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Veröffentlicht am 15.09.2016

Liebeskummerbewältigung mal anders - ein netter Roman für Zwischendurch

Ist das Liebe oder kann der weg?
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"Ist das Liebe oder kann der weg"... diese Frage muss sich Inga stellen, als sie ihren Freund Stephan mit einer anderen erwischt. Kurzentschlossen fährt Inga, die eigentlich in Berlin lebt, zu ihrer abgedrehten ...

"Ist das Liebe oder kann der weg"... diese Frage muss sich Inga stellen, als sie ihren Freund Stephan mit einer anderen erwischt. Kurzentschlossen fährt Inga, die eigentlich in Berlin lebt, zu ihrer abgedrehten Tante Lisbeth in das idyllische Örtchen Freesbüll, welches an der Nordsee liegt. Die beiden finden glatt eine Leiche, während sie beim Nordic Walking mal kurz eine Nacktschnecke aufgespießt haben. Und schon sind die beiden mittendrin und versuchen die Polizei tatkräftig bei der Aufklärung des Mordes zu helfen. Der Grund dafür ist aber eigentlich Carsten, der Kriminaloberrat, der Inga sehr schnell den Kopf verdreht.

In dem Buch sind sehr viele Charaktere vertreten, da geht es von der etwas naiven Inga, über ihre schrullige Tante, die oftmals etwas rücksichtslos handelt und sich erstmal nicht um die Konsequenzen kümmert, dann gibt es natürlich Ingas Ex Stephan, an dem sich Inga herrlich rächt, Ingas neues Objekt der Begierde Carsten und man lernt auch den Frauenhelden Jan und das jugendliche Gör Sassi kennen. Ingas beste Freundin Katja darf selbstverständlich auch nicht fehlen und wir begegnen auch Lisbeths alter Jugendliebe und dem sehr aktiven Bürgermeister. Und als hätte Inga schon nicht genug zu tun mit ihrer Liebeskummerbekämpfung, der Begeisterung für Carsten und natürlich der Aufklärung des Mordes, so muss sie sich auch noch für eine Castingshow vorbereiten, zu der ihre Tante sie einfach mal schnell mit angemeldet hat...

Mein Eindruck zu dem Buch:
Anfangs war ich wirklich sehr begeistert von diesem Buch. Auch das Cover fand ich sehr ansprechend, einfach süß mit dem Wellensittich und den Punkten. Anfangs musste ich öfter laut auflachen, so witzig waren manche Szenen. Ich mochte die lockeren Sprüche von Tante Lisbeth und auch Inga war mir sehr sympathisch und ich konnte mich richtig mit ihr identifizieren. . Aber dann fing das Buch an, etwas dahin zu plätschern... trotz Mordfall und Irrungen und Wirrungen konnte mich das Buch leider nicht wirklich packen. Dominierend waren meiner Meinung nach einfach nur die Sprüche und das zum Teil sehr eigensinnige Verhalten von Lisbeth. Die Aufklärung des Mordes geriet für mich viel zu weit in den Hintergrund und ich muss gestehen, dass ich mich für das letzte Viertel des Buches richtig aufraffen musste. Denn da haben mich die Sprüche und das Verhalten Lisbeths manchmal leider eher genervt als alles andere. Auch das Ende fand ich extrem in die Länge gezogen. Aber zum Glück sind Geschmäcker verschieden und ich bin mir sicher, dass es viele Fans von Inga und Lisbeth gibt und noch geben wird

Mein Fazit:
Dieses Buch ist eine locker flockig geschriebene Geschichte für zwischendurch.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Absolut lesenswert!

Die Todgeweihte
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Alleine das Cover hat mich unheimlich angesprochen und als ich den Klappentext gelesen hatte, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen!

Zum Inhalt:
Wir befinden uns im Jahr 1348 in Basel. Die junge jüdische ...

Alleine das Cover hat mich unheimlich angesprochen und als ich den Klappentext gelesen hatte, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen!

