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Veröffentlicht am 27.01.2022

Keine Diät, sondern neuer Ernährungsstil

Schlank für Faule
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Keine Diät, sondern ein neues Mindset, einen neuen Lebensstil, empfiehlt Carsten Lekutat in seinem Ratgeber „Schlank für Faule“. Eigentlich wissen wir es ja alle, dass ein paar Wochen Diät nicht grundlegend ...

Keine Diät, sondern ein neues Mindset, einen neuen Lebensstil, empfiehlt Carsten Lekutat in seinem Ratgeber „Schlank für Faule“. Eigentlich wissen wir es ja alle, dass ein paar Wochen Diät nicht grundlegend etwas verändern wird, dennoch fand ich das Hörbuch sehr motivierend. Es war nicht unbedingt vieles neu, aber es war dennoch gut, dass es noch einmal jemand auf den Punkt gebracht hat und Tipps gegeben hat, wie es mit der grundlegend Ernährungsumstellung klappen könnte. Wie wahrscheinlich jeder möchte ich gefühlt schon mein Leben lang 5 Kilo abnehmen. Man ist zunächst hoch motiviert, dann lässt man es wieder schleifen. Statt es schleifen zu lassen, weil die Pfunde gerade mal nicht mehr so purzeln, sollte man aber gerade in diesen Plateauphasen darauf achten, seine neuen Gewohnheiten zu festigen und sich nicht frustrieren lassen, rät Lekutat.
Amüsant geschrieben und ebenso vorgetragen von Sprecher Oliver Ernst Schönfeld, hat das Buch mir vielleicht keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse geliefert, mich aber dennoch Ideen gegeben, an welchen Schrauben ich drehen könnte, um meine Gewohnheiten grundlegend zu ändern. Den Rezeptteil habe ich ehrlich gesagt übersprungen. Rezepte vorgelesen zu bekommen, fand ich doch zu gewöhnungsbedürftig, da wäre ich mit dem Buch wahrscheinlich besser zurecht gekommen.
Andererseits fand ich den Rest des Ratgebers gerade als Hörbuch motivierend und bin mir nicht sicher, ob ich da nicht beim gedruckten Werk eher viele Seiten nur überflogen hätte.
Mal sehen, ob ich mithilfe dieses Buchs die geplanten 5 Kilos endlich zu Fall bringe.

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Veröffentlicht am 26.01.2022

Spannendes aus Südtirol

Bei den Tannen
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Die imposante Bergwelt der Dolomiten, eigenbrötlerische Einheimische, tief in die Seele verwurzelter Hexenglaube. Das sind nur einige Zutaten des Krimis“Bei den Tannen“, mit dem uns der Bozener Schriftsteller ...

Die imposante Bergwelt der Dolomiten, eigenbrötlerische Einheimische, tief in die Seele verwurzelter Hexenglaube. Das sind nur einige Zutaten des Krimis“Bei den Tannen“, mit dem uns der Bozener Schriftsteller Lenz Koppelstädter in seine Heimat führt, genauer gesagt ins Sarntal.

Dort kommt die einflussreiche Gourmetkritikerin Carla Manfredi unter mysteriösen Umständen im Spitzenrestaurant „Das Tan“ zu Tode. Besitzerin und Köchin im Restaurant ist Hedwig Jöchler, die wie ihre Schwestern und Mutter im Dorf als Hexe verschrien ist. Hat diese etwa die tödliche Wirkung von Giftkräutern ausgenutzt, um zu verhindern, dass ihrem Restaurant die Sterne der Sette Forchette, einer Gourmetzeitschrift, die selbst den Guide Michelin in den Schatten stellt, aberkannt wird. Oder versucht ihr jemand aus dem Dorf, der ihr den Erfolg neidet, etwas anzuhängen.
Comissario Grauner und sein Team begeben sich auf Spurensuche und die führt sie nicht nur ins Sarntal, sondern bis nach Venedig.

Die ganz große Frage, die sich mir jedoch stellt: Weshalb hat mein italophiles Ich erst jetzt von Lenz Koppelstätters großartiger Krimireihe erfahren? Wie konnte Comissario Grauner sechs Fälle von mir unbemerkt lösen? Sollte ich mir doch öfter die Spiegel-Bestsellerliste zu Gemüte führen?

Wirklich spannende Unterhaltung, durch die historischen Ausführungen zum Hexenglauben in der Gegend stellenweise auch sehr mysteriös. Dazu trägt besonders der hervorragende Vortrag des Sprechers Uve Teschner bei.


Besonders möchte ich alles Knödelliebhaberin betonen, dass es längst überfällig war, dass diesen in der Literatur die Stellung zukommt, die sie verdienen. Comissario Grauner und ich teilen hier nämlich eine Leidenschaft, wenn auch ich die bayerische Semmelknödelvariante noch ein klein wenig mehr liebe.


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Veröffentlicht am 05.01.2022

Hintergrundwissen bei der Lektüre durchaus hilfreich

Der Schattenkönig
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Die Autorin Maaza Mengiste greift in dem Buch „Der Schattenkönig“ ein Thema auf, das mir nur wenig präsent war. Mussolinis Invasion in Äthiopien 1935 und der Widerstand der Äthiopier und vor allem auch ...

