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Veröffentlicht am 07.02.2025

Suche nach Antworten in der Vergangenheit

Der Tote mit dem Goldschatz. Ostfrieslandkrimi
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Immo Pankok, ein Ausflugsschiffer aus Loppersum, der mit seinem Schiff Bernhardine Urlauber durch die Kanäle und Tiefs in Ostfriesland schipperte, war ein unauffälliger und angenehmer Zeitgenosse. Er ...

Immo Pankok, ein Ausflugsschiffer aus Loppersum, der mit seinem Schiff Bernhardine Urlauber durch die Kanäle und Tiefs in Ostfriesland schipperte, war ein unauffälliger und angenehmer Zeitgenosse. Er kam mit allen gut aus und lag mit Niemandem im Streit. Nach dem Tod seiner Ehefrau war das Schiff zu seinem Lebensinhalt geworden.

Als er erschlagen aufgefunden wird, steht Kommissar Steen vor einem Rätsel, was das Motiv des Täters betrifft. Der nunmehr 18. Fall führt bald in die Vergangenheit Ostfrieslands, denn im Haus des Toten findet Steen einen Umschlag mit Kopien alter Zeitungsauschnitte zu einem Goldraub in der Kreditkontor Bank Emden von 1931.

Erzählt wird eine komplexe und phantasievolle Geschichte mit Liebe zum Detail. Überraschungen unterschiedlicher Art und unerwartete Wendungen bringen Spannung. Aufgelockert wird der Fall durch die Kollegen des Kommissars. Die im Nebenerwerb als Landwirtin tätige Altje, die immer wieder mit Problemen des Hofs ihrer Eltern belastet ist, entdeckt am Computer des Toten, dass er mit dem Ausflugsschiff kein Geld verdient hat. Ein- und Ausgaben halten sich die Waage. Dafür hat Altje einen Blick.

Wie hat er eigentlich sein Schiff finanziert? Geldeingänge aus Online-Pokerspielen fallen den Ermittlern auf. Doch Immo Pankok konnte gar nicht Poker spielen.

Während Kommissar Steen und seine Kollegen noch Antworten suchen, wird ein weiterer Toter gefunden. Es ist die ostfriesische Fussballlegende Gretus Eimers. In den Häusern der beiden Toten werden auch unregistrierte Goldbarren gefunden. Das Mordmotiv muss in der Vergangenheit liegen. Dabei erweist sich die Bekanntschaft mit dem rasenden Reporter Tammo Tjaden vom Neuen Ostfriesenblatt für Steen in diesem Fall so nützlich, dass er ihm sogar freiwillig Informationen zu den Ermittlungen gibt. Da ist sogar Tammo Tjaden sprachlos.

Bis zum Finale steigt die Spannung permanent und das Tempo der Ermittlungen nimmt weiter Fahrt auf. Die Lösung ist in sich absolut stimmig und schlüssig. Die Personen sind authentisch und ihre Handlungsweisen nachvollziehbar. Der flotte Schreibstil von Alfred Bekker liest sich ausgezeichnet.

Fazit:
Ein kurzweiliger Krimi mit viel Humor und Lokalkolorit, der von Beginn an unterhält und mit einigen unerwarteten Wendungen punkten kann. „Der Tote mit dem Goldschatz“ ist absolut gelungen und Lesevergnügen pur. Spannend und unterhaltsam – deshalb vergebe ich gern 5 Sterne und empfehle das Buch allen Freunden von guten Ostfrieslandkrimis.

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Veröffentlicht am 28.11.2024

Leider keine schöne Bescherung

Elsässer Bescherung
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Major Jules Gabin, der eigentlich von der Atlantikküste stammt, lebt seit einiger Zeit im Elsass. Es ist ein sympathischer und recht scharfsinniger Polizist, der auch den angenehmen Seiten des Lebens nicht ...

Major Jules Gabin, der eigentlich von der Atlantikküste stammt, lebt seit einiger Zeit im Elsass. Es ist ein sympathischer und recht scharfsinniger Polizist, der auch den angenehmen Seiten des Lebens nicht abgeneigt ist, erst recht nicht in der Weihnachtszeit.

