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Veröffentlicht am 15.09.2016

Packender Thriller mit chinesischen Weisheiten und Schokoschnecken

Sterbegeld
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Dies ist der dritte Band mit den Ermittlerinnen Emilia, genannt Em, Capelli und Mai Zhou, jedoch das erste Werk, das ich über die beiden gelesen habe. Ich konnte es kaum erwarten, mit dem Buch zu beginnen ...

Dies ist der dritte Band mit den Ermittlerinnen Emilia, genannt Em, Capelli und Mai Zhou, jedoch das erste Werk, das ich über die beiden gelesen habe. Ich konnte es kaum erwarten, mit dem Buch zu beginnen und auch wenn ich die Vorgänger nicht kannte, kam ich sehr schnell rein und konnte es kaum noch weg legen.

Zum Inhalt:
Die Polizeinotrufzentrale erhält einen Anruf von dem kleinen Leon Svensson. Es ist ganz schnell klar, dass bei ihm zuhause etwas ganz und gar nicht stimmt und sofort wird ein Einsatzwagen zum Haus geschickt. Doch die Beamten kommen leider zu spät... Leon und auch seine Familie wurden komplett ausgelöscht und im Gesicht seiner Mutter ist selbst im Tod noch das grenzenlose Grauen zu sehen....

Acht Monate später begegnen wir den Ermittlerinnen Em und Zhou auf der Beerdigung von Thorsten Mohr, der bei einem Polizeieinsatz ums Leben kam, der eigentlich den Waffenhändler Petrovic überführen sollte. Schnell stellt sich heraus, dass es einen Maulwurf in den eigenen Reihen geben muss. Und ausgerechnet Em und Zhou, die selbst nicht so wirklich von ihrer Zusammenarbeit begeistert sind, bekommen den Auftrag, den Maulwurf zu enttarnen und Kollegen zu bespitzeln, mit denen vorallem Em schon lange zusammen arbeitet und denen sie vertraut. Doch nun stellt sich die Frage: Wem kann sie wirklich vertrauen? Um verdeckt ermitteln zu können, bekommen sie dann auch noch den Fall der ausgelöschten Familie Svensson zugeteilt. Eigentlich schien der Fall klar zu sein und Armin Bohrmann, ein Bekannter von Sonja Svensson und Leons Mutter, stand unter dringendem Tatverdacht. Doch sein Verteidiger, Karel Schubert, versucht alles in seiner Macht stehende, seinen Mandanten aus der Haft rauszuholen. Und schon bald gibt es tatsächlich Widersprüche und neue Anhaltspunkte...

Charaktere:
Hauptprotagonisten sind definitiv Emilia Capelli und Mai Zhou. Dank der Autorin, die glücklicherweise so lieb war und an unserer Leserunde teilnahm, bekamen die Teilnehmer, die die ersten Bände noch nicht kannten, die Hintergrundinfos, warum Em und Mai sich nicht so ganz sympathisch waren. Sie hatten einen etwas "holprigen" Start und gehen teilweise ganz schön ruppig miteinander um. Allerdigns gelingt es Judith Winter super, die Gedanken und die Gefühlswelt der beiden darzustellen und man versteht viele Verhaltensweisen der beiden unheimlich gut und man kann sich richtig in sie hineinversetzen.
Makarov, der Chef der beiden, hat es mit ihnen auch nicht gerade leicht. Er wirkt auch manchmal etwas ruppig, aber man merkt, dass er sich wirklich Sorgen um seine Mitarbeiter macht und ihm die Sache mit dem Maulwurf extrem an die Nieren geht. Am Liebsten würde er Em und Mai vor allen Gefahren schützen.
Die "potenziellen Maulwürfe" sind gleich sieben an der Zahl, wobei man zwei bereits ausgestrichen hat... der eine wurde als "gefahrlos" eingestuft, der andere war eben der getötete Thorsten Mohr.
Wen man mit Sicherheit auch nicht außen vor lassen darf, ist Iris Molder, die von der belgischen Polizei als verdeckte Ermittlerin Petrovic eine Falle stellen sollte. Von ihr bekommt der Leser schnell das Bild einer sehr starken Person mit einem enormen Überlebenswillen, aber von ihrer wirklichen Persönlichkeit schimmert nicht so viel durch.
Nicht zu vergessen sind der Anwalt Karel Schubert und Sven Gehling, ein Kollege von Em und Zhou. Beide brachten mich oft zum Lachen und haben der ganzen Story nochmal ein Extra gegeben
Und auch Jonah muss ich unbedingt erwähnen. Er lebt derweil auf der Straße und bekommt dort unglaubliches mit... ihn hab' ich sofort ins Herz geschlossen.
Darüber hinaus gab es noch einige andere Personen, die eigentlich auch noch sehr erwähnenswert sind, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen. Selbst lesen ist somit angesagt

