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Veröffentlicht am 11.09.2024

Der Blick reicht weit zurück von hier – und geht tiefer als man glaubt

Der Blick reicht weit zurück von hier
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Die Geschichte handelt von Josef, einem Jungen, der, in etwas ungewöhnlichen Familienverhältnissen, bei seinen Großeltern in Thorn an der Weichsel aufwächst. Josef ist 1929 zur Zeit der Weltwirtschaftskrise ...

Die Geschichte handelt von Josef, einem Jungen, der, in etwas ungewöhnlichen Familienverhältnissen, bei seinen Großeltern in Thorn an der Weichsel aufwächst. Josef ist 1929 zur Zeit der Weltwirtschaftskrise geboren. Das Buch erzählt seine Geschichte bis zu seinem Tod 91 Jahre später. Dabei werden die Jahre bis zu seinem 25. Lebensjahr noch mit recht detaillierten Geschichtsabschnitten dargestellt, danach erhalten wir Leser eine Kurzfassung über ausgewählte Haltepunkte auf seinem Lebensweg.

Das Buch beruht zu einem Großteil auf wahren Begebenheiten, die im Roman natürlich auch fiktionalisiert wurden, ebenso wie die handelnden Personen – wie man am Ende des Buches lesen kann.

Das Buch erzählt eine sehr emotionale und bewegende Geschichte auf eine eher nüchterne Weise. Sprachlich ist das Buch aus der Allwissenden-Erzählperspektive von Josef geschrieben. Ich persönlich fand das sprachlich wirklich sehr angenehm zu lesen. Zudem war es sehr schön und erfrischend, dass die einzelnen, auch tragischen Szenen stilistisch nicht unnötig aufgebauscht wurden, sondern das Erlebte und der Umgang damit bzw. den Einfluss auf den Protagonisten im Vordergrund standen. Insbesondere bei tragischen und emotional bewegenden Szenen hat der Autor sehr viel Feingefühl gezeigt. Die Charaktere, die im Buch auftreten, entstehen sehr bildhaft vor dem inneren Auge.

Die Kunst, die Musik und auch die Fotografie spielen im Leben von Josef eine besondere Rolle. Der Handlungsstrang ist interessant und lesenswert gestaltet, von der ersten bis zur letzten Seite. Es werden diverse, traurig bis wundervoll, in jedem Fall bewegende Geschichten von Menschen erzählt, ihre Schicksale geteilt, mit all ihren Facetten. Von mir aus hätte das Buch auch doppelt so lang mit noch mehr Geschichten von Josef sein können.

Das Buch würde ich auf jeden Fall weiterempfehlen, da das Buch einem einen Einblick in die damalige Zeit gibt und Josefs Geschichte stellvertretend für eine ganze Generation steht.

Auch würde ich es als Buch klassifizieren, dass man auf jeden Fall ein zweites Mal in seinem Leben lesen wird.

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Aliens sind bisher nirgendwo da draußen...

Die Wahrheit ist (n)irgendwo da draußen
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Erwartet habe ich, analog zu ihrem ersten Buch „Angela Merkel ist Hitlers Tochter“, dass ich gelesen habe, eine Sammlung von Theorien und Fakten, diesmal rund um das Thema Aliens und Ufos.

Inhaltlich ...

Erwartet habe ich, analog zu ihrem ersten Buch „Angela Merkel ist Hitlers Tochter“, dass ich gelesen habe, eine Sammlung von Theorien und Fakten, diesmal rund um das Thema Aliens und Ufos.

