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Veröffentlicht am 06.03.2024

Die feministische Bibel

Mein Name ist Lilith
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Wie die Welt wohl heute aussehen würde, wenn es in Lilliths Sinne von Beginn an Gleicheit zwischen Mann und Frau gegeben hätte? "Mein Name ist Lilith" ist eine feministische Sicht auf die Geschichte um ...

Wie die Welt wohl heute aussehen würde, wenn es in Lilliths Sinne von Beginn an Gleicheit zwischen Mann und Frau gegeben hätte? "Mein Name ist Lilith" ist eine feministische Sicht auf die Geschichte um den Garten Eden und die Entstehung der Religionen. Es ist ein spannendes Gedankenspiel und es dreht sich letztendlich alles um Macht. Das Streben danach scheint in der Natur des Menschen zu liegen und hat damit so viel Unglück über die Welt gebracht.

Obwohl ich mit Religion eigentlich nichts am Hut habe, fand ich das Buch total interessant und auch erschreckend, wenn man bedenkt wie sehr die männlichen Ansichten darin das damalige Frauenbild beeinflusst und auch für sehr lange Zeit geprägt haben. Bis heute gibt es noch einige Länder in denen Frauen noch lange nicht gleichberechtigt sind und oftmals beruft man sich noch immer auf die Religion die eben dieses Bild bestärkt. Eine traurige Bilanz.

Das Buch ist aus der Sicht von Lilith geschrieben, die die erste Frau neben Adam im Garten Eden war. Als sich Adam immer deutlicher über sie stellt und ihr schließlich Gewalt antut ergreift sie die Flucht aus dem Paradies. Fortan wird sie als Dämonin und Hure geächtet. In ihrem langen Leben sieht sie viel Elend und Ungerechtigkeit. Sie ist immerzu auf der Suche nach einem Weg die Menschen zum Umdenken zu bringen indem sie die Lehre der Ashera, ihrer Mutter, bewahrt und verbreitet, in der Frau und Mann ebenbürtig sind.

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Veröffentlicht am 28.02.2024

Pompeji - oder wie es hätte sein können

Pompeji oder Die fünf Reden des Jowna
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Eine Nacherzählung des Untergangs von Pompeji mit teils fiktiven Charakteren.
Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen. Wie der Autor immer Mal wieder mit einem Augenzwinkern Bezug auf den Leser nimmt. ...

Eine Nacherzählung des Untergangs von Pompeji mit teils fiktiven Charakteren.
Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen. Wie der Autor immer Mal wieder mit einem Augenzwinkern Bezug auf den Leser nimmt.
Auch die Geschichte an sich fand ich sehr interessant und humorvoll erzählt. Jeder hat natürlich schon Mal von dem Schicksal Pompejis gehört. Aber durch dieses Buch kann man sich eine bessere Vorstellung von den damaligen Verhältnissen und Geschehnissen machen. Auch wenn es die Personen nicht alle tatsächlich gab.

Jowna ist die Hauptperson, ein junger Mann der eher zufällig bei einem Vortag eines Wissenschaftlers erfährt, dass die Stadt auf einem wieder erwachten Vulkan liege, der aller Voraussicht nach bald ausbrechen würde. Jowna beschließt alles daran zu setzen den Bewohnern die Gefahr deutlich zu machen und sie dazu zu bewegen die Stadt zu verlassen. So macht sich der einstige Herumtreiber allmählich einen Namen. Mit einer Hand voll Philosophen versucht er eine neue Siedlung am Meer zu gründen. Ein kühner Plan, aber das Schicksal legt ihm so einige Steine in den Weg, am Ende sogar buchstäblich.

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Veröffentlicht am 24.02.2024

Flucht und Kampf

Grischa: Eisige Wellen
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Alina ist mit Mal auf der Flucht vor dem Dunklen und seiner Armee. Der hat die Schattenflur überlebt und setzt alles daran Alina wieder in die Hände zu bekommen. Mit unerwarteter Hilfe durch den Freibeuter ...

Alina ist mit Mal auf der Flucht vor dem Dunklen und seiner Armee. Der hat die Schattenflur überlebt und setzt alles daran Alina wieder in die Hände zu bekommen. Mit unerwarteter Hilfe durch den Freibeuter Stormhond machen sie sich bereit für den unausweichlichen Kampf.

