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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.06.2019

Der Hypnotiseur

Der Hypnotiseur
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Ein Mann wird brutal ermordet auf einem Sportplatz aufgefunden. Als die Polizei seine Frau darüber informieren möchte, finden die Beamten die Frau und ihre Tochter ebenfalls ermordet auf. Der Sohn ist ...

Ein Mann wird brutal ermordet auf einem Sportplatz aufgefunden. Als die Polizei seine Frau darüber informieren möchte, finden die Beamten die Frau und ihre Tochter ebenfalls ermordet auf. Der Sohn ist schwer verletzt, eine weitere Tochter ist spurlos verschwunden. Kommissar Joona Linna setzt auf die Hilfe des Hypnotiseurs Erik Maria Bark. Was der Junge unter der Hypnose erzählt, ist einfach grauenhaft. Der erste Kriminalfall von Kommissar Joona Linna ist nicht nur für den Kommissar nervenaufreibend.

Dabei ist das Buch zu Beginn recht eintönig, und der Leser erhält eher ein paar Hintergrundinformationen. Doch dann steigert sich die Spannung enorm. Lars Kepler versteht es, immer noch mehr drauf zu setzen. Detailreich erfährt der Leser aus verschiedenen Sichtweisen und Zeitebenen Stück für Stück die Zusammenhänge.

Der gute Schreibstil sowie bildliche Schilderungen von Umgebung und Personen lassen einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Seiten fliegen nur so dahin. Die Geschichte und Figuren verfolgen den Leser noch lange nach Beendigung des Romans.

Die einzelnen Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Von geheimnisvoll bis psychisch gestört ist alles dabei. Je mehr Wendungen geschehen, werden einzelne Figuren wieder mit ganz anderen Augen gesehen.

Hinter Lars Kepler steckt das Ehepaar Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril. Mit Kriminalkommissar Joona Linna ist ihnen eine wunderbare Figur eingefallen. Ein gelungener Auftakt der Reihe.

Veröffentlicht am 02.06.2019

Unter dem Messer

Unter dem Messer
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Im Turner Hospital steht ein Meilenstein in der Geschichte der Chirurgie an. Dr. Rita Wu soll die erste vollständig robotergesteuerte Operation vorführen. Doch kurz vor Beginn der OP hört sie im Kopf eine ...

Im Turner Hospital steht ein Meilenstein in der Geschichte der Chirurgie an. Dr. Rita Wu soll die erste vollständig robotergesteuerte Operation vorführen. Doch kurz vor Beginn der OP hört sie im Kopf eine Stimme. Es ist die von Morgan Finney. Dieser hat Rita ein Nano-Implantat eingepflanzt, wodurch nur sie ihn hören kann. Finney will Rache, denn Rita ist für den Tod seiner Frau verantwortlich.

Dieser Medizin-Thriller spielt mit der Ur-Angst, anderen Menschen oder Maschinen hilflos ausgeliefert zu sein. Aus den Sichtweisen der handelnden Personen geschrieben, ist der Leser an allen Figuren nah dran. Rückblicke zeigen, wie es überhaupt zu dieser Situation kommen konnte. Leider sind diese manchmal zu ausschweifend, und der Kontakt zur eigentlichen Geschichte geht etwas verloren.

Hinzu kommt ein eher sachlicher Schreibstil mit wenigen spannenden Geschehnissen. Erst das Finale bietet endlich die gewünschte Spannung. Die Situationen mit der Maschine und was sie alles zu leisten vermag, sorgen während des Lesens für eine leichte Gänsehaut.

Kelly Parsons hat einen interessanten Thriller geschrieben, der noch mehr Potential zu bieten hätte. Eine Verbindung zu den Figuren konnte ich nicht aufbauen, was vielleicht auch mit dem Mangel an Spannung zu tun haben könnte.

Insgesamt ist „Unter dem Messer“ ein gutes Buch und kann den ein oder anderen Leser besser packen, als es bei mir der Fall war.

Veröffentlicht am 05.05.2019

Wie Mauern so kalt

Grenzfälle. Wie Mauern so kalt.
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Im Januar 2018 bebt in den Niederlanden bei Groningen die Erde. Die Gasförderung fordert ihren Tribut, und viele Bewohner müssen ihre Häuser verlassen, da diese unbewohnbar geworden sind. Ein halbes Jahr ...

Im Januar 2018 bebt in den Niederlanden bei Groningen die Erde. Die Gasförderung fordert ihren Tribut, und viele Bewohner müssen ihre Häuser verlassen, da diese unbewohnbar geworden sind. Ein halbes Jahr später wird eine deutsche Studentin in Onderdendam ermordet aufgefunden. Es ist der erste Fall für das ostfriesisch-niederländische Ermittlerteam Sophie Reimers und Arie van Dijk.

