Profilbild von dreamy_booklines

dreamy_booklines

Lesejury Star
offline

dreamy_booklines ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit dreamy_booklines über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.11.2025

Von Motten, Schatten und düsteren Wahrheiten

Nocticadia
1

~Nocticadia – Keri Lake~

Meine Meinung:
Schon seitdem ich das erste Mal von Nocticadia gelessen hatte, war mir klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Ich bin zurzeit ein rießen Fan von Storys mit düsterem ...

~Nocticadia – Keri Lake~

Meine Meinung:
Schon seitdem ich das erste Mal von Nocticadia gelessen hatte, war mir klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Ich bin zurzeit ein rießen Fan von Storys mit düsterem Setting und vielen Geheimnissen und genau das versprach Nocticadia. Dazu auch noch dieses wunderschöne Cover! Ich liebe das Motiv mit dem Schädel und den Motten, den gedämpften Farben und dem fast schon unheilvollen Flair. Es passt alles perfekt zu der Story im Inneren.

Auch der Klappentext hatte mich sofort neugierig gemacht, vor allem Lilias Wunsch, endlich herauszufinden, was wirklich mit ihrer Mutter passiert ist. Schon der Prolog hat mir Gänsehaut verpasst, und das war gerade erst der Anfang. Er hat schon direkt gezeigt, wie gut Keri Lake, diese düstere Stimmung, zwischen wissenschaftlicher Neugier und echtem Horror, erzeugen kann und man spürt direkt, dass hinter der ganzen Geschichte etwas sehr Altes und sehr Gefährliches steckt.

Lilia selbst war eine absolute Überraschung für mich. Ich mochte ihre Nachdenklichkeit, ihre Intelligenz und ihren unerschütterlichen Willen, die Wahrheit hinter dem Tod ihrer Mutter ans Licht zu bringen. Gleichzeitig trägt sie so viel Verantwortung auf ihren Schultern – vor allem für ihre jüngere Schwester Bee – und dennoch lässt sie sich egal bei welchem Schicksalsschlag nicht unterkriegen. Sie wirkt so ruhig, aber man merkt schnell, wie viel in ihr brodelt. Ich fand es bewundernswert, wie analytisch sie trotz ihrer Ängste bleibt, und wie sie sich immer wieder selbst zwingt, weiterzumachen, obwohl die Antworten, die sie sucht, oft schmerzhaft sind. Das sie dazu auch manchmal etwas tollpatschig war, hat sie nur noch sympathischer gemacht.
Und dann müssen wir auch über Devryck Bramwell reden.
Was soll ich sagen? Ich verstehe jetzt, warum er „Doctor Death“ genannt wird. Es ist genau diese Mischung aus distanziert, verletzlich, unantastbar und schmerzhaft menschlich, die ihn so faszinierend gemacht hat. Anfangs mochte ich ihn gar nicht, aber über die Seiten hinweg, bin ich sehr schnell warm mit ihm geworden und fand ich auch echt toll! Seine Kommentare, seine Kälte, seine Schutzmechanismen … alles an ihm schreit danach, dass es mehr gibt, als er zugibt, und das hat man auch sehr schnell erfahren dürfen.

Dann diese Spannung zwischen den beiden?
Einfach nur wow.
Nicht dieses sofortige Funkensprühen, sondern eher ein langsames, magnetisches Anziehen, ein richtig intensiver Slow Burn! Man muss sich zwar etwas gedulden, bevor es richtig los geht, aber dann wird man auch sehr reich belohnt. Die beiden standen immer auf einer Augenhöhe, und das hat man gemerkt. Das ganze war eine perfekte Balance aus Gefahr, Emotion und Anziehung und hat mich wirklich umgehauen.

Was mich auch sehr begeistert hat, war das gesamte Setting. Keri Lake hat es geschafft, die Dracadia-Universität zum Leben zu erwecken durch ihre großartigen Beschreibungen: düster, alt, unheimlich, gleichzeitig voll mit wissenschaftlicher Neugier und verborgenen Experimenten. Dazu die Parasitenforschung, die Laboratmosphäre, die Motten-Symbolik… Alles war perfekt aufeinander gestimmt und ich wollte gerne noch so viel mehr, über das wissenschaftliche und die Experimente erfahren. (Versteht mich hierbei bitte nicht falsch, das ganze Thema ist nicht zu kurz gekommen, aber ich wollte gern noch so viel mehr erfahren!)

