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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.08.2024

Gegensätze ziehen sich an

Pi mal Daumen
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Der Ich - Erzähler Oscar ist ein 16 jähriger geistiger Überflieger aus reichem Elternhaus will so schnell wie möglich sein Mathematik Studium absolvieren. Moni Kosinsky ist 53 Jahre alt, kümmert sich um ...

Der Ich - Erzähler Oscar ist ein 16 jähriger geistiger Überflieger aus reichem Elternhaus will so schnell wie möglich sein Mathematik Studium absolvieren. Moni Kosinsky ist 53 Jahre alt, kümmert sich um ihre Tochter Püppi und die drei Enkel, während sie quasi wie nebenbei noch mehrere Jobs bedient. Sie hat endlich ihren langgehegten Wunsch in die Tat umgesetzt und beginnt ein Mathematik Studium.Die beiden unterschiedlichen Außenseiter begegnen sich zum ersten Mal an der Uni und stellen schnell fest, dass sie, wenn sie sich gegenseitig unterstützen, sehr voneinander profitieren können.

Meine Meinung:

Ich kenne die Autorin bereits aus mehreren Romanen, schätze ihren Schreibstil und die Tatsache, dass in ihren Büchern immer außergewöhnliche Protagonisten vorkommen.Der Grundgedanke zu diesem Buch klang interessant und ich habe es über eine weite Strecke sehr gerne gelesen.Dann jedoch entwickelte sich die Geschichte in eine Richtung,die mir zunehmend absurd und zusammenhanglos erschien.Außerdem war dem Thema Mathematik ein zu großer Rahmen eingeräumt,dem sicher etliche Leser nicht folgen konnten.Zwar blitzte immer wieder der spezielle Humor der Autorin durch, das alleine reicht aber nicht, um mich bis zum Schluss zu fesseln. Ich hoffe, dass mich das nächste Werk wieder mehr zufriedenstellt. Hier kann ich leider nur wohlwollende drei Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 17.08.2024

Grausam und verstörend

Pretty Girls
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Klappentext:
März 1991: Nach einer Party kehrt die 19-jährige Julia nicht nach Hause zurück. Die eher halbherzig geführten Ermittlungen laufen ins Leere, eine Leiche wird nie gefunden. Weder die Eltern ...

Klappentext:
März 1991: Nach einer Party kehrt die 19-jährige Julia nicht nach Hause zurück. Die eher halbherzig geführten Ermittlungen laufen ins Leere, eine Leiche wird nie gefunden. Weder die Eltern noch die beiden Schwestern der Vermissten werden je mit dem Verlust fertig.
Vierundzwanzig Jahre später erschüttert eine brutale Mordserie den amerikanischen Bundesstaat Georgia, und die frisch verwitwete Claire ist vollkommen verstört, als sie im Nachlass ihres verstorbenen Mannes brutales Filmmaterial findet, in dem Menschen ganz offensichtlich vor der Kamera auf grausame Weise ermordet werden. Eines der Opfer glaubt sie zu erkennen. Doch was hatte ihr verstorbener Mann damit zu tun? Wer war der Mensch wirklich, den sie über zwanzig Jahre zu kennen glaubte? Claire begibt sich auf eine lebensgefährliche Spurensuche, die sie immer dichter an eine unfassbare Wahrheit führt. Und an den eigenen Abgrund ...

Meine Meinung:

Ich kenne bereits mehrere Bücher der Autorin und weiß ,dass man starke Nerven für die Lektüre benötigt.
Selbst mir hat es immer wieder den Atem verschlagen, wegen der Grausamkeit, der Szenen und der Vorstellung, zu was Menschen fähig sind. Ich habe den Mut der Protagonistin über weite Strecken sehr bewundert und mich gefragt, ob sowas in der Wirklichkeit möglich wäre. Stück für Stück lernt Claire das Leben ihres Ehemannes rückwirkend kennen.Ich habe mir das Buch von Nina Petri vorlesen lassen,welche die Aufgabe hervorragend gemeistert hat.
Während mir im Verlauf des Buches öfter der Atem stockte,war ich mit dem teilweise versöhnlichen Ende sehr zufrieden.

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Veröffentlicht am 16.08.2024

Kritzelqueen und Mystery Man

Wir treffen uns im nächsten Kapitel
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Im Leben der dreißigjährigen Erin läuft momentan so einiges schief. Einerseits ist sie immer noch in der Trauer um ihre verstorbene Freundin gefangen, andererseits fühlt sie sich mehr als unwohl in ihrem ...

Im Leben der dreißigjährigen Erin läuft momentan so einiges schief. Einerseits ist sie immer noch in der Trauer um ihre verstorbene Freundin gefangen, andererseits fühlt sie sich mehr als unwohl in ihrem Job und außerdem belastet es sie, dass sie schon seit Jahren ein sehr schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter hat. Als sie nach einer Aufräumaktion in ihrer Wohnung viele Bücher in den örtlichen Bücherschrank bringt, stellt sie kurz darauf fest, dass darunter auch ein besonderes Buch ist,( Wer die Nachtigall stört)was eine persönliche Karte ihrer verstorbenen Freundin Bonnie enthält.Voller Schreck macht sie sich auf den Weg zum Bücherschrank und siehe da, das Buch ist tatsächlich noch vorhanden. Beim Durchblättern stellt sie fest, dass jemand auf ihre Randnotizen geantwortet hat. Außerdem hat er ein “ Treffen“ im nächsten Buch (Große Erwartungen von Charles Dickens)vorgeschlagen.Mit jedem Buch kommen Sie sich durch ihre Gedanken näher, ohne zu ahnen, dass sie sich bereits kennen.



Meine Meinung:

In wechselnden Kapiteln,jeweils aus der Sicht von James oder Erin geschrieben,die sich gegenseitig die Spitznamen Kritzelqueen und Mystery Man geben,lernt man die Protagonisten näher kennen.Beide tragen ein großes Bündel unbewältigter Probleme mit sich herum, denen sie sich nach und nach stellen. Erin fasst den Mut und kündigt ihren ungeliebten Job, James fängt wieder mit dem Schreiben an, was er in seiner Jugend bereits mit Leidenschaft getan hat.Auch Bonnie nimmt, quasi aus dem Jenseits,immer noch Einfluss auf das Leben der Beiden.

Der Autorin ist es gut gelungen, in ihre tiefgründige Geschichte, viele ernste Themen,unter anderem Verlust,Trauer,Depression,einzuarbeiten.Bedingt durch den Bücherschrank,als Dreh- und Angelpunkt,finden auch bekannte Werke der Weltliteratur immer wieder Erwähnung.

Beim Lesen durchlebte ich viele Emotionen.Wenn ich streckenweise tieftraurig war, wurde das immer wieder durch einen speziellen Humor aufgefangen, was ich sehr angenehm fand.Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen, vergebe vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.08.2024

Walter lernt Kaffee zu kochen

Barbara stirbt nicht
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Barbara und Walter sind beide im Rentenalter. Bei Ihnen herrscht die klassische Rollenteilung, der Mann ist fürs Geldverdienen zuständig, die Frau für alles andere. Eines Tages wird er am Morgen nicht ...

Barbara und Walter sind beide im Rentenalter. Bei Ihnen herrscht die klassische Rollenteilung, der Mann ist fürs Geldverdienen zuständig, die Frau für alles andere. Eines Tages wird er am Morgen nicht vom üblichen Kaffeeduft geweckt ,den natürlich seine Frau zubereitet hat,das macht ihn stutzig. Er findet sie, auf dem Boden liegend, im Badezimmer, von nun an ist sein Leben völlig auf den Kopf gestellt.Barbara ist schwer krank und verlässt kaum noch das Bett.Doch sie darf nicht sterben, wichtig ist, dass sie etwas ißt,das ist Walters Meinung. Er findet sich plötzlich in der Rolle des Hausmanns, des Pflegers und des besorgten Partners wieder.Mithilfe einer Bäckereiverkäuferin und eines bekannten Fernsehkochs entdeckt er völlig unbekannte Seiten an sich.

Meine Meinung:

Ich kenne die Autorin bereits aus verschiedenen Büchern, die alle eine Gemeinsamkeit haben, obwohl ihre Thematik völlig unterschiedlich ist.Die Protagonisten/ Protagonistinnen sind immer Menschen, die sich vermeintlich abseits der gesellschaftlichen Normen bewegen.
Mit sehr viel Humor (manchmal ist der ziemlich schwarz), nimmt sich die Autorin einem schwierigen Thema an.Obwohl der Hintergrund ziemlich ernst ist, schafft sie es hervorragend, es so zu verpacken, dass man immer wieder schmunzeln und teilweise laut lachen muss. Walters erste Kochversuche, sein Umgang mit dem Computer und einiges andere mehr trugen dazu bei. Ich habe mir das Buch von dem großartigen Thomas Anzenhofer vorlesen lassen,der genau den richtigen Tonfall getroffen hat.Es hat mir gut gefallen,lediglich den letzten Erzählstrang hätte es ,in meinen Augen,nicht gebraucht,außerdem fand ich das Ende zu abrupt.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Lili und Cord

Bei der Laterne woll'n wir stehen
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Lili und Cord waren beide blutjung, als sie sich in einander verlieben.Beide erscheinen mir ziemlich blauäugig und auch etwas weltfremd,wobei ich das mal ihrer Jugend zugutehalte.Für Cord existiert neben ...

Lili und Cord waren beide blutjung, als sie sich in einander verlieben.Beide erscheinen mir ziemlich blauäugig und auch etwas weltfremd,wobei ich das mal ihrer Jugend zugutehalte.Für Cord existiert neben Lili nur die Lyrik,diese wiederum träumt von einer großen Karriere als Sängerin. Gemeinsam reisen Sie für eine längere Zeit nach Paris, mich wundert, dass das bei einer unverheirateten 17-jährigen, zu diesem Zeitpunkt (1914)möglich war. Nach der Rückkehr entschließt sich Cord ,nach Gesprächen mit seinen Freunden quasi aus dem Stegreif,sich freiwillig an die Front zu melden.Seine Frage ,ob Lili auf ihn warten würde,wird von dieser kategorisch abgelehnt.

Meine Meinung:

Ich konnte mich aus den verschiedensten Gründen, nicht in die Geschichte hineindenken,beide Protagonisten blieben mir relativ fremd.Obwohl sie sich nicht vergessen konnten, unternahmen sie keinen ernsthaften Versuch für ein Wiedersehen.Lili versucht an den verschiedensten Orten ,ihren Karrieretraum zu verwirklichen,ihre Familie und auch ihre Freundin existieren nur am Rande. Eine relativ kleine Rolle spielte auch das Kriegsgeschehen und die damit verbundenen Einschränkungen. Ich habe nicht verstanden, wie Lili sich darüber sorgte, wie man mit den kleinen Lebensmittelnrationen überleben kann und kurz danach dann die Brotrinden an die Schwäne verfütterte.

Desweiteren gab es für mich keinen Zusammenhang zwischen der Geschichte und dem Lied ,außer den beiden Vornamen.

Es tut mir sehr leid ,ich kann leider nur 2 Sterne vergeben.

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