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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.11.2016

äußerst interessantes und informatives Fachbuch

Die Bäume und das Unsichtbare
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Der Autor, u.a. Prof. für Holzwissenschaften an der Berner FH und Lehrbeauftragter für Holzkunde, hat hier ein umfangreiches Werk geschaffen, in dem er mannigfaltige Themen und Aspekte darstellt.

Angefangen ...

Der Autor, u.a. Prof. für Holzwissenschaften an der Berner FH und Lehrbeauftragter für Holzkunde, hat hier ein umfangreiches Werk geschaffen, in dem er mannigfaltige Themen und Aspekte darstellt.

Angefangen am Beispiel der Eibe u.a. als heiligem Baum, den er im Verlauf durch Zeiten und Kulturen und deren mythologischen Überlieferungen er beleuchtet, über z.B. die Schaffung „neuen Wassers“ bei der Photosynthes, Holzanatomie, das Wachstum von Bäumen oder Zapfen in Spiral-Vertikal-Tendenz im Goldenen Schnitt bis hin zu unterschiedlichen Holzarten und deren spezifischer Verwendung ( z.B. als Bau- oder Klangholz), dem Geruch von Bäumen und Holz oder fruchtbaren Partnerschaften vermittelt er Fachwissen, oft sehr detailiert und mit Versuchen, Diagrammen, Tabellen und Bildern ergänzt. Dabei erläutert er neueste wissenschaftliche Erkenntnisse sowie alte Lehren, z.B. Säen und Pflanzen im Einklang mit dem Mond gleichermaßen.

In letzter Zeit habe ich einige Bücher über Bäume und Wald gelesen, z.B. auch von Peter Wohlleben und ich finde den Unterschied enorm. Der Untertitel „Erstaunliche Erkenntnisse aus der Forschung“ bringt es auf den Punkt; bei diesem Buch handelt es sich um ein äußerst interessantes und informatives Fachbuch, das sehr wissenschaftlich geschrieben wurde und sich wohl eher an Fachleute als an Laien richtet.

Veröffentlicht am 07.11.2016

Bräuche sind Magie - ein zauberhaftes Buch

Vom Zauber der Rauhnächte
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Vor Kurzem habe ich ein Buch mit dem Schwerpunkt Räuchern in den Rauhnächten gelesen und war nun auf der Suche nach einem, dass sich mehr mit den alten Bräuchen beschäftigt und habe es gefunden.

Dass ...

Vor Kurzem habe ich ein Buch mit dem Schwerpunkt Räuchern in den Rauhnächten gelesen und war nun auf der Suche nach einem, dass sich mehr mit den alten Bräuchen beschäftigt und habe es gefunden.

Dass es sich bei den Rauhnächten um die Tage und Nächte vom 25.12. 00:00 bis 05.01. 24:00 handelt, jener Differenz zwischen Mond- und Sonnenjahr, wird vermutlich jeder wissen und schon einige Aspekte kennen. Hier werden z.B. auch die Wilde Jagd, Frau Holle, der treue Eckart, Frau Percht und die Perchten vorgestellt – was mir aber ganz besonders gut gefallen hat, war das Hineinversetzen und Betrachten dieser aus Sicht unserer Vorfahren, was z.B. die Grundlagen der Wilden Jagd durch umherziehende Räuberbanden anschaulich erklärt und noch vieles mehr. Neu war für mich auch das Geheimnis der weißen Kreide der Sternsinger und einige der vorgestellten Bräuche oder Rituale.

Neben Fakten, Erklärungen, Geschichten und Märchen um diese „Auszeit“ gibt es praktische, oft auch neue Deutungen der alten Bräuche und Orakel, wie z.B. Bleigießen, Runen oder I Ging und viele Vorschläge für Rituale. Ganz besonders gut gefallen mir die Tipps und Vorschläge, die Kinder einbeziehen und so die Zeit der Besinnung und Neuorientierung, nicht immer ganz ernst, aber feierlich und magisch, gemeinsam erlebt werden kann.
Dieses Buch wurde mit einer Leichtigkeit ganz zauberhaft erzählt und bietet einen guten Leitfaden durch die 12 Tage als Vorbereitung für etwas Neues, denn nach den vielen Erklärungen folgen Inspirationen für jeden einzelnen Tag. z.B. Fragenkataloge, Gedanken und Übungen, die helfen, sich mit bestimmten Themen auseinanderzusetzen, sich rückzubesinnen und Kräfte zu sammeln, mit Genuss und Muße, Zeit für sich und die Familie, mit Räuchern, Orakeln, die sich jeder nach eigenen Vorlieben zusammenstellen kann.

