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WinfriedStanzick

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.10.2017

wie aus der zunächst vorherrschenden Angst vor einem Fremden so etwas wie Gemeinschaft entsteht.

Plötzlich war Lysander da
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Antje Damm, Plötzlich war Lysander da, Moritz Verlag 2017, ISBN 978-3-89565-344-5

Der lange Luis, die dicke Dora und die kleine Kathinka sind Mäuse, die in einer Höhle unter der Erde leben. Als eines ...

Antje Damm, Plötzlich war Lysander da, Moritz Verlag 2017, ISBN 978-3-89565-344-5

Der lange Luis, die dicke Dora und die kleine Kathinka sind Mäuse, die in einer Höhle unter der Erde leben. Als eines Tages der Briefträger einen Brief durch das Loch an die drei herunterlässt, sind sie sehr überrascht. Der Bürgermeister hat ihnen geschrieben, dass jemand bei ihnen einziehen soll, er kein zu Hause mehr hat. Die drei sind ganz aufgeregt, weil sie glauben, sie hätten keinen Platz und auch die Kartoffeln würden nicht reichen.
Doch sie trauen sich nicht, ihr Mäuseloch zu verrammeln und so steht am nächsten Tag ein Lurch namens Lysander aus dem weit entfernten Moor bei ihnen. Während er erschöpft auf der Bank schläft, finden die drei Mäuse in seinen Rucksack eine Tüte voller Körnchen.

Sie überlassen ihm ihre nie genutzte Badewanne und Lysander macht aus ihr etwas zunächst sehr seltsam Anmutendes, was sich aber bald als ein Segen entpuppen wird.

Ein schönes Buch, wie aus der zunächst vorherrschenden Angst vor einem Fremden so etwas wie Gemeinschaft entsteht.

Veröffentlicht am 02.10.2017

„Mikas Himmel“, von Meike Blatnik gefühlvoll übersetzt aus dem Niederländischen, ist ein warmherziges, sehr tröstliches Buch über das Abschiednehmen

Mikas Himmel
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Bibi Dumon Tak, Annemarie van Haeringen, Mikas Himmel, Gerstenberg 2017, ISBN 978-3-8369-5939-1

Mika ist der geliebte Hund der Familie. Wie lange er schon bei der Familie lebt, wird nicht erwähnt, nur ...

Bibi Dumon Tak, Annemarie van Haeringen, Mikas Himmel, Gerstenberg 2017, ISBN 978-3-8369-5939-1

Mika ist der geliebte Hund der Familie. Wie lange er schon bei der Familie lebt, wird nicht erwähnt, nur dass er eines Tages in seinem Körbchen liegt und während der Himmel grollt und der Regen rollt, er in der Gegenwart der Familie seinen letzten Atemzug macht. Offenbar hatten sie seinen Tod erwartet, vermutlich war Mika krank.

Die beiden großen Geschwister, ein Mädchen und ein Junge, legen Mika in ein großes Tuch und bringen ihn nach draußen, wo sie im Regen ein großes Loch im Garten ausheben. Der Kleiner Bruder hat vorher ganz sicher zum wolkenverhangenen Himmel gezeigt, um deutlich zu machen, wo er Mika jetzt geborgen weiß.

Er ist es auch, der, als Mika in einem Grab liegt, seine kleine Jacke über ihn ausbreitet und sich nicht davon abhalten lässt. Und weil er im Himmel etwas zum Spielen haben soll, holt er einen Ball und legt ihn ebenfalls in das Loch.

