, um nicht immer an alles erinnert zu werden und ist zum ersten Mal in seinem Leben komplett allein. Kochen fällt ihm schwer und somit ernährt er sich relativ einseitig. Seine Einsamkeit treibt ihn dazu, sich immer mehr mit Baseball auseinanderzusetzen und somit verbringt er Tag für Tag mit Bier vor dem Fernseher und schaut sich die Spiele an. Als er immer wieder Gesichter in der Menge von verstorbenen Personen sieht, glaubt er zunächst, dass er sich dies nur einbilden würde, bzw. diese Menschen den Verstorbenen einfach nur ähnlich sehen, jedoch wird ihm nach und nach immer mehr bewusst und er erkennt, dass er selbst wohl nie der beste Mensch gewesen ist…

Der Verlauf der Geschichte wird einem trotz Fantasyelemente recht glaubwürdig erzählt, auch wenn ich finde, dass das Ende ein wenig zu dick aufgetragen wurde und stellenweise auch sehr vorhersehbar war. Dennoch haben es die beiden Autoren geschafft, dass ich trotz einiger kleiner Enttäuschungen das Buch bis zum Schluss genossen habe und es ein wenig schade fand, dass es nach nicht einmal sechszig Seiten schon vorbei war.

Das Cover ist gelungen und hat mich direkt angesprochen. Die Möwen und das angrenzende Stadion inklusive Flutlicht passen gut zur Geschichte und auch sonst wirkt alles recht stimmig. Auch die Kurzbeschreibung konnte mich überzeugen, verrät bei den wenigen Seiten jedoch schon fast ein bisschen zu viel. Dennoch hat die gesamte Aufmachung des Buches einen kleinen Nachgeschmack, denn diese knapp 60 Seiten hätten nicht unbedingt als Hardcover erscheinen müssen. Somit wäre das Buch auch günstiger gewesen, denn 8 EUR bei so wenig Seiten ist schon ein wenig happig. Aber was macht man nicht alles für diesen Autor…

„Ein Gesicht in der Menge“ hatte sicherlich viele gute Ansätze und konnte mich streckenweise ganz gut überzeugen, jedoch waren es für mich mal wieder viel zu viele Baseball-Elemente, was mich schon bei „Das Mädchen“ arg gestört hat. Von daher ist die Geschichte zwar stellenweise wirklich spannend, aber nicht unbedingt ein ganz großer Kracher. Gut? Ja! Allerdings hätte ich auch nicht unbedingt etwas verpasst, wenn ich diese Kurzgeschichte nicht gelesen hätte. Von daher würde ich diese Geschichte nur Lesern empfehlen, die bereits alles andere vom Meister des Horrors und Stewart O’Nan gelesen haben.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gute Geschichte mit einigen Schwächen

Raststätte Mile 81
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Nachdem ich bereits viele Romane von Stephen King gelesen habe, wollte ich mich auch unbedingt seinen Kurzgeschichten widmen. Obwohl ich auch hier schon mehrere Geschichten gelesen habe, fiel mir auf, ...

Nachdem ich bereits viele Romane von Stephen King gelesen habe, wollte ich mich auch unbedingt seinen Kurzgeschichten widmen. Obwohl ich auch hier schon mehrere Geschichten gelesen habe, fiel mir auf, dass ich sein hochgelobtes „Raststätte Mile 81“ bislang nie genügend Beachtung geschenkt habe. Dies sollte sich jetzt aber endlich ändern. Ich hatte keine wirklich hohen Erwartungen – und das war auch gut so, denn die Geschichte konnte leider mit anderen Werken des Autors nicht mithalten und am Ende musste ich mir dann doch die Frage stellen, weshalb diese Geschichte so hochgelobt wird.

Stephen King benutzt bei dieser Kurzgeschichte eine sehr saloppe Sprache, die stellenweise so gar nicht zu einem 11-jährigen Kind passen wollte. Sicherlich, in der heutigen Jugend ist der Ton schon etwas rauer, allerdings fand ich einige Monologe von Pete doch sehr gewöhnungsbedürftig und nicht immer glaubwürdig. Ansonsten wird die Geschichte aber gut beschrieben, auch wenn ich sehr häufig das Gefühl hatte, als wollte der Autor mit dem Werk einfach nur schocken. Auch hat man sich mit den Figuren und dem Plot nicht genug Zeit gelassen. Sobald ich mich an die Geschichte gewöhnen konnte, war sie auch schon wieder vorbei. Ich hätte es von daher deutlich besser gefunden, wenn die Geschichte mindestens weitere 50-100 Seiten gehabt hätte. Stellenweise war mir die Geschichte auch zu vorhersehbar, was ich ebenfalls ein wenig schade finde. Solche Probleme hatte ich bislang bei keinem Buch von Stephen King, der bereits seit einiger Zeit zu meinen Lieblingsautoren gehört.