Zum Inhalt:
Wir befinden uns im Jahr 1348 in Basel. Die junge jüdische Federhändlerin Saphira verliebt sich in den Ritter der Psitticher Thomas von Bärenfels, kurz genannt Tam, Sohn des Bürgermeisters Konrad von Bärenfels. Saphira sieht diese Verliebtheit realistischer als Tam, in ihren Augen hat ihre Liebe zu Tam keine Chance, sie könnten niemals zusammen sein und eine Familie gründen. Tam sieht das alles aber eher mit einer rosaroten Brille, glaubt, zusammen könnten sie alle Hindernisse überwinden und würden alles meistern. In einem schwachen Moment lässt sich Saphira mit dem Ritter Christian Münch ein, Tams bestem Freund und seines Zeichens Ritter der Sterner und um das Chaos noch zu vervollständigen, wird sie auch gleich schwanger. Zur gleichen Zeit beschwört Tams Vater eine Verschwörung gegen die Juden herauf und Simon-ben-Levi, Saphiras Vater, ist einer der ersten Juden, dem diese Beschwörung zum Opfer fallen. Am Sterbebett bittet er seine Tochter, einen Kasten zum König zu bringen und Saphira setzt alles daran, ihrem Vater den letzten Wunsch zu erfüllen. Jedoch wird sie unerbitterlich verfolgt...

Meine Eindrücke zu dem Buch:
Ich kam sehr leicht in das Buch und konnte es kaum noch weglegen, so sehr hat mich die flüssige Schreibweise des Autors gefangen genommen Die Charaktere sind sehr anschaulich beschrieben und ich konnte mir manchmal so richtig gut vorstellen, dass ich gerade mitten drin sitze und der Handlung zusehe. Zudem fand ich es ausgezeichnet recherchiert und man merkt, dass Titus Müller ein Auge für Details besitzt und diese wunderbar in die Geschichte einbauen konnte. So, ich werde jetzt spoilern und wer das Buch erst noch lesen möchte, sollte hier stoppen.

Trotz der, aus meiner Sicht, tollen Schreibweise, haben mich die Protagonisten Christian und Saphira manchmal richtig gehend gereizt. Neben der Leserunde musste ich meinen Unmut über deren Verhalten mit meinem Freund ausdiskutieren. Nachdem er aber das Buch nicht gelesen hatte, stand er natürlich auf verlorenem Posten Christian und Saphira waren meiner Meinung nach extrem ambivalent in ihrer Gefühlswelt, sehr sehr schwammig. Und ich konnte nach einer Weile keine ihrer "Gefühlsbezeugungen" mehr ernst nehmen. Das änderte sich auch bis zum Schluß des Buches nicht. Wie ich in der Leserunde schon schrieb: da hatten sich die richtigen zwei gefunden. War Saphira mit Christian zusammen, dachte sie an Tam und umgekehrt. Und Christians Gefühle wechselten auch ständig ab... mal dachte er, es wäre DIE Frau für ihn und ein paar Sekunden zweifelte er daran, ob er sie auch wirklich wollte. Eine Situation, in der es mir extrem auffiel, war, als sie gegen den Rat des Henkers in die Stadt ging um Tam aufzusuchen. Dann jedoch sah sie Christian mit Marie in der Schenke und flüchtete zur Brücke um mit dem Gedanken zu spielen, sich das Leben zu nehmen. Äh, hallo? Sie war doch selbst gerade auf dem Weg zu Tam?! Solche Aktionen machten mir die Protagonisten nicht grad sympathisch. Einzig Tams Gefühle waren beständig. Was ihm aber mehr Unglück brachte, als alles andere. Denn selbst, als er schon mehrere Jahre mit Saphira verheiratet war, stürmte Saphira, wieder zurück in Basel, auf Christian zu und er fragte sich, ob er die ganze Zeit nur zweite Wahl war. Und auch während der Zeit bei Eachann fragte er sie öfter, ob sie an Christian dachte, erhielt aber oft keine Antwort.