Und dann löchert er seine beiden großen Geschwister mit Fragen. Fragen, die den Alltag seines geliebten Hundes betreffen und die ihm helfen, Abschied von ihm zu nehmen. Und als er am nächsten ersten Morgen ohne Mika vorgibt ein Bellen zu hören aus dem Himmel, geben die beiden Großen zunächst vor, es auch zu hören. Und dann hören sie es wirklich …

„Mikas Himmel“, von Meike Blatnik gefühlvoll übersetzt aus dem Niederländischen, ist ein warmherziges, sehr tröstliches Buch über das Abschiednehmen. Durch den durchgehenden schwarzen Hintergrund der Seiten ist Schrift nicht leicht zu lesen, aber die dunkle Gestaltung entspricht der Stimmung der die Kinder, die von ihrem geliebten Hund Abschied nehmen.

Veröffentlicht am 02.10.2017

Ein schönes Bilderbuch für alle kleinen Eisenbahnfreunde.

Felix fährt Eisenbahn
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Sharon Rentta, Felix fährt Eisenbahn, Gerstenberg 2017, ISBN 978-3-8369-5976-6

Sharon Rentta hat ein unnachahmliches Talent, mit lustigen Tierfiguren und sich um sie rankende Geschichten, mit denen sich ...

Sharon Rentta, Felix fährt Eisenbahn, Gerstenberg 2017, ISBN 978-3-8369-5976-6

Sharon Rentta hat ein unnachahmliches Talent, mit lustigen Tierfiguren und sich um sie rankende Geschichten, mit denen sich die ihre Bilderbücher betrachtenden Kinder gleich identifizieren können, etwas zu beschreiben und zu erklären, wofür sich alle Kinder interessieren, nicht nur die kleinen Jungen. So hat sie etwa in ihrem Buch „Tobis Tierklinik“ 2011 Kindern einen wunderbaren und anschaulichen Überblick über das Innenleben eines Krankenhauses verschafft und in drei anderen Büchern mit männlichen Protagonisten erklärt, wie es auf einer Baustelle, bei der Feuerwehr und in einer Autowerkstatt zugeht.

In ihrem neuen Buch erzählt sie, wie der kleine Kater Felix mit seinem unternehmensfreudigen Großvater (so etwas lieben Kinder!) sich mit Zügen befasst. Beide lieben sie es, die unterschiedlichsten Züge zu beobachten und vor allen Dingen mit ihnen zu fahren. Lange Züge, schnelle Züge, langsame Züge, Personen-und Güterzüge – einfach alles wird in diesem Bilderbuch gezeigt und erklärt, was es an verschiedenen Züge gibt, wer sie im Stellwerk steuert und wie die Gleise und Weichen gewartet werden.

Als am Ende der Großvater als ehemaliger Lokführernach dem Ausfall eine schusseligen Lokführers. Der seine Brille kaputt gemacht hat, den Zug übernimmt, da ist nicht nur Felix froh und stolz, sondern die vielen anderen Tiere im Zug richtig erleichtert.

Ein schönes Bilderbuch für alle kleinen Eisenbahnfreunde.

Veröffentlicht am 02.10.2017

Für die Einspielung von vier ausgewählten Stories aus dem Buch für das vorliegenden Hörbuch hätte man keinen geeigneteren Sprecher finden können als den genialen Robert Stadlober, dessen Stimme und dessen Performance den Texten Watsky auf eine Weise gerec

Wie man es vermasselt
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George Watsky, Wie man es vermasselt (Hörbuch) Diogenes 2017, ISBN 978-3-257-80386-0

1986 geboren, ist der Rapper, Hip-Hop-Musiker und Slam Poet George Watsky in den USA schon lange ein bekannter Künstler, ...

George Watsky, Wie man es vermasselt (Hörbuch) Diogenes 2017, ISBN 978-3-257-80386-0

1986 geboren, ist der Rapper, Hip-Hop-Musiker und Slam Poet George Watsky in den USA schon lange ein bekannter Künstler, der 2006 zum ersten Mal auf sich aufmerksam machte.
Nun hat er sich in einem Buch mit biographisch geprägten Erzählungen aus seiner Jugend versucht und es ist ihm hervorragend gelungen. Witzig, frech und extrem unterhaltsam berichtet er in insgesamt 13 kürzen Erzählungen von Erfahrungen, die er gemacht hat mit Baseball, mit Frauen, als Bewohner einer WG und ganz zu Beginn des Buches mit dem Schmuggeln eines Stoßzahns eines Narwals für seine uralte Großmutter.

