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WinfriedStanzick

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.08.2017

Thomas Ebelt nimmt seine Leser mit auf eine Reise zu den architektonisch schönsten Leuchttürmen Europas.

Lichter über dem Meer
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Thomas Ebelt, Lichter über dem Meer. Leuchttürme an Europas Küsten, Delius Klasing 2017, ISBN 978-3-667-10934-7

Leuchttürme sind von jeher ein Blickfang. Für viele Menschen sind sie auch Traumgebäude, ...

Thomas Ebelt, Lichter über dem Meer. Leuchttürme an Europas Küsten, Delius Klasing 2017, ISBN 978-3-667-10934-7

Leuchttürme sind von jeher ein Blickfang. Für viele Menschen sind sie auch Traumgebäude, Orte von Kindheitsphantasien. Sie trotzen den Gewalten des Meeres, weisen Schiffen den Weg und bewahren Seefahrer vor Schiffbruch. Ob aus Stahl, Ziegeln oder Beton, oft unter abenteuerlichen Bedingungen im Wettlauf mit den Gezeiten erbaut, sind Leuchttürme die letzten maritimen Zeugen schönster Industriearchitektur einer vergangenen Epoche. Sie prägen Landschaften und sind an den Orten, an denen sie in den Himmel ragen, oft ein unübersehbarer Touristenmagnet.

Thomas Ebelt nimmt seine Leser mit auf eine Reise zu den architektonisch schönsten Leuchttürmen Europas. In seinem nach Ländern und angrenzenden Meeren gegliederten Band stellt er jedes Bauwerk auf einer Doppelseite vor, liefert interessante Informationen zu Bauart, technischen Details und der zuweilen wechselvollen Historie.

Spannend und bildlich inszeniert bekommen so Leuchttürme von Ostsee über Nordsee (Polen, Estland, Schweden, Dänemark, Deutschland), vom Nordatlantik (Island, Schottland) bis ins Mittelmeer (Portugal, Spanien, Frankreich) einen Platz. Und auch die eine oder andere kurzweilige Anekdote fehlt nicht, was sein Buch “Lichter über dem Meer” zu einem schönen Mitbringsel für Leuchtturm-Liebhaber macht.

Veröffentlicht am 28.08.2017

Es ist zu hoffen, dass in der bald wieder losbrechenden gesellschaftlichen Debatte um die Zukunft der Rentenfinanzierung solche dezidiert linke Positionen einbezogen und diskutiert werden.

Die große Rentenlüge
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Holger Balodis, Dagmar Hühne, Die grosse Rentenlüge, Westend 2017, ISBN 978-3-86489-177-9

„Warum eine gute und bezahlbare Alterssicherung für alle möglich ist“ – das versuchen die Autoren des vorliegenden ...

Holger Balodis, Dagmar Hühne, Die grosse Rentenlüge, Westend 2017, ISBN 978-3-86489-177-9

„Warum eine gute und bezahlbare Alterssicherung für alle möglich ist“ – das versuchen die Autoren des vorliegenden Buches mit ihren Thesen nachzuweisen. Immer wieder – und auch nach der nächsten Wahl wird das so sein – wird die Rentendebatte geführt. Immer mehr Menschen in meinem Bekanntenkreis diskutieren über ihre längere Lebensarbeitszeit, fragen sich, wie sie das schaffen sollen und wie sie dereinst mit einer beschämend niedrigen Rente ihre Miete bezahlen und ihr normales Auskommen finanzieren können. Dabei kenne ich immer mehr Menschen jüngeren Alters, die zwar Jobs haben, aber für die private Vorsorge, die immer wieder propagiert wird, sich von ihrem Einkommen nicht leisten können. Düstere Aussichten also.

Allen an diesem Thema interessierten Menschen die sich einen gut lesbaren Überblick über eine scheinbar komplizierte Materie machen wollen und dabei gleichzeitig nach Orientierung für machbare Lösungen aus dem Rentendesaster suchen, kann man dieses Buch empfehlen.

Die beiden Autoren haben sich schon mit früheren Büchern und Veröffentlichungen durchaus als Fachleute in der Frage der Rentenfinanzierung erwiesen. Sie geben in ihren Buch einen profunden Überblick über die Lösungen, die andere Staaten gefunden haben, skizzieren und kritisieren den bisherigen Weg in Deutschland und machen Vorschläge, wie man das gesamte System reformieren könnte. Kernpunkt ist dabei, dass all die (meist reichen) Gruppen miteinbezogen werden müssen in die Finanzierung.

Es ist zu hoffen, dass in der bald wieder losbrechenden gesellschaftlichen Debatte um die Zukunft der Rentenfinanzierung solche dezidiert linke Positionen einbezogen und diskutiert werden. Außer den Linken hat sie im Augenblick, so wie ich das sehe, keine Partei wirklich auf dem Schirm.


