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Veröffentlicht am 06.06.2017

Nur ein kleiner Gefallen

Nur ein kleiner Gefallen - A Simple Favor
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Stephanie ist Witwe, liebt ihren Sohn Miles über alles und schreibt in ihrer Freizeit regelmäßig für ihren Blog. Sie ist mit Emily, der Mutter eines Freundes ihres Sohnes befreundet. Die Frauen sehen sich ...

Stephanie ist Witwe, liebt ihren Sohn Miles über alles und schreibt in ihrer Freizeit regelmäßig für ihren Blog. Sie ist mit Emily, der Mutter eines Freundes ihres Sohnes befreundet. Die Frauen sehen sich häufiger, meist aber dann, wenn Emilys Mann Sean nicht zu Hause ist. Eines Tages bittet Emily ihre Freundin Stephanie darum Nicky von der Schule mit zu sich nach Hause zu nehmen. Stephanie denkt sich nichts dabei, denn die Kinder verstehen sich gut und Nicky war schon öfter zu Besuch bei Stephanie und Miles. Doch dann holt Emily ihren Sohn nicht ab. Zunächst erreicht Stephanie auch deren Mann Sean nicht. Was nur ist geschehen? Über die Ereignisse berichtet Stephanie auf ihrem Blog.

Der Hörer erfährt zunächst lange Zeit nur aus Stephanies Sicht (persönlich und über Blogeinträge) was geschehen ist und geschieht. Nach geraumer Zeit treten dann andere Perspektiven hinzu und auch Emily und Sean berichten aus ihrer Sicht. Dieser Wechsel des jeweiligen Blickwinkels bringt unglaubliche Dinge ans Licht mit denen man nicht unbedingt rechnen konnte. So lernt man die Charaktere immer wieder einmal von einer anderen Seite kennen und dabei auch ihre Geheimnisse.

Das Hörbuch ist durchweg spannend angelegt. Man will als Hörer wissen was hier wirklich geschehen ist. Ein Manko ist allerdings, dass man sich nur schwer in die Charaktere hineinversetzen kann. Als Hörer baut man keine Nähe zu ihnen auf. Auch Sympathien entstehen nicht, zumindest nicht dauerhaft. Irgendwie sind die handelnden Personen nicht greifbar, was vielleicht daran liegt, dass sie alle auf ihre ganz spezielle Art und Weise sehr extrem sind. Das ist wohl absichtlich so gewollt, aber es hemmt die Lesebegeisterung etwas.

„Nur ein kleiner Gefallen“ basiert auf einer tollen Idee. Die Umsetzung gelingt dabei nicht ganz und gerade gegen Ende enttäuscht die Geschichte etwas.

Tanja Geke als Sprecherin ist eine perfekte Wahl. Sie versteht es sich in die jeweiligen Charaktere hineinzuversetzen und den Zuhörer immer wieder zu begeistern. Ihre Stimmlage passt zu jeder der hier handelnden Charaktere und so verdeutliche Tanja Geke genau das bei den einzelnen Personen, was sie auch sind bzw. wohl sein sollen: naiv, dominant, rücksichtslos, beeinflussbar und vieles mehr.

Eine gelungene Hörbuchversion eines eher durchwachsenen Thrillers.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Dramaturgie
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 08.05.2017

Ein Dorf zum Verlieben

Ein Dorf zum Verlieben
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Wanda ist Yogalehrerin und lebt seit ihrer Kindheit in Osterbüren, dem Dorf, in dem sie sich einst in den jungen Richard verliebte, der dann plötzlich fortzog und an dem ihr Herz immer noch hängt, obwohl ...

Wanda ist Yogalehrerin und lebt seit ihrer Kindheit in Osterbüren, dem Dorf, in dem sie sich einst in den jungen Richard verliebte, der dann plötzlich fortzog und an dem ihr Herz immer noch hängt, obwohl sie nie wieder etwas von ihm gehört hat. Richard ist Arzt, lebt in München und steht dank seiner Verlobten Janine und deren bekanntem Vater vor einer großen Karriere als Schönheitschrirurg. Als er aber an seiner alten Universität einen Aushang des Dorfarztes von Osterbüren für eine Urlaubsvertretung und einen Nachfolger entdeckt, werden alte Heimatgefühle in ihm wach. So entschließt er sich die Urlaubsvertretung in Osterbüren anzutreten und das nicht ohne den Hintergedanken dort vielleicht auch Wanda, seiner Jugendliebe, zu begegnen.