Das ändert aber nichts daran, dass ich das Buch sehr gerne gelesen habe und es mich wirklich bereichert hat. Einen Stern Abzug gibt es aber, weil für mich noch ein paar Fragen offen sind, auf die ich sehr gerne eine Antwort gehabt hätte. Zum einen wäre es sehr interessant gewesen, ob nun der König noch etwas unternommen hat. Den Kasten zum König zu bringen war ja doch ein sehr großes Thema des Buches und ich finde es schade, dass es da keine Aufklärung gab. Zum anderen hätte ich auch noch gerne erfahren, ob Ramstein wirklich seiner Frau alles erzählte, so wie er es vorhatte. Wie es mit dem Henker und seiner Familie weiterging ist ein weiterer Punkt, der leider nicht mehr behandelt wurde. Ich hätte mir auch mehr Infos gewünscht über die Zeit, in der Saphira und Tam bei Eachann lebten. Im Grunde war Saphira ja Jüdin und der Wechsel zur Christin muss ein enorm einschneidendes Erlebnis für sie gewesen sein. Im Buch wurde aber nur kurz erwähnt, dass sie jetzt als Christin nicht mehr das Tuch, sondern eine Haube trug. Fand ich sehr schade, dass da nicht mehr drauf eingegangen wurde.

Fazit:
Wie ich schon schrieb war dieses Buch für mich eine Bereicherung und ich würde es jedem empfehlen, der historische Romane mag. Im Buch sind sehr viele Begebenheiten eingeflochten, die sich damals wirklich zugetragen haben und vieles war mir absolut neu. Es war das erste Werk, das ich von Titus Müller gelesen habe, aber mit Sicherheit nicht das letzte! Werde mir bald weitere Bücher von diesem Autor holen und freu' mich schon darauf, sie zu lesen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Kurzweilige Kurzgeschichten, die zum Nachdenken anregen...

Nach Wolke 7
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Die Autorin Olivera Lloyd zeigt in neun Kurzgeschichten auf, was alles passieren kann, wenn die Wolke 7 sich dann doch mal in Luft auflöst. Und auch nachdem man das Buch weggelegt hat, denkt man noch über ...

Die Autorin Olivera Lloyd zeigt in neun Kurzgeschichten auf, was alles passieren kann, wenn die Wolke 7 sich dann doch mal in Luft auflöst. Und auch nachdem man das Buch weggelegt hat, denkt man noch über die Geschichten nach. Genau das macht ein gutes Buch für mich aus

Zu den Kurzgeschichten: Da ist so ziemlich alles dabei, was man sich vorstellen kann... oder eben, was man sich nicht vorstellen kann Es geht um zufällige Wiedersehen, um Übernatürliches, um schon fast fanatisches Festklammern, Erkrankungen aber auch um Glück und Leichtigkeit. Manche Geschichten ließen mich regelrecht lachen. Der Schreibstil ist sehr flüssig, viele der Protagonisten konnte ich mir richtig bildlich vorstellen und es hat einfach Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Schön ist auch, dass man diese Geschichten einfach auch mal zwischendurch lesen kann. Ein paar der Erzählungen haben ein offenes Ende, was viel Spielraum für viele verschiedene Interpretationen lässt, was ich ebenfalls wirklich klasse fand.

Einen Stern Abzug gibt es, weil mich nicht alle Geschichten packen konnten, aber es war wirklich knapp an den fünf Sternen

Ich bin gespannt, was von der Autorin noch kommen wird und freue mich auf weitere Werke

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Blick in das 16. Jahrhundert Frankreichs

Fortune de France
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Wer sich für die französische Geschichte interessiert, wird dieses Buch lieben

Ich hätte mir wohl dieses Buch nie selbst gekauft, aber nachdem ich es geschenkt bekam und wirklich alles lese, was mir in ...

Wer sich für die französische Geschichte interessiert, wird dieses Buch lieben

Ich hätte mir wohl dieses Buch nie selbst gekauft, aber nachdem ich es geschenkt bekam und wirklich alles lese, was mir in die Finger kommt, habe ich mich auch an dieses Werk getraut.

