Bildgewaltiges Barcelona
Das Spiel des Engels"Die Seiten ergossen sich ohne Gewissen und Maß, ohne weitere Absicht, als Sinne und Gedanken zu verhexen und zu vergiften. Längst dachte ich nicht mehr an den Patron, seine Belohnung oder seine Forderungen. ...
"Die Seiten ergossen sich ohne Gewissen und Maß, ohne weitere Absicht, als Sinne und Gedanken zu verhexen und zu vergiften. Längst dachte ich nicht mehr an den Patron, seine Belohnung oder seine Forderungen. Ich schrieb, um die Welt in Brand zu stecken und mit ihr zu verbrennen."
Der Schriftsteller David Martín sieht die großen Erwartungen an sein Leben an sich vorbeiziehen: Er schreibt nicht die ernsthaften Geschichten, die er sich wünscht, seine große Liebe verlässt ihn und schließlich wird er krank. Als ihm ein mysteriöser Verleger ein Angebot macht, versteht David nicht, auf wen er sich da eingelassen hat.
Der Autor beweist auch hier wieder sein erzählerisches Talent, er malt förmlich Bilder Barcelonas für den Leser. Hinzu kommen viele kleine, mysteriöse Momente und sagen wir mal interessante Szenen, u.a. auf einem Friedhof. Da fragt man sich schon: Was ist real und was entspringt der Fantasie der Hauptfigur? Das Schicksal von David regt zum Nachdenken an, was wirklich wichtig ist im Leben. Das Ende war dann doch recht verwirrend, ich hoffe das klärt sich noch im nächsten Band. Insgesamt ein guter Roman, der jedoch nicht so viel Tiefe wie "Der Schatten des Windes" hat und damit zwangsläufig hinter diesem zurückbleibt.