Mein Eindruck vom Buch:
Selbst ohne die Vorgänger zu kennen, hat mich hat das Buch sofort gepackt und nicht mehr losgelassen. Der Autorin ist es absolut gelungen, dass man mit den Protagonisten mitfiebert, mitleidet, aber auch mal laut lacht. Der Schreibstil ist flüssig und was mir besonders gut gefiel war, dass öfter in kursiver Schrift die Gedankengänge der Protagonisten eingeflochten waren, mit denen ich mich sofort identifizieren konnte. Somit war ich wirklich "mittendrin". In diesem Buch werden zwei verschiedene Fälle bearbeitet, zum einen der Mord an der Familie, zum anderen die verdeckte Ermittlung gegen den Maulwurf kombiniert mit der Überführung des Waffenhändlers Petrovic. Beide fand ich mega spannend und gekonnt und stimmig umgesetzt. Anfangs waren es viele Personen auf einmal, aber das hat es für mich nur noch interssanter gemacht. Der Thrill hat mich auf keine einzigen Seite verlassen und auch an dieser Stelle ein großes Kompliment an die Autorin!

Die Autorin:
Ich liebe Konstanz am Bodensee und mich hat es nicht gewundert, als ich gerade gelesen habe, dass Judith Winter dort mit ihrer Familie lebt. Sie wurde in Frankfurt geboren, studierte Psychologie und Germanistik in Berlin und war einige Jahre in einem renommierten wissenschaftlichen Institut tätig, bevor sie sich selbständig machte.

Cover:
Das Cover hat mich sofort angesprochen und als ich das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt, war ich begeistert. Es ist auf "Vintage" getrimmt und auf den ersten Blick hat man das Gefühl, als wäre es schon etwas mitgenommen und zerlesen. Einfach genial.

Fazit:
Von mir gibt es eine ganz glasklare Leseempfehlung! Ich habe jede einzelne Seite genossen und genauso muss für mich ein Thriller sein. Ich hab Em und Mai echt ins Herz geschlossen und möchte unbedingt nun auch die ersten beiden Fälle nachholen. Und ich hoffe sehr, dass es noch viele weitere Fälle mit den beiden gibt und dass man auch den einen oder anderen Charakter wieder trifft, den man in "Sterbegeld" kennengelernt hat.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Hochspannender Debüt-Thriller eines Anwalts

Tödliche Erbschaft
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10 000 000 Dollar und ein dunkles Geheimnis

Als Erin Larson den Nachlass ihres Vaters durchsieht, kann sie es nicht glauben, was sie findet: einen Einzahlungsbeleg über eine unglaubliche Summe. Doch hat ...

10 000 000 Dollar und ein dunkles Geheimnis

Als Erin Larson den Nachlass ihres Vaters durchsieht, kann sie es nicht glauben, was sie findet: einen Einzahlungsbeleg über eine unglaubliche Summe. Doch hat dieses Geld je existiert und wie ist der einfache Farmer zu solch einem Vermögen gekommen? Steckt dahinter ein Verbrechen?

Die Bank streitet die Einzahlung vehement ab und droht, Erin zu ruinieren, sollte sie dem Geld nachspüren. Ihre letzte Hoffnung ist Anwalt Jared Neaton. Erins riskanter Fall könnte diesem das Geld einbringen, das er so dringend braucht. Aber als Jared udn Erin der Sache auf den Grund gehen, wächst die Gefahr bald schon über reine Drohungen hinaus.

