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WinfriedStanzick

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Veröffentlicht am 11.09.2017

Ob aber die EU und (die Idee von) Europa wirklich das gleiche sind, bleibt offen. Genauso wie die ehrliche Antwort auf die im Titel gestellte Frage, ob Europa durch den Aufstieg der Populisten und seine anderen inneren Widersprüche zerfallen wird.

Zerbricht der Westen?
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Heinrich August Winker, Zerbricht der Westen. Über die gegenwärtige Krise in Europa und Amerika, C. H. Beck 2017, ISBN 978-3-406-71172-2

Man kann das neue Buch des renommierten deutschen Historikers Heinrich ...

Heinrich August Winker, Zerbricht der Westen. Über die gegenwärtige Krise in Europa und Amerika, C. H. Beck 2017, ISBN 978-3-406-71172-2

Man kann das neue Buch des renommierten deutschen Historikers Heinrich August Winkler durchaus als eine aktuelle Fortsetzung seines von der Kritik gelobten vierbändigen Werkes „Geschichte des Westens“ ansehen.
Der vierte Band handelte von der Zeit von 1991 bis zum Jahr 2014. Nun versucht er mit „Zerbricht der Westen?“ die Turbulenzen der Jahre 2014-2017 in den Blick zu nehmen und zu deuten. Die Sorge um das, was den „Westen“ ausmacht, habe ihn zu diesem Buch getrieben, schreibt er.

Folgende Bedrohungen des liberalen Westen macht er aus: Trumps Politik und Unberechenbarkeit, illiberale Regierungen in Ungarn und Polen, der massenhafte Aufstieg von Populisten überall in Europa, die Legitimationskrise der EU und die Krise des Euro.

All das wird treffend und ausführlich analysiert, es wird für eine langsamere europäische Integration und für eine Stärkung der Südländer plädiert, ob aber die EU und (die Idee von) Europa wirklich das gleiche sind, bleibt offen. Genauso wie die ehrliche Antwort auf die im Titel gestellte Frage, ob Europa durch den Aufstieg der Populisten und seine anderen inneren Widersprüche zerfallen wird.

Ich glaube, Winkler will sich das gar nicht vorstellen, obwohl er immer wieder viele Gründe für dieses Szenario benennt.

Veröffentlicht am 06.09.2017

Es geht um den sich entwickelnden Feminismus, um die politischen Kämpfe der Arbeiter und Studenten und um eine ganze Menge Widersprüche, vor allem aber wieder um diese ganz besondere Freundschaft zwischen zwei Frauen, die aus der gleichen sozialen Situati

Die Geschichte der getrennten Wege
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Elena Ferrante, Die Geschichte der getrennten Wege, Suhrkamp 2017, ISBN 978-3-518-42575-6

Der hier vorliegende dritte Band der neapolitanischen Saga von Elena Ferrante mit dem Titel „Die Geschichte der ...

Elena Ferrante, Die Geschichte der getrennten Wege, Suhrkamp 2017, ISBN 978-3-518-42575-6

Der hier vorliegende dritte Band der neapolitanischen Saga von Elena Ferrante mit dem Titel „Die Geschichte der getrennten Wege. Erwachsenenjahre“ ist der bisher beste und auch politischste der bisherigen Roman der auf vier Bände angelegten Reihe. Nicht nur weil er in einer ähnlichen Zeit, eben nur in Italien spielt, hat er mich in vielem an das etwa zeitgleich erschienene vierte Buch der Autobiographie Ulla Hahns mit dem Titel „Wir werden erwartet“ erinnert.

Lila und Elena sind mittlerweile erwachsen geworden. Lila hat sich von ihrem Mann Stefano getrennt und lebt nun mit ihrem Sohn Gennaro und Enzo in einem armen Stadtteil und fristet in einer Fleischfabrik ein kärgliches Leben. Elena ist mit ihrem ersten Roman erfolgreich und hat ihren Verlobten Pietro, einen jungen Professor aus einer Familie von Intellektuellen, geheiratet. Sie wird zweifache Mutter und lässt sich, nachdem sie zunächst noch mit engagierten Artikeln in der „Unita“ auf sich aufmerksam gemacht hatte, immer mehr in die Rolle der Hausfrau und Mutter drängen.

