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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.11.2017

Wunderbar sympathisch

Petronella Apfelmus - Hexenbuch und Schnüffelnase (Band 5)
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Dies ist das erste Petronella Buch für meine Tochter und mich und es wird nicht das letzte gewesen sein. Petronella ist eine Apfelbaumhexe, lebt in einem Apfelhäuschen, kennt sich mit Äpfeln gut aus ...

Dies ist das erste Petronella Buch für meine Tochter und mich und es wird nicht das letzte gewesen sein. Petronella ist eine Apfelbaumhexe, lebt in einem Apfelhäuschen, kennt sich mit Äpfeln gut aus und kocht viel Apfelmus. In diesem Buch muss sie sich auf die Suche nach ihrem Freund das Apfelmännchen begeben, denn es wurde entführt. Mit ihren Freunden und dem Hund Belle begibt sie sich in das Abenteuer

Es ist wirklich ein zauberhaftes Buch für junge Leser und Zuhörer. Es ist spannend ohne dabei zu gruselig zu sein. Die Sätze sind einfach, aber dennoch beschreibt die Autorin mit ihnen eine Welt, die man sich gut vorstellen kann und beim Lesen vor Augen hat. Dabei helfen natürlich auch die schönen Zeichnungen. Die schwarz/weiß Zeichnungen lockern das Buch auf und helfen sicher Erstleser Abwechslung im langen Text zu finden.

Die Idee einer Apfelbaumhexe finde ich sehr süß, dadurch hat der eigene Garten etwas magisches, wenn man sich die kleine Hexe und ihre Freunde vorstellt. Meine kleine Tochter fand die Geschichte vor allem auch deshalb gut, weil es trotz Gegenspieler nie wirklich richtig bedrohlich wirkt. Das richtige beim abendlichen Vorlesen. Aber auch zum selber lesen für junge Leser eignet es sich gut, keine wirklichen Fremdwörter, eine klare Sprache und die Hexsprüche in reimform lockern das Ganze noch auf.

Uns hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist gut zu lesen, hat sehr sympathische Protagonisten, eine spannende Geschichte, also alles was man braucht. Mir gefällt sehr gut an Petronella, dass sie einerseits eine zauberhafte Hexe ist, anderseits dabei nicht in einem abgehobenen Zauberreich lebt, sondern sie könnte hier um die Ecke leben. Ich glaube, ich muss mir jetzt die restlichen Teile besorgen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover "Petronella Apfelmus"
  • Cover "Johnny Sinclair"
  • Bastelspaß
Veröffentlicht am 14.11.2017

Eine schöne Einstimmung zu Weihnachten

Geheimnis in Rot
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Das Buch muss man in die Hand nehmen, denn allein die Haptik ist gelungen. Sieht aus wie ein Hardcover in Leinen, ist aber biegsam wie ein Taschenbuch. Verbindet damit für mich die Vorteile beider Bindungen. ...

Das Buch muss man in die Hand nehmen, denn allein die Haptik ist gelungen. Sieht aus wie ein Hardcover in Leinen, ist aber biegsam wie ein Taschenbuch. Verbindet damit für mich die Vorteile beider Bindungen. Dazu das Cover, was aus den vielen Krimibüchern heraussticht und sehr gut zum Stil des Buches passt.
Es ist alter Krimi, der vom Verlag neu aufgelegt wurde, zu Recht, denn auch heute noch liest sich die Geschichte sehr gut. Die Familie trifft sich zu Weihnachten beim Familienpatriarchen in seinem englischen Herrenhaus. Dann zu Weihnachten hat das Familienoberhaupt eine Kugel im Kopf. Wer ist der oder TäterIn. Nach und nach kristalliert sich heraus, dass fast alle anwesenden Familienmitglieder und auch ein Teil der Angestellte haben ein Motiv. Colonel Halstock, der die Familie schon länger kennt, versucht nun in diesem Wirrwarr den Täter zu überführen.
Das interessante an dem Roman sind besonders zu Beginn die verschiedenen Perspektivwechsel. Verschiedene Personen beschreiben die Verhältnisse in der Familie und die Tage vor Weihnachten. Dann aber wird der Großteil des Buches aus Sicht von Colonel Halstock beschrieben. Was ich etwas schade fand, denn die unterschiedlichen Perspektiven machten es zwar etwas anstrengend bei dieser Familie durchzuschauen, aber es war auch interessant wie unterschiedlich die Sichtweisen sind.
Die Aufklärung des Mordes ist schwierig und auch ich als Leserin hatte erst spät eine Ahnung über den Täter. Aber nicht allein die Krimihandlung ist hier spannend. Mir gefiel vor allem die Beschreibung der englischen Oberschicht zu Beginn des 20. Jh. Es ist ein Krimi, der mit den bekannten Geschichten von Agatha Christie zu vergleichen ist. Wer also diese Art von Krimis mag, ist hier goldrichtig.
Ein schönes Buch von außen und innen für graue Vorweihnachtstage. Auch als Geschenk super geeignet.

