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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.10.2019

Enttäuschend

Tote Bauern melken nicht
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Das Cover hat mich angesprochen und auch der Klappentext war vielversprechend. Ich hatte einen witzigen Krimi erwartet und vielleicht ist er das auch, aber … entweder ist er doch nicht witzig, oder es ...

Das Cover hat mich angesprochen und auch der Klappentext war vielversprechend. Ich hatte einen witzigen Krimi erwartet und vielleicht ist er das auch, aber … entweder ist er doch nicht witzig, oder es ist nicht die Art von Humor, die mir zum Zeitpunkt des Lesens zugesagt hat.
Der Anfang ist recht witzig und mir gefallen die Möwen im Buch. Aber es ist ein Rattenkrimi und so sind die Ratten (und Theo, der Punk, der Ratten versteht …) nur Beiwerk zu einem Kriminalfall, der teilweise lustige Verfolgungsjagden beinhaltete, die mich aber auf Dauer nicht erheitern konnten und einer Hauptperson (der Ratte), die mir einfach unsympathisch war.
Leider wird der Roman aus Rattensicht erzählt (wobei man sich von der gewöhnlichen Haus- oder Wanderratte verabschieden muss, realistisch ist dieser Krimi nicht, aber das hat bestimmt auch niemand erwartet).
Der eigentliche Kriminalfall war zum einen Nebensache, zum anderen nicht wirklich interessant (und selbst wenn manche Tierkrimis eher ein einfaches Verbrechen zu klären haben, so kann man hier nicht unbedingt davon reden, dass Ede 100% als Ermittler tätig ist. Manchen mag das gefallen, mir war das für einen Krimi zu wenig).

Schade, ich hatte wohl zu viel erwartet. Aber bekommen habe ich nichts davon.
Immerhin kann ich sagen dass Tote Bauern melken nicht nicht schlecht geschrieben ist, aber … meinen Geschmack hat es nicht getroffen. Es gab Ansätze (wie gesagt, der Anfang war vielversprechend), aber … es hätte besser sein können.

Veröffentlicht am 24.10.2019

Bunt und informativ

Die Welt der magischen Tiere
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Die Welt der magischen Tiere ist ein sehr buntes Buch, dessen Bilder teilweise wie Suchbilder anmuten und man einiges dabei entdecken kann. Es ist ein Kinderbuch zum Selberlesen, Vorlesen und gemeinsam ...

Die Welt der magischen Tiere ist ein sehr buntes Buch, dessen Bilder teilweise wie Suchbilder anmuten und man einiges dabei entdecken kann. Es ist ein Kinderbuch zum Selberlesen, Vorlesen und gemeinsam anschauen. Nebenbei wird kurz und knapp ein Blick auf die (vergangenen und noch existierenden) Kulturen der Welt geworfen: Von afrikanischen Stämmen zu amerikanischen Indianern, von den Maori zu den (alten) Ägyptern und natürlich fehlen auch Rom und Griechenland nicht.
Die Informationen zu den einzelnen Kulturen sind kurz, aber informativ und geben einen guten Rundumblick wie verschieden die Welt doch sein kann. Und natürlich spielen in diesem Buch Tiere eine Rolle. Da werden Götter beschrieben, die sich in Tiere verwandeln können oder grundsätzlich Tiergestalt haben, Fabelwesen wie diverse Einhornformen und Drachen, aber auch mythische und heilige Tiere. Und es wird gezeigt wie andere Völker das leben des Tiers respektieren (oder es Göttern opfern).
Unterhaltsam, informativ und bunt. Kindgerecht, aber auch den Erwachsenen ansprechend. Ein kleines Kunstwerk, das Wissen vermittelt.

Veröffentlicht am 24.10.2019

Wuff

Darwins Hund
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„Darwins Hund“ ist ein interessantes Buch über die Evolution des Hundes, das sich auf die genetische Entwicklung des Hundes konzentriert. Dabei werden auch fossile Beweise und zoologische Studien zu Rate ...