Die Nebenfiguren waren ebenfalls superspannend. Viele davon wirken auf den ersten Blick merkwürdig oder schwer zu durchschauen, und gerade das hat die Geschichte so lebendig gemacht. Ich habe ständig gerätselt, bei wem ich vorsichtig sein muss und wer vielleicht doch ein Verbündeter ist. Einige Enthüllungen haben mich komplett überrascht, andere hatte ich im Gefühl – aber alles hat sich am Ende perfekt ineinandergefügt.

Das Buch hat für mich ein unglaubliches Tempo: Mal ruhig und atmosphärisch, mal brutal, mal emotional zerstörerisch, und dann wieder gefühlvoll und intensiv. Je weiter ich kam, desto sicherer war ich, dass Keri Lake ganz genau wusste, worauf sie hinauswill. Der Plot und die Spannung, passten auch einfach nur perfekt in die gesamte Geschichte. Besonders auf den letzten zweihundert Seiten konnte ich kaum noch aufhören zu lesen. Jeder Faden wird aufgenommen, jede Frage beantwortet, und trotzdem bleibt diese dunkle, vibrierende Stimmung bis zur letzten Seite bestehen.


Fazit:
Nocticadia bekommt von mir 5 von 5 Sterne und einen Ehrenplatz bei meinen Lieblingsbüchern. Ich hätte nicht erwartet, dass ein Einzelband so gut seien könnte, aber Keri Lake hat genau das geschafft! Es ist düster, intensiv, atmosphärisch dicht und emotional mitreißend. Eine großartige Mischung aus Gothic Romance, wissenschaftlichem Horror, Dark Academia und einer Liebesgeschichte, die gleichzeitig sanft und zerstörerisch ist.
Ich kann es allen empfehlen, die düstere, komplexe, geheimnisvolle Geschichten lieben und bereit sind, sich von einer ganz besonderen Welt verschlingen zu lassen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 12.10.2025

Ein Wettbewerb voller Lügen, Küsse und Geheimnisse

Palace of Ink & Illusions, Band 1 - Der Kuss der Muse
0

~Palace of Ink & Illusions – Der Kuss der Muse von Sabine Schoder~

Meine Meinung:
Nachdem ich die „The Romeo & Juliet Society“-Reihe von Sabine Schoder schon verschlungen hatte, musste natürlich auch ...

~Palace of Ink & Illusions – Der Kuss der Muse von Sabine Schoder~

Meine Meinung:
Nachdem ich die „The Romeo & Juliet Society“-Reihe von Sabine Schoder schon verschlungen hatte, musste natürlich auch ihr neustes Buch sofort bei mir einziehen. Schon der Klappentext hat mich überzeugt – ein geheimer Schreib Wettbewerb, griechische Mythologie und ein Hauch Magie? Das kann zusammen nur gut werden!

Schon der Einstieg hat mich total überrascht – man wird direkt mitten in Livs Leben hineingeworfen, das irgendwo zwischen Chaos, Pech und ihrem sehr interessanten Webtoon liegt. Sabine Schoder hat einfach diesen unverwechselbaren, humorvollen Schreibstil, der es schafft, selbst ernste oder dramatische Momente mit einer gewissen Leichtigkeit zu erzählen. Ich war sofort wieder in diesem typischen „Sabine-Schoder-Flow“ drin, bei dem man gar nicht merkt, wie schnell die Seiten verfliegen.
Die Grundidee der Geschichte – ein Wettbewerb, bei dem man sich durch kreative (aber auch gefährliche) Prüfungen die Küsse der neun Musen verdienen muss – ist unglaublich originell. Besonders spannend fand ich, wie sich hinter dem glamourösen Schreibwettbewerb eine immer dunklere und gefährlichere Wahrheit verbirgt. Mit jeder Prüfung steigt die Spannung und man merkt, dass hinter der Fassade des Wettbewerbs viel mehr steckt, als die Teilnehmer ahnen.

