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Schkob

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.11.2024

Reclaim your Pain!

Unversehrt. Frauen und Schmerz
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Für mich ist Unversehrt ein wichtiges und unglaublich relevantes Buch. Zunächst ist es sehr gut recherchiert, die Autorin hat zu jeden der neun Kapitel im Anhang ein Leseverzeichnis eingefügt, in dem man ...

Für mich ist Unversehrt ein wichtiges und unglaublich relevantes Buch. Zunächst ist es sehr gut recherchiert, die Autorin hat zu jeden der neun Kapitel im Anhang ein Leseverzeichnis eingefügt, in dem man bei Interesse Hintergrundinformationen selbst weiter erkunden kann. Auch die im Buch verteilten Fußnoten sind sehr lesenswert von weitergehenden Information bis zu fast schon amüsanten oder erschreckenden Anekdoten.
Inhaltlich beinhaltet das Buch viel Wissen über Missstände in der Medizin bis zum alltäglichen Umgang mit Schmerzen, denen wir Frauen täglich ausgesetzt sein können. An vielen Stellen wird mir klar, dass ich mit meinen Erfahrungen nicht alleine bin und es sehr vielen Anderen auch so geht. Das Tabu über Schmerz zu sprechen und sich im Hintergrund zu halten, bloß nicht mit Klagen aufzufallen, hat sich auch in mir gefestigt. Obwohl ich in einer Generation aufgewachsen bin, die wesentlich offener mit einigen Themen umgeht. So entstand auch das Gefühl, dass man nur individuell betroffen ist. Unversehrt öffnet mir als Leserin die Augen und lässt mich erkennen, dass es nicht normal ist, monatlich zu leiden, nicht mehr stehen zu können oder sich vor Schmerzen zu übergeben. Es ist auch nicht annehmbar, dass unsere Schmerzen nicht ernst genommen werden oder verharmlost werden. Man sollte nicht für alles einfach eine Schmerztablette nehmen, nach dem Motto: dann geht es schon wieder. Danke für dieses Buch, danke für die wichtigen Informationen und Erfahrungen, danke das dieses Thema mehr Raum bekommt. Und bitte lest es, egal ob es euch betrifft oder die Frauen in eurem Umfeld.

Veröffentlicht am 01.11.2024

Bewegende Schicksale

La Louisiane
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Das Buch La Louisiane handelt von drei Frauen, die in eine französische Kolonie gezwungen werden, um dort diese aufrecht zu erhalten.
Es ist ein packendes Buch mit einem fast vergessenen Teil der französischen ...

Das Buch La Louisiane handelt von drei Frauen, die in eine französische Kolonie gezwungen werden, um dort diese aufrecht zu erhalten.
Es ist ein packendes Buch mit einem fast vergessenen Teil der französischen Geschichte. Die drei Protagonistinnen sind feinfühlig beschrieben, passend zur Zeit des 18 Jahrhunderts. In den Bann ziehend erzählt Julia Malye von amerikanischer Kolonialgeschichte, unumgänglichen Konflikten und den grausamen Umgang mit Menschen. Ein Buch, welches man kaum noch aus der Hand legen kann, wenn man einmal beginnt es zu lesen. Mir gefällt auch die Umschlaggestaltung sehr gut, mit den passend auf das Coverbild abgestimmten Schriftfarben. Bei La Louisiane stimmt nicht nur das Äußere auch erwartet uns eine spannende, mitreißende Geschichte. Insgesamt gebe ich dem gelungenen Roman vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 06.10.2024

Spannende Biografie einer Antiheldin

Wallis Simpson
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Wallis Simpson von Michaela Lindinger ist eine toll geschriebene Biografie in einer wunderschönen Aufmachung. Das rote, simpel gehaltene Cover zieht sich als Designvorlage durch das ganze Buch. Die Textpassagen ...

Wallis Simpson von Michaela Lindinger ist eine toll geschriebene Biografie in einer wunderschönen Aufmachung. Das rote, simpel gehaltene Cover zieht sich als Designvorlage durch das ganze Buch. Die Textpassagen werden mit ansprechend gestalteten schwarz weiß Fotografien ergänzt.
Lindinger beschreibt das ganze Leben von Wallis Simpson anschaulich und beleuchtet informativ ihre frühe Jugend und Kindheit, die maßgeblich ihr späteres Verhalten prägt. Durch die lebendige Erzählweise zieht das Buch die Leser*innen in den Bann. In ein paar Tagen habe ich die Geschichte rund um die Protagonistin und die royale Familie verschlungen und war begeistert. Es ist eine spannende Biografie über das Leben und Wirken einer Persönlichkeit, die in ihrem Leben viele negative Schlagzeilen erlebte und trotzdem konsequent ihren eigenen selbstbestimmten Weg ging.

Veröffentlicht am 06.10.2024

Nicht nur Okay

Okaye Tage
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Okaye Tage ist der Debütroman der in London lebenden Schwedin Jenny Mustard, in dem sich die Protagonistinnen Luc und Sam über einen Sommer in London auf Ihre Liebesgeschichte einlassen. Ich mag die charmanten ...

Okaye Tage ist der Debütroman der in London lebenden Schwedin Jenny Mustard, in dem sich die Protagonistinnen Luc und Sam über einen Sommer in London auf Ihre Liebesgeschichte einlassen. Ich mag die charmanten Charaktere mit ihren so offensichtlichen Fehlern. Sie gehen erfrischen ehrlich mit sich um, reflektieren ihre Handlungen und wo sie sich auch einmal falsch verhalten. Die Beziehung der Beiden erhält so eine Leichtigkeit und macht sie authentisch.
Auch Sams Freund
innen und Lucs Wahlfamilie sind schöne Charaktere, die mich mit Ihrer Art begeistern und die Charakteristik der Protagonist*innen unterstreicht.
Ich mochte die Handlung, das Setting und das Cover, welches frisch sommerlich daherkommt.
Für mich war Okaye Tage mehr als okay und hat mich wirklich beeindruckt. Eine klare Empfehlung für alles die Liebesgeschichten mögen.

Veröffentlicht am 15.09.2024

Der Einsamkeit ins Gesicht sehend

Ich komme nicht zurück
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„Ich komme nicht zurück“ von Rasha Khayat handelt von Hanna, die sich in Zeiten von großer Einsamkeit auf die Suche nach ihrer alten Freundin Zeyna begibt und dort eine Reise in ihre Vergangenheit von ...

„Ich komme nicht zurück“ von Rasha Khayat handelt von Hanna, die sich in Zeiten von großer Einsamkeit auf die Suche nach ihrer alten Freundin Zeyna begibt und dort eine Reise in ihre Vergangenheit von Kindesalter bis zur Gegenwart macht.
Ein gutes Buch ist immer zu kurz so heißt es und dieses Zitat passt genau zu Khayats Roman. Auf ca. 170 Seiten werden wir in den Bann gezogen, erleben das Innerste von Hanna und ihren geliebten Menschen. Spüren ihre Einsamkeit, Hoffnung, Trauer und den Frust, nichts an einer Situation ändern zu können und sich machtlos zu fühlen. Ich mochte die Figuren, die Freundschaft zwischen Cem, Zeyna und Hanna, deren Familien, die die Drei wie ein sicheres Netz umspannten und sie mit der Zeit gehen lassen mussten.
„Ich komme nicht zurück“ ist wunderschön geschrieben, ganz fein in seinen Nuancen und doch ausdrucksstark und fordernd. Das Buch lässt uns traurig, wütend und doch freudestrahlend zurück und somit ist es eine absolut empfehlenswerte Lektüre.