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Veröffentlicht am 16.10.2024

Comic und Sachbuch in einem

WAS IST WAS Comic - Dinosaurier
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Eine unfreiwillige Zeitreise führt die Kinder Will, Iris und Wenko in die Kreidezeit, wo sie allerhand gefährlichen und weniger gefährlichen Dinosauriern begegnen. Immer mit dabei der fliegende kleine ...


Eine unfreiwillige Zeitreise führt die Kinder Will, Iris und Wenko in die Kreidezeit, wo sie allerhand gefährlichen und weniger gefährlichen Dinosauriern begegnen. Immer mit dabei der fliegende kleine Roboter mit dem passenden Namen FAIL 34; denn er ist für dieses Schlamassel verantwortlich.

Die Kinder erleben ihr großes Abenteuer in der Kreidezeit in Form eines vom Illustrator ZAPF fantastisch gezeichneten Comics. Passend zur Story gibt es auf einigen Seiten kleine Infoboxen, die mit Faktenwissen über Dinosaurier aufwarten. Auf zwei Doppelseiten am Ende des Buches werden noch weitere Dinos aus anderen Zeitaltern und Fossilien vorgestellt. In der Hauptsache ist das Buch aber ein spannender Comic, der Lust auf mehr macht.

Oder wie im Falle meines Sohnes, der schon viel über Dinosaurier weiß, eine abenteuerliche Ergänzung zum reinen Faktenwissen.

Gerade Leseanfängern sollte man vor allem die Lust am Lesen vermitteln. Das erreicht man am ehesten über die Bücher und Geschichten, die die Kinder sich völlig ungezwungen selbst aussuchen und zur Hand nehmen. Für manche Kinder sind das fantastische Geschichten, andere lieben Abenteuer. Wieder andere sind vor allem an Sachbüchern interessiert. Allen gemeinsam ist meiner Beobachtung nach am Anfang des Lesenlernens, dass die Bücher viele und ansprechende Bilder enthalten und weniger textlastig sein sollten. Comics haben natürlich einen besonders hohen Bildanteil. Und diese Bilder übernehmen einen Teil der Erzählung. Der Text ist gewissermaßen eher Ergänzung.

Ich schreibe ihnen daher eine besonders große Chance zu, von Leseanfängern selbstständig und freiwillig gelesen zu werden. Deshalb finde ich diese neue „Was ist was?“-Comicreihe klasse.

Geschichte und Zeichenstil sind übrigens ziemlich cool und tatsächlich eher dem Comic-Genre zuzuordnen als dem Sachbuch- oder Kinderbuchgenre.

Ich bin begeistert und freue mich auf weitere Abenteuer.

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Veröffentlicht am 19.09.2024

Klima ohne Krise und Katastrophe

Unlearn CO2
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„Gute Klimaberichterstattung räumt auf mit journalistischen Missverständnissen und fossilen Märchen. Sie hinterfragt Bremsargumente, Greenwashing und dreiste Lügen. Sie ist wissenschaftlich auf dem neuesten ...

„Gute Klimaberichterstattung räumt auf mit journalistischen Missverständnissen und fossilen Märchen. Sie hinterfragt Bremsargumente, Greenwashing und dreiste Lügen. Sie ist wissenschaftlich auf dem neuesten Stand, berichtet über Zusammenhänge und fokussiert sich auf Lösungen. SIe erzählt von den Erfolgen im Kampf gegen die Klimakrise, immer im Bewusstsein über die Grenzen unserer Sprache.“ (aus dem Kapitel ‚unlearn medien‘)

Noch nie habe ich ein so langes Zitat an den Anfang meiner Rezension gestellt. Und ich hätte gerne noch so viel mehr - besonders aus dem Kapitel ‚unlearn medien‘ zitiert. Das Buch enthält sehr pointierte und aufklärende Beiträge.
Selbst wenn man von sich behaupten kann, schon sehr viel zum Thema Klima gelesen zu haben, ist dieses Buch eine Bereicherung und manchmal sogar noch Augenöffner. Die Kapitel ‚unlearn ableismus‘ und ‚unlearn recht‘ haben mir zum Beispiel die Augen für Themen öffnen können, die mir eher fremd sind.
Darüber hinaus ist dieses Buch Balsam für die Seele, denn jeder Beitrag ist darum bemüht, Lösungsansätze zu präsentieren und zeigt: Du bist nicht allein. Wir sind viele und gemeinsam verändern wir die Welt.

Ich möchte diesem Buch gerne mehr als 5 Sterne geben. Es holt Leser auf allen Ebenen ab und ist so eine wertvolle Beitragssammlung. Ihr solltet es lesen und verschenken.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Toxisches Patriarchat

Toxische Weiblichkeit
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„Emanzipation ist nicht nur die Befreiung von der institutionellen Dominanz der Männer, sondern auch die Befreiung von Weiblichkeit als patriarchaler Wunschvorstellung.“

Von toxischer Männlichkeit hört ...

„Emanzipation ist nicht nur die Befreiung von der institutionellen Dominanz der Männer, sondern auch die Befreiung von Weiblichkeit als patriarchaler Wunschvorstellung.“

Von toxischer Männlichkeit hört man immer wieder: Die Rollenerwartungen an Männer im Patriarchat fordern Aggressivität, vermeintliche Stärke und das Demonstrieren der eigenen Überlegenheit. Doch es gibt auch (mehr oder weniger konträre) Rollenerwartungen an Frauen: Zurückhaltung, Fürsorglichkeit und ein anbiederndes Äußeres.