Cover:
Ganz ehrlich gesagt hat mich das Cover überhaupt nicht angesprochen. Zudem finde ich es überhaupt nicht passend zur Geschichte. Hätte ich diesen Thriller in einem Buchladen gesehen, ich glaube kaum, dass ich ihn gekauft hätte. Aber zum Glück bekam ich dieses Werk zu Weihnachten und so kam ich in den Genuß, dieses Buch zu lesen. Meiner Meinung nach hätte ich wirklich etwas verpasst

Charaktere:
Hauptprotagonist ist Jared Neaton, ein junger Prozeßanwalt, der vor noch nicht allzu langer Zeit seine eigene Kanzlei eröffnet hat. Leider hat er allerdings einen enorm großen Fall verloren, weswegen seine Kanzlei grad ziemlich auf der Kippe steht. Jared ist sehr sympathisch dargestellt und ich mochte ihn auf Anhieb. Vorallem seine Schwäche, dass er gerne mal Probleme ignoriert und hofft, dass sie sich irgendwie in Luft auflösen, machten ihn sehr menschlich. Jessie Dickerson, seine Assistentin, ist im wahrsten Sinne des Wortes desöfteren Jareds Rettung und hat ein bißchen mehr für ihn übrig, als ein rein kollegiales Verhältnis. Sie war mir ebenso auf Anhieb sympathisch und ich konnte mich öfters absolut mit ihr identifizieren. Erin Larson, die Erbin und die Person, die den Einzahlungsbeleg über 10 Millionen Dollar fand, war nicht so wirklich greifbar für mich. Anfangs dachte ich, dass sie mit Sicherheit auch eine sehr große Rolle im Buch spielt und es hat mich sehr überrascht, dass sie irgendwie doch eher zur Nebenfigur wurde. Dann gibt es da noch Samuel Neaton zu erwähnen, Jareds Vater, der in seiner Vergangenheit große Fehler begangen hat und sich nichts sehnlicher als Vergebung wünscht. Ich hab' richtig mit ihm mitgefühlt. Und natürlich sind auch die Prozessanwälte Marcus Standford und Franklin Whittier hervorzuheben, die Anwälte der Gegenseite, auf der die Bank steht. Jared hatte früher in derselben Kanzlei gearbeitet wie die beiden und war somit vorgewarnt. Ich fand die Charaktere von Marcus und Franklin sehr gut herausgearbeitet und es war spannend, auch hinter deren Fassaden sehen zu können. Manch etwas wurde dann verständlicher am Verhalten der beiden Anwälte, die so wirkten, als wären sie einfach nur nach Macht und Gier aus. Und auch die Bibliothekarin Mrs Huddleston will ich unbedingt hervorheben, sie hat mit ihrer Herzenswärme und ihrem Scharfsinn Jared sehr unterstützt.

Mein Eindruck zu dem Buch:
Wie schon berichtet, hat mich das Cover überhaupt nicht angesprochen und ich musste mich richtig aufraffen, dieses Buch anzufangen. Dann konnte ich es allerdings überhaupt nicht mehr weglegen. Der Schreibstil ist flüssig und Jared wird einem so sympathisch, dass man anfangs bereits mitzittert, ob er diesen Fall überhaupt übernimmt. Aber im Grunde blieb ihm nichts anderes übrig, da ihm wegen einer Pleite in einem vorherigen Prozess finanziell das Wasser bis zum Hals stand. Und so beginnt er diesen Fall und versucht Beweise für die Einzahlung der gewaltigen Summe von 10 Millionen Dollar zu finden, an die er anfangs selbst nicht wirklich glaubte. Doch plötzlich tauchen immer mehr Ungereimtheiten auf, bis Jared wirklich an seinen Fall glaubt und alles daran setzt, den Prozess zu gewinnen. Allerdings war ihm anfangs nicht wirklich klar, mit welch mächtigen Leuten er sich angelegt hat und zu was diese alles fähig sind und ich habe jede Seite verschlungen und konnte gar nicht erwarten zu erfahren, wie es weitergeht. Was ich auch noch unbedingt erwähnen möchte ist die Tatsache, dass dieser Thriller im Grunde sehr unblutig geschrieben und wenig Gewalt eingeflochten wurde. Das nimmt aber kein Stück von der Spannung. Auch den Schluss fand ich sehr gelungen, aber was da genau passiert ist, müsst ihr selber lesen

Der Autor:
Todd Johnson praktiziert seit mehr als 30 Jahren als Anwalt und konnte dieses Know How gekonnt in seinem Debüt-Roman einfließen lassen. Zudem lehrte er als Assistenzprofessor Internationales Recht und arbeitete als US-Diplomat in Hong Kong und lebt derzeit mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Minnesota.

