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Veröffentlicht am 15.09.2024

Zwischen Wunsch und Familie

Bloom
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Bloom

In dieser Graphic Novelle von Kevin Panetta und Savanna Ganucheau geht es um den jungen Erwachsenen Ari.

Seine Zeit an der Highschool ist fast zu Ende. Ari lebt mit seiner Familie in einer Kleinstadt. ...

Bloom

In dieser Graphic Novelle von Kevin Panetta und Savanna Ganucheau geht es um den jungen Erwachsenen Ari.

Seine Zeit an der Highschool ist fast zu Ende. Ari lebt mit seiner Familie in einer Kleinstadt. Dies möchte er ändern und gemeinsam mit seinen Freunden in die Großstadt ziehen. Sie wollen dort als Band erfolgreich werden. Allerdings gibt es da vorher noch ein Problem, um das Ari sich kümmern muss. Seine Familie hat eine Bäckerei. Dort wird Ari als Mitarbeiter benötigt. Sein Vater wird ihn nur gehen lassen, wenn Ari einen würdigen Nachfolger findet.

Damit kommt Hector ins Spiel. Dieser ist neu in der Stadt. Er ist gerade dabei, das Haus seiner verstorbenen Nana herzurichten. Als er die Suchaushänge liest, die Ari ausgehängt hat, bewirbt er sich. Denn Backen mochte er schon immer gern. Dass er dafür ein Talent hat, wird schnell klar beim Probearbeiten. Ari lernt ihn immer mehr an. Dabei wird Ari daran erinnert, wie viel Spaß er damals mit seinem Vater in der Bäckerei hatte.

Ari und Hector werden immer mehr zu Freunden. Doch aus einem unbekannten Grund hängt da noch etwas anderes zwischen ihnen in der Luft. Es knistert beim gemeinsamen Backen etwas. Was wird nun aus Aris Plan, mit seinen Freunden in die Großstadt zu ziehen?

Außerdem geschieht etwas, dass dies zart entstandene Band der beiden zu zerreißen droht.

Meine Meinung zum Buch:

Mir hat diese Grafiknovelle sehr gut gefallen. Man merkt, wie sehr Ari zerrissen ist, ein Leben in der Großstadt führen zu wollen, aber auch seine Familie nicht hängen lassen möchte. Dann lernt man als Leser*in noch seine und die Freunde von Hector etwas kennen. Das macht die Geschichte noch vielschichtiger.

Die entstehenden Gefühle der beiden sind schön dargestellt. Aber auch die Beziehungen der beiden zu anderen Personen. Ich möchte hier ja nicht spoilern.

Mich hat diese Geschichte wirklich begeistert. Ich kann sie jedem empfehlen, der die Heartstopper Reihe mochte :)



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Veröffentlicht am 12.08.2024

Mehr als nur ein Liebesroman !

Nach Flirt empört Ein Kein-Liebesroman
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Nach Flirt empört von Inga Dedekind

Nora ist 25 und steht kurz vor dem Abschluss ihres Studiums. Noch lebt sie in einer WG mit ihrer Freundin Sophie. Geplant ist eine Reise mit ihrer Fernbeziehung Patrick, ...