Auch mit den Figuren hatte ich zum Teil meine Probleme. King versucht zwar, diese möglichst genau zu beschreiben, allerdings wurde ich mit ihnen nicht warm, sodass mir ihr Schicksal nicht nah genug ging. Ich bekam stellenweise auch das Gefühl, als wollte man gar nicht, dass man die Figuren genauer kennen lernt. Da gibt es z.B. den elfjährigen Pete, der in die alte Raststätte am Highway einbricht, um zu erfahren, was die Großen, sprich, die Schüler auf der Highschool, dort so treiben. Obwohl er sich dabei oftmals seinem Alter entsprechend verhält, war er mir dann doch viel zu oft viel zu abgeklärt.

Die Idee, dass ein Auto mehrere Menschen verschluckt, ist stellenweise sehr skurril, aber dennoch interessant, dennoch denke ich, dass mir die Geschichte weitaus besser gefallen hätte, wenn man dem Ganzen ein paar Seiten mehr gegönnt hätte. Außerdem wäre es besser gewesen, wenn man den Figuren mehr Zeit gegeben hätte, allerdings war dies auf knapp neunzig Seiten kaum möglich.

Auch das Ende hat mich ein wenig enttäuscht, denn dies kam viel zu schnell, sodass man sich zu wenig Zeit für die Auflösung genommen hat. Die wurde auf nur sehr wenigen Seiten schon fast runtergeschrieben. Man bekam schon fast den Eindruck, als wären dem Autor zum Ende hin selbst die Ideen ausgegangen. Aber das heißt nun nicht, dass diese Geschichte tatsächlich schlecht ist. Ich mochte sie, allerdings hätte vieles mehr Zeit gebraucht. Je näher ich dem Ende kam, desto mehr bekam ich immer mehr das Gefühl, etwas verpasst zu haben.

Das Cover ist schlicht, aber durchaus passend. Enttäuscht bin ich dagegen von der Kurzbeschreibung, die viel zu viel verrät. Diese hätte extrem kürzer ausfallen müssen, da die Geschichte gerade einmal knapp 90 Seiten inne hat. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Schade, denn dadurch wurde ich kaum noch überrascht.

Insgesamt ist „Raststätte Mile 81“ eine gute Kurzgeschichte, allerdings kann es Stephen King eindeutig besser. Obwohl die Geschichte an sich wirklich spannend ist, wurde ich mit den Figuren leider nicht warm, sodass hierbei für mich immer das gewisse Extra gefehlt hat. Für echte Fans ist die Geschichte dennoch ein Muss, wer jedoch noch nicht so viele King Bücher gelesen hat, sollte wohl zu anderen greifen, um den Autor besser kennenzulernen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Perfekt!

Todesmarsch
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Ich bin bereits seit einiger Zeit ein großer Fan von Stephen King und lese dabei auch besonders gern seine Bücher aus der Zeit, in der er einige Werke unter dem Pseudonym Richard Bachman veröffentlicht ...

Ich bin bereits seit einiger Zeit ein großer Fan von Stephen King und lese dabei auch besonders gern seine Bücher aus der Zeit, in der er einige Werke unter dem Pseudonym Richard Bachman veröffentlicht hat. Da ich „Todesmarsch“ zu meiner Schande immer noch nicht gelesen hatte, wurde es endlich an der Zeit und somit habe ich mich auf das Buch geradezu gestürzt.

Es ist wirklich traurig, dass ich diesem Buch erst jetzt eine Chance gegeben habe, denn so ein Werk hat es nicht verdient, allzu lange ungelesen im Regal zu stehen. „Todesmarsch“ besitzt alles, was ein gutes Buch braucht: Spannung, interessante und vielseitige Figuren und Überraschungsmomente. Dabei verwendet Stephen King wie in fast allen seinen Büchern eine sehr intensive Sprache, die mir zum Teil sogar eine Gänsehaut bescheren konnte. Zugegeben, die Dialoge sind dabei zum Großteil sehr salopp und ruppig, allerdings hat mich dies alles andere als abgeschreckt, da ich dies aufgrund der Figuren fast schon erwartet habe. Sehr interessant fand ich bei „Todesmarsch“ jedoch, dass Stephen King durchaus Kritik am politischen System der USA anbringt, jedoch das Buch niemals für politische Zwecke benutzt, sodass die Kritik am Verhalten der Soldaten und der Politiker nur selten thematisiert wird.