Fazit:
Meiner Meinung nach ist dies ein absolut gelungenes Debüt! Man sollte sich wirklich nicht von dem Cover abschrecken lassen, sonst verpasst man spannende Stunden mit Jared Neaton. Klare Leseempfehlung von meiner Seite und ich hoffe sehr, dass dies nicht der einzige Thriller von Todd Johnson ist, sondern dass noch viele folgen werden

Veröffentlicht am 15.09.2016

Skurril, abgedreht und ein "unwahrscheinlich" klasse Roman

Per Anhalter durch die Galaxis
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Mein Freund war ganz erstaunt, als ich ihm "gebeichtet" habe, dass "Per Anhalter durch die Galaxis" zu meinen ungelesenen Büchern zählt. Deshalb hab' ich mich endlich an diesen Roman gewagt, obwohl Science ...

Mein Freund war ganz erstaunt, als ich ihm "gebeichtet" habe, dass "Per Anhalter durch die Galaxis" zu meinen ungelesenen Büchern zählt. Deshalb hab' ich mich endlich an diesen Roman gewagt, obwohl Science Fiction jetzt nicht direkt zu meinem Genre zählt.

Inhalt:
Arthur Dent, ein ganz normaler Erdenbürger, staunt nicht schlecht, als er von seinem besten Freund Ford Prefect gerettet wird, als außerirdische Vogonen die Erde zerstören. Dabei stellt er auch fest, dass sein Kumpel selbst außerirdischer Herkunft ist und die beiden schaffen es, sozusagen als "Anhalter" bei den Vogonen mitzufliegen. Nachdem diese aber nicht unbedingt als die gastfreundlichsten des Universums zählen, werden sie glatt wieder rausgeworfen und Arthur und Ford hatten unwahrscheinliches Glück, dass just in diesem Moment das Raumschiff "Herz aus Gold" auftaucht und die beiden aufliest. Und das ist nur der Anfang aller Unwahrscheinlichkeiten Sie finden den Planeten Magrathea, der eigentlich als Legende galt und treffen dort auf Slartibartfaß, der sie in die "Geheimnisse Magratheas" einführt und mit den großen Rätseln der Menschheit vertraut macht.

Charaktere:
Der Autor hat es geschafft, eine ganze Bandbreite an Charakteren in diesem Buch zu vereinen. Zum einen gibt es natürlich Arthur Dent, einen durchschnittlichen Erdling, dessen Haus abgerissen werden soll. Natürlich war das eine absolute Katastrophe für Arthur, er konnte ja nicht ahnen, dass eine viel größere Katastrophe, nämlich die Weltvernichtung, nur ganz kurz bevor stand. Arthur wird sehr menschlich dargestellt und er war mir mit seinen Ecken und Kanten gleich sehr sympathisch. Dann gibt es da Ford Prefect, Arthurs besten Freund, der seit einigen Jahren auf der Erde fest saß. Ihm hat Arthur zu verdanken, dass er nicht gleich mit der Erde in die Luft geflogen ist. Für mich war das der unscheinbarste Charakter in der Geschichte, wirkte eher menschlich, als außerirdisch. Nicht zu vergessen aber Prefects sehr Halbcousin, Zaphod Beeblebrox , der es paradoxerweise schaffte, für eine Weile der Präsident der Galaxis zu sein und mit seinen zwei Köpfen und seiner abgedrehten Art doch zu einem Außerirdischen wurde, wie man ihn sich vorstellt Ebenso an Bord befindet sich Tricia McMillan, genannt Trillian, die ebenso mal von Zaphod aufgelesen wurde und die Arthur mal auf einer Party kennenlernte, als die Erde noch existierte. Und natürlich gibt es da noch Marvin, den depressiven Roboter, der enorme Probleme mit freundlichen Türen hat. Auf dem Planeten Magrathea taucht Slartibartfaß auf, ebenso wie Arthur sehr sympathisch und im Grunde sehr menschlich dargestellt.

