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Veröffentlicht am 06.06.2025

Der erste letzte Blick – Über die Kraft von Freundschaft und zweite Chancen

Der letzte erste Blick
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Schon auf den ersten Seiten wird klar: Emery ist eine Frau, die stark wirkt – beinahe unnahbar. Sie scheint sich nichts anmerken zu lassen und weiß genau, wie sie sich behauptet. Doch hinter dieser Fassade ...

Schon auf den ersten Seiten wird klar: Emery ist eine Frau, die stark wirkt – beinahe unnahbar. Sie scheint sich nichts anmerken zu lassen und weiß genau, wie sie sich behauptet. Doch hinter dieser Fassade steckt eine viel sensiblere Person, als man zunächst vermuten würde. Dylan dagegen wirkt zunächst wie der typische nette Junge von nebenan – charmant, humorvoll und für jeden Spaß zu haben. Doch auch bei ihm täuscht der erste Eindruck: Seine Streiche und sein Lächeln verbergen ebenfalls eine tiefere Geschichte.
Im Verlauf des Buches entfalten sich die Vergangenheiten der beiden Hauptfiguren – und damit auch die Narben, die sie mit sich tragen. Besonders gelungen fand ich, wie die Autorin zeigt, welchen Einfluss das persönliche Umfeld auf die eigenen Gefühle, Entscheidungen und die Art zu leben haben kann. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass insbesondere Emerys Vergangenheit noch etwas intensiver beleuchtet worden wäre – vor allem in Bezug darauf, wie diese Erfahrungen ihre Gefühle und ihr Verhalten heute beeinflussen. Gerade ihr neues Leben am College, weit weg von ihrem früheren Umfeld, hätte eine noch tiefere Verbindung zur inneren Entwicklung bieten können.
Es ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch ein starkes Plädoyer dafür, dass Freundschaft Halt geben kann – besonders dann, wenn alles ins Wanken gerät. Die Botschaft ist klar: Wahre Freunde stehen hinter dir, egal was passiert. Und selbst wenn es gerade dunkel erscheint – es kann wieder hell werden.

Zum Cover:
Das Cover gefällt mir besonders gut – nicht nur wegen der Ästhetik, sondern wegen der vielen liebevollen Details. Es zeigt Emery und Dylan im Wald, mit Campingausrüstung, was perfekt zur Atmosphäre des Buches passt. Emery hält eine Kamera in der Hand – ein schönes Symbol für ihre Leidenschaft zur Fotografie. Besonders charmant finde ich die Katze und den Frosch auf dem Cover. Die Katze tut genau das, was sie will – ganz so, wie man es von Katzen kennt – und der Frosch ist ein süßer Hinweis auf Emerys Vorliebe für Frösche (und ihre klare Meinung zu Prinzen).

Fazit:
Der erste letzte Blick ist ein berührender, tiefgründiger Roman über Liebe, Freundschaft, Vergangenheit und darüber, wie wichtig es ist, sich selbst treu zu bleiben. Bianca Iosivoni schafft es erneut, Figuren zu zeichnen, die einem ans Herz wachsen – und eine Geschichte zu erzählen, die lange nachhallt.

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