Inhaltlich bietet das Buch auch einen umfangreichen Exkurs in die Ufologie. Ziel des Buches war es laut eigener Aussage, neues, wissenschaftlich fundiertes Wissen zu bieten und so nüchtern wie möglich herauszufinden, was verschiedene gesichtete Objekte am Himmel sein könnten. Dabei, und das merkt man recht schnell, ist das ganze sehr ergebnisoffen gestaltet. Es werden viele Geschichten mit vermeintlichen Ufo-Sichtungen und Begegnungen der Dritten Art geteilt und nach aktuellem Stand der Wissenschaften, auch unter psychologischen Gesichtspunkten, analysiert. Dabei wird auch deutlich, dass diese Geschichten häufig stark abhängig sind vom zeitgenössigen Geist der Gesellschaft.

Schade finde ich, dass die beiden Autoren lediglich Fakten und Geschichten zusammenstellen, die man eventuell auch selbst im Internet oder in anderen Nachschlagewerken hätte finden können. Wirkliche Experten auf dem Gebiet sind die beiden Autoren nämlich nicht.

Die beiden Autoren verschmelzen im Buch zu einem Wir und erzählen aus der Wir-Perspektive, welche Entdeckungen und Erkenntnisse sie auf ihrer Recherchereise gewonnen haben. Dabei haben sie eine lockere Schreibweise mit viel Humor, der stellenweise sogar ein bisschen zu viel war. Dennoch lockern die Autoren das Thema auf, welches stellenweise, insbesondere bei der Widerlegung einiger Geschichten, auch sehr wissenschaftlich werden kann.

Ein gut zusammengefasstes Buch mit einer Reise durch die von (vermeintlichen) Alien-Entdeckungen geprägten Geschichte, das, für jeden, der sich für Aliengeschichten interessiert, auf jeden Fall lesenswert ist.

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Verwörungstheorien, ein spannendes Thema aus psychologischer Sicht

Angela Merkel ist Hitlers Tochter. Im Land der Verschwörungstheorien
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Gelesen habe ich das Buch, da mir im Austausch mit Bekannten die ein oder andere Verschwörungstheorie begegnet ist und ich die Hintergründe verstehen wollte, warum Menschen glauben, was sie glauben.

Inhaltlich ...

Gelesen habe ich das Buch, da mir im Austausch mit Bekannten die ein oder andere Verschwörungstheorie begegnet ist und ich die Hintergründe verstehen wollte, warum Menschen glauben, was sie glauben.

Inhaltlich werden in dem Buch Verschwörungstheorien vorgestellt. Es werden im Nachgang, für jeden verständlich und mit viel Humor, die wesentlichen Punkte der Theorien widerlegt. Was mich positiv überrascht hat, ist, dass auch auf die Ursachen eingegangen wird, warum Menschen Verschwörungstheorien verfallen. Genau darauf hatte ich gehofft. Zum Ende des Buches wurden auch noch Möglichkeiten und Tipps genannt, die Betroffenen dabei helfen können, aus dem Verschwörungssumpf wieder herauszufinden.

Die beiden Autoren verschmelzen im Buch zu einem Wir und erzählen aus der Wir-Perspektive, welche Entdeckungen und Erkenntnisse sie auf ihrer Recherchereise gewonnen haben. Dabei haben sie eine lockere Schreibweise mit viel Humor, der stellenweise sogar ein bisschen zu viel war. Dennoch lockern die Autoren das Thema auf, welches auch mit viel Fingerspitzengefühl behandelt werden muss. Sie wollen Verschwörungstheoretiker verstehen und mit ihnen in Dialog treten.

Inhaltlich ist der Aufbau des Buches gut. Nur die Überschriften sind teilweise kryptisch und verraten nicht immer, was im Kapitel nun abgehandelt wird. Stört aber den Lesefluss kein bisschen.

Insgesamt handelt es sich um ein sehr lehrreiches Buch, das auf jeden Fall lesenswert ist. Die Verschwörungsmythen wurden beleuchtet, hinterfragt und aufgeklärt. Insgesamt eine wirklich schöne Übersicht.

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Die geheime Geschichte – mehr als nur eine Geschichte

Die geheime Geschichte
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Die Geschichte handelt von Richard Papen, der rückblickend von seiner Zeit am College berichtet. Dabei ist er sehr speziellen Personen begegnet, die sein Leben verändert haben. Er erzählt mit dem Blick ...