Richard hat aber die Rechnung nicht mit Wandas Großmüttern Gertie und Maggie und den übrigen Dorfbewohneen gemacht. Diese jedenfalls wollen mit aller Macht verhindern, dass Wanda und Richard aufeinandertreffen und machen dafür auch vor den verrücktesten und teilweise auch gefährlichsten Aktionen keinen Halt.

So ist „Ein Dorf zum Verlieben“ für Richard eher ein Dorf zum wundern oder zum verzweifeln. Wer weiß das schon genau? Jedenfalls ist Richard über das Verhalten einiger Dörfler mehr als irritiert, kann sich aber keinen Reim darauf machen. Er ist viel zu sehr Arzt und seinen Prinzipien treu und vergisst dabei oft genug auch einmal Dinge zu hinterfragen.

Diese Geschichte ist eine schräge und zugleich lustige Komödie, die vielleicht an manchen Stellen etwas zu weit geht. So sind die beiden Großmütter wirklich überspitzt gezeichnet. Wer jedoch gerade offen für eine so verrückte Geschichte ist, dürfte hier voll auf seine Kosten kommen. Dabei sollte er sich nicht von der idyllischen Darstellung auf dem Cover irritieren lassen. Osterbüren und seine Bewohner sind eigenwillig und bestätigen durch ihr Handeln viele Klischees über das Landleben.

Für einige lustige und sorgenfreie Lesestunden ist „Ein Dorf zum Verlieben“ jedenfalls perfekt.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

Veröffentlicht am 07.05.2017

Man lernt nie aus, Frau Freitag

Man lernt nie aus, Frau Freitag!
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Frau Freitag überlegt sich selbst noch einmal in die Schule zu gehen und zwar in die Fahrschule. Bisher hat sie eigentlich in Berlin stets öffentliche Verkehrsmittel genutzt, aber mit dem Führerschein ...

Frau Freitag überlegt sich selbst noch einmal in die Schule zu gehen und zwar in die Fahrschule. Bisher hat sie eigentlich in Berlin stets öffentliche Verkehrsmittel genutzt, aber mit dem Führerschein und einem eigenen Auto erhofft sich die Lehrerin Frau Freitag einfach neue Möglichkeiten.

In der Fahrschule ist sie die älteste Schülerin und findet sich, entgegen ihrem Berufsalltag, nun selbst als Schülerin wieder. Das fällt ihr nicht leicht und die Tatsache, dass ihr der bzw. die Fahrlehrer auch stets vor Augen halten, dass man im Alter schwieriger lernt, erbost Frau Freitag ungemein. Sie selbst fühlt sich toll, an den Dialogen wird jedoch klar erkennbar welche Schwierigkeiten Frau Freitag beim Fahren tatsächlich hat.

Besonders aufschlussreich sind die häufigen Einwürfe über die bisher angelaufenen Kosten und die Dauer des theoretischen bzw. praktischen Fahrunterrichtes. Dabei wird deutlich wie stark die Realität von der Vorstellung der Frau Freitag abweicht.

Die Sprecherin ist einfach toll. Wie sie sich in die Situation und die Eigenart des jeweiligen Fahrlehrers hineinversetzt, ist einfach beeindruckend. Der Satz: „Mensch Mädel…“ geht mir nun einfach nicht mehr aus dem Kopf. So herrlich!

Insgesamt gesehen kommt dieses Hörbuch nicht an die Geschichten der Frau Freitag im Schulalltag heran. Dafür ist die Thematik hier einfach zu eng gefasst und dieser Tatsache ist es wohl geschuldet, dass sich viele Dinge einfach immer wiederholen. Dennoch ist „Man lernt nie aus, Frau Freitag“ eine unterhaltsame Geschichte, die ich wirklich gerne gehört habe.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

Veröffentlicht am 01.05.2017

Tod à la Provence

Tod à la Provence
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Pascal Chevrier will nicht länger als Polizist in der Großstadt Verbrecher jagen und so zieht es ihn hinaus aufs Land, in einen beschaulichen Ort in der Provence, im Luberon. Dort wird er als Polizeichef ...

