Profilbild von Lesehexe1

Lesehexe1

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Lesehexe1 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lesehexe1 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2025

Spannend. Britisch. Sehr gut konstruiert.

Tod zur Teestunde
0

Obwohl Susan Ryeland in "Tod zur Teestunde" schon in ihrem dritten Fall ermittelt, und ich die Vorgängerbände nicht kenne, habe ich schnell in die Handlung hineingefunden. Susan Ryeland arbeitet als Lektorin ...

Obwohl Susan Ryeland in "Tod zur Teestunde" schon in ihrem dritten Fall ermittelt, und ich die Vorgängerbände nicht kenne, habe ich schnell in die Handlung hineingefunden. Susan Ryeland arbeitet als Lektorin für einen Londoner Verlag. Nach ihrer gescheiterten Beziehung, bricht sie ihre Zelte auf Kreta ab und kehrt dem Hotelbetrieb ihres Mannes den Rücken. Zurück in London darf sie direkt an einem neuen Manuskript arbeiten. Pünds letzter Fall. Bald findet Susan heraus, dass Autor Eliot Grace seine eigene Vergangenheit und den Tod seiner Großmutter darin verarbeitet. Während der Arbeit mit ihm, verhält er sich Susan gegenüber immer merkwürdiger. Als er bei einem Autounfall getötet und Susan selbst zur Hauptverdächtigen wird, bleibt ihr fast nichts anderes übrig, als selbst zu ermitteln.

Dieses Buch im Buch ist sehr geschickt miteinander verknüpft. Autor Anthony Horowitz schafft es mit seinem britisch feinfühligen Schreibstil eine Atmosphäre zu erschaffen, die an die Romane von Agatha Christie erinnert. Beide Fälle, die hier erzählt werden, sind klug konstruiert, elegant umgesetzt, dabei spannend und zudem verzwickt. Die Figuren sind lebensecht und charakterstark gezeichnet. Das Cover mit dem bunten Kolibri, der seine Flügel elegant vor dem herrschaftlichen Landsitz schwingen lässt, besticht durch schlichte Eleganz und passt genau wie der Titel genial zur britischen Handlung.

Fazit: "Tod zur Teestunde" ist ein gut konstruierter und spannender Kriminalroman. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Für Fans klassischer britischer Kriminalgeschichten im Whodunit-Stil sehr zu empfehlen.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.10.2025

Lebendiger Cosykrimi mit Campingsetting

Entführung im Himmelreich
0

Auch der zweite Cosykrimi von Andreas Winkelmann mit dem Titel "Entführung im Himmelreich" hat mir sehr gut gefallen. Worum geht es? Dauercamper und Ex-Schauspieler Björn Kupernikus wird erneut in ein ...

Auch der zweite Cosykrimi von Andreas Winkelmann mit dem Titel "Entführung im Himmelreich" hat mir sehr gut gefallen. Worum geht es? Dauercamper und Ex-Schauspieler Björn Kupernikus wird erneut in ein Verbrechen hineingezogen. Der Bäcker von Caputh ist spurlos verschwunden, auf einem Hausboot wird eingebrochen und dann gibt es auch noch einen Toten in der Bäckerei. Da Kupernikus während seiner beruflichen Laufbahn nie den Tatort-Kommissar spielen durfte, was er aber so gerne getan hätte, ist sein kriminalistischer Spürsinn hier sofort wieder erwacht. Gemeinsam mit seiner guten Bekannten Annabell und seinem Hund Pinguin liefert er sich mit dem ermittelnden Kommissar Fass ein Ermittlungsrennen.

Aufgebaut ist der Roman fast wie ein Drehbuch. Die Settings ändern sich, auch die erzählenden Figuren. Das bringt Schwung in die Story und lässt keine Langeweile aufkommen. Die Figuren sind sehr authentisch beschrieben und handeln auch so. Man hat als Leser immer sofort ein gutes Bild vor Augen. Auch die Campingplatzatmosphäre an sich ist sehr lebendig und glaubhaft dargestellt. Entgegen meinem Eindruck in den Thrillern von Andreas Winkelmann lässt die Spannung hier vielleicht etwas zu wünschen übrig, was dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tut. Man wird locker und flockig von einem Kapitel zum nächsten getrieben und bekommt dabei oft das Grinsen nicht aus dem Gesicht.

