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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

mitreißend

Zeugin der Toten
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Der Schreibstil ist spannungsfördernd durch die knappen, lakonischen Sätze mit einem großen Maß an Sarkasmus und trotz der ernsten Agenten-Thriller-Thematik einer guten Portion Situationskomik. Damit treibt ...

Der Schreibstil ist spannungsfördernd durch die knappen, lakonischen Sätze mit einem großen Maß an Sarkasmus und trotz der ernsten Agenten-Thriller-Thematik einer guten Portion Situationskomik. Damit treibt die Autorin die Geschichte stetig voran. Die Kapitel sind kurz, die Szenenwechsel schnell und ineinanderfließend. Einige wenige Rückblicke beleuchten auch die Vergangenheit der Protagonisten und bringen Licht in manches Dunkel.
Die Character sind sehr ausgefeilt. Ziemlich schnell drängte sich bei mir der Vergleich mit den Stieg-Larsson-Büchern auf, da mich Judith und Quirin sehr stark an Lisbeth und Mikael erinnern. Auch ihr Verhältnis zueinander ist kompliziert und vielschichtig. Judith könnte die verschollene Zwillingsschwester von Lisbeth sein, mit einer unglücklichen Kindheit, die große Traumata zurückließ, dabei aber trotz aller Verschrobenheit mit einer großen Portion Intelligenz und Energie ausgerüstet, menschenscheu und misstrauisch und doch in den Augen vor allem der Männer auf ganz eigene Art anziehend und faszinierend. Und Quirin, der hartnäckig an seiner Story arbeitet und nur mit Lisbeths Hilfe zum Ziel kommt. Der Vergleich drängte sich auf - aber dennoch empfand ich sie nicht abgekupfert sondern eigenständig und einnehmend. Auch die große Vielzahl an Nebendarstellern hatten vielschichtige Charaktere und waren nie schwarz oder weiß.
Die Story erscheint gut recherchiert. Sie gab sehr viel für mich neue Informationen preis und schrumpfte trotz den Agenten, Doppelagenten, BND und CIA u. ä. nicht zur reinen Spionage-Geschichte, sondern zeigte im Gegenteil eine interessante Facette im Spiel der Mächte auf und die Menschen, die zwischen all diesen Agenten-Spielchen schnell mal unter die Räder kommen können. Und ein Stück Deutsche Vergangenheitsgeschichte war es natürlich auch.
Ein Lob für den Showdown inklusive Schluss - beides hat meinen Wunsch nach Spannung, logischen Erklärungen, teilweise auch menschlichen Wandlungen und einem runden Ende vollauf befriedigt.

5 Sterne also für einen Thriller, der mich sehr gut unterhalten hat, den ich gerne weiterempfehle und der meinen Eindruck bestätigt hat, dass Elisabeth Herrmann wirklich spannende, gut durchdachte und mitreißend erzählte Bücher schreibt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ausdauer erforderlich

Meister der Wünsche
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Gleich vorneweg. Die Sprache und der Stil des Romans lassen nichts zu Wünschen übrig. Dafür gibt es auch meine drei Punkte. Auf eine ruhige und angenehme Art und Weise wird hier erzählt. Die Charaktere ...

Gleich vorneweg. Die Sprache und der Stil des Romans lassen nichts zu Wünschen übrig. Dafür gibt es auch meine drei Punkte. Auf eine ruhige und angenehme Art und Weise wird hier erzählt. Die Charaktere werden schön beschrieben, ihre Handlungen und ihre Worte werfen einen interessanten facettenreichen Blick auf ihre Stärken und Schwächen. Da ich erst kürzlich den Drachenläufer gelesen habe, fand ich Thema und Handlungsort ansprechend und hatte schon ein bisschen HIntergrundwissen.

Leider fehlt der ganzen Geschichte ein richtiger Spannungsbogen. Die Erlebnisse der Menschen reihen sich teilweise ansatzlos aneinander, auch nach 200 Seiten war mir noch nicht ganz klar, um was es im Kern der Sache eigentlich geht. Man braucht wirklich sehr viel Ausdauer und Interesse, um durchzuhalten. auch wenn mir die Hauptprotagonisten symphatisch waren.

Mir scheint, dass der Schriftsteller sehr viel seiner eigenen Erfahrungen in den Roman eingearbeitet aber dafür der rote Faden etwas gelitten hat. Ich mag zwar Entwicklungs- und Familienromane. Aber ein bisschen Spannung und Tempo dürfen es schon gerne sein. Das Buch sollte auf keinen Fall mit dem exorbitant-genialen Buch "DER DRACHENLÄUFER" verglichen werden. Mit dem hat es nur das Land und den kulturellen Hintergrund gemeinsam.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannung verpufft

Farben der Schuld
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Eigentlich habe ich mich immer als Klönne-Fan bezeichnet. Teil 1 und 2 über Judith und Manni habe ich genossen und verschlungen. Gut Teil 3 fand ich etwas gezwungen, schon da war es mir manchmal etwas ...