Nach Flirt empört von Inga Dedekind

Nora ist 25 und steht kurz vor dem Abschluss ihres Studiums. Noch lebt sie in einer WG mit ihrer Freundin Sophie. Geplant ist eine Reise mit ihrer Fernbeziehung Patrick, die nun nach 6 Jahren ein Ende haben wird. Es soll erst einmal für ein halbes Jahr durch Europa gehen. Danach möchten sie zusammenziehen und Nora ihr Grundschulreferendariat beginnen.
Allerdings kommt es anders als geplant. Denn Patrick macht Schluss mit ihr. Er hat sich in eine andere verliebt.
Anstatt in ein tiefes Loch zu fallen, versucht Noras das Beste daraus zu machen und fliegt zu ihren Eltern, die vor einigen Jahren nach Spanien ausgewandert sind. Nora nimmt sich vor, sich jetzt zunächst auf ihren Abschluss, die Europareise und ihr Referendariat, zu konzentrieren. Männer sollen ihr so schnell nicht im Wege stehen. Als sie zurückkommt, wird sie fröhlich von ihrer Freundin Sophie empfangen. Diese überredet sie dazu, am Valentinstag zur Semesterparty mitzukommen.
Nora hat wirklich Spaß an diesem Abend. Sie tanzt ausgelassen und lässt sich sogar für ihre persönlichen Verhältnisse zu einigen Drinks mehr einladen. Denn ausgerechnet der schöne Valentin, der sie sonst nie beachtet hat, zollt ihr an diesem Abend sehr viel Beachtung.
Am nächsten Morgen wacht Nora auf. Nicht in ihrem eigenen Bett. Dazu nackt!
Was geschehen ist, kann sie nur erahnen. Panisch flüchtet sie aus der Wohnung, denn derjenige, mit dem sie, was auch immer in der Nacht gemacht hat, duscht gerade im Bad.
Da ist nur noch eine Sache im Raum. Nora hat nach der Trennung mit Patrick die Pille abgesetzt. Da sie sich an so gut wie nichts erinnert, was in dieser Nacht geschehen ist, rät ihre Frauenärztin in den Tagen um ihre anstehende Periode doch mal einen Schwangerschaftstest zu machen.
Wie es in Noras Leben weitergeht, das könnt ihr jetzt selbst herausfinden, wenn ich euch neugierig gemacht haben sollte.
Meine Meinung zum Buch:
Die Autorin Inga Dedekind bezeichnet ihren Roman im Klappentext selbst als einen zeitgenössischen Frauenroman / Entwicklungsroman mit Humor, Gefühl, Spannung und Drama über Liebe. Liebeskummer, Freundschaft, Beziehungen, Eigenständigkeit, gesunden Egoismus und überraschende Lebenspläne.
Dies hätte ich nicht besser so zusammen fassen können. Es ist definitiv keine Liebesschnulze.
Beim Lesen des Romans war ich immer wieder im Austausch mit der Autorin. Sie ist eine sehr sympathische Frau und es war toll zu lesen, was sie zu meinen Randbemerkungen sagt. Hier also noch ein ganz liebes Dankeschön, liebe Inga, dass ich diesen Roman lesen und rezensieren dürfte!
Inga Dedekind schreibt erfrischend leicht, mit einer tollen Prise Humor dabei. Ich musste bei so vielen Textpassagen schmunzeln!
Als Leserin tauchen wir in das Leben von Nora als Hauptfigur ein. Aber auch ein wenig in das ihrer Mitbewohnerin Sophie.
Ich mochte den Schreibstil beim Lesen sehr, da die Autorin einen als Leser
in auch immer wieder die Gedanken der Nebenfiguren erfahren lässt. So erhält man noch einen ganz anderen Blickwinkel auf vieles. Dies hat sie aber so toll geschrieben, dass es beim Lesen einfach in die Handlung eingefädelt wird. Es stört nicht im Lesefluss.
Mein persönlicher Lieblingscharakter in dem Roman waren Noras Eltern. Besonders ihr Vater Lothar. Weil er mich ein wenig an meinen erinnert hat und eine ganz eigene Art und Weise an sich hat.
Die Telefonate, mit den beiden haben mich immer wieder zum Lachen gebracht.
Ich mag Romane sehr, die meine eigentliche These, wie was ausgehen könnte, am Ende über den Haufen werfen. So war es bei diesem.
Die Kapitelüberschriften sind in diesem Fall nicht Texte. Es sind Daten. Wie in einem Tagebuch. So kann man nachvollziehen, wie viel Zeit von einem zum nächsten Kapitel vergangen ist. Das fand ich auch sehr hilfreich.
Ich kann diesen Roman wirklich jedem weiterempfehlen, dem diese Rezension gefallen hat.
Wenn ihr euch dennoch unschlüssig seid, dann schaut doch gerne auf dem Instagram-Kanal von Inga vorbei.



