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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2021

Einfach witzig

Ebbe und Knut
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Ebbe und Knut

Ebbe und Knut eine echte Männerfreundschaft. Eine Einladung seines alten Freundes Ebbe bringt den mittlerweile erwachsenen Knut dazu, die alte norddeutsche Heimat aufzusuchen. Während der ...

Ebbe und Knut

Ebbe und Knut eine echte Männerfreundschaft. Eine Einladung seines alten Freundes Ebbe bringt den mittlerweile erwachsenen Knut dazu, die alte norddeutsche Heimat aufzusuchen. Während der Zugfahrt schweifen seine Gedanken immer wieder in die Vergangenheit. Erzählt werden wirklich witzige Geschichten aus der Jugend der beiden Freunde. Der Autor Manuel Martensen hat dabei ein unglaubliches Gespür witzige Situationen in Worte zu fassen. So hat man als Leser ständig das Gefühl mit den Jungs diese Szenen mitzuerleben. Wer als Frau schon mal in der Situation war seinen Mann/Freund nach einem langen Männerabend zu fragen: „Und wie wars, was habt ihr gemacht, was gibt es Neues“ und als Antwort nur bekam: „Ach eigentlich nichts.“ Und sich danach fragte, wie Männer 6 Stunden zusammensein können ohne dass etwas geredet oder getan wird, der ist bei dem Buch genau richtig. Man fühlt sich angekommen mitten in einer Männerrunde und versteht endlich und fühlt sich wohl dabei. Es geschieht immer irgendwas, es reiht sich das eine an das andere. Aber viel Gutes kommt nicht dabei heraus. Das sehen die Jungs natürlich anders, denn sie stecken mitten in der Pupertät und probieren sich aus. Ich empfinde es schon als Gabe sich noch einmal so sehr in diese Zeit hineinversetzen zu können, dass man als Leser nur denkt: Ja genau so war das. Ein paar Mal musste ich laut lachen und sehr oft vor mich hingrinsen. Die Norddeutsche Atmosphäre gibt dazu noch ein Feeling von Urlaub. Das Buch umfasst ganze 212 Seiten, aber die sind rundherum gelungen.

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Veröffentlicht am 03.07.2021

Herzzerreißend schön

Don't LOVE me
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Kenzie absolviert ein Praktikum bei einer Innendesignerin in Schottland. Dort lernt sie den reichen Hotelerben Lyall kennen. Der hat ein dunkles Geheimnis und eine ziemlich anstrengende Familie. Die beiden ...

Kenzie absolviert ein Praktikum bei einer Innendesignerin in Schottland. Dort lernt sie den reichen Hotelerben Lyall kennen. Der hat ein dunkles Geheimnis und eine ziemlich anstrengende Familie. Die beiden fühlen sich magisch zueinander hingezogen. Doch niemand darf von ihrer Liebe erfahren. Also beginnt ein aufregendes Versteckspiel. Zwischenzeitlich habe ich echt überlegt ob ich für das Neue Adult Genre nicht doch etwas zu alt bin, aber dann konnte ich das Buch doch nicht mehr aus der Hand legen und weil mich das Ende völlig verstört zurück gelassen hat, habe ich mir gerade eben den zweiten Teil bestellt.
Es ist natürlich ein ewiges hin und her mit vielen Schmetterlingen, Herzschmerz und Tamtam. Aber damit auch genau die richtige Lektüre für, mich während ich im Freibad auf der Wiese liege und mich aus dem Trubel geistig verabschieden möchte.

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Veröffentlicht am 03.07.2021

Grauenvoll und fesselnd

Verstummt
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Und wieder hat es Karin Slaughter geschafft mich total in ihren Bann zu ziehen. Das waren wirklich viele Seiten, aber man kann einfach nicht aufhören zu lesen. Und das Besondere an diesem Band ist, dass ...

Und wieder hat es Karin Slaughter geschafft mich total in ihren Bann zu ziehen. Das waren wirklich viele Seiten, aber man kann einfach nicht aufhören zu lesen. Und das Besondere an diesem Band ist, dass ein Fall beide Welten miteinander vereint. So steht Sarah plötzlich trotz der zeitlichen Trennung zwischen zwei Männern. Ihrem verstorbenen Mann Jeffrey und ihrem geliebten Will. Die Geister der Vergangenheit werden wach. Durch neue Erkenntnisse wird ein abgeschlossener schaurig, brutaler Fall wieder neu aufgerollt. Und schon sind alle geliebten und verhassten Protagonisten wieder zwischen den Seiten. Und der Leser erfährt Szenen aus der Vergangenheit die bisher unbekannt waren. Und doch ist alles total stimmig und rund. Wie gewohnt lässt Karin Slaughter wieder viele Worte walten um dem Leser auch wirklich jede kleine Einzelheit und Perfidität der Taten im Kopf Wirklichkeit werden zu lassen. Sie spart nicht mit grausamen Details.Und auch ihre Protagonisten sind zerstörte aber auch starke Persönlichkeiten, die einen magisch anziehen. Durch verschiedene Handlungsstränge wird eine große Spannung aufgebaut, so dass man das Buch kaum zur Seite legen mag. Ich habe schon viele Bücher der Autorin gelesen, aber dies war durch die Verknüpfung der beiden Welten, für mich das emotional Mitreißenste. Dennoch denke ich, dass man das Buch auch gut lesen kann ohne die anderen Teile zu kennen. Aber ich kann gleich sagen, hat man es gelesen, will man die anderen Teile auch unbedingt lesen.

