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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2018

Skurril, liebenswert, spannend ...

Kann denn Sünde Liebe sein
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Die ersten beiden Bände dieser Reihe fand ich schon grandios, denn es ist einfach eine supergelungene Mischung aus Humor, Liebesgeplänkel, skurrilen Gestalten und absolut liebenswürdigen Charakteren, einer ...

Die ersten beiden Bände dieser Reihe fand ich schon grandios, denn es ist einfach eine supergelungene Mischung aus Humor, Liebesgeplänkel, skurrilen Gestalten und absolut liebenswürdigen Charakteren, einer spannenden Story, viel Action und einigen süßen Tierchen. So habe ich mich natürlich sehr über ein Wiedersehen gefreut, aber ich hatte das Buch so schnell durchgelesen, dass ich jetzt schon wieder auf Nachschub warte.

Lizzy Tucker ist Konditorin und arbeitet für Clara in deren kleiner Bäckerei, zusammen mit ihrer Kollegin und Freundin Glo.
Glo ist stets mit ihrem Besen unterwegs und hofft, eines Tages auch auf ihm fliegen zu können. Bisher sind ihre magischen Fähigkeiten allerdings eher beschränkt und sorgen häufig für haarsträubende Ergebnisse. Lizzy ist auch keine ganz normale Frau, denn sie kann magische Gegenstände spüren und damit beispielsweise einen mächtigen Stein von gewöhnlichem Geröll unterscheiden.
Diese Fähigkeit benötigt sie, um mit ihrem Partner Diesel immer mal wieder die Welt zu retten. Denn die bösen Mächte schlafen nie und sind ständig auf der Suche nach einem Weg, die absolute Herrschaft zu erlangen.

So müssen die beiden auch im dritten Teil wieder gefährliche Abenteuer bestehen, um einen sagenhaften Piratenschatz zu finden und einem durchgedrehten Millionär zuvorzukommen, der sich für einen mächtigen Dämon hält.
Das ist die Story in Kurzform, aber sie ist wieder extrem unterhaltsam und durch die wundervoll gezeichneten Charaktere macht es einfach Spaß, mit ihnen auf eine kleine Reise a´la Indiana Jones zu gehen. Funkelnde Diamanten, alte Schiffswracks, unterirdische Welten, Piratenskelette und schießwütige Bösewichte machen jede Seite zu einem Lesevergnügen.
Ein sehr fesselndes Buch, bei dem ich oft lachen musste oder über die Eigenarten der Charaktere schmunzeln. Skurril, durchgeknallt, spannend, niemals kitschig, total liebenswürdig und einfach nur empfehlenswert!

Veröffentlicht am 18.03.2018

Interessant und lehrreich!

Lass los!
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Kein Mensch wird im Laufe seines Lebens von Kränkungen, Herabwürdigungen oder Ungerechtigkeiten gänzlich verschont bleiben. Doch wir alle reagieren sehr individuell auf solche negativen Erfahrungen. Während ...

Kein Mensch wird im Laufe seines Lebens von Kränkungen, Herabwürdigungen oder Ungerechtigkeiten gänzlich verschont bleiben. Doch wir alle reagieren sehr individuell auf solche negativen Erfahrungen. Während der eine das Vorkommnis schnell abhakt und vergisst, steigert sich ein anderer immer mehr in die schlechten Gefühle hinein, die das Erlebnis hervorgerufen hat. Es kommt zu einer Verbitterung, die außerdem in verschiedene Grade unterteilt werden kann. Wenn ein Betroffener gar nicht mehr aus dieser Abwärtsspirale der negativen Gedanken herauskommt, kann es sogar so weit kommen, dass Mitmenschen sich von ihm abwenden, weil ein Auskommen mit ihm nicht mehr möglich scheint. Das ganze Leben kann zerstört werden, wenn man keinen Ausweg aus dieser Situation findet.

Die beiden Autoren Sigrid Engelbrecht (Mental- und Wellnesstrainerin) und Prof. Dr. Michael Linden (Dipl.-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut, Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatische Medizin und Psychotherapie) zeigen in diesem Buch nicht nur Wege aus der Verbitterung auf, sondern erläutern auch sehr anschaulich anhand einiger Beispiele wie es überhaupt dazu kommt.
Warum reagiert ein Mensch so heftig auf etwas, was einem anderen vielleicht nur ein müdes Schulterzucken entlockt? Wieso sind wir in manchen Bereichen anfälliger für Verbitterung als in anderen? Was haben unsere persönlichen Werte und Grundannahmen damit zu tun? Das alles erfahren wir in diesem Ratgeber.
Die Sprache ist leicht verständlich, Fachbegriffe werden sofort entschlüsselt, es liest sich flüssig und regt zum Nachdenken an. Auch einige Übungen, die helfen können, das Erlebte zu verarbeiten, werden gut verständlich erklärt.

Sehr interessant fand ich auch die Erläuterungen zur kollektiven Verbitterung, also bezogen auf ganze Völker, Länder oder ähnliches. Welche Dynamik und welche Kräfte dahinterstecken und was dies alles auslösen kann.