Einhundert Jungs im Alter von 14 bis 17 Jahren brechen am 1. Mai zum sogenannten Todesmarsch auf. Eine Wanderung, bei der die Jugendlichen eine gewisse Schrittgeschwindigkeit aufbringen müssen und niemals stehen bleiben dürfen. Sollte dies geschehen, wird derjenige nach drei Verwarnungen von Soldaten, die die Jungs begleiten, erschossen. Derjenige, der am Ende übrig bleibt, darf als Einziger überleben und ein sorgenfreies Leben führen, bei dem ihm sämtliche Wünsche erfüllt werden.

Hauptfigur ist hierbei Ray Garraty, ein eher unscheinbarer Teenager, der sich für den Marsch angemeldet hat und die Teilnahme immer mehr bereut. Während er mit neunundneunzig anderen Jugendlichen quer durch den Bundesstaat Maine wandert, freundet er sich mit einigen der Jungs an, sodass ihm die Folgen des Marsches nur noch schwerer fallen. So wird Peter McVries, mit dem er die meiste Zeit über gemeinsam marschiert, sein bester Freund, mit dem er über das Leben, aber auch über den Tod philosophiert. Die Gespräche zwischen ihnen regen dabei durchaus zum Nachdenken an, denn es ist schon erstaunlich, in welcher Art und Weise sie über den Tod denken und wie nüchtern sie die Tode der anderen Teilnehmer meistens aufnehmen. Weitere wichtige Figuren sind auch noch Arthur Baker und Stebbins, die unterschiedlicher nicht sein können. Während Arthur ein geselliger Jugendlicher ist, der sich im Laufe der Zeit mit Ray und Peter anfreundet, ist Stebbins stets für sich und bildet das Schlusslicht unter den Jugendlichen. Wenn er jedoch tatsächlich mit jemanden redet, ist dies meistens mit Ray, sodass an einigen Stellen sehr interessante Gespräche zwischen ihnen stattfinden.

So interessant und brutal ich den Marsch auch fand, so wenig konnte ich letztendlich mit dem Ende anfangen. Der Gewinner selbst ging vollkommen in Ordnung, lediglich die Art und Weise, wie es geschehen ist, hat mir leider nicht so ganz zugesagt, da mir alles viel zu schnell ging und ich letztendlich noch einige offene Fragen hatte, die leider nicht mehr beantwortet wurden. Hier hätte das Ende noch mindestens zehn bis zwanzig Seiten mehr verdient gehabt, sodass man mehr über den Gewinner und seine Wunsche hätte erfahren können, was allerdings nicht geschehen ist.

Das Cover ist – wie bei fast allen King-Covern – relativ schlicht, allerdings auch sehr passend, sodass ich mir kein besseres Cover hätte vorstellen können. Gleiches gilt auch für die Kurzbeschreibung, die mich vom ersten Blick an überzeugen konnte, sodass ich das Buch unbedingt lesen wollte.

Insgesamt hat mir „Todesmarsch“ mit seinen vielseitigen Figuren, der gedrückten Stimmung und dem intensiven Erzählstil unglaublich gut gefallen, sodass ich dieses Buch sicherlich auch ein zweites oder drittes Mal lesen werde. Wer Dystopien mag und gegenüber einer gewissen Brutalität in Büchern nicht abgeneigt ist, wird dieses Buch lieben. Ich kann es nur empfehlen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Luft nach oben

Mr. Mercedes
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Auf „Mr. Mercedes“ von Stephen King habe ich mich schon sehr lange gefreut, denn bislang war fast jeder, den ich kenne, von dem Buch begeistert, sodass ich es auch unbedingt lesen wollte. Als großer Fan ...

Auf „Mr. Mercedes“ von Stephen King habe ich mich schon sehr lange gefreut, denn bislang war fast jeder, den ich kenne, von dem Buch begeistert, sodass ich es auch unbedingt lesen wollte. Als großer Fan des Autors habe ich immer sehr hohe Erwartungen, wenn ein weiteres Buch erscheint, doch leider muss ich sagen, dass ich bei „Mr. Mercedes“ ein wenig enttäuscht bin.

