Profilbild von NicoleP

NicoleP

Lesejury Star
offline

NicoleP ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit NicoleP über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.09.2020

Das Haus

Das Haus
1

Es scheint ein harmloses Haus zu sein. Viele kleine Mietwohnungen sind das Zuhause unterschiedlichster Menschen. Als der Medizinstudent Enis Al Agha stirbt, nimmt das Unheil seinen Lauf. Weitere Mieter ...

Es scheint ein harmloses Haus zu sein. Viele kleine Mietwohnungen sind das Zuhause unterschiedlichster Menschen. Als der Medizinstudent Enis Al Agha stirbt, nimmt das Unheil seinen Lauf. Weitere Mieter sterben oder verschwinden spurlos. Die Bewohnerin Frau Rauhaar ist überzeugt, dass der Mörder im Haus leben muss. Ihre Nachbarin Nadja Knoll sieht die Geschehnisse eher aus der Sicht einer Parapsychologin. Das Haus selbst könnte durch Ereignisse aus der Vergangenheit belastet sein.

Die Geschichte wird von Nadja Knoll aus der „Ich-Perspektive“ erzählt. Leider konnte mich weder Nadja noch eine der anderen Figuren packen. Während sich die Anzahl der Hausbewohner Stück für Stück minimiert, erfährt der Leser einiges über Parapsychologie. Dies liefert der Geschichte einerseits interessante Informationen zum Thema, entfernt den Leser aber zu weit von den eigentlichen Geschehnissen.

„Das Haus“ ist auch eine andere Art Kriminalroman, von der polizeilichen Ermittlung bekommt der Leser so gut wie nichts mit. Es ist die Hausgemeinschaft, die hier im Mittelpunkt steht und einen kleinen Mikrokosmos bildet. Das Verhältnis der Mieter zueinander ist interessant und gut dargestellt. Diese Beziehungen lassen jedoch die Morde in den Hintergrund treten. Zwar drehen sich viele Gespräche der Hausbewohner um die Taten, aber es überwiegt das Verhältnis untereinander. Wer mit wem aus welchem Grund Probleme hatte, und warum ausgerechnet dieser Nachbar der Mörder sein könnte.

Dies alles hat durchaus seinen Reiz, spiegeln die Hausbewohner unsere gesamte Gesellschaft gut wider. Freunden von „klassischen“ Krimis dürfte das Buch vielleicht nicht so gefallen, es ist jedoch nicht uninteressant. Die eigenen Ermittlungen der Hausbewohner treiben viele Blüten und sorgen schon mal für ein leichtes Schmunzeln.

Mit „Das Haus“ erwartet den Leser ein gemütlicher, etwas anderer Kriminalroman, der sich für entspannende Lesestunden eignet und auch für Genre-Einsteiger nicht uninteressant ist.

Ich danke der Autorin Olivia Monti für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 27.09.2020

Der Totenrächer

Der Totenrächer
0

Hauptkommissar Speer und sein Partner Bogner ermitteln in zwei Todesfällen, die zuerst als Selbstmord gegolten haben. Vom inhaftierten Auftragskiller Hauser erhalten sie Hinweise, die zu dem Täter führen.

Mit ...

Hauptkommissar Speer und sein Partner Bogner ermitteln in zwei Todesfällen, die zuerst als Selbstmord gegolten haben. Vom inhaftierten Auftragskiller Hauser erhalten sie Hinweise, die zu dem Täter führen.

Mit „Der Totenrächer“ wird die Reihe um Speer und Bogner fortgesetzt. Zwar ist auch dieser Fall abgeschlossen, aber ich empfehle das Lesen der Bücher in der entsprechenden Reihenfolge.

Hier erwartet den Leser ein spannender Thriller, der sich inhaltlich etwas von seinen Vorgängern unterscheidet. Er geht eigene Wege und hat kaum noch Zusammenhänge mit den ersten beiden Teilen, was ideal für Quereinsteiger in die Reihe ist.

Der Schreibstil ist wie gewohnt gut und flüssig. Das Buch liest sich schnell. Die Charaktere entwickeln sich weiter. Insbesondere die von Speer und Bogner sind von Thriller zu Thriller interessant zu verfolgen. Die ein oder andere Wendung hält die Spannung aufrecht.

Die Reihe um Speer und Bogner bietet vieles, was sich der Thriller-Fan wünscht. Ich empfehle das Buch daher gerne weiter.

Veröffentlicht am 27.09.2020

Der Mädchenmacher

Der Mädchenmacher
0

Wie zu einem Festessen ist die Leiche von Karen Kreft auf einem Esstisch drapiert. Ihr Körper ist grausam zugerichtet. Polizistin Lina Andersen findet heraus, dass die Ermordete in Tierschutzkreisen aktiv ...

Wie zu einem Festessen ist die Leiche von Karen Kreft auf einem Esstisch drapiert. Ihr Körper ist grausam zugerichtet. Polizistin Lina Andersen findet heraus, dass die Ermordete in Tierschutzkreisen aktiv war. Obwohl Andersen Streifenpolizistin ist, wird sie undercover in die Tierschutzgruppe eingeschleust. Bald gibt es ein nächstes Opfer, und auch Lina gerät in Gefahr.

Hier sei gleich gewarnt. Es gibt Szenen in diesem Buch, welche nichts für schwache Nerven sind, auch wenn die Geschichte an sich kaum große Spannung aufkommen lässt. Einige gute Wendungen lassen dies jedoch verzeihen. Neben Linas Ermittlungen erhält der Leser Einblicke in das Leben einer Frau, welche in Gefangenschaft gehalten wird. Ihr Wille und Psyche verschwinden nach und nach.