Jedes Jahr am 3. Advent findet traditionell ein Klassentreffen statt – dieses Jahr in seiner neuen Heimat in Colmar in Clotildes gemütlichen Restaurant der Auberge de la Cigogne. Wie jedes Jahr wollen alle, die Klassenkameraden und ihre Ehepartner, in Erinnerungen schwelgen und Neues erfahren – das passiert etwas Unerwartetes. Clément, ein mittelmäßiger Schriftsteller, bricht nach dem Genuss eines Plätzchens tödlich zusammen. Die traute Runde ist erschüttert, denn der Mörder muss unter ihnen sein.

Die Befragungen der Anwesenden die durch seine Frau, die Untersuchungsrichterin Joanna Laffargue, erfolgt, führen bald in die Vergangenheit, wo der Schlüssel zur Lösung des Falls vermutet wird. Leider kann die Spannung nicht wirklich gehalten werden, auch ein weiterer Toter aus dem Kreis hilft dem Krimi nicht wirklich.

Relativ schnell sind beide Fälle aufgeklärt. Der Autor beschreibt in diesem Krimi sehr anschaulich das liebenswerte Colmar mit seinen hübschen Fachwerkhäusern, den Ufern der Lauch und weihnachtliche Atmosphäre. Hier liegen auch die Stärken des Buches. Elsässer Spezialitäten aus Clotildes Restaurant, deren Zubereitung sehr gut beschrieben wird, macht Lust auf eine Reise in Elsass.

So könnte der Krimi einen gelungenen Abschluss haben, doch leider wird noch ein weiterer Fall an den Haaren herbei gezogen, der dem Krimi unnötige Längen und einen misslungenen Cliffhanger beschert. Schade.

Deshalb kann ich diesen Krimi nur mit Einschränkungen empfehlen und vergebe weihnachtliche 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 14.11.2024

Dramatisches Serienfinale mit einer ergreifenden Liebesgeschichte

Rocky Mountain Rose
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„Rocky Mountain Rose” ist der 35. und leider der letzteBand der Erfolgsserie Rocky Mountain der beliebten Schweizer Autorin Virginia Fox. Auch mit diesem Buch gelingt es ihr den Leser schnell zu fesseln. ...

„Rocky Mountain Rose” ist der 35. und leider der letzteBand der Erfolgsserie Rocky Mountain der beliebten Schweizer Autorin Virginia Fox. Auch mit diesem Buch gelingt es ihr den Leser schnell zu fesseln. Der Schreibstil ist flüssig und liest sich ausgezeichnet.

Im finalen Roman werden drei verschiedene Geschichten parallel erzählt und gekonnt verflochten. Chloé O’Shea ist eine leidenschaftliche Archäologin und derzeit in Florenz. Sie liebt ihre Arbeit, schreibt an ihrer Dissertation und wird in Kürze ihren Verlobten Ricardo heiraten. Es scheint alles perfekt zu sein, bis zu dem Tag als sie Ricardo beim Fremdgehen mit einer ihrer Brautjungfern in flagranti ertappt.

Nun steht sie mit 37 Jahren vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens und entschließt sich zu einem radikalen Cut. Hals über Kopf reist sie zu ihrer Familie in die Rockx Mountains in das ihr unbekannte Independence. Sie ahnt nicht welche Überraschungen noch auf sie warten.
Gibson ist Musiker und hat lange unter seinem gewalttätigen Stiefvater gelitten und deshalb seine Familie verlassen. Zurück blieb auch sein jüngerer Bruder Billy. Bei einem zufälligen Telefonat mit seiner Mutter erfährt er, dass auch Billy ausgezogen ist. Aber wohin? Gibson mochte Billy immer gern und macht sich auf die Suche.

Als Chloé mit ihrem alten Mietwagen auf der Interstate liegen bleibt, kreuzen sich die Wege von ihr und Gibson. Schon bald knistert es zwischen den beiden, was aber keiner wahrhaben möchte. Schließlich hat jeder von ihnen genug eigene Probleme und eine Beziehung ist so das Letze was beiden fehlt.