Mein Eindruck von dem Buch:
Es macht riesigen Spaß, dieses Buch zu lesen. Es ist absolut abgedreht, manchmal verwirrend und ernst nehmen sollte man in diesem Werk wirklich nichts. Der Schreibstil ist sehr flüssig, witzig und ich musste öfter laut auflachen, vorallem Marvin fand ich einfach nur herrlich Die Kapitel sind sehr kurz, was es leicht macht, diesen Roman mal zwischendurch zu lesen und man kommt immer wieder ganz schnell rein.

Fazit:
Ich bin kein großer Science-Fiction-Fan, aber ich denke, dieses Buch ist einfach das richtige, wenn man mal beim Lesen laut auflachen und in eine andere Welt entfliehen möchte. Einen Stern Abzug gibt es, weil ich nie wirklich viel lesen konnte, ich brauchte immer mal wieder eine kleine Pause und das Buch hat mich nicht so richtig "gepackt". Dennoch eine klare Leseempfehlung für zwischendurch und ich kann absolut verstehen, warum dieses Buch "Kult" wurde

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein MUSS für jeden Thriller-Fan :-)

Das große Schweigen
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Bisher waren mir die Werke von Katja Montejano unbekannt. Umso mehr war ich gespannt auf "Das große Schweigen". Vor ein paar Minuten habe ich diesen Thriller beendet und ich muss sagen: WOW! Ich bin total ...

Bisher waren mir die Werke von Katja Montejano unbekannt. Umso mehr war ich gespannt auf "Das große Schweigen". Vor ein paar Minuten habe ich diesen Thriller beendet und ich muss sagen: WOW! Ich bin total geflasht von dem Buch und restlos begeistert. Aber jetzt erstmal zum Inhalt:

Primrose, eine ehemalige Kripobeamtin in den Dreißigern, ist zutiefst erschüttert, als sie erfährt, dass ein Mordanschlag auf ihren geliebten Vater, dem bekannten Berner Staranwalt, verübt wurde. Die Täterin brachte sich gleich nach der Tat selbst um, so dass hier keine Chance war, durch sie mehr über die Beweggründe zu erfahren. Primrose erhält unmittelbar nach dem Attentat eine Nachricht: "Atme, so lang du noch kannst" und mit diesen Zeilen beginnt das Grauen, denn Menschen, die Primrose nahe stehen, werden auf bestialische Weise ermordet und auch sie steht im Fadenkreuz...

Mein Eindruck zu dem Buch:
Wie ich anfangs schon schrieb, bin ich absolut geflasht von diesem Thriller. Eigentlich wollte ich ihn nur anlesen, konnte ihn aber dann nicht mehr aus der Hand legen bis ich ihn gerade beendet habe. Die Autorin versteht es vollkommen, den Leser in den Bann des Buches zu ziehen und man kann es nicht erwarten zu erfahren, wie es weitergeht. Es handelt sich um Gier, Macht, dunkle Geheimnisse und man erfährt viel über die Personen in Primroses Leben. Bis zum Schluss hatte ich keine Ahnung, wer und was genau hinter diesem Horror steckt und habe sehr mit den Protagonisten mitgezittert. Und auch der Aufbau des Buches, einfach genial und absolut durchdacht. Die Spannung hat in keinem Kapitel nachgelassen und selbst, wenn ich mir dachte: "nach diesem Kapitel muss ich endlich mal Haushalt machen" war es einfach nicht möglich, mich von dem Buch loszureißen. Dieses Buch war mein perfekter Start in ein neues Lesejahr Was mir persönlich auch sehr gefallen hat, waren die schweizerdeutschen Ausdrücke, die immer mal wieder vorkamen. Ich bin oft in der Schweiz, habe Freunde dort und hab' mich jedesmal total gefreut, wenn ich die Wörter "Götti", "parkieren" oder "grillieren" las und werde das Buch nicht nur meinen deutschen, sondern auch meinen schweizer Freunden sowas von ans Herz legen.

Fazit:
Für jeden Fan von Hochspannung ein absolutes Muss, dieses Buch darf definitiv in keinem Thriller-Bücherregal fehlen. Ich freue mich sehr, dieses Werk von Katja Montejano gefunden zu haben und werde mir mit Sicherheit auch noch ihre bisher erschienenen Werke holen und hoffe auf noch viele weitere Bücher aus ihrer Feder.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Grundidee grandios, Umsetzung leider nicht gelungen

An einem Tag im Mai
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Dieser Roman spielt in Amerika und wir befinden uns gerade am Anfang der Dreißigerjahre. Iris McIntosh, eine junge Lehrerin, verliert in der Wirtschaftskrise plötzlich ihren Job und ihr Zuhause und muss ...

Dieser Roman spielt in Amerika und wir befinden uns gerade am Anfang der Dreißigerjahre. Iris McIntosh, eine junge Lehrerin, verliert in der Wirtschaftskrise plötzlich ihren Job und ihr Zuhause und muss zusehen, wie sie ohne Geld und ohne Dach über den Kopf über die Runden kommt. Da begegnet sie auf einer Tankstelle Eleanor Roosevelt, der First Lady und sie kann es kaum fassen, als genau diese ihr einen Job im Weißen Haus anbietet. So kommt es, dass Iris als Bürohilfe in die Kreise des Weißen Hauses aufgenommen wird und sich immer weiter hocharbeitet, bis sie eines Tages direkt für den Präsidenten arbeitet. Und auch in ihrem Gefühlsleben kommt keine Langeweile auf, denn im Weißen Haus trifft sie auf Monty Chapel, der sie mit seiner Selbstsicherheit und seinem charismatischen Auftreten sofort in seinen Bann zieht. Aber da gibt's auch noch Sam Jacobson, den Journalisten, der ebenso im Weißen Haus ein willkommener Gast ist und zu dem sich Iris ebenso hingezogen fühlt...

Mein Eindruck zu dem Buch:
Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut und am Anfang versprach es sehr unterhaltsam zu werden. Leider konnte es aber im Verlauf das Versprechen nicht halten. Die Charaktere wurden meiner Meinung nach super dargestellt, anfangs mochte ich sowohl Iris, als auch Monty und Sam sehr und ich war gespannt, wie sich die Dinge entwickeln. Und auch der Schreibstil von Jenny Bond gefiel mir. Jedoch war sehr schnell das hin und her von Iris ziemlich nervig und ich konnte manchmal kaum glauben, wie rücksichtslos Iris im Handeln und Denken war. Ich hab' mich öfter gefragt: "und das soll die junge Frau sein, die Anfangs um ihr Überleben während der Wirtschaftskrise kämpfte?". Irgendwie konnte ich das schon nach dem ersten Viertel des Buches nicht mehr vereinen und ich habe es einige Tage weggelegt mit der Hoffnung, dass mich das Buch später dann doch noch fesselt. Aber leider war dem nicht so. Iris flog alles zu, man hatte jedoch nicht wirklich das Gefühl, dass sie das auch zu schätzen wusste. Und ich konnte absolut nicht verstehen, was Monty und Sam an Iris fanden. Im Grunde hat sie sich immer denjenigen geschnappt, der grad greifbar war und je länger sie im Weißen Haus war, umso farbloser wurde Iris für mich. Was meiner Meinung das Buch etwas gerettet hat, war der Hintergrund der Geschichte. Ich fand es sehr interessant zu erfahren, wie es hinter den Mauern des Weißen Hauses aussah. Zudem erfährt man auch einiges über die Persönlichkeit des Präsidenten und seiner Gefolgschaft und dieses Buch hat mich dazu gebracht, dass ich unbedingt eine Biografie von Eleanor Roosevelt lesen möchte. Deshalb, und leider wirklich nur deshalb, vergeb' ich zwei Sterne für dieses Buch, denn ich muss gestehen, dass ich viel lieber mehr über den Präsidenten und über die First Lady gelesen hätte. Iris und ihre Liebschaften hätte man meiner Ansicht nach getrost aus dem Buch streichen können, aber dann wäre das Buch wohl nie entstanden

Mein Fazit:
Die Grundidee einen Roman zu schreiben, der in den Dreißigerjahren spielt und darin eine Liebesgeschichte einzuflechten, fand ich klasse. Nur leider war die Umsetzung meiner Meinung nach gar nicht gelungen und ich hatte desöfteren das Gefühl, einen unheimlich schlechten Groschenroman zu lesen. Sehr schade, diese Geschichte hätte viiiiiiiiiieeeel mehr Potenzial gehabt!