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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.09.2023

Historie gut recherchiert und spannend erzählt

Vergeltung
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Wie schon in anderen seiner Bücher hat Robert Harris auch hier wieder einen Teil der Geschichte des 2. Weltkrieges thematisiert und Historisches mit Fiktivem wunderbar verwoben. Der Leser wird durch die ...

Wie schon in anderen seiner Bücher hat Robert Harris auch hier wieder einen Teil der Geschichte des 2. Weltkrieges thematisiert und Historisches mit Fiktivem wunderbar verwoben. Der Leser wird durch die Handlungswechsel, einmal wird der Fokus auf Rudi Graf und dann wieder auf Kay Caton-Walsh, die beiden Hauptprotagonisten, gelegt förmlich in die Story gezogen. Das Geschehen wird so intensiver und fesselnder und zugleich werden beide immer lebensechter für den Leser. Durch Rückblenden kann man z. B. nachvollziehen, das Rudi allmählich seinen Glauben an die propagierten Erfolge verliert und Kay, als Offizieren auf der anderen Seite des Kriegsgeschehens nicht mehr weis, wer Gut wer Böse ist. Diese Darstellungen der Gewissenskonflikte machen letztlich das Buch aus. Gepaart mit den historischen belegten Fakten und dem sehr ausgeprägten Schreib- und Erzählstil ist auch dieser Roman wieder ein unterhaltsames Abtauchen in die Geschichte für mich geworden.
Mein Fazit: Auch wenn das Ende für meine Begriffe etwas zu schnell erzählt war und an manchen Stellen etwas mehr Tiefgang hätte sein können, hat mich der Roman aber gut unterhalten und ich kann ihn weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 08.09.2023

Super HB-Thriller-Box

Die große Carl-Mørck-Box 1
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Erbarmen: Der Thriller hat 2 Erzählperspektiven. Zum einen die, die Carl und seine Ermittlungen betreffen und zum anderen die Vergangenheit rund um Merete Lynggaad. Auch wenn man bei Zeiten ahnt wer der ...

Erbarmen: Der Thriller hat 2 Erzählperspektiven. Zum einen die, die Carl und seine Ermittlungen betreffen und zum anderen die Vergangenheit rund um Merete Lynggaad. Auch wenn man bei Zeiten ahnt wer der Entführer ist, weiß man jedoch noch nicht wieso, weshalb, warum. Diese Fragen klären sich erst zum Schluss. Und so „muss“ man am Ball/Buch bleiben, will man die Motivation des Entführers erklärt bekommen. Die einzelnen Charaktere werden gekonnt mit all ihren Macken und Eigenarten beschrieben. Allen voran natürlich Carl, der so wunderbar starrköpfig und eigenbrötlerisch daherkommt. Ganz im Gegenteil dazu Assam, der gelassen und durch seine verdrehten Aussprüche manchmal sogar ungewollt ulkig ist. Selbst Merete wirkt in ihren Qualen aber auch in ihrem Überlebenskampf authentisch. Kurzum: Mit diesem Buch ist Jussi Adler Olsen ein hervorragender Thriller und Serienauftakt gelungen.

Schändung: Dieser Band kommt in seiner Grundstimmung schonungsloser und brutaler daher. Das liegt zum einen an den Beschreibungen der Taten, die die Mitglieder der Clique verüben, und zum anderen an deren Mitglieder selbst. Ihre Motive für ihre ausufernde Gewalt mit Blut und Tod, schildert der Autor sehr detailliert. Die Spannung beschreibt diesmal keinen Bogen sondern bleibt von Anfang an konstant hoch. Die Hauptfigur Carl ist wie schon in Teil 1 dargestellt – streitsüchtig aber liebenswert. Wohingegen Assam, zwar immer noch Redewendungen falsch zitierend, plötzlich aggressiver und unausgeglichener wirkt. Dieser Fakt wird in diesem Band aber noch nicht näher erklärt. Vielleicht mehr dazu dann in Band 3? Den Fall lösen die beiden trotz aller Widerstände letztlich souverän. Kurzum: „Schändung ist ein würdiger Nachfolgeband.

Erlösung: Diesmal haben es die Ermittler vom Sonderdezernat Q mit einem/mehreren Fällen von Kindesentführung(en) zu tun. Wie sie herausfinden ist der Täter von einst – denn man hätte ihn vielleicht schon schnappen können, hätte sich jemand mit der Flaschenpost näher beschäftigt – immer noch aktiv. Es ist also schnelles Handeln angesagt, denn der Täter schreckt nicht vor Erpressung und Mord zurück. Da es sich nicht nur um einen zu bearbeitenden Fall handelt bekommt in diesem Band auch die Recherchearbeit ihren Raum. Die Charaktere bekommen weiter Profil, und Assads neu formulierte Weisheiten bringen einen trotz des düsteren Falls ab und an zum Schmunzeln. Nur Rose, die Sekretärin, spielt eine merkwürdige Rolle – irgendwas stimmt mit ihr nicht. Und gerade durch dieses Verschiedensein aller drei harmoniert diese Truppe hervorragend und kommt dadurch dem raffinierten Täter doch noch auf die Spur. Kurzum: Adler-Olsen versteht es auch im 3. Band den Krimiplot mit den zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb des Ermittlerteams gut zu verbinden und die Spannung gewohnt hochzuhalten.