Verbitterung ist ein Thema, das wahrscheinlich jeden von uns betrifft, allerdings in unterschiedlicher Ausprägung. Wenn sich die Gedanken immer wieder um das erlebte Unrecht drehen, man einfach nicht loslassen kann und sich immer wieder ausmalt, wie es anders hätte sein können, dann ist es Zeit, dass man diesen Teufelskreis endlich durchbricht und sich wieder dem Hier und Jetzt widmet.
Dieser Ratgeber kann maßgeblich dazu beitragen, dass dieser Schritt gelingt. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen!

Veröffentlicht am 17.03.2018

Sehr eindrücklich!

Schwarze Reichswehr
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Die Geschichte:
Berlin ist im Jahr 1927 weit entfernt von Ruhe und Frieden, im Geheimen wird aufgerüstet, die Ordnung immer wieder erschüttert durch Aufstände, Skandale und Revolten. In dieser Zeit muss ...

Die Geschichte:
Berlin ist im Jahr 1927 weit entfernt von Ruhe und Frieden, im Geheimen wird aufgerüstet, die Ordnung immer wieder erschüttert durch Aufstände, Skandale und Revolten. In dieser Zeit muss Kommissar Gregor Lilienthal den öffentlichen Mord an einem zwielichtigen Mann aufklären. Golo Bartels scheint in einige Geschäfte verwickelt gewesen zu sein, die im Zusammenhang mit der Schwarzen Reichswehr und anderen verbotenen Organisationen stehen.
Für Gregor kommt erschwerend hinzu, dass er Bartels persönlich kennt: im Krieg hat er unter diesem Mann an der Front gelitten, denn er war sein Unteroffizier. Durch die Ermittlungen kommen nicht nur viele alte Erinnerungen an diese Zeit zurück, sondern Gregor nimmt auch seine Nachforschungen in einem Mordfall wieder auf, der ihm damals im Krieg übertragen wurde.
Die Befragungen der ehemaligen Kameraden wühlen Gregor nervlich sehr auf, umso wichtiger ist auch diesmal wieder die Unterstützung durch seine Frau Diana und seinen Bruder Hendrik, die ihm fast immer zur Seite stehen.

Meine Meinung:
Dieses ungewöhnliche Ermittlertrio kannte ich vorher leider noch nicht, obwohl dies bereits ihr sechster Fall ist. Trotz fehlender Vorkenntnisse hatte ich an keiner Stelle das Gefühl, ich würde etwas Wichtiges nicht wissen. Die Charaktere werden wunderbar beschrieben, wirken sehr authentisch und lebendig.
Überhaupt sorgt der atmosphärische Schreibstil von Gunnar Kunz dafür, dass man sich immer mitten im Geschehen fühlt. Die Schauplätze kann man sich sehr gut vorstellen, manchmal schon fast zu anschaulich, wenn man mit Gregor und seinen Kameraden mitten im Kriegsgefecht im nassen Schützengraben steht.
Auf jeder Seite merkt man deutlich, wie viel Recherchearbeit in diesem Krimi steckt. Es wird wirkliches Wissen über diese Zeit vermittelt, was mir extrem gut gefallen hat. Nicht nur über die politischen Verwicklungen, sondern vor allem darüber, wie das gemeine Volk gelebt hat, was Stand der Technik war oder was die Schrecken des Krieges psychisch und physisch mit vielen Menschen gemacht haben.
Ein sehr emotionales Buch, wobei mich besonders die Rückblicke in Gregors Zeit an der Front sehr berührt haben. Erschreckende Szenen, die vor allem wegen ihrer Authentizität schwerer zu ertragen sind, als jeder fiktive Thrillermord es je sein könnte, egal wie grausam und ausgefallen er sein mag.
Der Kriminalfall bzw. die beiden Fälle sind brillant durchdacht und werden sehr spannend und fesselnd erzählt. Immer wieder sorgen Wendungen für Überraschungen und echtes Lesevergnügen.
Das Ende fand ich ebenfalls sehr gelungen und ich kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 14.03.2018

Von Prinzen und Nüssen ...

Das Kaff
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Die Geschichte:
Michael Schürtz ist als Architekt in Berlin recht erfolgreich, doch ein Job als Bauleiter führt ihn zurück in den Ort, in dem er aufgewachsen ist. Er nennt diesen nur „das Kaff“, alles ...

Die Geschichte:
Michael Schürtz ist als Architekt in Berlin recht erfolgreich, doch ein Job als Bauleiter führt ihn zurück in den Ort, in dem er aufgewachsen ist. Er nennt diesen nur „das Kaff“, alles erscheint ihm zu spießig, klein und irgendwie unter seiner Würde. Doch im Laufe der Zeit nähert er sich den Menschen wieder an, seinen Geschwistern, früheren Gefährten im Fußballverein. Michas Überzeugungen geraten ins Wanken, er ist hin- und hergerissen zwischen Wehmut, Wiedersehensfreude und dem Wunsch, sofort wieder in die Großstadt zu flüchten …

Meine Meinung:
Was Jan Böttcher hier als „Kaff“ beschreibt, das ist ja in meiner Welt schon fast eine Kleinstadt. :D Ein eigener Fußballverein, Geschäfte und Lokale, das ist ja riesig gegen das Kaff, in dem ich aufgewachsen bin.