Sophia Fitz fasst diese und viele weiteren Verhaltensweisen von Frauen unter dem Begriff der Toxischen Weiblichkeit zusammen. Sie analysiert, wie sich Weiblichkeit oftmals darstellt und welche der für Frauen scheinbar typischen Eigenschaften eigentlich erlernte Anpassungen an ein männergemachtes System sind. Sie zeigt auch auf, wie diese Anpassungen den Frauen selbst zum Nachteil werden.

Fitz’ Buch ist eine anregende Lektüre, die viele kleine Alltäglichkeiten als Patriarchatssymptome enttarnt. Lieber habe ich allerdings das Buch „Süß“ von Ann-Kristin Tlusty gelesen, an das ich mich bei dieser Lektüre oft erinnert fühlte. Den Begriff der Toxischen Weiblichkeit finde ich eigentlich schlecht gewählt. Er ist erklärungsbedüftig und hört sich ohne weitere Erklärung erst einmal an, als könne man nun also mit dem Finger doch auch auf die Frauen und Feminist*innen zeigen.

Des Weiteren kann ich mich in vielen der geschilderten persönlichen Situationen der Autorin nicht wiederfinden. So agiere ich nicht. Und so erlebe ich es auch nicht in meinem Umfeld. Vielleicht bin ich weniger toxisch weiblich. Oder zu alt.

Ein gutes Buch, aber vielleicht eher für jüngere Frauen.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

„Hällö!“

Spekulatius, der Weihnachtsdrache. Spekulatius und das Abenteuer im Herbstwald
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Matilda und Mats haben Projektwoche in der Schule und gemeinsam mit ihrer Lehrerin und anderen Schüler*innen begeben sie sich auf Waldexkursion. Leider stoßen sie sofort auf ein Problem, denn ein gewisser ...

Matilda und Mats haben Projektwoche in der Schule und gemeinsam mit ihrer Lehrerin und anderen Schüler*innen begeben sie sich auf Waldexkursion. Leider stoßen sie sofort auf ein Problem, denn ein gewisser Freiherr von Freysinn hat einen großen Teil des Waldes gekauft und will ihn umzäunen und zur Jagd nutzen.

Und obwohl es erst Herbst ist, bekommen sie plötzlich Besuch vom Weihnachtsdrachen Spekulatius. Gemeinsam mit Specki suchen die Kinder nach einer Lösung zur Rettung des Waldes und der Tiere.

Den Drachen Spekulatius hat mein Sohn in der Schule kennengelernt, wo sie an jedem Tag im Advent ein Kapitel aus einem der Weihnachtsabenteuer vorgelesen bekommen haben. Entsprechend vorfreudig ist er an diesen Band gegangen und wurde nicht enttäuscht.

Besonders gefällt ihm, dass Spekulatius in einer anderen Jahreszeit zu Besuch kommt und so ein bisschen Weihnachtsatmosphäre in. den Herbst bringt.

Auch der Sprachfehler des kleinen Drachen hat ihn wieder sehr amüsiert. Und ich als erwachsene Vorleserin bin dankbar, dass der Drache nicht all zu viel direkte Rede hat.

Ansonsten finde ich die Geschichte etwas zu langatmig und auch etwas langweilig. Es passiert so wenig. Auch für meinen Sohn hätte sie etwas kürzer und spannender erzählt sein können.

Wir haben uns trotzdem über Speckis Besuch im Herbst gefreut.

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Veröffentlicht am 01.08.2024

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Zwei in einem Leben
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„Essen, trinken, lesen, die Uhr ignorieren, ein Leben, in dem sie von keiner anderen Menschenseele gestört oder beurteilt wurde; so musste sich die letzte Frau auf Erden fühlen.“

Die letzte Frau auf ...



„Essen, trinken, lesen, die Uhr ignorieren, ein Leben, in dem sie von keiner anderen Menschenseele gestört oder beurteilt wurde; so musste sich die letzte Frau auf Erden fühlen.“

Die letzte Frau auf Erden, Marnie, lässt sich von einer Freundin zu einer Wandertour überreden. Eigentlich hat Marnie es sich nach einer Trennung ganz gemütlich und beschaulich eingerichtet in ihrem Leben. Sie arbeitet von zu Hause und hat ihre Aktivitäten und Kontakte auf ein Minimum reduziert. Dennoch lässt sie sich auf das Abenteuer ein und trifft bei ihrer ersten Station auf einen recht bunten Trupp Menschen. Ein Erdkundelehrer namens Michael ist mehr oder weniger der Reiseführer der Gruppe, da er die Wanderung - eigentlich für sich allein - geplant hat.

Wo auf den ersten Blick gar kein Interesse besteht, entwickelt sich im Laufe der Geschichte eine Freundschaft und dann auch sowas wie eine Romanze. Vor allen Dingen finden hier aber zwei einsame und verletzte Menschen zueinander, die sich gegenseitig zuhören und vielleicht einmal Halt geben können.

Nicholls ist mit „Zwei in einem Leben“ wieder eine besondere Liebesgeschichte gelungen. Hier treffen zwei sehr authentische Figuren aufeinander. Sie sind beide um die 40 und haben schon die ersten jugendlichen Liebesgeschichten hinter sich. Deshalb erlebt man in dieser Geschichte nicht nur die langsame Entwicklung einer Romanze mit, sondern es geht von Anfang an auch um die beiden Charaktere selbst und wie diese beiden zueinander finden und eine Beziehung aufbauen können.
Darüber hinaus ist die Geschichte natürlich wieder voller humorvoller Momente und Sätze.

Eines meiner neuen Lieblingsbücher!

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