Veröffentlicht am 08.09.2023

Agatha Raisin und die tote Gärtnerin

Agatha Raisin und die tote Gärtnerin
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Die Agatha-Raisin-Reihe von M. C. Beaton ist eine sogenannte Cosy-Crime-Serie – auf gut deutsch Wohlfühlkrimiserie. Agatha Raisin, die zentrale Figur, ist eine ehemalige PR-Managerin die ihren Lebensabend ...

Die Agatha-Raisin-Reihe von M. C. Beaton ist eine sogenannte Cosy-Crime-Serie – auf gut deutsch Wohlfühlkrimiserie. Agatha Raisin, die zentrale Figur, ist eine ehemalige PR-Managerin die ihren Lebensabend in den Cotswolds verbringen möchte – weit ab vom stressigen und lauten Alltag in London. Doch es wird für Agatha weder leise noch weniger stressig, stolpert sie doch immer wieder über Mord und Totschlag. Und weil sie sich nicht zurückhalten kann beginnt sie stets auf eigene Gefahr zu ermitteln, ganz zum Verdruss der Polizei in Gestalt Bill Wongs. Natürlich kreuzen auch immer wieder die Dorfbewohner Agathas Weg. Wobei ihr nicht alle Wohl gesonnen sind, ist sie doch nur eine Zugezogene und reichlich spleenig. Wie auch in anderen Krimis dieser Art kommt es zwar immer wieder zu Gewaltverbrechen, doch diese werden nie bluttriefend beschrieben, so dass das Wohlgefühl beim Lesen nicht abhanden kommt. Die einzelnen Geschichten entspinnen sich sehr gemächlich genauso wie die Tätersuche. Wer einen wirklich sehr leichten Krimi sucht und sich an dem beschaulichen Ambiente eines englischen Dorfes und seiner Umgebung erfreuen kann, ist hier richtig. Mal etwas für zwischendurch – warum nicht. Mir hat es gefallen und ich kann es durchaus weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 08.09.2023

Einfühlsam, lebendig, mitreißend

Kinder ihrer Zeit
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Mit dem Buch „Kinder ihrer Zeit“ hat Claire Winter wiedereinmal bewiesen, dass sie eine Autorin ist, die Geschichten mit historischem Bezug wunderbar in Worte fassen kann. Claire Winter erzählt hier die ...

Mit dem Buch „Kinder ihrer Zeit“ hat Claire Winter wiedereinmal bewiesen, dass sie eine Autorin ist, die Geschichten mit historischem Bezug wunderbar in Worte fassen kann. Claire Winter erzählt hier die Geschichte der Schwestern Emma und Alice, die als Kleinkinder getrennt werden, sich wiederfinden und dann einen Weg finden müssen sich nicht wieder zu verlieren. Als Hintergrund dient hier das Berlin der Nachkriegszeit – Ost und West – mit samt den Geheimdienstaktivitäten von CIA, BND und KGB. Der Autorin gelingt es bravourös die historischen Fakten und Figuren mit der fiktiven Geschichte der Schwestern zu verknüpfen. Sie bedient sich dabei einem Schreib- und Erzählstil, dem ich mich nicht entziehen konnte. Sehr einfühlsam schildert sie die Lebensumstände und das Gefühlschaos von Emma und Alice. Es wirkte auf mich alles sehr authentisch und hat mich bei mancher Passage schon mal tief durchatmen lassen.
Mein Fazit: Dieser Roman ist ein rundum gelungener Roman der durch den angenehm zu lesenden Schreib- und Erzählstil die Nachkriegszeit in Berlin wieder lebendig werden lässt. Mich hat der Roman gut unterhalten und ich empfehle ihn gern weiter.

Veröffentlicht am 08.09.2023

Super Thriller

Verblendung
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„Verblendung“ ist der Auftaktband der "Millenium"-Trilogie von Stieg Larsson. Es ist ein spannender, atmosphärisch dichter und mitreißender Thriller, der durch die beiden Hauptprotagonisten getragen wird. ...

„Verblendung“ ist der Auftaktband der "Millenium"-Trilogie von Stieg Larsson. Es ist ein spannender, atmosphärisch dichter und mitreißender Thriller, der durch die beiden Hauptprotagonisten getragen wird. Zum einen ist da Mikael Blomkvist, ein bekannter Enthüllungsjournalist, der den Verbleib der Lieblingsnichte eines schwerreichen Industriemagnaten recherchieren soll, und zum anderen ist da Lisbeth Salander, eine toughe Außenseiterin, der man in Bezug auf den Umgang mit Computer und Internet so leicht nichts vormacht. Beide Protagonisten haben ihre Ecken und Kanten und vor allem eine Vergangenheit, wodurch sie absolut authentisch sind und dem Thriller Glaubwürdigkeit geben. Der Fall selbst führt den Leser in ein Geflecht aus Familiengeheimnissen aber auch in die dunkle Geschichte Schwedens. Ich habe selten einen so gelungenen Thriller gelesen, der so mitreißend ist, dass man ihm den etwas langsamen Beginn letztlich verzeiht. Alle Handlungsstränge werden perfekt am Ende verbunden und ich kann nur empfehlen – lesen - mit diesem Thriller kann man nichts falsch machen.