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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2024

Viel besser als erwartet

Dirty Diana: Das Erwachen
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Nachdem ich erst neulich ein Buch mit ähnlichem Thema gelesen hatte, dass so gar nichts für mich war, dachte ich, diese Art von Büchern würde mir nicht liegen und wollte nur mal kurz ins Buch reinhören. ...

Nachdem ich erst neulich ein Buch mit ähnlichem Thema gelesen hatte, dass so gar nichts für mich war, dachte ich, diese Art von Büchern würde mir nicht liegen und wollte nur mal kurz ins Buch reinhören. Aber ich hatte mich getäuscht. "Dirty Diana. Das Erwachen" hat mich definitiv positiv überrascht und ich freue mich sehr auf den zweiten Teil.

Der Inhalt des Romans basiert auf dem gleichnamigen Podcast, der von Demi Moore produziert wird. Das Buch erzählt angelehnt an die Erlebnisse verschiedenster Frauen die Geschichte von Diana. Diana ist eigentlich glücklich verheiratet, arbeitet in einem Bürojob und hat ein 5jähriges Kind. Allerdings kriselt es in ihrer Ehe auf der sexuellen Ebene und Diana distanziert sich immer weiter von ihrem Mann. Gleichzeitig entdeckt sie ihr altes Projekt wieder, bei dem ihr Frauen ihre sexuellen Fantasien erzählt haben und sie diese, auf Grundlage dieser Interviews, gemalt hat.

Der Schreibstil der Autorinnen ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Handlung hat mich erstaunlich schnell mitgerissen und ich konnte das Buch bzw. Hörbuch kaum aus der Hand legen, weil es so fesselnd war und ich unbedingt wissen musste, wie es mit Diana weitergeht. Und nicht zuletzt sind die spicy Szenen wirklich heiß, die skippe ich normalerweise oft, hier habe ich gerne zugehört, weil es einfach gut geschriebene erotische Sequenzen sind. Vor allem die Storyline in der Vergangenheit mit Dianas Exfreund war toll.

Auch das Hörbuch kann ich empfehlen. Nora Schulte macht als Sprecherin einen super Job!

Fazit: Leseempfehlung für diese positive Überraschung! 4,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Humorvolle Gesellschaftskritik

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Das neue Buch von Anika Decker hat mich gut unterhalten und spricht wichtige Themen an.

Nina ist fast fünfzig und geschieden. Ihr Exmann lebt mit seiner neuen viel jüngeren Frau, die Influencerin ist, ...

Das neue Buch von Anika Decker hat mich gut unterhalten und spricht wichtige Themen an.

Nina ist fast fünfzig und geschieden. Ihr Exmann lebt mit seiner neuen viel jüngeren Frau, die Influencerin ist, in Grunewald der Familienvilla, während sie in einer kleinen Wohnung in einem weniger guten Stadtteil wohnt und mit ihrem Job und ihrer Lebenssituation hadert. Als sie sich in den dreißigjährigen David verliebt, finden das sowohl ihre zwei erwachsenen Kinder als auch ihre Mutter und Schwester gar nicht witzig und sie weiß auch nicht so recht, was sie davon halten soll. Allerdings hat sie nicht nur mit ihren Zweifeln und ihrer Familie zu kämpfen, den in ihrem Unternehmen gibt es einen großen MeToo Skandal, der sie alles andere als kalt lässt.

Da ich Anika Deckers Schreibstil schon kannte, musste ich dieses Buch unbedingt lesen. Und er ist auch dieses Mal wieder auf den Punkt und super humorvoll. Ich musste ganz oft kichern, aber es ist nie zu viel, sie schafft es ernste und lustige Momente miteinander zu verbinden, so dass es sich die Waage hält.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, ich mochte sowohl die Entwicklung von Nina als auch von ihrer Schwester Lena, die man anfangs nur schwer sympathisch finden kann. Am besten hat mir aber die Verknüpfung der Themen wie Selbstentwicklung, Liebe etc. mit gesellschaftskritischen und feministischen Themen gefallen.

Zwischendurch war es mir etwas zu langgezogen, ein paar weniger Seiten hätten dem Buch nicht geschadet. Alles in allem aber ein tolles Buch für zwischendurch, das trotz seiner ernsten Themen sehr unterhaltsam ist.

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Veröffentlicht am 18.12.2024

Emotionales und spannendes Retelling

A Song to Drown Rivers
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"A song to drown rivers" ist ein Retelling einer alten chinesischen Legende um die Schönheit Xi Shi, die sowohl emotional als auch spannend ist und viele kluge Gedanken enthält.

Xishi wohnt mit ihrer ...

"A song to drown rivers" ist ein Retelling einer alten chinesischen Legende um die Schönheit Xi Shi, die sowohl emotional als auch spannend ist und viele kluge Gedanken enthält.

Xishi wohnt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf. Ihr Leben ist entbehrungsreich und die Familie trauert um ihre jüngste Tochter, die während des Krieges ermordet wurde. Xishi ist eine bekannte Schönheit, zu ihrem Schutz darf sie das Haus nur verhüllt verlassen. Eines Tages wird sie von Fanli, dem Berater des alten Königs der Yue, aufgesucht, der sie zu einer Spionin ausbilden will, um Rache zu üben und den neuen König der feindlichen Wu zu stürzen. Während der 10-wöchigen Ausbildung kommen Xishi und Fanli sich näher, aber weil die Rache und das Königreich vorgehen, wird Xishi trotzdem als Konkubine in den Palast geschickt, um den König zu bezirzen.