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Veröffentlicht am 06.06.2024

Corona. In Zeiten des Wahnsinns

Da fällt mir ja glatt das Stäbchen aus der Nase! 100 Kurzfakten in Zeiten von Corona
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Unbezahlte Werbung/Rezensionsexemplar

Die Autorin dieses Buches ist Domenique Bitterli. Sie hat wie viele andere von uns die Zeit der Corona-Pandemie von 2020 bis 2022 miterlebt. In dieser Zeit erblickte ...

Unbezahlte Werbung/Rezensionsexemplar

Die Autorin dieses Buches ist Domenique Bitterli. Sie hat wie viele andere von uns die Zeit der Corona-Pandemie von 2020 bis 2022 miterlebt. In dieser Zeit erblickte ihr Kind das Licht der Welt. So schildert sie diese Zeit auch als damals schwangere Mutter und Gebärende im Krankenhaus.
Sie liefert aber auch Fakten über die verschiedenen Impfstoffe und Skurrilitäten, die in dieser Zeit aufgetreten sind.

Meine Meinung über das Buch:
Als Altenpflegerin war der Beginn der Corona-Pandemie für meinen Mann und mich, der in der gleichen Einrichtung wie ich arbeitet, ein neues Level an Herausforderung. Die erste Welle der Pandemie schlug voll zu. Als Altenpfleger gingen wir wie alle Kolleginnen im Pflegebereich an vielen Tagen hart an unsere Grenzen. Als wir beide fast zeitgleich erkrankten, war der übrig gebliebene Großteil, der noch arbeiten konnte, die Zeitarbeiter. Tägliche Schnelltests an uns und den Bewohnerinnen zählten also zum Alltag.
Vom Arbeitgeber gab es extra Scheine zum Vorzeigen, sollten wir nach der Sperrzeit mit dem Auto angehalten werden.
Als die Impfung herauskam, war ich als Asthmatikerin einfach nur froh. Denn wahrscheinlich wäre ich ohne diese nicht so glimpflich mit der ersten Erkrankung davongekommen.
Dennoch fand auch ich manche Vorschriften etwas skurril. Als würde im Restaurant der Virus aufhören zu existieren, wenn man sich am Tisch niederlässt.

Ich kann das Buch wirklich weiterempfehlen. Es ist interessant für jeden, der diese Zeit nicht mitgemacht hat. Aber auch für alle als Erinnerung, wie es war und hoffentlich nicht noch einmal kommen wird.

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Veröffentlicht am 25.05.2024

Rosa fliegende elefanten und viel mehr

Wir sehen die fliegenden rosa Elefanten
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Eine der beiden Hauptcharaktere in diesem Buch ist Ida. Sie ist 17 Jahre alt und geht in die elfte Klasse der höheren Berufsschule, um eine Ausbildung zur Erzieherin zu machen.
Gleich am Anfang des Buches ...