Das Cover ist angelehnt an den ersten Band "Mord im Himmelreich" und gefällt mir wieder sehr gut. Es überträgt die luftige und entspannte Campingatmosphäre und lässt einen vom Urlaub träumen. Mir hat dieser Krimi sehr gut gefallen und ich würde mich freuen, mehr von Kupernikus und Annabel lesen zu dürfen. Klare Leseempfehlung mit 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.09.2025

Wow! Ein Thriller mit Tiefgang

Love, Mom
0

Das Cover des Buches "Love, mom" von der Autorin Iliana Xander hatte mich auf Anhieb fasziniert, aber erst auf den zweiten Blick habe ich das Buch als Thriller identifiziert. Die Aufmachung mit dem pinkfarbigen ...

Das Cover des Buches "Love, mom" von der Autorin Iliana Xander hatte mich auf Anhieb fasziniert, aber erst auf den zweiten Blick habe ich das Buch als Thriller identifiziert. Die Aufmachung mit dem pinkfarbigen Brief und dem schwarzen Farbschnitt mit dem Spruch "Kennst du ihr Geheimnis?" hat mich neugierig gemacht und ... Wow! ... ich hätte tatsächlich etwas verpasst, hätte ich dieses Buch nicht gelesen.

Der erste Teil wird erzählt aus der Sichtweise von Mackenzie Casper. Hier entwickelt sich die Beerdigung ihrer berühmten Mutter Elizabeth Casper zu einer Geschichte, die das gesamte Leben der Anfang 20-jährigen Mackenzie auf den Kopf stellt. E.V. Renge war das Pseudonym der gefeierten Autorin, deren düstere Thriller bis in die dunkelsten Winkel der menschlichen Seele vordringen. Nach der Beisetzung der Mutter findet Mackenzie einen Brief aus dem Tagebuch ihrer Mutter, deponiert in ihrem Auto. Als weitere Briefe folgen, deckt Mackenzie eine Lebenslüge der Sonderklasse auf, sie enttarnt eine unfassbare Intrige und kommt einem Verbrechen aus der Vergangenheit auf die Spur.

Bei dieser packenden Geschichte hat mir besonders der flüssige Schreibstil der Autorin gefallen, der unterhaltsam, bildhaft und niemals langweilig ist. Die Figuren sind sehr detailreich und gut gezeichnet. Jede davon mit ihren besonderen Zügen, Eigenheiten und einem individuellen Charakter. Alle Charaktere wirken lebendig und sind gut vorstellbar.

Der Thriller ist in drei Teile aufgebaut. In Teil 2 erfährt man aus der Sicht von Ben, also Mackenzies Vater und Tonya, seiner Geliebten, was in der Vergangenheit passiert ist. In Teil 3 fügt Mackenzie die Puzzelteile, die ihr Leben bestimmten, zueinander, wobei es viele unerwartete Wendungen in der Geschichte gibt.

Mich hat dieser Thriller von der ersten bis zur letzten Seite in Atem gehalten. Der Plot ist gut durchdacht und die Auflösung der Geschichte ist gut nachvollziehbar. Der Spannungsbogen wurde sehr geschickt gelegt und ich konnte das Buch stets nur widerwillig aus den Händen legen, was mir nicht oft passiert. Von mir also eine klare Leseempfehlung mit absolut verdienten 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.08.2025

Ein Thriller, der unter die Haut geht

Dunkle Sühne
0

"Dunkle Sühne" von Karin Slaughter ist ein Thriller, der mich wirklich sehr gepackt hat. In der fiktiven Stadt Northfalls verschwinden zwei Teenager im Alter von 15 Jahren. Deputy Emmy Clifton übernimmt ...

"Dunkle Sühne" von Karin Slaughter ist ein Thriller, der mich wirklich sehr gepackt hat. In der fiktiven Stadt Northfalls verschwinden zwei Teenager im Alter von 15 Jahren. Deputy Emmy Clifton übernimmt die Ermittlungen gemeinsam mit ihrem Vater, der Sherif der Kleinstadt ist. Im ersten Teil des Buches liegt die Spannung vor allem darin, dass die statistische Hoffnung, die beiden noch lebend zu finden, mit jeder Stunde schwindet. Die Ermittler rennen gegen die Zeit an, befragen Verdächtige und wieder und wieder wird der Leser auf eine falsche Fährte geführt. Zum Ende des ersten Teils wird ein Täter gefasst, dann geht es zwölf Jahre später weiter in der Handlung. Der einstige Täter muss freigelassen werden, weil er plötzlich ein glaubhaftes Alibi hat. Und prompt verschwindet erneut ein Mädchen. Ist die Polizei völlig auf dem Holzweg? Hat sie einen Mörder freigelassen? Oder ist alles doch ganz anders?