„Darwins Hund“ ist ein interessantes Buch über die Evolution des Hundes, das sich auf die genetische Entwicklung des Hundes konzentriert. Dabei werden auch fossile Beweise und zoologische Studien zu Rate gezogen.
Auch für den Laien leicht verständlich beschreibt der Autor (teilweise auch auf Vermutungen basierend) die Entwicklung des Hundes und zeigt dabei (mit leichtem Augenzwinkern wie mir scheint) welche Rassen in welcher Rasse eigentlich vertreten sind und in wie weit einzelne Hunderassen miteinander verwandt sind (bzw. nicht).
Ich fand diese Offenbarungen seitens der Genetik sehr interessant und nachvollziehbar, auch wenn mir manchmal die Beispiele der menschlichen Genetik (bedingt durch die Erfahrung des Autors auf diesem Gebiet) zu viel waren. Immerhin hatte ich mit einem Buch über die Entstehung des Haushunds gerechnet und nicht mit Erklärungen verschiedener Erbkrankheiten des Menschen (die beim Hund nicht vorkommen, obwohl natürlich auch dieser, hauptsächlich inzuchtbedingt nicht von Krankheiten verschont bleibt).
Neben den eigenen Erfahrungen des Autors werden auch andere Erfahrungen verschiedener Genetiker und Forschungsinstitute (rund um den Hund) zu Rate gezogen, auch Shaun Ellis (eigentlich ein Nichtwissenschaftler, der Wölfe hautnah erlebt hat) wird erwähnt (in einem eigenen Kapitel) und neben dem Wolf werden auch Versuche mit Silberfüchsen beschrieben, die wohl auch als zahme Haustiere zu halten sind, deren Verbreitung aber noch nicht so fortgeschritten ist und von Domestikation (ein Wort welches Sykes nur verwendet, da er kein anderes zur Hand hat) kann auch (noch) nicht gesprochen werden.

Aber nicht nur die Genetik auf Chromosomenbasis wird durchleuchtet auch die Zucht aufgrund des offensichtlichen Erscheinungsbildes (um den vorgeschriebenen Rassemerkmalen gerecht zu werden, mit allen Nachteilen, die sich daraus ergeben).

Ein Kapitel befasst sich mit Hundebesitzern und ihren Hunden. In Interviews stellt die Frau des Autors immer dieselben Fragen (mehr oder weniger), aber die Antworten sind immer wieder anders (und teilweise sehr aufschlussreich über das menschliche Verhalten ihrer Hunde gegenüber).

Ein informatives, leicht verständliches Buch, das dem Hundeliebhaber ein anderes Bild seines vierbeinigen Freundes vermittelt und mit einigen interessanten Überraschungen aufwarten kann, geschrieben von einem Wissenschaftler, der nicht unbedingt als Hundeliebhaber zu bezeichnen ist, wie er in seiner Einleitung schreibt (und das macht das Buch umso bemerkenswerter).

Etwas unklar sind einige Äußerungen in Bezug auf die Wölfe, die in diesem Buch erwähnt werden. Es ist nicht immer ersichtlich ob sich die Beobachtungen/Behauptungen auf freilebende Wölfe oder jene in Gefangenschaft beziehen, denn die moderne Wolfsforschung der vergangenen Jahrzehnte hat durchaus Unterschiede zwischen beidem festgestellt. Die Übergänge sind in diesem Buch hin und wieder fließend und nicht ersichtlich.

Abgesehen davon: Lesenswert.

Veröffentlicht am 24.10.2019

Witzige Idee...

Vorsicht, Monster! - Hast du das Zeug zum Monsterjäger? (Band 1)
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Vorsicht Monster erinnert mich ein bisschen an die Soloabenteuer meiner Jugend (Einsamer Wolf, und Co., falls jemand etwas damit anfangen kann), aber es ist doch anders. Aber … dieses Buch ist auch anders ...