Die Autorin Maaza Mengiste greift in dem Buch „Der Schattenkönig“ ein Thema auf, das mir nur wenig präsent war. Mussolinis Invasion in Äthiopien 1935 und der Widerstand der Äthiopier und vor allem auch der Äthiopierinnen.
Diese Wissenslücke wollte ich im Rahmen eines guten Romans schließen. Am Anfang war ich von der Geschichte um die verwaiste Hirut, die als Dienstmädchen eines Offiziers des äthiopischen Kaisers Haile Selassie arbeitet, fasziniert, denn Mengiste beschreibt Hiruts Alltag und die alltägliche Gewalt, die ihr in der Familie des Offiziers - besonders durch dessen Frau - widerfährt sehr eindringlich. Auch das erste Auftreten des Chors, wie man es aus griechischen Tragödien kennt, um dem Leser noch etwas mehr Hintergrund zu den Charakteren zu geben, fand ich am Anfang eine interessante und spannende Idee.
Doch anstatt des erwarteten Pageturners entwickelte sich das Buch für mich mehr und mehr zu harter Arbeit. Das lag zum einen daran, dass die Geschichte eher für Leser geschrieben ist, die die historischen Vorgänge bereits kennen. Ich musste sehr viel „googeln“, um Zusammenhänge erst einmal zu verstehen. Hier hätte ich es schön gefunden, wenn die Lektüre selbst meine Wissenslücken geschlossen hätte. Auch der Stil der Autorin, der mich am Anfang der Literatur noch fasziniert hatte, strengte mich irgendwann sehr an. Eine sicherlich sehr interessante Geschichte, die von einer talentierten Autorin gut umgesetzt wurde und bestimmt auch vielen Lesern gefallen wird, deren Lektüre für mich aber doch sehr mühsam war.

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Veröffentlicht am 30.12.2021

Zeitlos großartig

Farm der Tiere
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„All animals are equal, but some animals are more equal than others.” (Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher als die anderen.) Mit diesem Satz hat George Orwell in „Farm der Tiere“ trefflich ...

„All animals are equal, but some animals are more equal than others.” (Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher als die anderen.) Mit diesem Satz hat George Orwell in „Farm der Tiere“ trefflich erfasst, weshalb alle Versuche einer kommunistischen Gesellschaftsform bisher gescheitert sind. Dass das Anfang der 40er-Jahre des letzten Jahrhunderts verfasste Buch eine Parabel auf die geschichtlichen Ereignisse in der Sowjetunion im Anschluss an die Februarrevolution und die darauffolgende diktatorische Herrschaft Stalins sind, ist hinlänglich bekannt. Sollte ich das Buch also noch einmal lesen? Würde es mich 2021 gleichermaßen begeistern wie damals, als ich es als Schülerin gelesen hatte? Würde ich die Aussagen des Romans noch immer als aktuell empfinden? Absolut. Das Buch lohnt sich beim ersten wie beim wiederholten Mal lesen. Die Anspielungen auf die geschichtlichen Ereignisse in Russland damals eignen sich, das eigene Wissen darum wieder einmal aufzufrischen. Gleichzeitig ist es schon fast erschreckend, von welcher Aktualität das Buch weiterhin ist, und wie die Utopie, dass alle Menschen gleich sein sollten, leider immer wieder am Egoismus scheitert.

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Veröffentlicht am 28.12.2021

Unbedingt (noch einmal) lesen!

1984
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Den „Großen Bruder“ kennt sicherlich ein jeder seit Anfang der 2000er-Jahre, als Orwells dystopisches Horrorszenario aus seinem Roman 1984, in dem die Menschen der Totalüberwachung einer autoritären Partei ...

Den „Großen Bruder“ kennt sicherlich ein jeder seit Anfang der 2000er-Jahre, als Orwells dystopisches Horrorszenario aus seinem Roman 1984, in dem die Menschen der Totalüberwachung einer autoritären Partei unterworfen werden, für ein Realityshow-Format im Privatfernsehen teilweise umgesetzt wurde. Diese zweifelhafte Fernsehunterhaltung würde heute hoffentlich niemanden mehr vor den Bildschirm locken. Es gibt ja wahrlich Interessanteres als Lieschen Müller stundenlang bei allzu alltäglichen Handlungen zu beobachten.
Und hier sieht man einmal wieder aufs Neue, dass ein Buch, dass Literatur jede Fernsehunterhaltung um Längen schlägt. Denn den Roman von Orwell kann und sollte man unbedingt noch einmal lesen, auch wenn man diesen wie ich schon vor Jahren gelesen hat. Gut, der Vergleich hinkt ein wenig, war doch besagter Roman schon immer qualitativ wesentlich hochwertiger und hatte höhere Ziele als oben erwähntes Fernsehformat.
1984 ist sozusagen die Mutter aller Dystopien, auch wenn der Begriff im deutschsprachigen Raum damals noch nicht verwendet wurde. Der Roman galt und gilt, genau wie Orwells weiteres großes Werk „Farm der Tiere“ als Standardwerke für jeden, der sich mit den Wurzeln von Autoritarismus auseinandersetzen will.
Die Zukunft, die George Orwell uns malt, ist düster. In einer technologisch hoch fortgeschrittenen Welt werden die Menschen durch Dauerüberwachung kontrolliert und manipuliert. Mittels einer neuen Sprache soll letztendlich sogar das Denken, die Erinnerung an Vergangenes gesteuert werden. Schafft es Protagonist Winston Smith, sich dieser Kontrolle zu entziehen?
Es ist erschreckend, dass die Anspielungen an autoritäre Systeme, in denen Menschen unter Entbehrung, Unterdrückung und Terror leiden, heute noch so aktuell sind wie 1948, als Orwell diesen Roman verfasste. Auch die Zukunft, die der Autor sich damals ausgedacht hatte, klingt sogar nicht die verstaubt und altmodisch und das, obwohl 1984 inzwischen weit in der Vergangenheit liegt und wir gar manche technologische Neuerung haben, die sich Orwell nicht hätte erträumen können. Ein Buch, das man unbedingt (noch einmal) lesen sollte.

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