Die Geschichte handelt von Richard Papen, der rückblickend von seiner Zeit am College berichtet. Dabei ist er sehr speziellen Personen begegnet, die sein Leben verändert haben. Er erzählt mit dem Blick in die Vergangenheit an was er sich noch erinnert. Freundschaft, Liebe und Entwicklung spielen eine ebenso große Rolle, wie Verrat, Verachtung und Mord.

Ich glaube, das waren die besten Charakterbeschreibungen, die ich (bis jetzt) gelesen habe. Die Charaktere sind sehr tiefgründig erstellt, alle mit speziellen Eigenheiten. Als Leser habe ich sogar manchmal vergessen, dass es nur eine Geschichte ist und diese Personen nie wirklich existiert haben.

Sprachlich ist das Buch aus der Ich-Erzählperspektive von Richard geschrieben. Der Text liest sich eigentlich weitgehend flüssig. An verschiedenen Stellen sind immer wieder lateinische, griechische oder auch französische Redewendungen oder Wortgruppen eingebaut. Teilweise fehlt hier die Übersetzung, sodass es für in diesen Sprachen ungebildete Personen zu einem gemilderten Leseverständnis kommen kann.

Die Handlung wird erst durch die einzigartigen Charaktere eine besondere. Donna Tartt hat es wirklich verstanden, Charaktere aus dem Boden zu stampfen.

Das Buch würde ich auf jeden Fall weiterempfehlen, da das Buch einem zeigt, wie wundervoll einzigartig Charaktere doch erstellt werden können.

Auch würde ich es als Buch klassifizieren, dass man auf jeden Fall ein zweites Mal in seinem Leben lesen wird. Auch, wenn es recht lang ist.

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Biografische Ausschnitte aus dem Leben des Andrew O'Hagan

Das geheime Leben
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Das Buch besteht aus 3 Teilen. In Teil 1 berichtet O’Hagan, wie er mit dem Wiki-Leaks-Gründer Julian Assange zusammenarbeitet, um dessen Biografie niederzuschreiben. Im 2. Teil schildert der Autor, wie ...

Das Buch besteht aus 3 Teilen. In Teil 1 berichtet O’Hagan, wie er mit dem Wiki-Leaks-Gründer Julian Assange zusammenarbeitet, um dessen Biografie niederzuschreiben. Im 2. Teil schildert der Autor, wie er, ebenfalls auf Basis einer biografischen Arbeit, den Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto trifft und im 3. Teil begibt sich O’Hagan selbst auf eine Reise ins Darknet und baut auf dem Tod eines ihm unbekannten Menschen eine neue Identität auf.

Insgesamt hat das Buch mir Themen präsentiert, von denen ich nicht mal wusste, dass sie mich interessieren. Der Autor beschreibt auf relative sachliche Weise, wie sich welche Begegnungen zugetragen haben und bietet dem Leser damit einen neuartigen Einblick in die Geschehnisse. Dabei versucht der Autor aber nicht durch reißerische, pikante oder kompromittierende Passagen zu bestechen, sondern viel mehr eine Erzählung auf Augenhöhe für alle an der Story beteiligten Personen zu erreichen.

Der Autor erzählt in der Ich-Perspektive. Sprachlich ist der Text insgesamt sehr neutral und nüchtern gehalten.

Insgesamt ist das Buch wirklich sehr interessant gestaltet. Man kennt die Geschichten rund um Julian Assange und Satoshi Nakamoto aus den Medien, deswegen war der Blickwechsel und das Mäuschen spielen wirklich eine Bereicherung.

Das Buch würde ich auf jeden Fall weiterempfehlen, für alle, die sich für einen zusätzlichen Einblick in die Geschichten rund um Assange, Nakamoto und das Darknet interessieren.

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