Vorsicht Monster erinnert mich ein bisschen an die Soloabenteuer meiner Jugend (Einsamer Wolf, und Co., falls jemand etwas damit anfangen kann), aber es ist doch anders. Aber … dieses Buch ist auch anders als andere (normale Bücher). Wie bei den Abenteuerspielbüchern liest man nicht Seite für Seite sondern blättert durch das ganze Buch. Nebenbei muss man Rätsel lösen, sonst kommt man nicht weiter (oder man verirrt sich in der Kanalisation), darf ein bisschen rumkritzeln, das Buch schütteln und noch einige andere Dinge machen. Anders als die Abenteuerbücher meiner Jugend stirbt man aber nicht (Hallo! Wir reden hier von einem Kinderbuch, das dem Leser die Angst vor Monster nehmen soll …)
Zurück zum Buch: Es ist ein sehr unterhaltsames Buch, das Spaß am Benutzen macht (auch wenn die Rätsel nicht wirklich schwer sind, die Monster nicht wirklich Böse und man keine Angst vor Monster haben muss, egal ob sie sich unter dem bett oder in der Kloschüssel befinden.
Ich bin mir nur nicht sicher, ob das Buch tatsächlich für Kinder zwischen 8 und 10 geeignet ist, so wie es empfohlen wird. Ich habe eher den Eindruck, dass man durchaus schon etwas jünger sein darf.
Auf jeden Fall ist es (leider) kurzweiliger Benutzspaß.

Veröffentlicht am 17.10.2019

Ein Buch, das die Augen öffnet

Das Sterben der anderen
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Man liest es ständig in den Medien, man kommt schon gar nicht mehr daran vorbei: Die Bienen sterben, die Insekten sterben, wir befinden uns im größten Artensterben aller Zeiten und erstmalig sind wir es, ...

Man liest es ständig in den Medien, man kommt schon gar nicht mehr daran vorbei: Die Bienen sterben, die Insekten sterben, wir befinden uns im größten Artensterben aller Zeiten und erstmalig sind wir es, die dafür verantwortlich sind. Und wir sind es, die etwas dagegen tun können.
Und trotz der ständigen Medienpräsenz des Artensterbens gibt es immer wieder Journalisten, die mit ihren Büchern darauf hinweisen wollen. Braucht es das wirklich? Wird man nicht langsam übersättigt und nimmt die drohende Gefahr überhaupt noch ernst?
Man braucht tatsächlich Bücher wie „Das Sterben der Anderen„. Bücher, die nicht mit dem Zaunpfahl oder dem erhobenen Zeigefinger drohen, sondern an Beispielen zum Nachdenken anregen.
Anhand eigener Erlebnisse zeigt Tanja Busse, wie kompliziert Bürokratie und Politik sind und wie sich Gesetze teilweise widersprechen. Artenschutz ist nicht mit Naturschutz gleich zu setzen und auch wenn ihre Beispiele sehr landwirtschaftlich geprägt sind, versteht auch der Normalbürger ohne eigenes Land, worauf die Autorin hinaus will.
Auf der einen Seite schlägt man die Hände über dem Kopf zusammen, auf der anderen Seite kann man den Kopf nur schütteln. Man kann dem Artenschwund entgegen treten, aber es werden einem oft Steine in den Weg gelegt und das was auf den ersten Blick sinnvoll erscheint ist es oft gar nicht.
Ich bin etwas außerhalb einer Großstadt aufgewachsen, habe Schmetterlinge beobachtet, Fische, Kaulquappen und Molche gefangen (die ich allerdings wieder frei gelassen habe, etwas, das ich von diversen Wasserinsekten nicht behaupten kann, diese wurden zur Ernährung meiner Fische gefangen) und eigentlich hätte ich das nicht tun dürfen. Wie schön, dass man als Kind die Gesetze nicht kennt und Eltern nicht immer in der Nähe sind … Ich habe Kiebitze gesehen, Seeschwalben und vieles andere. Dann bin ich in die Stadt gezogen und es war klar, dass es dort weniger Tiere gibt. Nun ja, so kann man sich täuschen und meine Wahrnehmung wurde in die Irre geführt. Bücher wie Das Sterben der Anderen rütteln wach.
Bücher wie dieses brauchen wir, denn Nachrichten sind vergänglich und manchmal hört man tatsächlich nur noch halbherzig hin, denn man hat alles schon einmal gehört.
Und wenn das Buch auch dem Laien die Augen öffnen kann wird der Natur mehr geholfen, als Klimakonferenzen oder Gutachten, die sich gegenseitig widersprechen.

Absolut lesenswert.