Karin Slaughter versteht es, einen spannenden Plot detailreich umzusetzen. Das Thema könnte nicht brisanter sein, denn behandelt es doch die Widerwärtigkeit von Sexualstraftaten an Minderjährigen. Setting ist ein kleiner Ort, an dem die Clifton-Familie das Sagen hat. Die Verwandtschaft ist breit gestreut, viele davon amtieren in wichtigen Positionen, jeder kennt jeden und das seit Generationen. Das wird sehr gut beschrieben, obwohl ich bei den vielen Figuren manchmal nicht sofort wusste, um wen es sich jetzt handelt. Man findet sich aber schnell wieder zurecht.

Die Hauptfigur Emmy Clifton hat mit total überzeugt. Gerade durch ihre persönliche Befangenheit, da sie eines der ersten Opfer gut kennt, handelt sie manchmal sehr emotional. Sie hat Ecken und Kanten, die sie sehr sympathisch wirken lassen. Dennoch nimmt man ihr die Courage, sich in einer Männerdomäne behaupten zu können, sofort ab. Auch die anderen Figuren sind gut und lebendig beschrieben.

Der Schreibstil ist manchmal etwas ausschweifend, war für mich aber nie langweilig, weil sehr flüssig zu lesen. Man konnte sich die verschiedenen Szenen, Settings und Personen mit ihren Gefühlen und Lastern sehr gut vorstellen.

Im Ganzen hat mir "Dunkle Sühne" ausgesprochen gut gefallen, weil es Karin Slaughter gelungen ist, ein brisantes Thema spannend und realitätsnah in einen Thriller zu verpacken. Viele unvorhersehbare Wendungen haben mich bis zum Schluss rätseln lassen, wer hinter den Verbrechen steckt. Der Spannungsbogen war sehr gut gelegt, und auch die Passagen, in denen es eher um das Privatleben der Hauptfigur ging, ließen keine Langeweile aufkommen.

Der Serienstart für Emmy Clifton ist meiner Meinung nach hervorragend gelungen und man darf sehr gespannt auf weitere Fälle von ihr und ihrem Team sein. Von mir eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.07.2025

Knifflig und megaspannend

Ihr werdet sie nicht finden
0

Der Titel "Ihr werdet sie nicht finden" von Andreas Winkelmann ist ein sehr spannender und verzwickter Psychothriller. Das verschwommene Cover auf grünem Hintergrund, das vermutlich die verschwundene Isabell ...

Der Titel "Ihr werdet sie nicht finden" von Andreas Winkelmann ist ein sehr spannender und verzwickter Psychothriller. Das verschwommene Cover auf grünem Hintergrund, das vermutlich die verschwundene Isabell zeigen soll, finde ich sehr gelungen. Jonas Waider ist ein ehemaliger Polizist und Vater einer Tochter, die vor sieben Jahren verschwand. Er hat damals den mutmaßlichen Täter zur Rechenschaft gezogen und dafür bis vor kurzem im Gefängnis gesessen. Doch durch die Arbeit der Detektivin Franka, die ebenfalls nach einer Vermissten sucht, kommen ihm Zweifel, ob er damals wirklich den richtigen Täter im Visier hatte. Beide Vermisstenfälle kreuzen sich, alles scheint miteinander in Verbindung zu stehen. Nach und nach decken Franka und Jonas die Zusammenhänge auf.

Andreas Winkelmann gelingt es hervorragend, seine Leserinnen und Leser auf viele falsche Fährten zu locken. Das Zusammenspiel zwischen Franka und Jonas ist sehr gut inszeniert. Die Figuren sind lebensecht gezeichnet. Ein flüssiger und bildhafter Schreibstil rundet meine durchweg positiven Eindrücke ab. Die einzige Frage, die mir am Ende bleibt ist: Soll dies tatsächlich ein Stand-Alone-Thriller sein oder darf man sich vielleicht doch auf weitere Fälle des Ex-Polizisten Jonas und der Privatdetektivin Franka freuen? Die Figuren hätten es verdient!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere