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Veröffentlicht am 21.04.2022

Irgendwie enttäuschend

Sea Change - Eindrücke einer bedrohten Schönheit
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So ganz genau weiß ich nicht, was ich von SEA CHANGE halten soll. Es ist nichts halbes und nichts ganzes und teilweise fehlt mir der Zusammenhang zwischen Bild (von Craig Foster) und Text (Ross Frylink). ...

So ganz genau weiß ich nicht, was ich von SEA CHANGE halten soll. Es ist nichts halbes und nichts ganzes und teilweise fehlt mir der Zusammenhang zwischen Bild (von Craig Foster) und Text (Ross Frylink). Die Bilder sind von unterschiedlicher Qualität, mal wirklich gut und außergewöhnlich, dann wieder eher nichtssagend und von schlechter Auflösung und natürlich finde ich es nervig wenn Bilder zweiseitig sind und durch den Mittelfalz „zerstört“ werden. Craigs Eindrücke zu den Bildern sind lesenswert und sehr interessant, das Beste am Buch. Ross Frylincks Texte sind sehr persönlich und beschreiben Depressionen, gestörte Vater-Sohn-Verhältnisse. Natürlich geht es auch um seine Erlebnisse mit Craig und eigene Tauchgänge, aber viele Dinge, die er beschreibt hätte ich in einem Buch dieser Art nicht erwartet. Ich war der Meinung, dass SEA CHANGE ein Bildband mit außergewöhnlichen Bildern des Ökosystems Tangwald darstellt. Das ist nur teilweise der Fall. Und leider kann mich nicht alles an diesem Buch überzeugen.
Craigs kognitive Karte am Ende (und Anfang) des Buchs lädt zum Entdecken ein und ein genauerer Blick lohnt sich. Die beschreibenden Tete zu den Bildern geben viele interessante Informationen über die Lebewesen des Tangwalds nieder.
Die Bilder selbst sind von unterschiedlicher Qualität und manchmal wäre es hilfreich zu wissen was man wo zu sehen bekommt.
Die Texte von Ross Frylink sind meines Erachtens für ein Buch dieser Art unpassend. Für sich alleine gestellt sind sie Texte der Hoffnung, aber der Bezug zum Tangwald bzw. dem Tauchen mit Craig, sind eher gering.
Nett anzuschauen, aber … ich habe mehr erwartet und leider überzeugen mich die Bilder auch nicht soweit, dass ich über die Texte hinwegsehen könnte.

Veröffentlicht am 21.04.2022

Insektenforschung leicht gemacht

Insektenwelt für Ahnungslose
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Insektenwelt für Ahnungslose mag wie ein Kinderbuch daherkommen und es animiert diese auch mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und einen genaueren Blick auf unsere sechsbeinigen Mitbewohner zu werfen. ...

Insektenwelt für Ahnungslose mag wie ein Kinderbuch daherkommen und es animiert diese auch mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und einen genaueren Blick auf unsere sechsbeinigen Mitbewohner zu werfen. Und diese findet man fast überall (trotz Insektensterbens, man muss nur wissen wo). Aber Vero Mischitz’s Buch eignet sich auch für Erwachsene, die bisher eher ignorant durchs Leben gegangen sind und neben Bienen, Fliegen, Käfer und Ameisen wirklich ahnungslos in Bezug auf die Insektenwelt sind und für die es keinen Unterschied macht ob Spinne oder Insekt (beides eklig, wenn es kein Schmetterling ist).
Vero Mischitz nimmt den Ahnungslosen (Alter egal) mit auf eine leicht verständliche, gut bebilderte Reise. Sie gibt Tipps was man für die Insektenbeobachtung braucht, was man beachten muss und wo und wann man welche Insekten findet (und man müsste nicht einmal das Haus verlassen …). Außerdem zeigt sie woran man die bekanntesten Insektengruppen erkennt und stellt einige bekannte (und weniger bekannte) Vertreter dieser Gruppen vor. Viele Bilder, erklärender Text … und tatsächlich dürfte der anfänglich Ahnungslose danach mehr über Insekten wissen als vorher.
Bücher wie dieses brauchen wir, denn es zeigt, dass wichtige Inhalte einfach erklärt werden können. Kindgerecht mag es sein, aber auch der Erwachsene sollte nicht scheuen auf dieses Buch zurück zu greifen. Es ist kein Bestimmungsbuch, es beschränkt sich eher auf den Teil, der in Bestimmungsbüchern immer zu kurz kommt (verständlicherweise).
INSEKTENWELT FÜR AHNUNGSLOSE ist ein Buch für jeden, der mehr über Insekten wissen möchte, aber selbst der Insektenkenner wird seine Freude haben (und wenn es nur darum geht, die lustigen oder detailgetreuen Bilder anzusehen)

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Veröffentlicht am 20.04.2022

Überzeugende Fortstezung

Papier & Blut
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Auch der zweite Teil der Chronik des Siegelmagiers konnte mich überzeugen. Es ist eine amüsante und spannende Reise nach Australien und die keltische Mythologie. Al und seine Freunde sind ein gut funktionierendes ...

Auch der zweite Teil der Chronik des Siegelmagiers konnte mich überzeugen. Es ist eine amüsante und spannende Reise nach Australien und die keltische Mythologie. Al und seine Freunde sind ein gut funktionierendes Ensemble, von dem ich gerne mehr lesen würde. Auch hoffe ich, dass man von Gladys, die schon viel Scheiße erlebt hat (allein der Name ist schon .... witzig!!!!) und Roxanne (über die ich nicht mehr verraten werde, aber mir ist dieser Charakter sehr sympathisch geworden und ich fände es schade, wenn sie nicht mehr auftauchen würde). Worauf ich allerdings verzichten hätte können, auch wenn er für diese Story (leider) wichtig ist und Fans von Atticus das vielleicht anders sehen, ist der Eiserne Druide. Er nimmt mir zu viel Platz in der Geschichte ein und Al, der SIEGELagent hat es nicht verdient auf den zweiten Platz verdrängt zu werden. Schon gar nicht in einem Buch, dessen Hauptfigur er sein sollte. In diesem Fall wäre weniger Atticus besser gewesen.
Aber abgesehen vom Eisernen Druiden bietet auch dieser Band das was man bereits aus dem Vorgänger kennt: Es ist eine Freude Al und seine Freunde zu beobachten und ihren Wortgefechten zu lauschen. Kurzweilig, spannend mit sympathischen Charakteren und was die Story angeht wird auch einiges geboten ... lustige Monsterkreationen und ein fast episches Gemetzel. Vielleicht kommen auch die nachfolgenden Siegelmagier ohne Atticus aus.

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Veröffentlicht am 19.04.2022

Gelungener Serienauftakt

Das zersplitterte Land
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In seiner neuen Serie entführt Karsten Zingsheim den Leser in eine asiatisch angehauchte Welt der Magie, der Philosophie und der Kampfkunst. Wuxia aus Deutschland. Und es funktioniert ganz gut. Karsten ...

In seiner neuen Serie entführt Karsten Zingsheim den Leser in eine asiatisch angehauchte Welt der Magie, der Philosophie und der Kampfkunst. Wuxia aus Deutschland. Und es funktioniert ganz gut. Karsten Zingsheim beschreibt seine Welt sehr genau und es fällt dem Leser nicht schwer sich zurecht zu finden. Die Welt von Tiger and Dragon (oder vergleichbarer Filme) wird so im Kopf lebendig und wer Schwierigkeiten mit den asiatischen Bezeichnungen hat der findet sich schnell mit Hilfe des Glossars zurecht. Der Autor lässt sich Zeit mit seinen Beschreibungen, aber das sorgt für die entsprechende Atmosphäre. Erzählt wird die Geschichte eines Akrobaten und einer Gelehrten, beide noch am Anfang ihrer Karrieren. Die Charaktere wirken sympathisch, obwohl mich die Geschichte von Zenchi am Anfang nicht überzeugen konnte und erst im Laufe des Romans habe ich mich auch mit Zenchi anfreunden können, während Amaya von Anfang an mein Herz erobert hatte. Auch die weniger wichtigen Charaktere wirken authentisch und fügen sich harmonisch in das Ambiente des zersplitternden Landes ein. Das zersplitterte Land - Das Buch Wuji ist ein gelungener sehr kreativer Serienauftakt, der sich am Anfang vielleicht ein bisschen zu viel Zeit mit der Vorstellung der Welt lässt (was aber vielleicht auch nicht unbedingt zum Nachteil der Geschichte ist), am Ende aber für den Leser keine Enttäuschung darstellt.
Man darf gespannt sein welche Abenteuer Zenchi und Amaya noch erleben werden. Karsten Zingsheim kann mehr als nur Urban Fantasy und legt hier ein geschriebenes Wuxia-Fest vor.

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Veröffentlicht am 18.04.2022

Amüsant und Spannend

Der Tote aus Zimmer 12
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DER TOTE AUS ZIMMER 12 ist der zweite "Fall" der Lektorin/Hotelbesitzerin Susan Ryeland. Und das Konzept ist vergleichbar mit DIE MORDE VON PYE HALL. Es gibt ein Verbrechen und neben der Handlung aus der ...

DER TOTE AUS ZIMMER 12 ist der zweite "Fall" der Lektorin/Hotelbesitzerin Susan Ryeland. Und das Konzept ist vergleichbar mit DIE MORDE VON PYE HALL. Es gibt ein Verbrechen und neben der Handlung aus der Gegenwart spielt auch ein ATTICUS PÜND-Roman eine Rolle. Diesmal handelt es sich allerdings um einen bereits veröffentlichten (aber Autor Alan Conway ist immer noch tot). Und trotzdem ... angeblich findet man die Tat eines Verbrechens, welches bis in die Gegenwart seine Spuren hinterlässt, in Conways dritten Roman, der sich von wahren Begebenheiten inspirieren ließ. Und so beginnt eine unterhaltsame Spurensuche zwischen den Zeilen, die auch den Leser nicht verschont. Romanpersonen werden verglichen und Motive gesucht.
Hinter den Morden von Pye Hall muss sich der Tote aus Zimmer 12 nicht verstecken. Eine (bzw. zwei) spannende Handlung sorgt für amüsanten Lesespaß, wobei ich diesmal nicht selbst gelesen habe sondern mir die Geschichte vorlesen ließ. Spaß hat es trotzdem gemacht.
Die Charaktere (egal ob "real" oder im Pünd-Roman) sind vielschichtig und wirken authentisch (obwohl sie hin und wieder auch etwas übertrieben dargestellt sind, vor allem im Roman). Ein bisschen schreibt Anthony Horowitz hier wie Agatha Christie, wobei er mit seinen zwei Geschichten dem klassischen Krimi noch ein Sahnehäubchen aufsetzt, auch wenn er nichts anderes macht als bei den Morden von Pye Hall. Ich frage mich wie lange das Konzept noch funktioniert und wie lange er es fortsetzen will. Im Moment würde ich gerne mehr von Susan und Pünd lesen/hören.
Die Umsetzung des Hörbuchs ist gut gelungen. Der Pünd-Roman wird souverän von Volker Hanisch gelesen, Susans Part übernimmt Katja Danowski. Dadurch wird der Hörer nicht verwirrt wenn er längere Pausen einlegt. Man findet schnell in die entsprechende Geschichte hinein.
Egal ob Hörbuch oder Buch, für Freunde klassischer Krimis ein absolutes Muss. Der Fall ist zwar abgeschlossen aber einige Hinweise auf den letzten Conway-Roman versteht man nur, wenn man DIE MORDE VON PYE HALL kennt. Aber das sollte man sowieso.

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