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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gewöhnungsbedürftiger Schreibstil

Das Mädchen mit dem Fingerhut
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Ein sechsjähriges Mädchen wird von seinem "Onkel" in einem Geschäft abgegeben damit es dort etwas zu essen bekommt. Am ersten Abend wird es wieder von "Onkel " abgeholt, dann wird es sich abends selbst ...



Ein sechsjähriges Mädchen wird von seinem "Onkel" in einem Geschäft abgegeben damit es dort etwas zu essen bekommt. Am ersten Abend wird es wieder von "Onkel " abgeholt, dann wird es sich abends selbst überlassen. Sie versteht die Sprache nicht und ist vollkommen hilflos. Das Mädchen streift durch die Stadt und wird von der Polizei in ein Kinderheim gebracht. dort lernt sie zwei Jungs kennen, mit denen sie flieht.
Ohne sich mit Worten zu verstehen, entwickeln sie eine Vertrautheit die ihnen hilft ihr schweres Schicksal zu meistern und zu überleben.
Es fällt mir sehr schwer dieses Buch zu bewerten denn der abgehackte Schreibstil mit seinen kurzen, prägnanten Sätzen ist schon mehr als gewöhnungsbedürftig. Hier ein Beispiel: "Sie war nun sehr ernst, sie machte ein paar Schritte auf den Container zu, blieb stehen, als ob sie lauschte. Sie glaubte nicht was sie sah, oder sie sah gar nichts anderes als einen Container, dessen Deckel einen Spalt weit geöffnet war, und sah kein Gesicht und keine Augen oder glaubte nicht, dass es ein Gesicht war, das es Augen waren."
Durch den abgehackten Schreibstil wirkte alles sehr distanziert und es kamen keine Emotionen rüber. Mag sein dass dies vom Autor so gewünscht war, damit sich der Leser selbst Gedanken macht wie es den Kindern geht und was sie während ihrer Flucht fühlen. Nachdenklich macht das Büchlein allemal denn es passt zu der aktuellen Lage der Flüchtlinge, die sich auch allein und unverstanden fühlen, so wie da Mädchen mit dem Fingerhut.
Ich vergebe 3,5 Sterne, die ich auf Vier aufrunde.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Farbenblind / Colby Marshall

Farbenblind
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saac Keaton hat 20 Menschen getötet und lässt sich anschließend widerstandslos festnehmen. Er verlangt mit der Ermittlerin Jenna Ramey zu sprechen, die eine besondere Begabung hat. Sie sieht Geschichten ...

saac Keaton hat 20 Menschen getötet und lässt sich anschließend widerstandslos festnehmen. Er verlangt mit der Ermittlerin Jenna Ramey zu sprechen, die eine besondere Begabung hat. Sie sieht Geschichten in Farbe, so kann rot Zorn sein, orange steht für eine Lüge. Ich konnte aber mit diesen ganzen Assoziationen nichts anfangen und daher hat mich das Buch auch nicht wirklich gefesselt.
Die Psychospielchen haben sich interessant gelesen und auch die Spannung kam nicht zu kurz, allerdings hätte man das Thema Synästhetikerin dazu nicht gebraucht, das fand ich eher verwirrend. Am Ende bleiben einige Fragen offen, die dann wahrscheinlich in den Folgebänden geklärt werden.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Spur der Rubine

Die Spur der Rubine
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In Spur der Rubine geht es um ein altes Schmuckstück das aus drei seltenen Rubinen, den drei Brüdern, besteht. Das Schmuckstück war in Besitz von Elisabeth I bevor es für 150 Jahre verschollen ist. Kathleen ...