Veröffentlicht am 05.11.2016

Gibt einen guten Überblick über Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte

Superfood Kokos
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In Brynley Kings Leben dreht sich seit ihrem 5. Geburtstag alles um die Kokosnuss; sie ist auf einer Kokosplantage aufgewachsen, ihre Eltern widmen sich beruflich der Kokosnuss. Unvermeidbar ist sie zu ...

In Brynley Kings Leben dreht sich seit ihrem 5. Geburtstag alles um die Kokosnuss; sie ist auf einer Kokosplantage aufgewachsen, ihre Eltern widmen sich beruflich der Kokosnuss. Unvermeidbar ist sie zu einer Expertin für Kokosnüsse geworden, die diese nicht nur als Lebensmittel in ihrem Buch vorstellt.
Zu Beginn gibt sie Grundlagenwissen weiter und empfiehlt kaltgepreßtes Kokosöl extra virgin aus zuverlässiger Bezugsquelle und vor allem von einem „ethischen Unternehmen“, das mit „Fair trade“ die ärmsten Länder der Welt nicht noch weiter ausbeutet. Themperaturangaben folgen, wann das Öl fest/flüssig ist, über Lagerung, Haltbarkeit und, was ich besonders interessant fand, die Erklärung der Farbe, die anzeigt, ob die Nuss mit oder ohne Haut gepreßt wurde.
Als Nächstes stellt die Autorin unterschiedliche Kokosprodukte und Anwendungsmöglichkeiten vor, z.B. Coconut Aminos, Coconut Nourish, Kokosblütensirup, Kokosbutter u.v.m.; sehr interessant fand ich hierbei den Zusatz zur Kokosmilch, darauf zu achten, dass diese ohne Zusätze wie z.B. Guarkernmehl sein sollte. Auf die Idee der Zusätze bin ich bislang überhaupt nicht gekommen und stelle überrascht beim Überprüfen meines Vorrates fest, dass tatsächlich 18% des Doseninhaltes aus zugefügten Emulgatoren, Stabilisatoren, Mono- und Triglyceriden u.a. bestehen. Da muß ich mich wohl auf die Suche nach Kokosmilch außerhalb der Discounter aufmachen um diese Zusätze zu vermeiden.

Im Rezeptteil folgen mehr als 70 Genießerrezepte und Ideen rund um die Kokosnuss, vom Frühstück bis zum Abendessen, eingeleitet von den Top 20 der Autorin für den Gebrauch von Kokosöl, z.B. als Brotaufstrich, Kaffee- oder Smoothiezusatz, Salatdressing. Die Rezepte werden durch Tipps oder Bemerkungen ergänzt und decken mehrere Richtungen ab, wie vegan, raw (Rohkost), glutenfrei – bei einigen werden vegane oder preiswertere Alternativen angegeben – und sind unterteilt in:

-Drinks, hauptsächlich mit Kokoswasser, auch eines mit Mandelmilch
- Frühstück, z.B. Brotaufstriche mit Kokosmus/-öl, Müslis, Bananenbrot, Muffins, Pancakes
- Hauptgerichte, z.B. Curry, Salate, Kichererbsen-Veggie-Burger, Süßkartoffelpizza
- Desserts, z.B. Minz-Schoko-Cheescake, versch. Muffins, Donuts, gefüllte Brownies, Trüffel
- verschiedene Saucen, Aufstriche, z.B. Nussbutter, Kokosjoghurt, Dips, Salsa

Sehr gut gefällt mir am Rezepteteil die jeweils einführende Doppelseite, auf der rezeptunabhängige Informationen zu verschiedenen Produkten und Nutzungen gegeben werden.