➳ Liv ist eine der unterhaltsamsten Protagonistinnen, die ich seit Langem gelesen habe. Sie ist ein komplettes Chaos, hat keinen Filter beim Reden, trifft viele spontane Entscheidungen (leider oft auch nicht die Richtigen) – aber all das zusammen macht sie so liebenswert. Manchmal hätte ich mir dann aber auch gewünscht, dass sie etwas mehr reflektiert, bevor sie handelt, aber gleichzeitig war es genau das, was sie so authentisch macht. Sie ist keine makellose Heldin, sondern jemand, der Fehler macht, lacht, stolpert – und trotzdem weitermacht.
➳ Flame: Wenn Bookboyfriends ein Ranking hätten, wäre er definitiv weit oben. Von Anfang an hat er diese Mischung aus geheimnisvoll, charmant und leicht sarkastisch, die einfach süchtig macht und dabei war dann auch oft sehr sympathisch und auch irgendwie süß. Er ist der Ruhepol zu Livs Chaos, aber gleichzeitig hat man das Gefühl, dass hinter seiner kontrollierten Fassade etwas Dunkleres lauert.
Die Beziehung der beiden war etwas speziell. Es gab von Anfang an diese Chemie zwischen den beiden, die man direkt spüren konnte. Ihre Wortgefechte waren voller Witz, Spannung und unterschwelliger Gefühle. Aber insgesamt war ihre Beziehung eine „Insta-Love“- Beziehung, was ich zwar erst mochte, es mir dann doch etwas zu schnell ging… An manchen Stellen hätte ich mir dann doch gewünscht, dass sie sich ein bisschen mehr auf das eigentliche Geschehen konzentrieren, statt ständig in Flirt-Modus zu verfallen (gerade in gefährlichen Situationen 😅).

➳ Nebencharaktere
Neben Liv und Flame gibt es noch viele weitere Figuren, die der Geschichte noch spannender gemacht haben. Shelly und Sawyer haben mich mit ihrer liebevollen, aber humorvollen Art oft zum Lächeln gebracht – sie sind einfach das perfekte Nebenpaar und bringen etwas Ruhe in die turbulenten Ereignisse.
Die Ratgeber der Teilnehmerinnen haben mich auch besonders oft zum Lachen gebracht (besonders das Manga von Liv) und auch die Teilnehmerinnen des Wettbewerbs sind spannend gezeichnet, teilweise richtig geheimnisvoll, sodass man nie weiß, wem man trauen kann. Bei den Musen und der Jury wusste ich nie ganz, wenn ich weniger mochte, aber das hat der Geschichte noch mehr tiefe verliehen.

Die Handlung des Buches hat mir auch sehr gefallen: Mit jeder Prüfung, jedem Hinweis ist die Spannung gestiegen – und Liv muss sich nicht nur gegen ihre Konkurrenz behaupten, sondern auch gegen die manipulativen Kräfte der Musen.
Ich fand es auch genial, wie sich nach und nach ein größeres Netz aus Intrigen, Magie und Machtspielen entfaltet. Das Buch bleibt bis zum Schluss fesselnd – und dann kommt dieser Cliffhanger, der mich einfach nur fassungslos zurückgelassen hat. Ich brauche Band 2. Sofort.


Fazit:
„Palace of Ink & Illusions – Der Kuss der Muse“ bekommt von mir 4,5 von 5 Sternen und hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein magischer, humorvoller und emotionaler Reihenauftakt, der mich mit seiner Kreativität, seinen charmanten Charakteren und der spannenden Mischung aus Mythologie und Magie vollkommen überzeugt hat. Sabine Schoder schafft es in diesem Buch wieder Witz, Romantik und Spannung perfekt miteinander zu verbinden und gleichzeitig eine Welt zu erschaffen, in die man am liebsten selbst eintauchen würde. Von mir definitiv eine Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.09.2025

Ein Auftakt voller Adrenalin und Herzklopfen

Crushing Souls (Driven Dreams-Dilogie, Band 1)
0

~Crushing Souls von Carolin Wahl~

Meine Meinung:
Kaum ein Romance Buch hat mich in letzter Zeit so gepackt wie dieses. Schon als die ersten Infos dazu veröffentlich wurden, war klar: Das Buch muss ich ...