Die Geschichte ist an sich vollkommen in Ordnung und vom Autor wie immer lockerflockig mit jeder Menge Spannung und sarkastischen Dialogen erzählt und auch sonst wollte hier vieles zusammenpassen. Das Problem, das ich bei diesem Buch jedoch hatte, war der Einstieg, denn der fiel mir leider viel zu schwer, sodass ich fast zweihundert Seiten gebraucht habe, um tatsächlich in die Geschichte hineinzufinden und mich mit den Figuren anzufreunden.

Ich muss zugeben, dass ich Bücher, in die ich überhaupt nicht reinkomme, spätestens nach einhundert Seiten abbreche. Bei King, der zu meinen absoluten Lieblingsautoren gehört, habe ich dies einfach nicht übers Herz gebracht, sodass die ersten zweihundert Seiten wahrlich kein großer Spaß waren. Danach wurde die Geschichte jedoch zunehmend besser, ich konnte mich einigermaßen mit den Figuren anfreunden und wollte immer mehr erfahren. Von daher bin ich mehr als froh, dass die Geschichte und ich doch noch ein versöhnliches Ende miteinander finden konnten.

So gut die Figuren an sich ausgearbeitet sind, muss ich leider sagen, dass diese mir oftmals zu klischeehaft waren und mir viel zu sehr in eine Schublade gesteckt wurden. Brady Hartsfield, der den sogenannten Mörder „Mr. Mercedes“ verkörpert, ist hier der typische Bösewicht, der vom Leben frustriert und psychisch nicht ganz auf der Höhe ist, wie man es bereits viele Male in anderen Büchern erleben durfte. Der Polizist Bill Hodges, der hier die Hauptfigur in der Trilogie ist und aufgrund seiner Pensionierung oftmals sehr frustriert ist, ist ein harter, scharfsinniger, aber auch sehr sympathischer Kerl, der mir jedoch oftmals alles zu schnell alles richtig geschlussfolgert hat.

Dies mag vielleicht ganz nett sein, wenn man nicht immer nur über fünf Ecken denkt, allerdings habe ich mir bei knapp sechshundert Seiten doch die ein oder andere falsche Richtung gewünscht. Dadurch ist auch das Problem entstanden, dass die Geschichte zwar an sich spannend geschrieben ist, aber für mich stellenweise zu vorhersehbar war. Dennoch war es ganz nett, wie der Fall beschrieben ist. Hodges kommt nicht darüber hinweg, dass er den sogenannten „Mr. Mercedes“ nach den Anschlägen nicht gefunden hat und möchte trotz weniger Hinweise nicht aufgeben und diesen Fall noch abschließen.

Auch die Nebenfiguren waren in Ordnung, wenn auch nicht unbedingt überragend. Ich mochte die Darstellung der Opfer und die Figuren, die bei der Suche des Mörders helfen wollten. Trotz einiger Sympathien muss ich jedoch auch hier sagen, dass ich einige davon wieder einmal klischeehaft fand, sodass sie sehr austauschbar wirkten.

Die Auflösung des Falles hat mir am Ende aber ganz gut gefallen, auch wenn das Ende ebenfalls mit einigen Klischees zu kämpfen hatte. Dennoch wurde ich hier gut unterhalten und habe ein Ende bekommen, das fast alle Fragen beantwortet und kaum neue aufgeworfen hat.

Das Cover ist gelungen, passt sehr gut zur Geschichte und hat mich direkt angesprochen. Gleiches gilt für die Kurzbeschreibung, die mir eine spannende und ereignisreiche Geschichte versprochen hat. Schade, dass es am Ende doch so lange gedauert hat, bis die Geschichte tatsächlich Fahrt aufgenommen hat.

„Mr. Mercedes“ ist sicherlich ein gutes Buch und ein spannender Trilogie-Auftakt, allerdings hatte ich besonders am Anfang große Probleme mit dem Buch, sodass ich mich leider erst viel zu spät auf die Geschichte einlassen konnte. Dennoch möchte ich auf jeden Fall auch den zweiten Band lesen, denn die Geschichte klingt einfach zu verlockend. Große Fans des Autors sollten das Buch definitiv lesen. Wer jedoch Kings Bücher nur sehr unregelmäßig verfolgt, hat hierbei sicherlich nicht allzu viel verpasst.