Der Schreibstil von Michael Koglin ist gut, und die Geschichte liest sich flüssig. Lina Andersen ist eine gut ausgearbeitete Figur, bei der alle anderen jedoch in den Hintergrund gedrängt werden. Hier wäre vielleicht noch mehr drin gewesen.

Da „Der Mädchenmacher“ der zweite Teil einer Reihe ist, könnte der erste Teil mehr Informationen zu Andersen und dem Ermittlern geliefert haben. Der Fall selbst ist abgeschlossen und kann unabhängig von den anderen Teilen gelesen werden.

Veröffentlicht am 27.09.2020

Der Totensäer

Der Totensäer: Thriller
0

Durch die Aufklärung einer Mordserie findet Hauptkommissar Adrian Speer eine Spur zu seiner seit zwei Jahren verschwundenen Tochter Lucy. Der „Sammler“ hält sie und zwei weitere Mädchen gefangen. Während ...

Durch die Aufklärung einer Mordserie findet Hauptkommissar Adrian Speer eine Spur zu seiner seit zwei Jahren verschwundenen Tochter Lucy. Der „Sammler“ hält sie und zwei weitere Mädchen gefangen. Während Speer und sein Team versuchen, einen Mörder zu finden, wird schnell klar, in welchem Zusammenhang die Opfer zu Speers verschwundenen Tochter stehen.

„Der Totensäer“ schließt nahtlos an „Der Totensucher“ an. Daher wird diese Rezension Spoiler enthalten.

Was für eine spannende und atemberaubende Fortsetzung. Adrian Speer weiß nun, dass seine Tochter lebt. Der Leser erhält einige Einblicke in ihr Leben in der Gefangenschaft. Nachdem der Leser im ersten Teil die Kommissare und ihr Team kennen gelernt hat, verliert der zweite Teil keine Zeit mit Hintergründen.

Autor Chris Karlden schafft es sogar, die Spannung des ersten Teiles noch zu steigern. Irrungen und Wirrungen setzen nicht nur dem Ermittlerteam zu. Die Charaktere entwickeln sich weiter, genau wie die Beziehungen untereinander.

Der Thriller liest sich gut, und auch diesen Teil konnte ich nicht mehr aus der Hand legen. Es war ein spannendes Kopfkino, welches für wunderbare Lesestunden gesorgt hat.

Veröffentlicht am 27.09.2020

Gewaschen, gefüttert, abgehakt – Der unmenschliche Alltag in der mobilen Pflege

Gewaschen, gefüttert, abgehakt
0

Autor Markus Breitscheid recherchierte undercover, wie es ist, in der mobilen Pflege zu arbeiten. Neben einer schlechten Bezahlung erwarteten ihn Zeitdruck und Anonymität.

Die Arbeitszeit eines Pflegers ...

Autor Markus Breitscheid recherchierte undercover, wie es ist, in der mobilen Pflege zu arbeiten. Neben einer schlechten Bezahlung erwarteten ihn Zeitdruck und Anonymität.

Die Arbeitszeit eines Pflegers ist komplett durchgetaktet. Wie am Fließband muss er in wenigen Minuten einen alten Menschen abfertigen. Oft reicht diese, meiner Meinung nach willkürliche, vorgegebene Taktung nicht aus. Was oft nicht berücksichtigt wird, ist, dass Pfleger es mit individuellen Bedürfnissen eines jeden „Kunden“ zu tun haben. Der Mensch selbst ist aber nur noch ein Posten, den es abzuarbeiten gilt. Alleine die Fahrzeit zwischen den einzelnen Pflegebedürftigen kann dazu führen, dass eigentlich keine Zeit mehr für den Menschen bleibt. Ein Alter in Würde ist damit nicht möglich.
Doch es gibt wenige Orte, an denen alte Menschen nicht abgefertigt werden, sondern auf ihre Individualität eingegangen wird. Aber auch in diesen Einrichtungen ist der finanzielle Druck groß. Sowohl die Hilfebedürftigen, als auch ihre Pfleger, leben und arbeiten in einem System, welches für Menschlichkeit weder Geld noch Zeit eingeplant hat.

Das Buch ist bereits einige Jahre alt. Die „Corona-Krise 2020“ hat den Blick der Öffentlichkeit wieder auf die Pflegekräfte gelenkt. Sie werden als Helden präsentiert und beklatscht. Aber Auswirkungen auf ihren Arbeitsalltag dürfte es nicht geben. Denn mir wurde nach dem Lesen des Buches bald klar, dass sich kaum etwas an den Bedingungen für Pflegebedürftige und ihren Pflegern getan hat. Sie leben immer noch unter der Profitgier und Spardruck ihrer Firmen und der Politik. So lange es noch Pflegepersonal gibt, welches aus eigener Not heraus bereit ist, für noch weniger Geld zu arbeiten, dürften auch keine großen Änderungen zu erwarten sein.

Dieses Buch zeigt, wie wertvoll ein Mensch ist und wie mit dem Menschen umgegangen wird. Er ist ein Kostenfaktor, welcher ruckzuck abgearbeitet werden muss, damit noch Zeit für den nächsten Kostenfaktor bleibt. Markus Breitscheid bietet einen sehr guten Einblick in eine Realität, die all zu gerne verdrängt wird.