Pascal Chevrier will nicht länger als Polizist in der Großstadt Verbrecher jagen und so zieht es ihn hinaus aufs Land, in einen beschaulichen Ort in der Provence, im Luberon. Dort wird er als Polizeichef eines kleinen Ortes arbeiten und die Landluft und die gute Küche genießen. Eine Unterkunft findet er bei der Familie Perieux, einer alteingesessenen Familie, die Wein anbaut und überall hoch angesehen ist. Bei einem Abendessen im Hause Perieux macht Pascal die Bekanntschaft von Elaine, die er sehr anziehend und attraktiv findet.

Aus der gedachten Beschaulichkeit wird jedoch für Pascal dann zunächst nichts. Nach größeren Unruhen und Disputen unter den Dorfbewohnern bezüglich eines geplanten größeren Bauvorhabens, eines Golf-Resorts, wird der Bauherr dieses Projektes tot aufgefunden. Pascal ermittelt. Dabei stößt er auf diverse Machenschaften und Geldgeschäfte und taucht auch in die dunklen Seiten der gehobenen französischen Küche, der Immobilienbranche und der Politik ein.

„Tod à la Provence“ ist ein schöner Krimi, der nicht nur spannend, sondern auch mit kulinarischen Genüssen daher kommt. Pascal ist ein sympathischer Kerl mit leichten Schwächen, dem man aber seine kleinen Fehler schnell wieder verzeihen kann.

Der Autor hat ein Buch für Frankreich Fans und solche die es werden soll geschrieben. Schöne Landschaft, Wein und Genuss stehen im Mittelpunkt und werden begleitet von einigen interessanten und spannenden Details, die ganz typisch eben für diese Region Südfrankreichs sind. Es bleibt zu hoffen, dass Pascal Chevrier in seiner neuen Wahlheimat schon ganz bald wieder ermitteln darf.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

Veröffentlicht am 01.05.2017

Nimmergrün

Nimmergrün
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In „Nimmergrün“, dem dritten Band rund um den Kommissar Roland Otto, seinem Kollegen Brenneisen und die Museumsangestellte und Pflanzenkennerin Lore Kukuk, geht es um die geplante Eröffnung des Hugenotten- ...

In „Nimmergrün“, dem dritten Band rund um den Kommissar Roland Otto, seinem Kollegen Brenneisen und die Museumsangestellte und Pflanzenkennerin Lore Kukuk, geht es um die geplante Eröffnung des Hugenotten- und Waldenserpfades. Durch ihn sollen künftig viele Touristen in die umliegende Region gelockt werden. Doch eine merkwürdige Baum- und Pflanzenkrankheit droht alle Pläne zunichte zu machen. Als dann auch noch Weidetiere und schließlich Menschen sterben, ist es an Roland Otto zu ermitteln. Dabei muss er tief in die Vergangenheit des Landkreises und seiner Bewohner eintauchen.

Lore Kukuk ist auch mit von der Partie. Da aber die Chemie zwischen ihr und dem Kommissar derzeit nicht so ganz stimmt, ermitteln sowohl Otto als auch Lore zunächst einmal für sich. Dabei darf der Leser Puzzlestückchen für Puzzlestückchen zusammensetzen und wird doch nicht auf Anhieb erfassen, was hier eigentlich gerade geschieht.

Es stellt übrigens kein Problem dar mit diesem dritten Band in die Reihe einzusteigen. Allerdings wird man wohl die einzelnen Charaktere etwas besser verstehen, wenn man zuvor auch „Lavendelbitter“ und „Silberregen“ gelesen hat. Lore Kukuk und auch Otto sind schon sehr speziell und weisen in dieser Geschichte beide Charaktereigenschaften auf, die sie nicht unbedingt zu Sympathieträgern machen. Das muss man mögen oder es als Nebensache einstufen.

Die Geschichte an sich ist unterhaltsam und verschafft Wissen im Bereich der Pflanzenwelt und rund um die Region Darmstadt-Dieburg und deren Geschichte.

Erwähnen möchte ich noch, dass diese Reihe der Gartenkrimis aus dem Gmeiner Verlag besonders schön gestaltet ist. Durch die Größe der Bücher und ihre Aufmachung als Flexcover mit Lesebändchen liegen sie besonders gut in der Hand.

Elinor Bicks Gartenkrimis sind jedenfalls einen Ausflug in das Reich der Pflanzen wert.

Copyright © 2017 by Iris Gasper