Selbstironisch, wie man es selten findet bei Schriftstellern, authentisch und scheinbar absolut ehrlich erzählt er in einer frischen Sprache und einem eigenen Stil, von dem man sicher bald noch mehr zu lesen bekommen wird, von persönlichen und intimen Erfahrungen, die ihn nicht immer im besten Licht dastehen lassen.

Ein junger Mann, der sich dem Leben aussetzt, seine eigenen Schwächen und Behinderungen (Epilepsie) annimmt und immer versucht, das Beste daraus zu machen.

Eine neue Stimme in der amerikanischen Literatur, die Diogenes durch die Übersetzung von Jenny Merling dem deutschsprachigen Publikum zugänglich macht.

Man mag gerne bald mehr davon.

Für die Einspielung von vier ausgewählten Stories aus dem Buch für das vorliegenden Hörbuch hätte man keinen geeigneteren Sprecher finden können als den genialen Robert Stadlober, dessen Stimme und dessen Performance den Texten Watsky auf eine Weise gerecht wird, die fast perfekt genannt werden muss. Man bedauert regelrecht, dass das Hörbuch nach vier Geschichten schon zu Ende ist.



Veröffentlicht am 02.10.2017

Besonders die Dialoge sind ein Genuss. Wer sich zwischen dem Buch und dem Hörbuch entscheiden will, sollte auf jeden Fall das Hörbuch wählen. Zum Weglachen.

Wiener Straße
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Sven Regener, Wiener Straße (Hörbuch), RoofMusic 2017, ISBN 978-3-86484-449-2

Nicht ganz chronologisch entführt Sven Regener in seinem neuen Roman den Leser seiner bisherigen Lehmann-Romane ins das Berlin ...

Sven Regener, Wiener Straße (Hörbuch), RoofMusic 2017, ISBN 978-3-86484-449-2

Nicht ganz chronologisch entführt Sven Regener in seinem neuen Roman den Leser seiner bisherigen Lehmann-Romane ins das Berlin im Jahr 1980. Frank Lehmann ist noch neu in Berlin, erinnert sich oft an seinen bisherigen Wohnort in der Neuen Vahr Süd. Irgendwie muss er sich durchschlagen und schließt sich einer verrückten Truppe an, die in der Zukunft sein Leben weiter beeinflussen wird.

Im Cafe Einfall in der Wiener Straße begegnen wir einer Gruppe von eigenwilligen Menschen und Charakteren, die Regener so überzeichnet, dass sich das Buch liest, wie man eine Sitcom anschaut. Man hört beim Lesen quasi die eingeblendeten Lacher. Die in der Nachbarschaft in einem besetzten Haus lebende Kunsttruppe ArschArt ist da keinen Deut besser. Ihr Boss P.Immel und der Aktionskünstler H.R. Ledigt halten, was ihre lustigen Namen versprechen.

Allesamt sind sie schräge Vögel, die sich in einer schrägen Welt zu behaupten wissen. Die permanent überzeichnete Sprache Regeners ist genauso derb, witzig und bizarr wie seine vielen beschriebenen seltsamen Protagonisten.

Das Buch stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017 und hat es aber nicht auf die Shortlist geschafft. Vielleicht den Kritikern zu schräg ?

Die hier vom Autor selbst eingespielte ungekürzte Hörbuchfassung besticht durch ihren trockenen Witz. So kann nur der Erfinder all dieser skurrilen Figuren diese in Szene setzen. Besonders die Dialoge sind ein Genuss. Wer sich zwischen dem Buch und dem Hörbuch entscheiden will, sollte auf jeden Fall das Hörbuch wählen.

Zum Weglachen.