Doch das Schicksal hat es anders entschieden und es folgt eine turbulente Liebesgeschichte, die den wettfreudigen Einwohnern von Independence gerade recht kommt. Dabei spielen auch Vierbeiner eine gewichtige Rolle im tierlieben Ort.
Spannung und Dramatik fehlen auch nicht, denn plötzlich taucht Ricardo in Independence auf. Doch geht es ihm wirklich darum Chloé zurückzugewinnen oder spielt er ein falsches Spiel und will etwas ganz anderes?

Ein dramatisches Finale, in dem Chloé in Lebensgefahr gerät und die Brüder Gibson und Billy, die sich gefunden haben, zu einem starken Team werden, bringt Spannung bis zur letzten Seite. Wird noch rechtzeitig Hilfe eintreffen, um, Chloé zu retten? Mehr möchte ich nicht verraten, man muss es einfach selbst lesen, um sich vom Ende überraschen zu lassen.

Fazit:
Das Buch bereitet Lesevergnügen pur und entführt den Leser in die Welt einer zauberhaften Kleinstadt, bösen Gangstern, die aber nie zu lange ihr Unwesen treiben, glücklichen Paaren und pfiffigen Vierbeinern. Beim Lesen ist der Alltag vergessen .Für alle Fans der Rocky Mountain Serie ist das Buch ein Muss und für die anderen die Empfehlung. Diese Bände machen definitiv süchtig.
Gern vergebe ich 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.



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Veröffentlicht am 26.09.2024

Sylter Weihnacht anders als gedacht

Stürmisch die Nacht
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Der Kurzkrimi „Stürmisch die Nacht“ gehört in die Jahreszeitenreihe der Krimis von Nina Ohlandt. Leider verstarb die Autorin 2020 und Jan F. Wielpütz schrieb die Fortsetzung.

Auf Sylt besitzen der Flensburger ...

Der Kurzkrimi „Stürmisch die Nacht“ gehört in die Jahreszeitenreihe der Krimis von Nina Ohlandt. Leider verstarb die Autorin 2020 und Jan F. Wielpütz schrieb die Fortsetzung.

Auf Sylt besitzen der Flensburger Hauptkommissar John Benthien und sein Vater ein schönes altes Kapitänshaus und wollen Weihnachten gemütlich auf der Insel verbringen. In diesem Jahr ist es besonders stürmisch und Fischkutter suchen Zuflucht im Lister Hafen. Der Hafenmeister macht eine schreckliche Entdeckung: Thore Hansen, der Kapitän eines der Boote, treibt leblos im zugefrorenen Hafenbecken.

So stehen dem Team von John Benthien umfangreiche Recherchearbeiten bevor. Der Autor erzählt eine spannende Geschichte mit vielen unterschiedlichen Handlungssträngen. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar.

Da die Anzahl Verdächtigen überschaubar ist und ein richtiges Motiv fehlt, gestalten sich die Ermittlungen zäh.
Lange bleibt es im Dunkeln welche Ermittlungsansätze zielführend sind und welche in Sackgassen enden. Dann geschieht ein zweiter Mord an dem Maschinisten des Kutters. Das Tempo bei den Ermittlungen nimmt zu und bald gibt es eine heiße Spur. So gelingt es dem Team die beiden Mordfälle, die in einem Zusammenhang stehen, schlüssig und nachvollziehbar aufzuklären.
Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar.

Fazit:
Ein interessanter Krimi mit Lokalkolorit, der mit einigen unerwarteten Wendungen punkten kann. Leider erreicht dieser Krimi nicht die maximale Spannung, die Nina Ohlandts Erzählweise auszeichnete. Auch bleiben die Protagonisten etwas farblos, obwohl Herr Wielpütz Komponenten aus früheren Fällen, wie den Foodblog und die Hilfe von Johns Vater einbaut. Deshalb vergebe ich nur 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Ein Besuch mit Folgen

Mörderisches Santorin - Zoe und die tödliche Kreuzfahrt
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Zoe Dahlmann, die aufgrund eines geerbten Restaurants vor kurzem von Frankfurt nach Santorin ungezogen ist, hat sich mittlerweile auf der Insel Thirasia gut eingelebt und schnell Freunde gefunden. Ihr ...