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Veröffentlicht am 03.07.2021

Hohe Literatur

Die Richterin
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Die Richterin Gabrielle entscheidet am österreichischem Gericht in zweiter Instanz über Asylanträge. Als Grundlage dient ihr das Asylrecht. Aber praktisch ist sie diejenige die als Person vor Menschen ...

Die Richterin Gabrielle entscheidet am österreichischem Gericht in zweiter Instanz über Asylanträge. Als Grundlage dient ihr das Asylrecht. Aber praktisch ist sie diejenige die als Person vor Menschen treten muss und über ihr Schicksal entscheidet. Sie wirkt unnahbar, würdevoll und streng aber ihr Gedankenspiel ist sehr eindrucksvoll. Und auch ihr Privatleben läßt ihr keine Ruhe. Die Beziehung zu ihrem Ehemann ist bizarr und nicht ganz einfach. Und ihre Familiengeschichte ist eine Tragödie. Und durch dieses ganze Wirrwar an Eindrücken wird der Leser wie in einen Strudel geworfen aus dem er nicht entfliehen kann. Durch den ungewöhnlichen Schreibstil wird man unweigerlich auch emotional mit dem Thema konfrontiert.
Jeder Satz ist fast wie ein Statement. Jeder Satz hat Bedeutung und manche Sätze sind wie Kunstwerke. Der Text ist streng, so wie die Richterin. er verlangt die volle Konzentration und schreit förmlich: Lies mich mit all deiner Aufmerksamkeit. Dies wird vor allem durch die fehlende wörtliche Rede verursacht. Die Worte sind manchmal sehr hart und man schreckt im ersten Augenblick zurück. In einer Szene sind Gabrielle mit ihrem Mann in einem Restaurant. Ein Bordell gleich in der Nähe. Und dann der Satz: „Gabrielle zerteilte den Fisch, während woanders rohe Körperöffnungen vermietet wurden. Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen trat als Restposten von Enteignungsformen von Körperteilen auf.“ Man beginnt über solche Sätze länger nachzudenken und man gerät in die Stimmung die gegeben Dinge zu hinterfragen. Was wir uns als Gesellschaft bzw. als Mensch erlauben können. Und das auch im Hinblick auf das Asylrecht und den Verkauf von Waffen, die wiederum erst Kriegsflüchtlinge erschaffen.
Einen Abschnitt fand ich sehr bedrückend. Darin denkt die Richterin daran, dass die Asylsuchenden nach ihrem Urteil in ein Flugzeug steigen und in zwei Stunden die Strecke zurücklegen, die sie vorher Wochen oder Monate lang gelaufen bzw. über das Mittelmeer geflohen sind. Das ist eine wirklich sehr bedrückende Vorstellung. Dieses Buch innerhalb einer kurzen Rezension zu beschreiben ist mir fast unmöglich. Dafür ist es zu großartig. Es steckt so viel Bedeutung darin, dass man es beim ersten Lesen unmöglich erfassen kann. Es wirft viele Fragen auf, die das Potential für lange Diskussionsrunden haben. Diese Buch ist nicht dafür gedacht sich angenehm unterhalten zu lassen und es „nebenbei“ zu lesen. Dieses Buch fordert und will verstanden werden.

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Veröffentlicht am 03.07.2021

Corona als Zombieszenario

Die Krone der Schöpfung
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Im Frühjahr kommt die Coronapandemie auch über Deutschland. Und so auch über ein kleines Dorf in der Uckermark. Die Erzählerin der Geschichte lebte bisher ein recht beschauliches Leben mit Familie, Mutter ...

Im Frühjahr kommt die Coronapandemie auch über Deutschland. Und so auch über ein kleines Dorf in der Uckermark. Die Erzählerin der Geschichte lebte bisher ein recht beschauliches Leben mit Familie, Mutter und einschließlich Liebhaber. Doch nun wird alles durch die Angst vor dem Virus durcheinandergewirbelt. In der Geschichte werden die wichtigsten Eckdaten des Ablaufes der Pandemie eingebunden. Doch wichtiger ist eigentlich das was bei der Erzählerin durch die Ereignisse passiert. Wie sie damit umgeht und welche Konsequenzen sie daraus zieht. So hat sie eigentlich ihre Prinzipien und sie weiß ja auch was sie gerade darf und was nicht aber es fällt ihr schwer sich daran zu halten. Alles wird mit einem ironischen Unterton beschrieben. So wird die eigene Mutter in eine kleine Wohnung verbannt. Angeblich nur zu ihrem Besten. Aber nun kann man ja auch wieder die Nachbarschaft einladen. Natürlich im Garten und mit Abstand. Das Buch ist in viele kurze Kapitel aufgeteilt. Die Handlungsstränge springen hin und her. Durch die Überschriften verliert man jedoch nicht den Faden. Mir hat der Schreibstil und der ironische Unterton sehr gut gefallen. Im Grunde ist es eine kritische Betrachtung unserer Gesellschaft in der Pandemiesituation und die Autorin trifft oft mit ihren Aussagen den Nagel auf den Kopf. Wirklich gut gelungen und sehr unterhaltsam.

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