Veröffentlicht am 28.08.2017

„Wir werden erwartet“ ist ein großer autobiographisch geprägter Roman und ein gelungener Abschluss einer Tetralogie, die sich über die ersten drei Jahrzehnte Nachkriegsdeutschlands erstreckt. Eine wahre Liebeserklärung an die Sprache, ihren Reichtum und i

Wir werden erwartet
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Ulla Hahn, Wir werden erwartet, DVA 2017, ISBN 978-3-421-04782-3

Nachdem die große deutsche Lyrikerin Ulla Hahn im Jahr 2001 mit „Das verborgene Wort“ den ersten Teil der Lebensgeschichten ihres Alters ...

Ulla Hahn, Wir werden erwartet, DVA 2017, ISBN 978-3-421-04782-3

Nachdem die große deutsche Lyrikerin Ulla Hahn im Jahr 2001 mit „Das verborgene Wort“ den ersten Teil der Lebensgeschichten ihres Alters Egos Hilla Palm erzählte und dafür den Deutschen Bücherpreis erhielt, ließ sie im Jahr 2009 auf ebenfalls über 600 Seiten den zweiten Teil folgen unter dem Titel „Aufbruch“. In beiden Romanen zeigte sie sich nicht nur als eine wahre Künstlerin und Akrobatin des Wortes und seiner ihm innewohnenden Kraft, sondern auch als eine große Meisterin epischer Darstellung.

Nachdem Hilla im zweiten Band gegen Ende zum Opfer einer Vergewaltigung wird, für die sich selbst die Schuld gibt – sie nennt sich Hilla Selberschuld – verlässt sie, zumindest unter der Woche, ihren Heimatort Dondorf am Rhein und zieht als Studentin nach Köln, wo sie in einem katholischen Wohnheim nicht nur eine Bleibe, sondern auch Freundinnen findet.

Auch im drit5en Teil der Tetralogie „Spiel der Zeit“ erzählte 2014 Ulla Hahn mit großer Sprachmacht in einem Gewebe aus Erfahrung, Erfindung und Dokumentation. Dabei ist sie selbst hin- und hergerissen: „So sehr ich weiß, dass es weitergehen muss, so dringend mein erzählerisches Pflichtgefühl gebietet, Hilla endlich vorwärtszuschicken ins neue Leben, so mächtig treiben mich meine Gefühle zurück zu den Orten und Menschen meiner Kindheit. Erst jetzt beim Schreiben merke ich das. All das Neue, das Hilla erlebt, wird erst neu, wird erst zur Gewissheit, zum Eigen, wenn es sich widerspiegelt im Alten, wenn es zum Vergangene in Beziehung gesetzt wird.“

Das ist quasi das Credo, das sich auch durch das neue, das grandiose Gesamtwerk abschließende Buch „Wir werden erwartet“ zieht, das ich gelesen habe, indem ich mir jede freie Minute gestohlen habe, um nicht unterbrochen zu werden. Nicht nur in einem spannenden und bewegenden Handlungsablauf in einer studentenbewegten Epoche Mitte der siebziger Jahre, die ich als junger Student in Frankfurt und Mainz selbst in Erinnerung habe, sondern auch in einem sprachlichen und poetischen Reichtum, den ich so schon lange nicht mehr bei irgendeinem Buch genießen konnte.

Zu Beginn ist Hilla Palm noch mit ihrem Hugo zusammen. Wie selten bei einem Paar sind sie auch spirituell eine Einheit, bei aller Kritik an „Demdaoben“ lassen sie die Verbindung zu ihm nicht abreißen, und sind sich sicher, dass es stimmt, was ein junger Pater zu ihnen sagte: „Wir werden erwartet“.

Doch Hugo stirbt bei einem Unfall und Hilla stürzt in die größte Krise ihres bisherigen Lebens. Es ist der alte Pfarrer aus dem Heimatort Dondorf, dem es gelingt, ihr durch Zeichen und Verständnis so etwas wie Halt und Orientierung zu geben.
Schon in „Spiel der Zeit“ wurde deutlich, dass die radikalen Auswüchse der Studentenbewegung Hilla abgestoßen haben. Und so landet sie, nachdem sie ihre fast fertige Dissertation in Köln verwirft und nach Hamburg geht, bei der DKP. Dort glaubt sie zunächst, den richtigen politischen Ort gefunden zu haben. Und ihr politisches Engagement bringt sie in einen neuen Kontakt mit ihrer Herkunft, mit ihrem Vater und ihrem geliebten Bruder. Schon bald tauchen erste Zweifel auf an der Ideologie der Partei, doch es wird einige Jahre dauern, bis sie sich davon befreien kann. Doch die neue Verbindung mit dem Vater bleibt.

