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Veröffentlicht am 11.08.2023

Kann man einen Suizid verhindern ?

Simone
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Zwanzig Jahre nach dem Selbstmord ihrer Freundin begibt sich die Autorin auf Spurensuche und lernt dabei einiges aus ihrer eigenen Vergangenheit neu kennen.
Kurz bevor Simone von einem Hochhaus in den ...

Zwanzig Jahre nach dem Selbstmord ihrer Freundin begibt sich die Autorin auf Spurensuche und lernt dabei einiges aus ihrer eigenen Vergangenheit neu kennen.
Kurz bevor Simone von einem Hochhaus in den Tod sprang, hatte sie begonnen, ihr Leben neu zu ordnen. Das hatte sie auch Freunden und Familie mitgeteilt, doch dann kommt alles anders.
Warum hat ihre Freundin ihr Leben auf diese Weise beendet? Diese Frage treibt die Autorin um und ich bewundere Ihren Mut, sich auf diese Weise mit dem Thema auseinanderzusetzen,was auch einen tiefen Einblick in ihre Vergangenheit bedeutet. Sie spricht mit Weggefährten, Familie, Freunden, aber auch Fachleuten über dieses Thema, was eigentlich immer in die Tabuecke gestellt wird. Auch Tagebuchaufzeichnungen zieht sie zu Rate,um Simones Leben zu durchleuchten.
Da Simone und Anja in der ehemaligen DDR aufgewachsen sind, gibt es auch viel Wissenswertes aus diesem Teil der Republik zu erfahren.
Was die Erzählweise anbelangt, bin ich etwas zwiegespalten. Manchmal kommt man den Protagonistinnen und den Menschen in ihrer Umgebung, ganz nahe, dann wieder wirkt der Schreibstil sehr distanziert auf mich.Ich kann mir jedoch vorstellen, dass die Autorin das zu ihrem eigenen Schutz so gehandhabt hat, um mit der psychischen Belastung, die so ein schwieriges Thema mit sich bringt,fertig zu werden.
Ich empfehle das Buch weiter und vergebe vier Sterne.

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Veröffentlicht am 09.08.2023

Freundschaft für immer

Was bleibt, wenn alles verschwindet
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Im Mittelpunkt des Buches stehen Susanne und Ruth,die seit vielen Jahren beste Freundinnen sind. Als Susanne an Demenz erkrankt, ist es vor allen Dingen Ruth,die sich liebevoll um sie kümmert , auch wenn ...

Im Mittelpunkt des Buches stehen Susanne und Ruth,die seit vielen Jahren beste Freundinnen sind. Als Susanne an Demenz erkrankt, ist es vor allen Dingen Ruth,die sich liebevoll um sie kümmert , auch wenn sie dadurch selbst an ihre psychischen Grenzen gerät. Man merkt dem Buch deutlich an, dass sich die Autorin mit diesem Thema intensiv auseinandergesetzt hat. Entweder hat sie selbst solche Fälle erlebt oder entsprechende Fachliteratur zu Rate gezogen.

Da es in meiner Familie auch einen Fall von Alzheimer gab, habe ich sehr viele Situationen, genau so, oder in ähnlicher Weise erlebt. Gerade der schleichende Prozess, in welchem die Betroffenen noch versuchen, es als leichte Vergesslichkeit abzu tun, beziehungsweise zu kaschieren,ist eine ganz typische Sache.

Auch wenn mich das Buch sehr betroffen gemacht hat,habe ich es gerne gelesen und empfehle es unbedIngt weiter.

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Veröffentlicht am 09.08.2023

Ein tolles Buch,angelehnt an eine wahre Geschichte

Alma und der Gesang der Wolken
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Klappentext:
1943: In den Wirren des Krieges wächst die Bäuerin Alma über sich hinaus. Als ihr Bruder Franz eingezogen wird, führt sie den Hof alleine weiter – unterstützt von dem französischen Kriegsgefangenen ...

Klappentext:
1943: In den Wirren des Krieges wächst die Bäuerin Alma über sich hinaus. Als ihr Bruder Franz eingezogen wird, führt sie den Hof alleine weiter – unterstützt von dem französischen Kriegsgefangenen Robert. Trotz aller Widerstände verlieben sich die beiden in einander. Alma wird schwanger und damit im Dorf noch mehr zur Außenseiterin. Als der Krieg vorbei ist, kehrt Robert nach Frankreich zurück. Alma führt ihren Hof auch allein durch die Nachkriegs Zeit – bis ihr Bruder heimkehrt und sie wieder in den Hintergrund drängt.Doch damit will sie sich nicht abfinden….