Der Beautyteil beginnt mit verschiedenen Listen mit Anwendungstipps von Kokosöl für Haut und Körper ( z.B. als Make-up-Entferner, um Brauenwachstum anzuregen, als Wimpernserum, für div. Peelings und Scrubs), Zähne ( z.B. Ölziehen, Mundspülung), Haare ( z.B. Kur), Haustiere ( z.B. Kraftfutter, Fell-,Hufpflege) und Haushalt ( z.B. Etikettenentferner, Politur, Lederfett). Abschließend folgen fünf Rezepte für selbsthergestellte Beautyprodukte ( Gesichtsmaske, -peeling, , Körperpeeling, Körperbutter, Body-Bar).

Seit Jahren verwende ich Kokosmilch für Currys, Gemüsesuppen, Kokosreis, Kokosjoghurt und mahle Kokosraspeln zu Mehl zum Andicken von Sauce. In diesem Buch habe ich ganz neue Anregungen erhalten, die ich unbedingt ausprobieren muß, z.B. die Salatauce und den Kichererbsen-Veggie-Burger. Im Rezept wird für die Herstellung von Kokosjoghurt auf probiotische Joghurtkapseln oder Fermentpulver zurückgegriffen; ich nutze seit Längerem dafür 1-2 EL Naturjoghurt und es funktioniert prima.

Das Buch umfaßt 140 Seiten, ist reichlich bebildert; bei den Rezepten gibt es viele Ganzfotoseiten; also eine recht kurze und schnelle Lektüre. Trotzdem habe ich viele neue Informationen erhalten, besonders über mir unbekannte Kokosprodukte. Und doch geht es mir so, wie bei vielen modernen Superfoods; ich frage mich, ob nicht heimische, mit ähnlich guter Wirkung für den vielfältigen Alltagsgebrauch ausreichen. Rezepte mit frischer Trinkkokosnuss oder weichem, geleeartigem Fruchtfleisch sind mit Sicherheit ein enormes Geschmackserlebnis, aber wie komme ich hier an derart frische Zutaten?

Fazit: Gibt einen guten Überblick über Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte

Veröffentlicht am 04.11.2016

gelungene Anleitung zum Besinnen, Loslassen und Kräfte sammeln

Gelebte Rau(ch)nächte
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Annemarie Herzog befaßt sich schon seit Längerem mit Räucherpflanzen, wobei sie den Schwerpunkt auf heimische Pflanzen legt, die schon vor Generationen zum Haus- und Stallausräuchern genutzt wurden und ...

Annemarie Herzog befaßt sich schon seit Längerem mit Räucherpflanzen, wobei sie den Schwerpunkt auf heimische Pflanzen legt, die schon vor Generationen zum Haus- und Stallausräuchern genutzt wurden und sie schon in Kindertagen bei ihrer Großmutter miterlebte. Ein Vorteil der heimischen Pflanzen liegt eindeutig in der Möglichkeit, sie selber zu sammeln. Annemarie Herzog schreibt nicht nur Bücher, sondern betreibt u.a. auch eine Räuchermanufaktur und man kann, sollte man die im Buch vorgestellten Räucherungen ausprobieren wollen, diese auch bei ihr bestellen.

Nach einer kurzen Einführung in die Raunächte, beschreibt sie jeden der 12 Tage einzeln, gibt Themen für jeden Tag, Gedankenanstöße, einen Tipp sowie ein speziell auf die Überlegungen des Tages abgestimmtes Rezept für eine Räuchermischung an; die verwendeten Bestandteile werden in Text und Bild aufgeführt und zum Ende dieses Buchabschnittes in einer Tabelle samt Wirkung aufgeführt.
Insgesamt geht es darum, die 12 Raunächte, die jeweils 24 Std. andauern und nicht auf die Nacht beschränkt sind, als Zeit der Ruhe und Besinnung zu nutzen und etwas Altes loszulassen, damit etwas Neues in den Alltag paßt. Die alten, festhaltenden Blockaden sollen aufgearbeitet, Ballast losgelassen und neue Ziele gefunden werden; unterstützend werden die Räucherungen durchgeführt.
Die Autorin empfiehlt, für die Zeit der Raunächte ein Tagebuch zu führen, um seine Überlegungen, Ziele und Träume aufzuschreiben, zum Nachlesen, als Motivation und Überprüfung nach einem Jahr und beschreibt, dass die Träume in den Nächten dieser Zeit als Vorhersage zu deuten sein können; jede der 12 Nächte steht für den entsprechenden Monat des kommenden Jahres.