Die Geschichte hat mich sofort wieder gepackt und in ihren Bann gezogen. Es ist eine faszinierende Welt in die ich gerne immer wieder eintauche. Ich freue mich schon auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 24.02.2024

Die Hinterlassenschaft einer Matriarchin

Männer sterben bei uns nicht
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Als Louises Großmutter stirbt kommt die Familie zusammen um Abschied von der Matriarchin zu nehmen. Jeder auf seine Art. Die Großmutter hatte sich nicht gerade beliebt gemacht mit ihrer strengen und teilweise ...

Als Louises Großmutter stirbt kommt die Familie zusammen um Abschied von der Matriarchin zu nehmen. Jeder auf seine Art. Die Großmutter hatte sich nicht gerade beliebt gemacht mit ihrer strengen und teilweise herablassenden Art, vor allem wenn man nicht ihrem Bild entsprach oder nicht nach ihren Regeln lebte. Louise war ihr Liebling, aber auch das hatte seine Schattenseiten. Der Leser reist mit Louise in ihren Erinnerungen zurück, sieht wie es war in dieser Familie und derem großen Anwesen aufzuwachsen, wo sie nur unter Frauen war. Männer glänzen hier mit Abwesenheit. Am Ende muss sich jeder die Frage stellen, wie es nach dem Tod des Familienoberhaupts weitergeht.

Ich fand das Buch sehr interessant im Bezug auf die verschiedenen Wahrnehmungen der Charaktere. Jeder hat die Großmutter auf eine andere Art erlebt und wahrgenommen mit entsprechenden Auswirkungen. Vieles bleibt ungesagt und wage, bestimmte Dinge werden totgeschwiegen. Wichtig ist das Erbe und das Ansehen zu erhalten. Was da nicht reinpasst, muss aussortiert werden. Die Macht, darüber zu entscheiden, hat allein die Matriarchin. So kann der Tod gleichzeitig ein Akt der Trauer und auch ein Befreiungsschlag sein. Ein Weg zur Selbstbestimmung.

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Veröffentlicht am 21.02.2024

Island um 1900

60 Kilo Sonnenschein
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Ich muss zugeben, dass ich die Romane falsch herum gelesen habe, nämlich erst 60 Kilo Kinnhaken und dann 60 Kilo Sonnenschein.
Einfach aus dem Grund, weil ich vom zweiten Teil ein Rezensionsexemplar hatte ...

Ich muss zugeben, dass ich die Romane falsch herum gelesen habe, nämlich erst 60 Kilo Kinnhaken und dann 60 Kilo Sonnenschein.
Einfach aus dem Grund, weil ich vom zweiten Teil ein Rezensionsexemplar hatte und nicht wusste, dass es dazu schon ein Vorgänger Buch gab.
Das hab ich jetzt nachgeholt und fand es auch nicht weiter schlimm, dass ich die Vorgeschichte später gelesen habe.
Ich habe mich über das Wiedersehen mit Gestur und dem eigentümlichen Fjord gefreut. Am Anfang liest man noch aus Sicht seines Vaters und Gestur ist noch ein Kleinkind. Man erlebt mit ihm wie es ist in einem einsamen Fjord in Island aufzuwachsen. Es spielt um die Jahrhundertwende 1900. Die meisten Menschen leben unter ärmlichsten Verhältnissen und fristen ihr Dasein als Knechte oder Mägde für Kost und Logis. Gestur lernt als Kind aber auch die andere Seite kennen und lebt zweitweise im Holzhaus eines wohlhabenderen Kaufmanns. Danach wieder in ein schäbige Torfhütte zurückzukehren fällt ihm sichtlich schwer. Außerdem gibt es einige Schicksalsschläge zu verkraften. Doch der Fjord befindet sich zunehmend im Umschwung. Der Heringsfang soll die Wende bringen. Von den Norwegern angestoßen zieht langsam ein neues Zeitalter in den kleinen Fjord ein und bringt den Menschen Hoffnung.
Es ist eindrücklich und wortgewaltig geschrieben. Man fühlt sich in der Zeit zurückversetzt, gefühlt um weit mehr als 100 Jahre. Der Fortschritt braucht wesentlich länger um auf der abgelegenen Insel voller Eis und Vulkane anzukommen. Umso faszinierender ist es unter welch widrigen Bedingungen die Menschen dort (über-)lebten.

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