Veröffentlicht am 09.11.2017

Gute Ideen, schlechte Umsetzung

Bird and Sword
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Dieser Roman wird angekündigt mit den Worten: „So märchenhaft romantisch wie "Selection", so spannend wie "Game of Thrones"!“. Da sind natürlich die Erwartungen groß. Vor allem ich als großer GoT Fan habe ...

Dieser Roman wird angekündigt mit den Worten: „So märchenhaft romantisch wie "Selection", so spannend wie "Game of Thrones"!“. Da sind natürlich die Erwartungen groß. Vor allem ich als großer GoT Fan habe mich richtig auf den Roman gefreut.
Die Handlung startete auch sehr gut, an den sehr einfachen Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen. Die Sätze sind sehr einfach und auch die Beschreibungen werden zu kurz gehalten. Ich konnte mir von Anfang an nicht wirklich die Welt um Lark vorstellen. Dagegen fand ich die Idee einer stummen Protagonisten mit magischen Kräften sehr gelungen. Lark war geheimnisvoll und ihr kleiner Beschützer sehr sympathisch. Als Lark dann an den Hof von Tiras wechselte und eine Liebesgeschichte noch dazu kam, wurde mir Lark unsympathischer. Ihr Verhalten war für mich oft nicht nachvollziehbar, zum Teil auch unlogisch. Die Idee der angreifenden Vogelmenschen wurde leider nur nebensächlich behandelt. Es gab eine einfache schwarz/weiß Zeichnung, wo Reue oder Unsicherheit über das eigene Verhalten keinen Platz finden. Die Vogelmenschen sind böse und damit abschussfrei. Um dann wirklich es mit GoT aufnehmen zu können, fehlte da einfach mehr Hintergrund. Auch die Intrigen am Hof wurden angesprochen, aber wenig ausgebaut oder auch zu Ende geführt.
Insgesamt wirkte das Buch auf mich wie eine Art Manuskript mit guten Ideen, wo aber noch der Feinschliff und die Ausarbeitung der Ideen fehlt. Dazu fand ich die Liebesgeschichte nicht einnehmend für mich, eher nervig. Die Nebenfiguren waren mir dann sympathischer als die eigentlichen Protagonisten, was ich eigentlich nicht so gut finde.
Der Roman las ich ganz gut, die Ideen der Welt um Lark sind wirklich interessant, aber es fehlt leider zuviel, um es wirklich mit den großen bekannten Fantasyreihen aufzunehmen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Fantasie
  • Gefühl
Veröffentlicht am 15.10.2017

Zu viel gewollt

Swing Time
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Dieses Buch ist ein echter Hingucker. Drei starke Farben, eine passende Schriftart und sonst nichts. Im Minimalismus steckt die Stärke des Covers. Aber es sagt nichts über den Inhalt aus, was auch nicht ...