Aber ich konnte die Gedanken des Protagonisten trotzdem gut nachvollziehen, seine Wandlung nachfühlen. Michael ist ein sympathischer Kerl, der die Leute oft mit trockenem Humor und Ironie abblitzen lässt. Zunächst noch voll überzeugt von seiner eigenen Überzeugung und dann doch zusehends immer weicher werdend.

Jan Böttcher schildert die Story in einem Schreibstil, der nicht eintönig und gleichförmig ist, sondern er jongliert manchmal fast spielerisch mit den Worten. Seine Schilderungen der Landschaft und der Menschen lassen lebendige Bilder im Kopf entstehen.
Etwas mehr Humor hätte ich mir noch gewünscht, insgesamt überwogen fast eher die ernsten Töne und die emotionalen Momente. Doch einige Lacher sind schon darunter, unter anderem die „Nuss“.

Ein Roman über einen Mann, der eher unfreiwillig dazu angeregt wird, sich mit seiner Vergangenheit auszusöhnen. Michaels Wertevorstellungen geraten ins Wanken, er orientiert sich neu. Bei diesem Prozess habe ich ihn gern begleitet, das Buch hat mich gut unterhalten und ich empfehle es gerne weiter.

Veröffentlicht am 13.03.2018

Ein Glas Rotwein zum Buch ...

Château Mort
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Heute serviere ich euch einen aufregenden 2018er Château Mort, blutrot, sehr gehaltvoll, tiefes sonniges Aroma, im Abgang stimmig und bestens passend zu den feinen Fleisch- und Fischgerichten der Region ...

Heute serviere ich euch einen aufregenden 2018er Château Mort, blutrot, sehr gehaltvoll, tiefes sonniges Aroma, im Abgang stimmig und bestens passend zu den feinen Fleisch- und Fischgerichten der Region Aquitaine.
Als Frankreichfan war ich beim Lesen wieder total in meinem Element, wenngleich der Ort der Handlung nicht im Süden, sondern im Westen liegt. Doch auch die Atlantikküste durfte ich schon einmal bereisen und so konnte ich mir auch hier die Schauplätze sehr lebhaft vorstellen. Bei den ausführlichen Beschreibungen fällt dies aber auch sicher Lesern nicht schwer, die noch nicht selbst vor Ort waren. Der Autor schafft mit seinen Worten eine so lebendige Atmosphäre, dass man die Süße der Trauben fast schmecken kann, die stechende Sonne auf der Haut spürt und die salzige Meerluft des Atlantiks riecht.
Mit der gleichen Sorgfalt charakterisiert er die handelnden Personen, von denen ich bald ein genaues Bild vor Augen hatte – auch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes. Kommissar Luc Verlain hat sich vorübergehend aus seinem geliebten Paris in die alte Heimat versetzen lassen, um seinen kranken Vater zu unterstützen. Ihm zur Seite steht bei den Ermittlungen seine Kollegin Anouk, mit der ihn aber weit mehr verbindet als nur der Job. Es sieht ganz danach aus, als hätte sich der Frauenheld Luc tatsächlich ernsthaft verliebt. Auch unter den übrigen Personen finden sich viele Sympathieträger, die es dem Leser leicht machen, gänzlich in die Geschichte einzutauchen und mitzufiebern.

Der aktuelle Fall, den Luc und Anouk zu lösen haben, dreht sich um einen vermeintlichen Giftmord im Rahmen des weltberühmten Marathon du Médoc. Die Veranstaltung ist deshalb so besonders, weil alle Läufer in den wildesten Verkleidungen antreten, weil die Strecke besonders idyllisch gewählt ist und einige Verpflegungsstationen (an denen auch Wein ausgeschenkt wird!) in den Gärten der schönsten Châteaus der Gegend liegen.
Das Opfer ist der sehr beliebte und geachtete Winzer Hubert de Langeville, was die Suche nach einem Motiv nicht gerade erleichtert. In den Fokus der Ermittlungen gerät ausgerechnet Lucs bester Freund Richard, den er schon seit Kindestagen kennt. Die Nachforschungen führen aber bald auch in andere Richtungen, denn immer mehr Geheimnisse aus Huberts Leben werden aufgedeckt und werfen ein neues Licht auf die Geschehnisse.

Wer Wein und alles damit Zusammenhängende liebt, der wird mit diesem Krimi voll auf seine Kosten kommen. Der Autor spart nicht mit Informationen rund um dieses Thema und mir persönlich war es manchmal schon fast etwas zu ausführlich. Aber die Story ist stimmig, es gibt wenig Action, sondern mehr ruhige Ermittlungsarbeit mit vielen Befragungen und Nachforschungen. Das Buch konnte mich von Anfang bis Ende fesseln und der Täter kam für mich zum Schluss zwar überraschend, aber alles passte zusammen.

Ein sehr atmosphärischer Krimi mit viel Flair, einer fesselnden Geschichte und sympathischen Personen. Hinweis: unbedingt zusammen mit einem Glas guten Rotweins genießen!