Eine der beiden Hauptcharaktere in diesem Buch ist Ida. Sie ist 17 Jahre alt und geht in die elfte Klasse der höheren Berufsschule, um eine Ausbildung zur Erzieherin zu machen.
Gleich am Anfang des Buches werden wird man als Leser*in in Idas Leben katapultiert. Denn sie hat eine schlimme Panikattacke.
Täglich versucht sie, ihren Schulalltag zu meistern. Viele Freunde hat sie nicht. Da gibt es Kathi, die in letzter Zeit mehr damit beschäftigt ist, bei ihrem Schwarm Jan zu landen. Dabei scheint sie Idas Ängste völlig zu verharmlosen und bringt sie immer wieder in Situationen, die Ida nicht guttun. So kommt es auch, dass Ida sich nun bei Jan entschuldigen muss. Da sie ihm bei einem geplanten Date bei Kathi zu Hause aus Versehen mit einem Baseballschläger eine verpasst hatte. Aber wer konnte schon ahnen, dass er sich über die angelehnte Terrassentür selbst hineinlässt, nur, weil das Klingeln wegen eines Staubsaugers nicht sofort zu hören war?
Ida wird von Jan und seinen Freunden ziemlich fertig gemacht. Man merkt sofort, dass sie arrogante Mistkerle sind. Die Entschuldigung läuft vollkommen schief.
Wie gut, dass es da noch Linda gibt. Diese hat immer ein aufmunterndes Wort für Ida und versucht sie und ihre Ängste zu verstehen.
In einem gedankenverlorenen Moment wird sie von einem Jungen angesprochen, der von ihrer Aktion mit dem Baseballschläger beeindruckt ist.
Ida kennt ihn nicht. Als ihre Freundinnen sie sehen und rufen, ist er im nächsten Moment weg und man bekommt erst in einer anderen Szene mit, wie er sich mit Jan prügelt. Ida möchte sich einmischen, wird aber von Linda zurückgehalten. Sie erfährt so aber, wie der geheimnisvolle Junge heißt. Ben. Er und Jan scheinen sich nicht ausstehen zu können und Ida fragt sich, was genau hinter einer Andeutung von Jan gegenüber Ben steckt. Sie möchte Ben aus einem unbekannten Grund trösten, da dieser plötzlich sehr nachdenklich ist. Doch sie wird schroff abgewimmelt.

In den nächsten Wochen vermehren sich Idas Panikattacken immer mehr und sie kann einfach nicht mehr. Ihre Kräfte sind am Ende. Denn Idas Diagnose lautet generalisierte Angststörung. Diese hat sie schon mit Anfang 13 bekommen.
Idas Psychiaterin möchte sie besser medikamentös einstellen, damit Ida vielleicht doch die Möglichkeit hat, ihre Ausbildung zu einem anderen Zeitpunkt weiterzumachen. Doch dies geht erst ab 18. Es gilt bis dahin 3 Monate zu überbrücken. So kommt Fr. Buschbaum auf die Idee ,dass Ida für die Zeit in das Haus Margarete gehen könnte. Es ist ein Wohnheim in Hamburg mit einer Tagesklinik für Jugendliche, die entweder psychische Probleme haben ,oder aber Probleme zu Hause und dort einen Zufluchtsort erhalten. Mit Therapiegruppen und anderen Aktivitäten soll Ida dort geholfen werden, mehr Selbstvertrauen zu erhalten.
Gleich am ersten Tag trifft Ida dort auf Ben! Es stellt sich heraus, dass er einer der Jugendlichen ist, die dort wohnen. Ben ist impulsiv und er scheint nichts von dem ernst zu nehmen, was die Therapeuten dort vermitteln wollen. In den Gruppentherapien gibt er spöttische Antworten oder sagt nichts. Ida hingegen lebt sich immer mehr dort ein und findet in Herrn Wilbert als Psychologen einen guten Ansprechpartner.
Ida reicht Bens Verhalten eines Tages und sie geigt ihm die Meinung. Beide sind davon überrascht. Bei Ben schafft Ida es, mutiger zu sein. Ja, sogar all das, was ihr sonst nur im Kopf für Antworten einfallen, auszusprechen, wenn sie sauer ist oder sarkastische Antworten geben will.
Die beiden erleben in den Gruppenausflügen immer mehr zusammen. Nicht nur Positives. Ben kommt auf eine Idee. Er will Ida mit einer Liste an Aufgaben helfen, mutiger zu werden. Denn das bewundert sie besonders an ihm. Er scheint immer eine schlagkräftige Antwort zu haben und sich vor nichts zu fürchten. Ben liebt Schokolade. Also möchte er diese als Bezahlung von ihr.
Zuerst scheinen Bens Aufgaben der Liste eher eine Schikane zu sein. Doch allmählich helfen sie Ida wirklich, über sich hinauszuwachsen.
Ben hat ein großes Problem damit, Menschen zu vertrauen und sie ernsthaft an sicher heranzulassen. Das merkt Ida mit der Zeit. Sie möchte ihm auch helfen und entwickelt ebenfalls eine Liste mit Aufgaben für ihn. Zunächst ist Ben skeptisch, ob Ida schon so weit ist, nicht nur sich, sondern auch anderen zu helfen. Doch probieren kann man es ja.
Sowohl Ben als auch Ida werden in diesen 3 Monaten immer wieder mit ihren Ängsten konfrontiert und wachsen dabei. Beide merken, dass neben der Freundschaft ein anderes Gefühl in ihnen zu keimen beginnt. Ein hauchfeines Band mit Gefühlen.
Doch Ben wird plötzlich sowohl mit Problemen der Vergangenheit als auch der Gegenwart stark an seine Grenzen getrieben und fällt zurück in sein altes Verhalten. Er stößt Ida, die für ihn da sein möchte, zurück und verletzt sie damit.
Ob Ida trotz seines Verhaltens einen zweiten Versuch startet, Ben zu helfen und die beiden ihren Weg finden, müsst ihr selbst herausfinden. Es lohnt sich!
Aber haltet eine große Packung Taschentücher bereit. Ihr werdet sie benötigen!