Dabei ist in den Jahren 1968 ff. die Gesellschaft, in der sie lebt, vielleicht noch stärker, als das in Ulla Hahns Deutschland der Fall war, von einem enormen Umbruch und einer revolutionären Energie betroffen, die bis zu den Auswüchsen der Roten Brigaden führt. Viele der früheren, in den beiden ersten Büchern schon aufgetauchten Freunde von Elena, sind in diese gesellschaftlichen Auseinandersetzungen verwickelt und auch Elena versucht sich damit auseinanderzusetzen. Aber wie schon ihr ganzes Leben lang versucht sie, sich an anderen zu orientieren. Sie will, zu einer Schicht von Menschen gehören, die eine andere Herkunft haben als sie, mit enormen Anstrengungen schafft sie das auch immer wieder, aber sie kommt kaum wirklich zu sich selbst.

Das Verhältnis zu ihrer Freundin Lila bleibt entfremdet, auch und gerade dann, als Lila zusammen mit Enzo in der neuen Technik der Computer reüssiert und bei ihrem früheren Erzfeind sich anstellen lässt und eine Menge Geld verdient. Im zweiten Band stand Elena am Ende einem Mann gegenüber, den sie fast schon vergessen hatte. Dieser Mann taucht wieder auf, und die Beziehung zu ihm scheint dem Leben Elenas eine neue Wendung zu geben. Unklar wird bis zum vierten Band bleiben, ob zum Guten oder zum Schlechten.

Es ist beachtenswert, wie es der nach wie vor unbekannten Autorin gelingt, ihre zahlreichen Figuren (sie werden am Anfang jeden Bandes zum Nachschlagen zwischendurch aufgeführt und vorgestellt) über einen Zeitraum von einem halben Jahrhundert in immer wieder neuen Verwicklungen und Situationen auftauchen zu lassen. Neben dem zweifellos vorhandenen unterhaltsamen Charakter der Romanreihe ergibt sich aber zusätzlich ein überzeugendes Gesellschaftsbild Italiens Im Allgemeinen und Neapels im Besonderen.

Es geht um den sich entwickelnden Feminismus, um die politischen Kämpfe der Arbeiter und Studenten und um eine ganze Menge Widersprüche, vor allem aber wieder um diese ganz besondere Freundschaft zwischen zwei Frauen, die aus der gleichen sozialen Situation kommen, deren Leben sich aber so unterschiedlich entwickelt.

Der vierte, für den Februar 2018 angekündigte Band wird für eine große Leserschaft nicht nur offenbaren, wie es mit der Geschichte dieser beiden Frauen und dem großen Netzwerk von Personen, in dem sie leben, weitergeht, sondern vielleicht auch das Geheimnis von Lila lüften, deren plötzliches Verschwinden im Alter von 66 Jahren der eigentliche Grund war, dass Elena Ferrante ihre Geschichte niederschrieb.





Veröffentlicht am 06.09.2017

Eine warmherzig und lustig erzählte und illustrierte Geschichte über das Thema „Mitmachen lassen."

Drei sind keiner zu viel
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Eulalia Canal, Rocio Bonilla, Drei sind keiner zu viel, Ellermann 2017, ISBN 978-3-7707-0003-5

Es ist eine gängige Erfahrung, die viele Menschen nicht nur in der Kindheit, sondern auch in ihrem Erwachsenenleben ...

Eulalia Canal, Rocio Bonilla, Drei sind keiner zu viel, Ellermann 2017, ISBN 978-3-7707-0003-5

Es ist eine gängige Erfahrung, die viele Menschen nicht nur in der Kindheit, sondern auch in ihrem Erwachsenenleben machen. Kommen drei Freunde zusammen, ist oft einer zu viel. Jeweils zwei von ihnen harmonieren hervorragend, sind sie aber alle drei beieinander, hakt es.

Die beiden Freunde in dem vorliegenden aus dem Katalanischen übersetzten Bilderbuch, der Bär und das Murmeltier verstehen sich gut. Jene Nachmittag treffen sie sich um spielen. Ihnen wird nie langweilig. Ihre Phantasie, was sie alles gemeinsam machen können, ist schier unbegrenzt.

An einem eisigen Winternachmittag sagt der Bär zu dem Murmeltier: „Heute kommt die Ente zum Spielen zu uns.“ Murmeltier ist wenig begeistert und hat Angst die Ente könnte alles verderben. Mit viel Hintersinn versucht es, die Ente vor der Tür zu halten. Ein Schild mit der Aufschrift „Wir sind Gespenster!“ macht nicht nur auf die Ente großen Eindruck, sondern, wie sich herausstellen wird, auch auf viele andere Tiere. Irgendwann aber sind sie alle im warmen Haus und danach ist so etwas wie ein Wunder geschehen. Bär, Murmeltier und Ente könne zusammen spielen und Spaß miteinander haben.