~Crushing Souls von Carolin Wahl~

Meine Meinung:
Kaum ein Romance Buch hat mich in letzter Zeit so gepackt wie dieses. Schon als die ersten Infos dazu veröffentlich wurden, war klar: Das Buch muss ich lesen! Eine Sports Romace in der Welt des Formel 1 und das auch noch geschrieben von Carolin Wahl? Das konnte nur gut werden und Carolin Wahl hat es geschafft, all meine Erwartungen zu übertreffen.

Diese Geschichte ist nicht nur eine typische Enemies-to-Lovers-Story (was ich persönlich ja liebe!), sondern hat auch ein Setting, das so authentisch und atmosphärisch ist, dass ich beim Lesen förmlich den Geruch von Motoröl in der Nase hatte und das Dröhnen der Motoren hören konnte.
Der Schreibstil von Carolin Wahl war gewohnt flüssig, emotional und humorvoll. Ihr Stil macht es leicht, in die Geschichte einzutauchen und den stressigen Alltag zu entfliehen – ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Besonders gelungen fand ich, das wir die Perspektiven von den beiden Protagonistin, also sowohl Fionas als auch Duncans lesen konnten.

Jetzt kommen wir dann aber auch zu den Charakteren selbst:
➳ Fiona war für mich eine echt tolle Protagonistin. Ich hatte erst etwas Angst, da sie sehr wie ein Partygirl dargestellt wurde, aber als man sie dann immer näher kennengelernt habe, habe ich sie einfach nur geliebt! Ich habe so mit ihr gelitten, wenn sie wieder einmal von ihren Eltern übergangen wurde, und gleichzeitig bewundert, wie sie ihren Weg geht und sich für andere einsetzt. Sie ist klug, empathisch und viel mehr als das Image, das ihr anhaftet.

➳ Duncan mochte ich nach ein paar Kapiteln richtig gern. Hinter seiner coolen, fokussierten Fassade als Extremsportler, steckt ein verletzlicher junger Mann, der seine Träume mit aller Kraft verfolgt. Seine ruhige Art und wie er sich nach und nach Fiona öffnet und für sie so viele schöne Dinge gemacht hat, hat ihn für mich zu einer richtigen Green Flag gemacht.

Die Beziehung zwischen den beiden, war für mich das Highlight der Geschichte. Ich habe jeden ihre Schlagabtausche geliebt, sie waren bissig und witzig und man spürt die Spannung zwischen ihnen sofort. Und trotzdem entdeckt man beim Lesen Stück für Stück, dass sie sich viel ähnlicher sind, als sie denken. Diese Entwicklung von offener Ablehnung zu knisternder Anziehung fand ich unglaublich gut umgesetzt.

➳ Die Nebencharaktere sind ebenfalls liebevoll gezeichnet und vermitteln ein „Found Family“-Gefühl, das die Geschichte wärmer und lebendiger macht. Andere Charaktere mochte ich jetzt nicht so, aber das ist ja auch teil der Geschichte! Besonders gefreut habe ich mich über kleine Auftritte von Figuren aus der Vielleicht-Reihe.
Die Handlung des Buches hat mir auch sehr gefallen. Carolin Wahl baut die Handlung so auf, dass man erst die Spannungen und Vorurteile zwischen den beiden spürt und dann Schritt für Schritt Zeuge wird, wie sie sich dann doch annähern und merken, dass sie gar nicht so unterschiedlich sind. Es gibt süße Momente, aber auch ernste Themen wie familiäre Erwartungen, Trauer und Selbstfindung. Am Ende bleibt es dann auch sehr spannend, auch wenn das Ende gerne noch etwas länger und mehr fokussiert auf die beiden Protagonisten hätte seien könne, aber dafür gibt es auch schon einige Hints zu Band 2.
Auch das Formel-1-Setting hat mich total abgeholt. Ich habe noch nicht so oft Formel 1 geschaut und deshalb auch kaum wissen und trotzdem alles gut verstanden. (Das Glossar war dabei sehr hilfreich!)