In Spur der Rubine geht es um ein altes Schmuckstück das aus drei seltenen Rubinen, den drei Brüdern, besteht. Das Schmuckstück war in Besitz von Elisabeth I bevor es für 150 Jahre verschollen ist. Kathleen Sterne erfährt von der Rarität und macht sich über mehrere Kontinente auf die Suche nach dem wertvollen Teil.
Der Klappentext hat sich spannend angehört und da ich gerne Bücher lese die sich über die Vergangenheit bis in die Gegenwart erstrecken habe ich mich auf die Geschichte gefreut, musste aber schnell feststellen das ich mit der Art des Erzählens nicht klar komme. Der Teil aus der Gegenwart war noch recht interessant, dafür hat mich der Teil aus der Vergangenheit sehr gelangweilt, obwohl der Autor dafür bestimmt viel und gut recherchiert hat.
Nach 150 Seiten habe ich das Buch abgebrochen da es mir immer weniger gefallen hat und ich beim lesen einfach nur gelangweilt war.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Mehr Privatleben als Thriller, aber lesenswert.

Tiefe Stiche
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In Alkmaar geht ein Messerstecher um, eine Frau kommt ums Leben, andere werden schwer verletzt. Zwischen den Opfern scheint es keinen Zusammenhang zu geben und die Ermittler stehen zunächst vor einem ...


In Alkmaar geht ein Messerstecher um, eine Frau kommt ums Leben, andere werden schwer verletzt. Zwischen den Opfern scheint es keinen Zusammenhang zu geben und die Ermittler stehen zunächst vor einem Rätsel.
Dann wird die sympathische Ermittlerin Lois bedroht und muss sogar aus ihrer Wohnung ausziehen und bei einem Kollegen unterkommen.
Die Deklarierung als Thriller finde ich nicht richtig, das Buch ist allemal ein solider Krimi. Den Anfang finde ich nur mäßig spannend und dann stirbt der Täter und es geht hauptsächlich um das Privatleben von Louis, ihre Vergangenheit und warum ihr Vater damals die Familie verlassen hat.
Gestört hat mich dies nicht denn die Autorin hat einen guten Schreibstil, den ich sehr mag und die Handlung ist immer logisch aufgebaut, so dass ich das Buch auch mit falscher Deklarierung weiter empfehlen kann.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Therapie bis zum bitteren Ende

Mascha, du darfst sterben
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Mascha du darfst sterben / Antje May 5/5
Mascha ist 17 Jahre alt als sie auf dem Weg zum Bus von einem Auto erfasst wird und ein schweres Schädel-Hirn Trauma erleidet. Sie wird zunächst ins künstliche ...

Mascha du darfst sterben / Antje May 5/5
Mascha ist 17 Jahre alt als sie auf dem Weg zum Bus von einem Auto erfasst wird und ein schweres Schädel-Hirn Trauma erleidet. Sie wird zunächst ins künstliche Koma gelegt und fällt danach über Monate ins Wachkoma. Ihr Gehirn ist aufs schwerste geschädigt und ein langer Leidensweg beginnt, nicht nur für Macha, auch für ihre alleinerziehende Mutter und den Bruder.
Ihre Mutter Antje hat während der ganzen Zeit in der Klinik Tagebuch über den Zustand der Tochter geschrieben und es ist schwer zu lesen was Macha alles mitmachen musste, man kann nur erahnen was sie davon mitbekommen hat, wahrscheinlich viel mehr als man von Wachkomapatienten annimmt.
Besonders schlimm fand ich das Wünsche der Mutter nicht respektiert wurden und alles darauf ausgelegt wurde nicht lebenswertes Leben zu erhalten, obwohl auch die Wünsche der Tochter genau feststanden und sie sich nie gewünscht hat so zu existieren. Zum Teil wird Antje schon mit Entzug des Sorgerechts bedroht wenn sie für Behandlungen gibt. Am Ende schafft sie es dann das ihre Tochter in ein Hospiz verlegt wird wo sie in Frieden sterben darf.
Das Buch ist keine leichte Kost, berührt und macht nachdenklich. Es zeigt wie wichtig es ist eine Patientenverfügung zu haben. Muss wirklich bis zum Ende die komplette Apparate Maschinerie genutzt werden? Was ist Leben, was ist existieren?
Ich konnte die Beweggründe nachvollziehen und stehe voll hinter der Entscheidung der Mutter.