Eine warmherzig und lustig erzählte und illustrierte Geschichte über das Thema „Mitmachen lassen.“

Veröffentlicht am 06.09.2017

Ein schönes witzig illustriertes Bilderbuch über einen sinnvollen Umgang mit Wut, der nicht von anderen Isoliert, sondern in Kontakt mit sich selbst bringt

Kleiner Drache Finn: Kleiner Drache – große Wut
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Robert Starling, Kleiner Drache, grosse Wut, Esslinger 2017, ISBN 978-3-480-23391-5

Finn ist ein kleiner Drache, der grosse Probleme damit hat, mit Frustrationen und Enttäuschungen umzugehen. Immer wird ...

Robert Starling, Kleiner Drache, grosse Wut, Esslinger 2017, ISBN 978-3-480-23391-5

Finn ist ein kleiner Drache, der grosse Probleme damit hat, mit Frustrationen und Enttäuschungen umzugehen. Immer wird er bei den kleinsten Gelegenheiten zu Hause, aber auch beim Spielen mit seinen Freunden wütend, unangemessen wütend. Immer mehr isoliert er sich dadurch.

Bis er eines Tages Rat bei seiner Mutter sucht. „Jeder wird mal wütend“, sagt sie. „Aber wir müssen auch lernen, uns wieder zu beruhigen. Ich habe da einen Trick. Ich zähle erst einmal bis zehn.“

Als Finn das dann beim nächsten Mal erfolgreich probiert hat, nimmt er danach auch wahr, wie andere Tiere damit umgehen, wenn sie wütend sind.

Und „jetzt kennt Finn viele Tricks, um seinen Ärger loszuwerden.“

Ein schönes witzig illustriertes Bilderbuch über einen sinnvollen Umgang mit Wut, der nicht von anderen Isoliert, sondern in Kontakt mit sich selbst bringt.


Veröffentlicht am 06.09.2017

Klaus Cäsar Zehrer ist mit diesem Buch ein bemerkenswertes Romandebüt gelungen. Er hat aus einem historischen Stoff einen ebenso klugen wie komischen Roman gemacht von überraschender Aktualität.

Das Genie
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Klaus Cäsar Zehrer, Das Genie, Diogenes 2017, ISBN 978-3-257-06998-3

1886 landet der junge ukrainische Einwanderer Boris Sidis in New York. Er hat keinen Cent in der Tasche, aber einen brillanten Geist ...

Klaus Cäsar Zehrer, Das Genie, Diogenes 2017, ISBN 978-3-257-06998-3

1886 landet der junge ukrainische Einwanderer Boris Sidis in New York. Er hat keinen Cent in der Tasche, aber einen brillanten Geist und den großen Ehrgeiz, die Welt von Dummheit und Krieg zu befreien – durch Bildung. Wenige Jahre später, Boris ist inzwischen Harvard-Absolvent und ein berühmter Psychologe, wird sein Sohn geboren. Boris will an ihm demonstrieren, dass sich jedes Kind zum Genie erziehen lässt, wenn es von Anfang an die richtige Förderung bekommt. Der Erfolg ist durchschlagend: Der kleine William James (seinen Namen hat von den berühmt en Psychologen und Philosophen William James, der mit seinem Vater zeitlebens befreundet war) bricht alle Rekorde, macht mit acht Jahren seinen High-School-Abschluss und wird als »Wunderjunge von Harvard« gefeiert. Doch als Erwachsener hat William nur noch einen Wunsch: ein selbstbestimmtes Leben nach seinen Vorstellungen zu führen, auch wenn er dafür mit den Erwartungen seiner Eltern und der Gesellschaft brechen muss. Kein einfaches Ziel in einer Zeit, in der Unangepasstheit nicht sonderlich geschätzt wird und zwei Weltkriege sowie eine schwere Wirtschaftskrise die Welt erschüttern.

Ein biographischer Roman über die faszinierende, wahre Lebensgeschichte des exzentrischen Genies William James Sidis (1898–1944), bewegend und verblüffend aktuell.

Klaus Cäsar Zehrer ist mit diesem Buch ein bemerkenswertes Romandebüt gelungen. Er hat aus einem historischen Stoff einen ebenso klugen wie komischen Roman gemacht von überraschender Aktualität.