Eigentlich habe ich mich immer als Klönne-Fan bezeichnet. Teil 1 und 2 über Judith und Manni habe ich genossen und verschlungen. Gut Teil 3 fand ich etwas gezwungen, schon da war es mir manchmal etwas zu langatmig. Aber die Leseporbe von Teil 4 - der Anfang des Buches - las sich gut und ich hoffte wieder auf ein Highlight. Aber leider verpuffte die Spannung für meinen Geschmack ziemlich schnell. Judith Kriegers persönliche Sorgen in allen Ehren, aber ich fand, es mangelte ihr schon arg an der alten Energie. Und überhaupt waren mir die Charaktäre fast zu ausgearbeitet. Das Beleuchten der Hoffnungen und Ängste, der Wünsche und Begierden nahm so viel Raum ein, dass die Handlung daran krankte. Erst zum Schluss - und das war wie bei Teil 3 - kam plötzlich doch noch Aktion und Kribbeln. Da war ich aber schon so enttäuscht, dass es mich nicht mehr richtig mitriss. Jetzt steht es 2 : 2 bei den Klönne-Büchern. Dieses hier war auf jeden Fall nicht mein Geschmack.

Veröffentlicht am 15.09.2016

mittelmäßig

Die Totgesagten (Ein Falck-Hedström-Krimi 4)
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Dieses Mal tat ich mir mit dem Läckberg-Krimi etwas schwer. Bis gut zur Mitte des Buches springt die Geschichte in teilweise sehr kurzen Abschnitten zwischen sämtlichen Ermittlern, den meisten Verdächtigen, ...

Dieses Mal tat ich mir mit dem Läckberg-Krimi etwas schwer. Bis gut zur Mitte des Buches springt die Geschichte in teilweise sehr kurzen Abschnitten zwischen sämtlichen Ermittlern, den meisten Verdächtigen, Betroffenen und Verwandten hin und her und man erfährt zwar sehr viel über alle Mitwirkenden aber die Handlung wird dadurch nicht wirklich spannender. Leider hat auch Erika diesmal gar nichts mit dem Fall zu tun und ist gefangen im drögen Familienalltag, den auch die diversen Hochzeitsvorbereitungen nicht wirklich erheitern. Erikas Figurprobleme kamen mir etwas zu ausgiebig vor.
Wie bereits ein vorhergehender Rezensent geschrieben hat, möchte auch ich betonen, wie sehr es mich gestört hat, dass die Ermittlungsergebnisse auf sehr unlogische Weise einfach immer vor dem Leser verborgen werden. Auch hier fand ich nicht, dass dies dem Spannungsaufbau förderlich wäre, da ein wenig mitraten und die Aha-Effekte doch auch zu einem guten Krimi gehören.
Ebenfalls schwer tat ich mich mit dem Reality-Show-Genre, welches ich im Fernsehen meide wie die Pest. Dementsprechend hegte ich wenig bis gar keine Sympathien für die Protagonisten und war von diesem Teil des Buches eher genervt.
Dennoch habe ich das Buch fertig gelesen und fand den Schluss-Plot ganz okay.
Allerdings eindeutig der Schwächste Läckberg für mich.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Horror auf See

Das Schiff
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Die Geschichte wird auf eine sehr komplexe und vielfältig ineinander verzahnte Weise erzählt. Durch sich überschneidende Perspektiv-Wechsel wird die Intensivität einzelner Szenen noch erhöht. Hinzu kommt, ...

Die Geschichte wird auf eine sehr komplexe und vielfältig ineinander verzahnte Weise erzählt. Durch sich überschneidende Perspektiv-Wechsel wird die Intensivität einzelner Szenen noch erhöht. Hinzu kommt, dass die Unbillen der Natur und später auch die Unzulänglichkeiten der Technik die Situation der Seeleute noch verschärfen und umso eindringlicher darstellen. Bumm Bumm Bumm

Ich hatte mir von diesem Buch etwas ganz anderes erwartet - eher einen Krimi oder ein Drama. Aber einige seltsame Hinweise, die sich quer durch das Buch ziehen, haben mich schnell vermuten lassen, dass hier noch mehr zu Tage kommen wird. Man fragt sich ständig, wo das noch hinführt und ich hatte wirklich keinen blassen Schimmer, wie das alles enden soll.

Nach einem furiosen Beginn mit gleich 2 Toten nach knapp 30 Seiten, hält die Geschichte inne und verlangsamt sich die nächsten 300 Seiten. Die Charaktäre werden sehr genau gezeichnet und die Situation spitzt sich langsam zu.

Dann eskaliert erneut die Gewalt und wirft einen atemlos von einem Wechselbad ins nächste.

Am Schluss nimmt der Plot nochmal eine überraschende Wende und endet .... ganz anders als erwartet.

Wurde gut unterhalten, hätte mir im Mittelteil etwas mehr Aktion und ein zügigeres Voranschreiten der Handlung gewünscht. Das Ende muss man erst einmal verdauen und man verspürt das dringende Bedürfnis sich mit anderen Lesern dieses Buches auszutauschen.