Zum Schluß des Buches geht Frau Herzog ansatzweise auf die Bräuche der Rauhnächte ein und stellt danch kurz Märchen und Sagen vor, die in dieser Zeit spielen. Dieser Abschnitt des Buches ist wirklich knapp bemessen, hätte für mich nicht unbedingt dazu gehörenmüssen, rundet das Thema jedoch ab.

Die Idee, sich zwölf Tage Zeit zu nehmen, sich zu besinnen und dieses regelrecht zu zelebrieren, finde ich sehr ansprechend. Nicht einfach nur Vorsätze für das neue Jahr aufzustellen, die man meist eh wieder schnell aus den Augen verliert, sondern sich wirklich intensiv damit auseinanderzusetzen, was einen blockiert und was man loslassen sollte, ob Gedanken, alte Schuldgefühle...., aber auch „falsche“ Freunde oder lange nicht benötigte Gegenstände.

Die vorgestellten Gedanken und Übungen finde ich sehr ansprechend; das kleine, handliche Buch bietet eine brauchbare Anleitung, sich von Altlasten zu trennen und sich in besinnlicher Zeit etwas Gutes zu tun.

Veröffentlicht am 02.11.2016

sehr offener, informativer Umgang mit einem Tabu-Thema

Nur die Liebe fehlt
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Petra Wiegers hat sich intensiv mit dem Thema der postpartalen Depression auseinandergesetzt und in diesem Buch vier Fallbeispiel-Geschichten erzählt, die auf tatsächlichen Begegnungen mit betroffenen ...

Petra Wiegers hat sich intensiv mit dem Thema der postpartalen Depression auseinandergesetzt und in diesem Buch vier Fallbeispiel-Geschichten erzählt, die auf tatsächlichen Begegnungen mit betroffenen Frauen beruhen und aufzeigen, dass es jede Frau treffen kann, quer durch die gesellschaftlichen Schichten. Die vier Frauen berichten von ihren inneren Konflikten, ihrer Überforderung, ihrer Traurigkeit, ihren Schulgefühlen, ihren Ängsten , Aggressionen, wie sich die Situation in ihrer Familie verändert hat und welchen Weg mit Hilfsangeboten sie gegangen sind. Jede dieser Geschichten kommentiert die Psychaterin Susanne Simen aus psychotherapeutischer Sicht, stellt am Ende des Buches Behandlungsmöglichkeiten, Rahmenbedingungen, Hilfs- und Unterstützerangebote vor. Auf der letzten Seitebefinden sich Angaben mit Notfall-Hotlines, links und Informationen.

Petra Wiegers ist es gelungen, in diesem Buch anschaulich und sehr gut nachvollziehbar über das Tabuthema der postpartalen Depression informieren und klarzustellen, dass es jede Frau treffen kann und der Partner und die Familie oft mitleidet und ebenfalls erkrankt. Interessant fand ich die Ausführungen über eine erhöhte Anfälligkeit, wenn schon die Mutter / die Eltern an Depressionen litten. Dieses Buch zeigt, wie wichtig es ist, mit dem Mythos der perfekten Mutter aufzuräumen, die selbstverständlich auch ihr eigenes Wohlergehen beachten muß.
Gut gefallen hat mir auch, wie offen berichtet wurde und wie ermutigend aufgezeigt wird, dass es einen Weg aus dieser Krankheit gibt, welche Lösungswege und Hilfsangebote es gibt.Auch für Nichtbetroffene finde ich das Buch, das sich bei einer Stärke von 175 Seiten flüssig und zügig lesen läßt, sehr interessant; es hilft zu verstehen und holt dieses wichtige Thema aus einer Tabuzone.