Wieder verwebt Ulla Hahn starke Elemente eines Entwicklungsromans, obwohl er nur einige Jahre umfasst, aber immer wieder die Gegenwart mit der Vergangenheit in Verbindung bringt, mit den Konturen eines imposanten Epochengemäldes der 70-er Jahre. Da geht es um Sehnsucht und Leidenschaft, da geht es um Wahrheit und Glauben, um den Kampf für Gerechtigkeit und den selbstverantworteten Glauben an Dendaoben in einer sich verändernden Welt voller Gewalt und Ungerechtigkeit. Und es geht darum, wie Liebe alte Verletzungen heilen kann. Um Versöhnung.

„Wir werden erwartet“ ist ein großer autobiographisch geprägter Roman und ein gelungener Abschluss einer Tetralogie, die sich über die ersten drei Jahrzehnte Nachkriegsdeutschlands erstreckt. Eine wahre Liebeserklärung an die Sprache, ihren Reichtum und ihre Schönheit und ein Loblied des Lebens und dessen, der es schenkt und bewahrt.

Am Ende sieht sie in einem Tagtraum eine alte Frau, die ihr eine Botschaft von Hugo übermittelt: „Mein Hilla, meine geliebte Frau. Du wirst erwartet. Und was dich hier erwartet ist: die Liebe. In unbeschreiblicher, unvorstellbarer Fülle… Lass dir Zeit. Ich kann warten. Hier hat keine keine Zeit. Weil es keine Zeit mehr gibt. Wir alle hier können warten. Es gibt kein Warten, wo der Augenblick in Ewigkeit verweilt. Und in Schönheit“!

Ich habe nie zuvor so poetische Worte über die Transzendenz unseres Lebens und unserer Existenz gelesen. Ja, wir werden erwartet.

Veröffentlicht am 24.08.2017

Ein hilfreiches Buch

Zu zweit an Bord
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Leon Schulz, Gaby Theile, Zu zweit an Bord. Spielregeln fürs Paarsegeln, Delius Klasing 2017, ISBN 978-3-667-10945-3

ER, passionierter Segler, sucht SIE, 35–45, zum Mitsegeln. So kann man es oft in verschiedenen ...

Leon Schulz, Gaby Theile, Zu zweit an Bord. Spielregeln fürs Paarsegeln, Delius Klasing 2017, ISBN 978-3-667-10945-3

ER, passionierter Segler, sucht SIE, 35–45, zum Mitsegeln. So kann man es oft in verschiedenen Kontaktbörsen lesen. Doch so einfach ist es oft nicht, Deshalb haben Leon Schulz und die ihm zur doppelten Partnerin gewordene Psychologin Gaby Theile ein Buch geschrieben, dessen Lektüre vor einen Törn gut dabei helfen , dass beide eine gute Segelzeit haben.
Denn es gibt jede Menge Fallen, die das zu zweit ausgeübte Hobby schon nach kürzester Zeit zur Kampfzone machen – und oft das „Aus“ für Beziehung oder Segelsport bedeuten. Wer ernsthaft einen Partner für das Segeln begeistern will, erfährt hier, worauf er achten sollte. Aus eigenen Erfahrungen sowie aus Erzählungen, die Leon Schulz bei seinen Ausbildungstörns erfuhr, plaudert der Bestseller-Autor („Sabbatical auf See“) charmant und facettenreich über bessere Kommunikation, verschiedene Vorstellungen und Möglichkeiten für ein intelligentes Zusammenspiel auf See. Wichtig dabei, dass es kein Diktum, keine wohlfeilen einzigartigen Ratschläge sind – Patentrezepte gibt es nicht beim Segeln –, sondern Erfahrungen, die er und seine Mitsegler gemacht haben. Dabei wird das Ganze durch das Wissen der Psychologin Gaby Theile ergänzt, die selbst von der Nichtseglerin zur segelnden Partnerin wurde.



Veröffentlicht am 23.08.2017

Zum Vorlesen für Kinder ab 3 Jahren hervorragend geeignete spannende und überaus lehrreiche Geschichten.

Das grosse Buch vom kleinen Raben Socke
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Nele Moost, Annet Rudolph, Das grosse Buch vom kleinen Raben Socke, Esslinger 2017, ISBN 978-3-480-23398-4

Die Bilderbücher vom kleinen Raben Socke und seinen Freuden sind eine der bekanntesten und beliebtesten ...

Nele Moost, Annet Rudolph, Das grosse Buch vom kleinen Raben Socke, Esslinger 2017, ISBN 978-3-480-23398-4

Die Bilderbücher vom kleinen Raben Socke und seinen Freuden sind eine der bekanntesten und beliebtesten Bilderbuchreihe der letzten Jahre. Nun hat der Esslinger Verlag, in dem diese Bücher erscheinen, vier davon in einem Sammelband zusammengefasst und unter dem Titel „Das grosse Buch vom kleinen Raben Socke“ sehr preiswert veröffentlicht.

Zum Vorlesen für Kinder ab 3 Jahren hervorragend geeignete spannende und überaus lehrreiche Geschichten.