Fazit:
„Crushing Souls“ bekommt von mir 4,5 von 5 Sterne und hat mir sehr gut gefallen. Ich habe Fiona und Duncan sofort ins Herz geschlossen, ihre hitzige Dynamik geliebt und das Formel-1-Setting sehr gemocht. Die Geschichte ist emotional, spannend und zugleich humorvoll – perfekt für alle, die Enemies-to-Lovers lieben. Auch ohne Motorsport-Vorkenntnisse kann man hier problemlos eintauchen. Ich freue mich riesig auf Band 2 und kann euch nur raten: Lest dieses Buch, ihr werdet es nicht bereuen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.09.2025

Ein düster-romantisches Abenteuer, das fesselt

Nightblood Prince
0

~Nightblood Prince von Molly X. Chang~

Meine Meinung:
Schon beim ersten Durchlesen des Klappentextes von Nightblood Prince, wusste ich, dass das Buch etwas für mich sein könnte. Ich hatte das Buch auch ...

~Nightblood Prince von Molly X. Chang~

Meine Meinung:
Schon beim ersten Durchlesen des Klappentextes von Nightblood Prince, wusste ich, dass das Buch etwas für mich sein könnte. Ich hatte das Buch auch schon öfters vorher auf Social Media gesehen und hatte auch schon viel Gutes gehört, weshalb es dann bei mir einziehen dürfte.
Eine Geschichte über Prophezeiungen, Machtspiele, düstere Königreiche und eine Heldin die sich nicht mit ihrem Schicksal abfinden will? All das zusammen, genau mein Ding! Und tatsächlich – Molly X. Chang hat es mit ihrem Buch geschafft, mich von Anfang an in diese asiatisch inspirierte Fantasy-Welt hineinzuziehen, die mich bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen hatten.

Die Protagonistin der Geschichte, Fei, ist von ihrer Geburt an mit einer Prophezeiung belastet ist: Sie soll die „Kaiserin aller Kaiserinnen“ werden. In der Geschichte merkt man aber schnell, dass sie diese Rolle nicht einfach hinnehmen möchte, sondern einen starken Willen entwickelt, ihren eigenen Weg zu gehen – selbst wenn das bedeutet, gegen Traditionen, Erwartungen und sogar ihr eigenes Herz anzukämpfen. Was mir an ihr besonders gefallen hat, ist ihre Entwicklung im Laufe des Buches: Anfangs wirkt sie noch sehr privilegiert, beinahe naiv und von ihrem Leben im Palast abgeschottet. Doch mit jeder Entscheidung, jedem Verlust und jeder Herausforderung wächst sie über sich hinaus. Am Ende steht sie als eine selbstbewusste Kämpferin da, die sich nicht länger von einem Orakel oder den Plänen anderer definieren lässt.

Ein großes Thema des Romans ist das Liebesdreieck zwischen Fei, Siwang und Yexue. Normalerweise bin ich bei Dreiecksbeziehungen etwas skeptisch (da das selten gut ausgeht), aber hier wurde es erstaunlich gut umgesetzt. Die Autorin nimmt sich Zeit, beide Beziehungen zu entwickeln, sodass man gut nachvollziehen kann, was Fei an den jeweiligen Figuren fasziniert – und warum ihre Gefühle so zerrissen sind.

➳ Siwang ist der Kindheitsfreund und Verlobte, ein Charakter voller Loyalität und Hingabe, gleichzeitig aber auch jemand, der Fei manchmal zu sehr als Teil seines eigenen Schicksals betrachtet. Ich mochte seine Ernsthaftigkeit und seine Hingabe, auch wenn er mich hin und wieder mit seiner Sturheit etwas genervt hat

➳ Yexue dagegen ist geheimnisvoll, rebellisch und bringt eine Leichtigkeit in die Geschichte. Seine Dialoge mit Fei sprühen vor Energie und Witz, und ich fand es großartig, wie er sie immer wieder daran erinnert hat, dass sie mehr ist als nur eine Prophezeiung

Beide Figuren sind moraly gray, keine klassischen „Helden“, aber genau das hat sie interessant gemacht. Ich hatte oft das Gefühl, mich nicht entscheiden zu können, auf wessen Seite ich lieber bin – und genau so ging es auch Fei. Dieses Hin- und Hergerissen sein wurde überzeugend und glaubhaft dargestellt, ohne dabei ins Nervige abzurutschen (oder eher gesagt sehr selten!)