Dieses Buch ist ein echter Hingucker. Drei starke Farben, eine passende Schriftart und sonst nichts. Im Minimalismus steckt die Stärke des Covers. Aber es sagt nichts über den Inhalt aus, was auch nicht so einfach ist, denn für mich fehlte dem Buch ein wirklicher roter Faden.
Zum einen geht es um das Erwachsen werden der Ich-Erzählerin, es um eine langjährige Freundschaft, die ambivalent ist. Es geht um Schwarz vs. Weiß, Chancengleichheit, das England der 90er erfolgreich und hipp. Viele politische Fragen werden gestellt. Für mich war es zuviel, denn die Autorin konnte sich nicht wirklich auf etwas konzentrieren, vielleicht wollte sie soviel wie möglich einbringen und vergaß darüber eine spannende Geschichte zu erzählen. Ich wartete vergeblich auf einen richtigen Spannungsbogen, er schien oft zum Greifen nahe, aber der Faden wurde nicht fortgeführt und sich wieder auf etwas anderes konzentriert. Das Lesen viel mir entsprechend schwer. Und am Ende blieb ich unbefriedigt und etwas ratlos zurück.
Auch die Protagonistin konnte bei mir nicht Punkten. Sie war mir nicht sympathisch, blieb unzugänglich für mich. Ich konnte nicht wirklich mitfiebern mit ihr. Auch die anderen Charaktere rissen mich nicht mit, keiner wurde mir sympathisch. Zum Teil wirkten sie sehr überzogen.
Wie viele andere schon anmerkten, ist der Schreibstil das große Plus des Romans. Die Autorin benutzt eine sehr bildhafte Sprache, die einzelnen Sätze versprechen Tiefe. Zadie Smith kann schreiben, weshalb ich sie auch weiter verfolgen werde und einfach hoffe, dass sie in ihrem nächsten Roman der Handlung mehr Aufmerksamkeit schenken wird.

Veröffentlicht am 03.10.2017

Reale Fiktion

Underground Railroad
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Schon allein das Cover hat mich neugierig gemacht. Eine schöne Schriftart auf einem etwas undeutlichen Hintergrund. Dunkle Farben, es wirkt düster und passt damit sehr gut zur Thematik. Bevor man mit dem ...

Schon allein das Cover hat mich neugierig gemacht. Eine schöne Schriftart auf einem etwas undeutlichen Hintergrund. Dunkle Farben, es wirkt düster und passt damit sehr gut zur Thematik. Bevor man mit dem Buch startet, sollte man sich bewusst machen, dass dies kein historischer Tatsachenroman. Der Autor bedient sich zwar historischer Tatsachen, er spinnt diese aber auf seine ganz eigene Weise in seine Geschichte ein. So gab es die Underground Railroad als informelles Netzwerk, dass Sklaven auf der Flucht half wirklich, aber Whitehead nimmt es wörtlich und erschafft eine richtige Untergrundeisenbahn, die fantastisch auf mich wirkte. Auch die Geschehnisse in den einzelnen Staaten der USA haben vielleicht nicht so stattgefunden, aber im kleineren Maßstab oder als Idee waren sie in der Geschichte präsent.
Obwohl ich schon sehr auf den Roman gefreut hatte, da ich im Moment einiges zu diesem schrecklichen Abschnitt in der Geschichte lese, fiel mir der Anfang vom Buch etwas schwer. Die Protagonistin Cora ist ein Charakter, der einen erst einmal auf Abstand lässt, sie öffnet sich erst nach und nach. Auch der Schreibstil ist etwas emotionslos, besonders wenn von den Schrecken der Sklaverei berichtet wurde. Aber ich gewöhnte mich daran und merkte wie gut der Schreibstil passte, denn nur durch die Emotionslosigkeit war für mich die Beschreibungen zum Teil zu ertragen und anderseits passte es sehr gut zu der Emotionslosigkeit der Sklavenhalter.
Der Autor greift viele verschiedene Unterdrückungsmechanismen auf, die mich zum Teil an die Naziherrschaft und/oder Hexenverfolgung erinnert haben. Gekonnt webt er Fiktion und reale Ereignisse in die Geschichte ein. Was ich persönlich etwas schade fand, dass man allein durch den Roman nicht wusste was nun wirklich so oder so ähnlich geschah. Dazu muss man seine Interviews und andere Quellen mit einbeziehen. Aber trotz, dass die ganze Geschichte nicht immer mit historischen Fakten zu hinterlegen ist, zeigte der Roman für mich das ganze Ausmaß der Sklavereiwirtschaft, den Rassismus und die Fähigkeit der Menschen zur Grausamkeit. Das alles wirkt bis heute auf die amerikanische Gesellschaft, weshalb der Roman auch im Spiegel der aktuellen Ereignisse ein wichtiges Zeugnis ist. Er war nicht immer einfach zu lesen, was Sprachstil und die geschilderte Grausamkeiten und deren Emotionslosigkeit anging. Ich musste immer mal inne halten. Doch mir wurde klar warum der Roman so hoch gelobt wird, er große Literatur, die einen auch viel zum Nachdenken bringt und gleichzeitig richtig gut geschrieben ist.