Meine Meinung zum Buch:

Die Autorin Alisa Schiel hat es in diesem Buch geschafft, mir als Leserin Idas Gefühle und Gedanken näherzubringen und all das, was ihre Erkrankung betrifft, als Außenstehende greifbarer zu machen.
Dies hat sie mit Tagebucheinträgen und genauen Beschreibungen von Panikattacken so in das Buch eingebracht, dass es dennoch nicht zu viel auf einmal war.
Denn durch den Schreibstil der Autorin werden ernste Themen vermischt mit schönen, Mut gebenden und manchmal auch lustigen Ereignissen der Protagonisten.
Hinzu kommen einige Illustrationen zu verschiedenen Szenen.
Ich mochte die Entwicklung von Ben und Ida, die es im Buch gab.
Jemand in meinem engsten Familienkreis leidet seit über 10 Jahren an einer Depression mit Panikattacken und Angststörungen. Ich selbst hatte einmal in meinem Leben eine leichte Panikattacke.
Menschen mit psychischen Erkrankungen werden leider immer noch in der Gesellschaft oft nicht ernst genommen. Denn schließlich ist es kein körperliches Gebrechen wie ein gebrochenes Bein, das jeder sehen kann. Eine psychische Erkrankung kann viele Gesichter haben. Es kann jemand vor die stehen und dich anlächeln, aber in ihm drin tobt ein Sturm aus Angst. Viele trauen sich nicht, offen mit ihrer Erkrankung umzugehen. Aus Angst, belächelt zu werden. Sätze wie „Ach komm, stell dich nicht so an. Jeder hat mal einen schlechten Tag“ hören zu müssen.
Andere wissen vielleicht gar nicht, was genau mit ihnen los ist. Weil sie sich selbst nicht eingestehen wollen, Hilfe zu benötigen.
Für Angehörige und Freunde ist es aber auch nicht immer leicht zu verstehen, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Nicht jeder Betroffene ist imstande zu erklären, was in ihm gerade z. B. diese Angst auslöst.
Da die Autorin selbst eine psychische Erkrankung hat, gibt sie im Buch auch Ratschläge für Angehörige und Freunde. Sie erzählt am Ende des Buches ihre eigene Geschichte.
Sie möchte mit diesem Buch auf das Tabuthema aufmerksam machen, aber auch selbst Betroffenen und ihren Bezugspersonen Mut machen und helfen.
Das ist ihr meiner Meinung nach mit diesem Buch hervorragend gelungen.
Ich habe viel aus diesem Buch mitgenommen. Auch wenn ich es immer wieder nach einigen Kapiteln aus der Hand legen musste, weil ich gerade wieder Tränen wegzuwischen hatte.
Außerdem hatte ich einen sehr schönen Chat mit Alisa . Schaut doch gerne auf ihrem Instagram Profil vorbei. Dort seht ihr auch einige Illustrationen aus dem Buch ;)
Ich spreche eine ganz klare Leseempfehlung aus, für Jugendliche und Erwachsene dieses Buch zu lesen.
Aber bitte lest euch zuerst die Triggerwarnung durch, die ganz am Anfang steht. Das ist enorm wichtig bei diesem Buch!