Was ich an dem Buch auch sehr machte, war das tolle Worldbuilding. Molly X. Chang erschafft eine Welt, die einerseits von höfischen Strukturen, politischen Intrigen und Machtkämpfen geprägt ist, andererseits aber auch fantastische Elemente wie vampirische Armeen und geheimnisvolle Prophezeiungen enthält. Besonders gefallen hat mir, wie die Autorin es schafft, diese Welt so bildhaft und atmosphärisch zu beschreiben, ihr Schreibstil war einfach perfekt für diese Geschichte!

Und dann dieses Ende! Es war intensiv, emotional und hat mich gleichzeitig zufrieden, aber auch voller Fragen zurückgelassen. Es wirkt fast wie ein Widerspruch: Einerseits abgeschlossen, andererseits offen genug, dass man unbedingt weiterlesen möchte – ich hoffe sehr, dass wir in den Folgebänden noch tiefer in diese Mysterien eintauchen werden.

Es gab leider auch ein paar Sachen, die mich nicht ganz überzeugt haben. Das Erzähltempo schwankte manchmal: Einige Szenen, vor allem im romantischen Bereich, zogen sich für meinen Geschmack etwas zu sehr, während andere große Entwicklungen (gerade gegen Ende) sehr schnell abgehandelt wurden.


Fazit:
„Nightblood Prince“ bekommt von mir 4,5 von 5 Sternen und hat mir sehr gut gefallen. Eine spannende, atmosphärische Fantasy-Geschichte mit einer starken Heldin, die sich aus den Fesseln einer Prophezeiung befreien will, und einem Liebesdreieck, das wirklich funktioniert. Ich mochte die Geschichte sehr und kann sie nur empfehlen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2025

Ein düster-magisches Meisterwerk voller Mythen und Sehnsucht

The Knight and the Moth
2

~The Knight and the Moth von Rachel Gillig~


Meine Meinung:
Nachdem ich die „The Sheperd King“-Dilogie schon sehr geliebt habe, habe ich mich schon sehr auf die neue Reihe von Rachel Gillig gefreut. Meine ...

~The Knight and the Moth von Rachel Gillig~


Meine Meinung:
Nachdem ich die „The Sheperd King“-Dilogie schon sehr geliebt habe, habe ich mich schon sehr auf die neue Reihe von Rachel Gillig gefreut. Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch – und sie wurden nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen! Dieses Buch hat mich so viele Emotionen spüren lassen – ich habe gelacht, geweint, geseufzt, mitgefiebert und bin auch jetzt noch, Tage später, in diesem Buch gedanklich gefangen.
Schon in den ersten Seiten, wurde ich in eine düstere, fast schon gotisch-märchenhafte Geschichte gezogen, die mich direkt in ihren Bann gezogen hat. Rachel Gillig hat einen so einzigartigen Schreibstil, der sich nach ihren letzten Büchern, noch weiterentwickelt und noch besser wurde. Sie hat eine ganze Welt lebendig gemacht und dabei alles so detailreich und fließend erzählt, aber trotzdem immer mit ihrer eigenen interessanten Note. Besonders beeindruckend fand ich es, wie sie es geschafft hat, das Bedrohliche mit einer magischen Schönheit zu verweben – die rosenumrankten, verfallenden Kathedralen, die uralten Mythen, die lebendig wirkten, die schaurig-faszinierende Stimmung der Orte.

Allgemein das gesamt Worldbuilding in dieser Geschichte, war einfach nur genial. Die Weissagerinnen, die Omen, die geheimnisvollen Symboliken, die verschiedenen Rituale und die Prophezeiungen, alles davon war so einzigartig und auch was ganz Neues, das ich bisher so nicht gelesen habe. Dazu auch noch die Mythen, die alten Legenden, die magischen Artefakte: alles war so gut durchdacht und in die Handlung eingeworben, sodass man von Anfang an, die Tiefe der Welt spüren konnte. Wie man sich jetzt vielleicht denken kann, war die ganze Welt auch recht komplex, aber ich persönlich war nie damit überfordert. Ich war neugierig auf alles, was man erfahren würde und ganz besonders auch auf die düsteren und geheimnisvollen Geschichten dahinter.