Ich mochte den Ann Liangs Schreibstil richtig gerne und war schon nach wenigen Seiten komplett in der Geschichte. Die Figuren sind richtig toll ausgearbeitet, vor allem die starke und kluge Protagonistin hatte es mir angetan. Aber auch der Wu-König und der Berater sind großartige Figuren. Die Romancestory ist schön, machte für mich aber nicht den Hauptreiz der Geschichte aus.

Am besten fand ich das Ende, darauf kann ich hier natürlich nicht eingehen, aber das ist wirklich grandios in vielerlei Hinsicht.


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Veröffentlicht am 16.12.2024

Poetisch, intensiv und berührend

Über allen Bergen
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"Über allen Bergen" hat mich in die Berge entführt und verzaubert. Ein Buch, wie ein Gemälde und ein Lesehighlight, das noch lange nachhallen wird.

Vadim ist Jude und ist im Paris des Vichy-Regimes nicht ...

"Über allen Bergen" hat mich in die Berge entführt und verzaubert. Ein Buch, wie ein Gemälde und ein Lesehighlight, das noch lange nachhallen wird.

Vadim ist Jude und ist im Paris des Vichy-Regimes nicht mehr sicher, deswegen wird weit entfernt von seiner Heimat in einem Bergdorf versteckt, was auch seinem Asthma zugutekommt. Von nun an ist er Vincent und lebt bei einer Bauernfamilie, die ihm Wärme und ein Zuhause geben. Allerdings sind die Auswirkungen des Krieges auch bald im entlegensten Winkel Frankreichs zu spüren.

Valentine Goby erzählt Vadims Geschichte in einer wunderschönen, sehr detaillierten und bildhaften und vor allem poetischen Sprache. Der Leser erkundet mit dem Jungen die Berge, selten konnte ich mir bei einem Buch die Umgebung so gut vorstellen, wie in diesem Buch. Man ist mit allen Sinnen involviert. Vadim sieht die Berge zum ersten Mal, nimmt alles in sich auf und ist von den Bergmassiven, dem Schnee und der wilden Natur verzaubert und beobachtet fasziniert den Wechsel der Jahreszeiten. Aber auch die Menschen nehmen einen wichtigen Platz in seinem Leben ein. Die Bauernfamilie mit Blanche und ihrem Mann Albert, dessen Bruder Eloi und dem Opa Louis, die ihn wie einen Sohn aufnehmen. Und Moinette, die Nachbarstochter, in der er eine treue Freundin findet und die ihn das Leben in den Bergen einführt.

Ich habe die ruhig erzählte Geschichte, die man nicht mal eben schnell weg liest, sehr genossen. Die Naturbeschreibungen und das entbehrungsreiche Leben der Bergbauern haben mich zugleich fasziniert und gefesselt. Dieses Buch ist nicht zu Unrecht der Buchhändlerliebling aus Frankreich. Eine absolute Leseempfehlung für alle Naturliebhaber, die ruhige Bücher mögen! 5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 02.12.2024

Unbefriedigend

Ich fürchte, Ihr habt Drachen
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Das Cover, die Idee und der Klappentext hörten sich vielversprechend an, die Umsetzung hat mir nicht gefallen.

In "Ich fürchte, ihr habt Drachen" geht es um Robert, der Drachentöter ist, Drachen aber ...

Das Cover, die Idee und der Klappentext hörten sich vielversprechend an, die Umsetzung hat mir nicht gefallen.

In "Ich fürchte, ihr habt Drachen" geht es um Robert, der Drachentöter ist, Drachen aber insgeheim mag und eigentlich einen anderen Traum hat. Um eine Prinzessin, die von ihren Eltern verheiratet werden soll, obwohl sie nicht so wirklich Lust darauf hat, bis sie auf Reginald stößt. Und um diesen Prinzen, der die Verantwortung und sein Erbe nicht haben möchte, aber zum Helden gemacht werden soll.

Der Einstieg in das Buch war sehr amüsant, Beagles Erzählweise trieft anfangs geradezu vor Sarkasmus. Es hat angefühlt wie eine ironische Märchennacherzählung, was auch zur überschaubaren Länge des Buches passt.

Allerdings konnte mich die Geschichte nicht richtig überzeugen. Die Charaktere bleiben sehr flach und sind überhaupt nicht greifbar. Einzig bei Robert mit seinen Schuldgefühlen gegenüber den Drachlingen war es etwas besser und ich konnte mich in ihn hineinversetzen. Ein paar der Erzählstränge werden nicht zu Ende erzählt und andere Themen wurden nur kurz abgehandelt, was einen unbefriedigt zurücklässt. Und dazu ist auch nicht jede Handlung oder Motivation nachvollziehbar. Die Liebesgeschichte fand ich überflüssig und vorhersehbar. Wäre das Buch nicht so kurz gewesen, hätte ich es abgebrochen.

2,5/5 Sterne

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