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Veröffentlicht am 16.04.2024

Ein Sommerbuch der besonderen Art

The Summer of Lost Letters
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Eine der Hauptfiguren dieses Romans ist Abby. Sie ist 17 Jahre alt und lebt mit ihren Eltern in Massachusetts.
Ihre Oma ist vor einiger Zeit verstorben und nun schickt das Altenheim einige Dokumente, ...



Eine der Hauptfiguren dieses Romans ist Abby. Sie ist 17 Jahre alt und lebt mit ihren Eltern in Massachusetts.
Ihre Oma ist vor einiger Zeit verstorben und nun schickt das Altenheim einige Dokumente, die sie noch gefunden haben, zur Familie nach Hause. Da Abby neugierig ist, öffnet sie das Paket. Dort findet sie unter anderem ein Bündel mit Briefen, die sie öffnet. Denn diese sind an ihre Oma adressiert, die ihr ganzes Leben lang sehr verschwiegen war, was die Vergangenheit betrifft. Abby weiß lediglich, dass sie als junges Mädchen aus Deutschland flüchten musste. Denn sie war eine Jüdin in Zeiten des NS-Regimes, in dem die Juden zuerst verfolgt und später systematisch von Hitler in den Konzentrationslagern vergast wurden. Sie wurde mit 4 Jahren aus Deutschland fortgeschickt . Über Paris reiste sie mit einem Dampfschiff in die Staaten. Sie wurde bei einer jüdischen Familie in New York aufgenommen und lernte dort ihren Mann kennen und lieben. Abby und ihre Mutter haben nie erfahren, ob es noch lebende Nachfahren gibt. Ihre Großmutter wollte nichts erzählen und mit der Demenzerkrankung war es dann endgültig zu spät, um weitere Fragen stellen zu können.
Die Briefe stammen von einem gewissen Edward Barnabel und sind Liebesbriefe aus dem Jahr 1952 aus Nantucket, in denen ein Haus namens Golden Doors erwähnt wird. Doch Abbys Großvater hieß nicht so und ihre Großmutter hat nie erwähnt, dass sie mal in Nantucket war. Außerdem wird im letzten Brief eine Kette erwähnt, die Edward ihrer Großmutter nicht zurückschicken will. Sie soll sich diese, wenn persönlich, abholen. Alles klingt nach einer Liebesgeschichte, die aus Standesunterschieden tragisch endete.
Abby beginnt im Internet zu forschen und erfährt so, dass es ein großes Wirtschaftsprüfungsunternehmen mit diesem Namen gibt und Edward der Gründer der Firma ist. Sie erhofft sich, durch ihn vielleicht mehr über die Familiengeschichte ihrer Großmutter zu erfahren. Auch fragt sie sich, was es genau mit dieser erwähnten Kette auf sich hat.

Da Edward auf keinerlei Kommunikationsversuche reagiert, beschließt Abby in den nun nahenden Sommerferien persönlich nach Nantucket zu reisen, umso irgendwie an ihn herantreten zu können. Da ihr Freund erst vor ein paar Tagen mit ihr Schluss gemacht hat und sie ihm nicht ständig begegnen möchte, kommt ihr diese Möglichkeit noch besser vor.
Sie stellt ihre Eltern vor vollendete Tatsachen, dass sie über Umwege bereits einen Ferienjob in einem Buchladen erhalten hat. Da sie sehr gerne liest, hört sich das nach weniger Arbeit als Spaß für Abby an. Es gibt auch ein schlagendes Argument. Denn Abby möchte unbedingt Geschichte studieren an einer Privatuni. Dafür benötigt sie ein Vollstipendium, das leichter zu bekommen ist, mit einem hervorragenden Essay. Einen ganzen Sommer damit zu verbringen, die Historie der eigenen Familie aus Primärquellen zu erforschen, sollte somit schlagkräftig genug sein.

Ein Bett in einem Zimmer in Nantucket ist durch die Tante einer Freundin ihrer Mutter auch gefunden. So geben ihre Eltern Abby schweren Herzens nach.
Als sie auf der Insel ankommt, wird Abby klar, was genau sie da wirklich gemacht wird. Bei einem Telefonat, das sie mit ihrer besten Freundin führt, erfährt man, dass sie eigentlich ein eher schüchterner Teenager ist, der zusätzlich an ihrer Schule eher zu den Nerds zählt. Durch Abbys Zimmergenossin Jane, die sie mit auf eine Strandparty nimmt, findet sie ein wenig Anschluss. Zufällig ist unter diesen Freunden Lexi, die bei einem Cateringunternehmen arbeitet, das auf einer Feier des Golden Doors Hauses engagiert wurde. Lexi findet Abbys Geschichte, warum sie in Nantucket ist, so interessant, dass sie ihr ermöglicht, als Aushilfe mitzukommen und somit eventuell Edward Barnabell zu treffen.
Doch es kommt natürlich alles anders, als Abby es vorhatte. Denn in einem vollkommen unüberlegten Moment landet sie im Büro von Edward. Dieses ist leer. Auch wenn sie weiß ,dass es ein Fehler ist, fängt sie an das Büro zu durchsuchen. Tatsächlich findet sie in einem von vielen Fotoalben Bilder ihrer Oma Ruth Cohen, als ein Junge in ihrem Alter das Zimmer betritt, sie sieht und sich als Edward Barnabels Enkel herausstellt. Dieser hält Abby für eine Diebin. Warum auch sonst würde sie schließlich im Haus herumschleichen sollen und im Arbeitszimmer seines Großvaters landen?
Abby sitzt in der Klemme. Sie versucht Noah zu erklären ,dass sie nur auf der Suche nach Informationen sei und nichts stehlen wollte. Er lässt sie dennoch ihre Tasche entleeren und sieht sich ihren Führerschein an. Viel Zeit haben sie nicht, bis jemand anderes das Zimmer betritt und nach ihm verlangt wird. Obwohl Noah mehr als misstrauisch ist, gibt er ihr einen klitzekleinen Vertrauensvorschuss und deckt Abby mit einer Lüge.

Er lässt sich ihre Handynummer geben und eine Adresse, unter der er sie findet. Abby nennt ihm den Bücherladen. Nantucket ist eine relativ kleine Insel. Das weiß er und daher, dass Abby nicht so schnell verschwinden kann, willigt er ein, sie erst mal gehen zu lassen, um sich am nächsten Tag alles genau erzählen zu lassen. Als Abby ihm dann die Briefe zeigt und somit einen Beweis hat , glaubt Noah ihr. Aber als er erfährt, dass Abby mit seinem Großvater reden will, wird er plötzlich sehr sauer. Er will nicht, dass sie Dinge aus der Vergangenheit aufwühlt. Was ist, wenn sein Opa eine Affäre mit ihrer Oma hatte? Das könnte die ganze Familie aufwirbeln, die jeden Sommer auf Nantucket zusammenkommt. Er bietet Abby Geld, um sie daran zu hindern. Doch Abby bleibt standhaft. Er droht ihr, alles daranzusetzen, ihre Nachforschungen zu verhindern. Dies stachelt Abby nun nur noch mehr an und Noah merkt schnell, dass er mit seiner arroganten Art und Weise kein Stück Erfolg hat, Abby von ihrem Plan abzuhalten. Zähneknirschend kommt er auf sie zu und verspricht ihr seine Hilfe mit den Nachforschungen, wenn sie erst einmal davon absieht, mit seinem Großvater persönlich zu reden.

So tauchen die beiden mit der Unterstützung anderer Inselbewohner und Abbys Nachforschungen immer tiefer in die Geschichte von Edward und Ruth ein. Gleichzeitig lernt Abby Noah immer besser kennen und glaubt manchmal sogar hinter die Fassade des snobistischen und oft sehr kühl wirkenden Jungen blicken zu können.Abby hat sogar das Gefühl, dass er anfängt, mit ihr zu flirten. Kann das denn sein? Oder bildet sie sich das nur ein, weil sie endlich über ihren Liebeskummer hinwegkommen könnte?

Meine Meinung zum Buch:
The summer of lost letters habe ich im Februar dieses Jahres gelesen. Ich brauchte einfach ein wenig Sommergefühl in dieser kalten Jahreszeit. Ein Buch, das im Sommer spielt und dann noch auf einer Insel war, war also perfekt.

Den Schreibstil der Autorin mochte ich von Anfang an. Die Geschichte wird aus Abbys Sicht heraus erzählt. Da sie sehr lesebegeistert ist und dann den Ferienjob auch noch in einer Buchhandlung annimmt, war sie mir sofort sympathisch. Ich habe sehr viele Zitate im Buch markiert, die mit Büchern zu tun haben und alle von Abby gesagt werden.

Noah kam am Anfang der Geschichte super snobistisch und teilweise arrogant rüber. Da man aber immer mehr über ihn und die Bürde, die seine Familie ihm auferlegt, erfährt, kann man sein anfängliches Verhalten auch nachvollziehen.

Ich mochte die Charakterentwicklung beider Hauptfiguren.
Man kann richtig miterleben, wie Abby immer mutiger und selbstsicherer wird, je weiter Noah und sie zusammen mit den Recherchen kommen. Es war aber auch sehr lustig zu lesen, was für einen Schlagabtausch sich die beiden immer wieder mit Worten leisten.
Noah wird immer zugänglicher und lernt jemandem zu vertrauen und sich zu öffnen.

Die Geschichte von Abbys Oma Ruth und deren Familie basiert nicht auf einer wahren Familiengeschichte. Dennoch hat die Autorin sehr viel Geschichtliches recherchiert und erklärt im Nachwort, wie genau sich der geschichtliche Hintergrund mit teils wahren Begebenheiten ihrer Familie zusammensetzt.

Mich hat die Familiengeschichte sehr gefesselt. Es war interessant, aber natürlich auch erschreckend, mit Abby zusammen zum Teil in die Zeit des Zweiten Weltkrieges und die damit verbundenen Geschehnisse abzutauchen.

Im Laufe des Buches werden Themen wie die Judenverfolgung, die Konzentrationslager und die Kindertransporte mit in die Geschichte eingebracht. Immer wieder wird man als Leser*in aus den Erzählungen von einigen wenigen Zeitzeugen, die Ruth kannten, mit diesen Themen konfrontiert. Die Autorin schafft es, diese so wichtigen und ernsten Themen dennoch in die Geschichte so einzubringen, dass sie dennoch auch eine gewisse Leichtigkeit eines Jugendromans behält.

Ich finde, gerade jetzt, wo eine Partei wie die AFD einen Sitz im Bundestag hat und leider immer wieder gewählt wird, ist es unwahrscheinlich wichtig, dass niemand vergisst, wie es einmal war!

So viele Menschen haben schreckliches Leid erfahren, weil Hitler an die Macht kam und mehr als ausreichend Anhänger hatte. Weil zu viele Menschen ihm blind gefolgt sind, ohne Dinge zu hinterfragen. Weil es nur eine Minderheit gab, die sich getraut hat, gegen ihn vorzugehen und nicht weggesehen hat.

Ich hoffe sehr, dass solche Bücher wie dieses mehr gelesen werden. Daher ist dieses Buch von meiner Seite aus eine absolute Leseempfehlung für jeden. Erwachsene und Jugendliche!


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