Cover:
Ich würde sagen, hierbei handelt es sich um ein "typisches" Bild für eine Geschichte, die sich im 16. Jahrhundert abspielt. Mich hat es nicht sonderlich angesprochen, aber wie gesagt, war ja geschenkt

Inhalt:
Wir verfolgen in diesem Werk die Kindheit und die Jugend des Pierre de Siorac, der mit seinen Eltern und seinem Bruder auf der Burg Mespech im Périgord lebt. Sein Vater Jean ist Anhänger der reformierten Religion während seine Mutter auch nach der Hochzeit Paptistin bleibt. Dies sorgt für heftige Diskussionspunkte, doch Pierres Mutter bleibt hart und ihrer Religion treu. Pierre befindet sich deshalb nicht nur einmal zwischen den Stühlen, während in Frankreich der Glaubenskrieg zwischen den Katholiken und den Hugenotten tobt...

Mein Eindruck zum Buch:
Ich muss ehrlich gestehen: Mit dem Schreibstil kam ich gar nicht klar und auch die Geschichte hat mich nicht wirklich gefesselt. Ich habe mich somit mehr durch das Buch "durchgequält". Auch wurde mir kein Charakter wirklich sympathisch. Es gibt weitere Bände, die vom Leben Pierres erzählen, aber ich denke, das Wissen über seine Kindheit und Jugend reicht mir.

Fazit:
Für jeden, der sich gerne mit der französischen Geschichte befasst, ist diese Buch und auch die Nachfolgebände bestimmt ein fabelhaftes Werk. Für mich war es leider nichts. Meine zwei Sterne gibt es für die tolle Recherche über die damalige Zeit.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Einfach zauberhaft...

Wunder einer Winternacht
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Jedes Jahr um diese Zeit suche ich ein Buch mit einer Weihnachtsgeschichte. Als ich das Cover von "Winter einer Winternacht" gesehen habe, war mir sofort klar: Das ist es dieses Jahr! Auch, wenn ich noch ...

Jedes Jahr um diese Zeit suche ich ein Buch mit einer Weihnachtsgeschichte. Als ich das Cover von "Winter einer Winternacht" gesehen habe, war mir sofort klar: Das ist es dieses Jahr! Auch, wenn ich noch nicht mal wusste, um was es überhaupt geht...

Die Geschichte von Nikolas hat mich sofort gefangen genommen. Der kleine Junge, der mit 5 Jahren auf tragische Weise seine Eltern und seine kleine Schwester verlor, hat sich sofort in mein Herz geschlichen und ich hab richtig mit ihm mitgelitten. Nun konnte er nicht mehr auf der Insel leben, auf die er mit seiner Familie lebte und die Dorfbewohner des nächsten Ortes auf dem Festland beschlossen, den kleinen Waisen aufzunehmen. Nachdem aber keine der Familien genug Essen hatte, den Kleinen ganz aufzunehmen, wechselte Nikolas jedes Jahr zu Weihnachten die Familie und als kleines Dankeschön schnitzte er Weihnachtsgeschenke für die Kinder der Familien. Als er in jeder Familie des Dorfes jeweils ein Jahr gelebt hatte, kam er zu dem grimmigen Tischlermeister, der außerhalb des Dorfes lebte und der Kinder überhaupt nicht ausstehen konnte. Dort begann Nikolas, inzwischen Jugendlicher, seine Lehre und ich konnte richtig nachempfinden, wie sehr es Nikolas vor der Zeit bei dem Tischlermeister graute... Ich konnte kaum erwarten, zu erfahren, wie es ihm bei dem grimmigen alten Mann erging, wie Nikolas' Jugend verlief und wie es als junger Erwachsener mit ihm weiter ging. Auch seine engsten Vertrauten sind mir richtig ans Herz gewachsen.

Fazit: Für mich ist dieses Buch etwas ganz besonderes. Der Schreibstil des Autors hat es geschafft, dass ich alles bildlich vor mir sehen kann und ich sehe nun den Weihnachtsmann mit ganz anderen Augen. Er ist nicht mehr "nur" der Mann, der jedes Jahr zu Weihnachten die Geschenke bringt, sondern eine ganz faszinierende Gestalt mit einer eigenen Geschichte. Ich habe noch nie ein Buch zweimal gelesen, aber dieses Buch wird nächsten Advent wieder auf meiner Liste stehen, zu bezaubernd ist diese Geschichte