Zoe Dahlmann, die aufgrund eines geerbten Restaurants vor kurzem von Frankfurt nach Santorin ungezogen ist, hat sich mittlerweile auf der Insel Thirasia gut eingelebt und schnell Freunde gefunden. Ihr kleines Restaurant Sunrise läuft gut und ist bei Einheimischen und Touristen, die manchmal auch nach Thirasia kommen, sehr beliebt. Das hat sie der guten Küche von Alexandros, einem Einheimischen, der schon bei ihrer Tante Sophia geholfen hat zu verdanken. Mit Leon, der sie von Beginn an in allen Situationen, inklusive einer Mordaufklärung sehr unterstützt hat, ist sie inzwischen liiert.

Eines Tages kommt ihre beste Freundin Sonja zu Besuch, die in einem Preisausschreiben eine Kreuzfahrt nach Santorin gewonnen hat. Doch die Freude währt nur kurz, denn plötzlich steht Kommissar Spanos in der Tür und verhaftet Sonja wegen Mordverdacht. Für Zoe ist es ein déja-vu.

Was war passiert? Die Bewohnerin der Nachbarkabine von Sonja wurde tot aufgefunden. Zwischen beiden Schiffskabinen gab es eine Verbindungstür, die nicht verschlossen war. Beide Frauen stammten aus Frankfurt und die Ermordete war einmal Patientin im Krankenhaus, wo Sonja arbeitet und außerdem wohlhabend. Alles spricht für Kommissar Spanos dafür, dass Sonja die Mörderin ist. Zweifel hat er keine und für ihn ist der Fall schon gelöst.

Doch Zoe glaubt an die Unschuld ihrer Freundin und muss in diesem Fall wieder ermitteln, um den wahren Täter zu finden und ihn Kommissar Spanos präsentieren.
Es gibt einige Tatverdächtige, wie Zoe und Leon bald herausfinden. Sie recherchieren im privaten Umfeld der Toten und stoßen auf Erstaunliches. Dabei müssen sie natürlich auch auf dem Kreuzfahrtschiff recherchieren, was dank Sonjas Keycard kein Problem ist – bis sie sich beim ersten Besuch sich einer Waffe gegenüber sehen.

Welche Abenteuer die beiden noch erleben beschreibt Christian Humberg sehr anschaulich und humorvoll. Mit dem zweiten Krimi der Reihe Santorin – Sunrise „Mörderisches Santorin – Zoe und die tödliche Kreuzfahrt“ ist ihm ein perfekte Fortsetzung der Reihe gelungen. Sein Schreibstil ist flüssig und sehr gut lesbar. Der Autor beschreibt in diesem Krimi sehr anschaulich die wunderschöne Insel Santorin mit ihren traumhaften Meeresblicken und den weißen Häusern sowie das Leben auf einem Kreuzfahrtschiff. Ein Background mit Urlaubsfeeeling pur in diesem spannenden Krimi.

In einem packenden und hochdramatischen Finale, wird der Fall logisch und in sich schlüssig gelöst. Zoe und Leon sind ein perfektes Team und habe es wieder einmal geschafft den wahren Täter zu entlarven. Die facettenreichen Ermittlungen und Spuren werden gekonnt zu einem packenden und unerwarteten Finale geführt.

Fazit:
Ein gut ausgedachte Geschichte, die in sich schlüssig gelöst wurde und eine gelungene Fortsetzung. Mich hat dieser Griechenland-Krimi gefesselt und mir eine wirklich spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich nicht nur 5 Sterne, sondern auch eine klare und eindeutige Leseempfehlung. Ich freue mich schon auf die nächste Folge dieser Krimi-Reihe.

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