Meine Meinung:

Der Autor hat ein genaues Bild der damaligen Zeit gezeichnet. Die Menschen leben in Armut, die Beschaffung von den nötigsten Lebensmitteln ist eine tägliche Herausforderung, Kreativität ist gefordert. Alma schafft es mit Zähigkeit ,Fleiß und nicht zuletzt einem hervorragenden Geschäftssinn, sich und ihre Familie durchzubringen. Die Sorge um ihren Bruder ,von dem oft über lange Zeit keine Nachricht gibt und den bedrohlich näherrückenden Krieg ,bestimmen den Alltag.
Ich habe die Protagonistin von Anfang an in mein Herz geschlossen und bin ihren Erlebnissen mit atemloser Spannung gefolgt. Dass der Roman angelehnt an eine wahre Geschichte ist, macht ihn zu etwas besonderem. Ich kann das Buch, welches ich als Hörbuch genossen habe, sehr empfehlen und vergebe fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 06.08.2023

Gelungene Fortsetzung der Familiengeschichte

Zwischen den Sommern
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Klappentext:

Als Klara mit über 90 Jahren stirbt, entdeckt ihre Enkelin Isabell in ihrem Haus einen Karton mit Tonbandkassetten, auf die ihre Großmutter kurz vor ihrem Tod ihre Lebenserinnerungen aufgesprochen ...

Klappentext:

Als Klara mit über 90 Jahren stirbt, entdeckt ihre Enkelin Isabell in ihrem Haus einen Karton mit Tonbandkassetten, auf die ihre Großmutter kurz vor ihrem Tod ihre Lebenserinnerungen aufgesprochen hat. Isabell taucht in den Aufnahmen ein ins nationalsozialistische Deutschland, wo Klara in dem kleinen Ort Sandersleben ein linientreues Frauenbildungsheim leitet. Als der Krieg ausbricht und Gustav, ihre große Liebe, an die Front zieht , droht ihre scheinbar idyllische Welt zu zerbrechen. Isabell begegnet einer Frau, die, zerrissen zwischen Anpassung und Abneigung gegen das Regime, versucht, einen Weg durch das dritte Reich zu finden – und ihr dadurch Nachbar und zugleich fremder erscheint. Was hat es mit dem kleinen jüdischen Mädchen auf sich ,dass Clara als ihre eigene Tochter ausgegeben hat und dass dennoch verlorenging?

„Zwischen den Sommern“ ist nach „Die karierten Mädchen“ der zweite Band der Heimkehr – Trilogie, die vom Ende der zwanziger bis in die sechziger Jahre reicht. Sie ist inspiriert von den Erinnerungen von Alexa Hennig von Langes Großmutter, die diese im hohen Alter auf mehr als 130 Tonbandkassetten aufgenommen hat.

Meine Meinung:

Ich habe bereits den ersten Band gelesen,hatte damals aber teilweise nicht so einen guten Zugang zu der Geschichte gefunden, weil ich den Schreibstil als etwas distanziert empfand. In diesem Buch bin ich viel vertrauter mit den Personen geworden.

Erneut wird die Geschichte in zwei Zeitabschnitten (Vergangenheit und Gegenwart) erzählt. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, den Zwiespalt von Klara ,die anfangs dem Hitlerregime nicht völlig abgeneigt war,was sich aber Stück für Stück ins Gegenteil verkehrte,darzustellen.Man vermag sich heute kaum vorzustellen, wie schwierig es gewesen sein muss, mit seiner Meinung hinterm Berg zu halten und nach außen hin,mit dem Strom zu schwimmen.Die Sorge um Tolla gepaart mit der Frage ,ob sie damals die richtige Entscheidung getroffen hat ,konnte ich sehr gut nachvollziehen.

Auch das quasi Neukennenlernen der Mutter/ Großmutter,nach dem Hören der Kassetten,kam sehr gut zum Ausdruck.

Ich fand es sehr schade,dass Klaras Familie erst nach ihrem Tod so viele wichtige Dinge aus ihrem Leben erfahren hat.

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Veröffentlicht am 05.08.2023

Ein neuer Fall für Katharina von Hagemann

Heideangst
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Katharina von Hagemann tritt nach ihrem Mutterschutz den ersten Arbeitstag in der Polizeidirektion Lüneburg an. gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Bene ,der gleichzeitig der Zwillingsbruder ihres Vorgesetzten ...

Katharina von Hagemann tritt nach ihrem Mutterschutz den ersten Arbeitstag in der Polizeidirektion Lüneburg an. gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Bene ,der gleichzeitig der Zwillingsbruder ihres Vorgesetzten ist,haben sie die die Entscheidung getroffen, dass er sich um die kleine Tochter Mathilda kümmert, während Katharina wieder in den Job einsteigen.

Das Team ist gerade mit einem brisanten Mordfall beschäftigt,in welchen die Kinder des Opfers involviert sind. Mittendrin macht sich Katharina Sorgen um ihre Hebamme und Freundin Alina, die plötzlich nicht erreichbar ist.Was zuerst nach einem privaten Notfall aussieht, entwickelt sich schon bald die These, dass hier ein Verbrechen vorliegt.

Meine Meinung:

Es war für mich der erste Fall mit dieser Kommissarin und ihrem Team, ich fand mich aber ohne Probleme dort zurecht.Es sind einige aktuelle Themen, wie häusliche Gewalt, Missbrauch, aber auch Stalking der übelsten Sorte involviert. Besonders interessant fand ich es, dass man auch in die Vergangenheit der Täter blicken konnte und es war kaum vorstellbar, was durch frühkindliche Erfahrungen in einem menschlichen Hirn entstehen kann.

Da mir das Buch sehr gut gefallen hat (ich habe es mir von der tollen Sprecherin Svenja Page vorlesen lassen)werde ich die Autorin,bezüglich neuer Fälle im Blick behalten.

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