Was für eine Geschichte und ein tolles Ermittlerteam! Langsam baut sich die Spannung auf, bis sie fast nervenzerreißend ist. Autorin Elke Bergsma findet die richtigen Worte und Zeitpunkte, um Wendungen oder Überraschungen einzubauen.

Die Figuren sind durchweg gut ausgearbeitet und erreichen den Leser auf allen Ebenen. Das Buch liest sich schnell, obwohl so manches Wort in den Fußnoten nachgeschlagen werden muss, falls man nicht aus der Region stammt und die Worte und Ausdrücke nicht kennt.

Die Autorin steckte auch viel Liebe in Details, auf die ich leider nicht eingehen kann, ohne zu spoilern. Aus diesem Grund muss ich über einiges, was mir besonders gut gefallen hat, leider schweigen. Es ist ein wunderbares Buch, welches ein gutes Kopfkino erzeugt hat.

Veröffentlicht am 05.05.2019

Blonder wird’s nicht – (K)ein Friseur-Roman

Blonder wird's nicht
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Maja hat mit ihrem Bio-Friseursalon, ihren besonderen Kunden sowie ihrem pubertierenden Sohn Willi alle Hände voll zu tun. Ihr Freund Robin ist ihr dabei keine Hilfe, und ihre Tante Ruth schleppt auch ...

Maja hat mit ihrem Bio-Friseursalon, ihren besonderen Kunden sowie ihrem pubertierenden Sohn Willi alle Hände voll zu tun. Ihr Freund Robin ist ihr dabei keine Hilfe, und ihre Tante Ruth schleppt auch noch Olga an. Olga soll ihre Ausbildung bei Maja machen. Die junge Dame geizt jedoch nicht mit ihren Reizen und verhält sich merkwürdig. Maja hat dadurch direkt Vorurteile gegen Olga. Dann entdeckt Maja auch noch, dass ihr Sohn Drogen nimmt. Schlimmer kann es doch nicht mehr kommen, oder?

Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine haarsträubende Geschichte. Eine irre Gegebenheit wird von der nächsten getoppt, und Majas Leben wird immer chaotischer. Während des Lesens werden die Figuren immer sympathischer. Sie sind gut ausgearbeitet und entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter.

Ellen Berg schafft es gekonnt, Personentypen zu zeichnen, die ein klein wenig überspitzt und doch nah an der Realität sind. Jede Figur hat ihre ganz spezielle Aura und gewinnt den Leser dadurch für sich.

Große Spannung sollte man von der Geschichte jedoch nicht erwarten. Sie hat ein gutes Niveau, welches von Beginn bis zum Ende bleibt. Die Autorin findet passende Worte, und durch einen guten Schreibstil ist der Roman schnell gelesen.

Viele kleine Botschaften sind in diesem Buch geschickt eingebaut. Die wichtigste ist wohl die, dass man Menschen nicht nach ihrem Aussehen beurteilen, sondern hinter die Fassade schauen sollte. „Blonder wird’s nicht – (K)ein Friseur-Roman“ ist eine unterhaltsame Geschichte, die schöne Lesestunden verspricht.

Veröffentlicht am 05.05.2019

Kleine Scheißer in großen Gärten – Eine Vorstadtmutter schlägt sich durch

Kleine Scheißer in großen Gärten
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Raus aus der Stadt und rein in deren Speckgürtel. Ein Haus in einer ruhigen Sackgasse auf dem Land. Genau das will Benni-Mama, und bald darauf wohnt sie mit ihrer Familie in einer ganz anderen Welt.

Eltern, ...

Raus aus der Stadt und rein in deren Speckgürtel. Ein Haus in einer ruhigen Sackgasse auf dem Land. Genau das will Benni-Mama, und bald darauf wohnt sie mit ihrer Familie in einer ganz anderen Welt.

Eltern, aber wohl vor allem die Mütter, werden viele geschilderte Situationen so oder so ähnlich kennen und Benni-Mama verstehen. Mir persönlich waren die einzelnen Situationen zu oberflächlich gehalten. Was aber vielleicht daran gelegen haben könnte, dass die vorhandenen Steilvorlagen bei mir als Nicht-Mama keine Erinnerungen an ähnliche Begebenheiten ausgelöst haben.

Es ist ein unterhaltsames kurzweiliges Buch, welches sich gut lesen lässt. Benni-Mama hat einen angenehmen Erzählstil, und das Buch ist schnell ausgelesen. „Kleine Scheißer in großen Gärten“ ist Teil zwei einer Reihe, kann aber unabhängig gelesen werden.

Am Ende des Buches ist ein Bildchen, welches genau zeigt, wo die einzelnen Nachbarn ihre Häuser haben. Zu Beginn des Buches werden diese mit ihren Eigenheiten kurz vorgestellt. Der Leser kann somit jederzeit nachsehen, wo und bei wem sich die Handlung gerade abspielt.