Jetzt kommen wir aber zum Herzstück des Buches – die Charaktere:

➳ Sybil Delling / Sechs:
Sybil ist eine Protagonistin, die ich mir in Fantasygeschichten nur wünschen kann. Sie ist stark, verletzlich, voller Widersprüche und dabei immer unglaublich authentisch gewesen. Sie hat über Jahre hinweg im System der Weissagerinnen überlebt, dass sie geprägt, eingeschränkt und klein gehalten hat. Doch statt daran zu zerbrechen, entwickelt sie eine innere Stärke, die man besonders in ihrer Entwicklung spüren konnte. Ihre Loyalität gegenüber den Menschen, die sie liebt ist bewundernswert – sie vergisst nie, wofür sie kämpft, und steht für sich und andere ein. Aber was mich am meisten bewegt hat, war ihr innerer Prozess: wie sie langsam beginnt, die Geschichten und Wahrheiten, die man ihr eingetrichtert hat, zu hinterfragen und sich selbst ein Bild von allem zu machen.

➳ Rodrick Mendacious / Rory:
Ich weiß gar nicht, wo ich bei ihm anfangen soll. Er ist einer dieser Charaktere, die man schon beim ersten Auftritt ins Herz schließt – und das von Seite zu Seite nur noch mehr. Er ist geheimnisvoll, düster, ein Ritter mit Narben, aber unter dieser harten Schale verbirgt sich eine Tiefe und Zärtlichkeit, die ihr zu so einer Green Flag gemacht hat. Besonders berührt hat mich, wie sehr er Sybil respektiert. Er sieht sie nicht als jemanden, den er beschützen oder retten muss, sondern als gleichwertige Partnerin: ich liebe ihn so sehr!

➳ Die Beziehung zwischen Sybil und Rory:
Ich habe alles an der Liebesgeschichte in diesem Buch geliebt. Sie ist keine „Liebe auf den ersten Blick“-, keine überstürzte Anziehung, sondern eine zarte, intensive Entwicklung, die sich langsam entfaltet und genau deshalb so glaubwürdig ist. Anfangs stehen die beiden auf völlig verschiedenen Seiten, geprägt von Misstrauen und Vorurteilen. Ihre Dialoge sind voller Witz, voller Funken und Spannung – aber man spürt, dass unter der Oberfläche bereits mehr brodelt. Dieses langsame Herantasten, dieses vorsichtige Öffnen, die Momente voller unausgesprochener Sehnsucht – ich habe jede einzelne Seite davon geliebt.

➳ Bartholomew:
Und dann war da Bartholomew – der steinerne Gargoyle. Er war witzig, sarkastisch und brachte immer wieder die genau richtige Portion Humor in die Geschichte. Aber gleichzeitig war er ein Charakter mit Herz, Tiefe und einer Loyalität, die mich oft berührt hat. Ich hätte niemals gedacht, dass ein Gargoyle mich zum Lachen und zum Weinen bringen könnte – aber Bartholomew hat es geschafft.

➳ Nebencharaktere:
Auch die übrigen Nebencharaktere waren großartig ausgearbeitet. Jede*r hatte Tiefe, eigene Motive und brachte etwas Besonderes in die Geschichte ein. Genau das macht gute Fantasy für mich aus: wenn auch die Nebenfiguren lebendig wirken und man sie liebt, hasst oder zumindest nicht vergisst.


Und dann dieses Ende! Rachel Gillig hat es geschafft, mich mehrfach zu überraschen, Wendungen einzubauen, die ich nicht vorhergesehen habe, und mich mit so vielen Fragen zurückzulassen, dass ich am liebsten sofort weiterlesen würde. Der Cliffhanger war heftig und ich weiß echt nicht, wie ich jetzt so lange auf den nächsten Band warten kann…


Fazit:
„The Knight and the Moth“ bekommt von mir 5 von 5 Sternen und ist für mich ein absolutes Jahreshighlight. Dieses Buch hat mich von Anfang bis Ende gefesselt, bewegt und begeistert. Es ist düster, atmosphärisch, originell und voller Emotionen – ein Buch, das mich nicht nur unterhalten, sondern tief berührt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl