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Veröffentlicht am 17.03.2017

3,5 Sterne

MATTHEW CORBETT und die Hexe von Fount Royal - Band 1
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1699, Carolina - Kolonien (heutige USA):

Geht eine Hexe in Carolina um? Das zumindest glauben die Bewohner der kleinen Stadt Fount Royal. Ihr Name ist Rachel Howarth, eine Fremde - wunderschön und mutig. ...

1699, Carolina - Kolonien (heutige USA):

Geht eine Hexe in Carolina um? Das zumindest glauben die Bewohner der kleinen Stadt Fount Royal. Ihr Name ist Rachel Howarth, eine Fremde - wunderschön und mutig. Kein Wunder, dass sie von manchen Einwohnern gehasst wird und den meisten zumindest suspekt vorkommt.
Der fahrende Friedensrichter Isaac Woodward und sein scharfsinniger
Gerichtsdiener Matthew Corbett sollen ihr den Hexenprozess machen. Die Beweise sind erdrückend: In ihrem Haus finden sich okkulte Hinweise, sie weigert sich, die Worte des Herrn zu sprechen, und Zeugen berichten von unaussprechlichen Dingen, die sie mit dem Leibhaftigen selbst begangen haben soll.
Aber Matthew zweifelt an den Anschuldigungen. Gibt es so etwas wie Hexerei wirklich? Und wenn Rachel tatsächlich wie ein Dämon durch die Nacht fliegen kann, wieso hat sie sich dann nicht längst selbst aus dem Gefängnis befreit?
In Fount Royal gehen noch weitaus rätselhaftere Dinge vor. Wer ermordete Rachels Ehemann? Wer wäre imstande, eine ganze Stadt zu paralysieren? Und wer würde davon profitieren, wenn die Hexe verbrannt würde?
Es tobt tatsächlich ein Kampf zwischen Gott und Teufel, zwischen Gut und Böse in dieser Stadt, und selbst die Unschuldigen sind nicht länger sicher. Schon bald muss sich Matthew Corbett mit Herz und Hirn dem wahrhaftigen Bösen stellen, das in Fount Royal umgeht ...


Ich lese sehr gerne Gothic Novels. Und so hat auch der vorliegende Roman mein Interesse geweckt.
Die Grundidee und das setting fand ich sehr spannend, auch wenn ich mich des Öfteren gefragt habe, ob das Beschriebene der Prüfung eines Historikers stand halten würde.
Horror trifft auf Historie:
Der Autor verwendet meines Erachtens viele (alt)bekannte Zutaten, die in dem Genre vielleicht unumgänglich sind, es gibt Anklänge an den Entwicklungsroman. Der Protagonist – Waisenkind und Adlatus, auf Reisen mit seinem Mentor, entwickelt sich im Zuge der Ereignisse, und klar, er wird vom jungen Mann zum Mann & er verliebt sich unsterblich.
Schon die Exposition fand ich sehr plastisch, als der Richter und sein Helfer um einem schweren Sturm (hallo, Topos) zu entkommen, in einer Kaschemme unterkommen, in der es äußerst dubiose Gestalten gibt (Im Deutschen fand ich es etwas störend, dass eine weibliche Figur so etwas wie Dialekt spricht). Sie entkommen dann nur knapp dem Tod, nur um in Fount Royal vom Regen in die Traufe zu kommen.
Hexenhysterie hat die Siedlung erfasst. Ich liebe ja die Geschichten von Nathaniel Hawthorne und Arthur Miller, daher muss der Schöpfer von Matthew Corbett sich diesen Vergleich gefallen lassen.
Robert McCammon hat gute Ideen, aber die Ausarbeitung und die Umsetzung hat mich leider nicht zu 100 Prozent überzeugt, denn die Figuren fand ich nicht zu 100 Prozent rund.
Matthew war mir irgendwie zu schematisch dargestellt, und die angebliche Hexe ist natürlich überirdisch schön und begehrenswert – wobei ich zum nächsten Punkt komme – die vielen sexuellen Anspielungen waren nicht so meins und stellenweise las sich der Roman einfach zäh! Und das Ende hat mich enttäuscht. Aber ich habe die Handlung mit Interesse verfolgt.


Fazit:

Kein schlechter Roman!
Viele gute Ideen, leider auch Klischees, trotzdem eine interessante Lektüre mit unbefriedigendem Ende. Daher vergebe ich für „Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal“ von Robert McCammon 3,5 von insgesamt 5 möglichen Sternen.

Veröffentlicht am 17.03.2017

Spannung pur

Die Zahlen der Toten
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37 Kapitel pure Spannung! Diesen Thriller konnte ich nicht mehr aus der Hand legen.
Die Handlung ist in Ohio angesiedelt, wo Kate Burkholder, Tochter von Amischen, nach dem Rumspringa, also der Zeit des ...

37 Kapitel pure Spannung! Diesen Thriller konnte ich nicht mehr aus der Hand legen.
Die Handlung ist in Ohio angesiedelt, wo Kate Burkholder, Tochter von Amischen, nach dem Rumspringa, also der Zeit des Austestens, nicht der Gemeinde beitreten wollte und somit unter Bann gestellt wurde. Kate entschied sich, Polizistin zu werden, und nur ihre Familie weiss zunächst um ihr dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit...

Als perverse Ritualmorde (den Opfern werden römische Ziffern in die Haut geritzt) die Kleinstadt Painter's Mill erschüttern, fühlt sich Kate an einen Fall erinnert, der fast 20 Jahre zuvor alle in Atem hielt...könnte es sein, dass der "Schlächter" zurück ist ?

Das Buch ist unheimlich spannend und flüssig geschrieben, die Figuren sind interessant, und es gibt mehrere Perspektiven, die das Leseerlebnis sehr angenehm machen. Zum Einen fungiert Ermittlerin Kate als Ich - Erzählerin, dann gibt es noch Erzählstränge in der 3. Person. Alles ist flüssig verknüpft. Sehr interessant fand ich die politischen Verwicklungen, denn gegen ihren Willen wird Kate vom Stadtrat ein Kollege vom BCI zugeteilt. Der abgehalfterte Cop John Tomasetti soll sozusagen ein letztes Mal vor der Frührente ermitteln, doch Kate und er erweisen sich als Top - Team.
Auch die Nebenfiguren sind klasse, und als Stephanie Plum - Fan freute mich die Erwähnung der Kautionsjägerin aus Janet Evanovichs Feder besonders. :)

Der Teil über die Amish People gab dem Ganzen einen Hauch von Exotik, vielleicht zu Unrecht. Die Autorin erwähnt ein paar Allgemeinplätze oder auch Details, es gebe mehr Amish in Ohio als in Pennsylvania, unter anderem.
In der deutschen Fassung wären Anmerkungen der Übersetzerin (per Fussnote) m. E. wünschenswert gewesen. Vielleicht auch ein kleiner historischer Abriss zu M. Simons und den Spaltungen. So steht im Roman einigermassen isoliert etwas zu Amischen der "Alten Ordnung" (Old Order Amish). Überhaupt finde ich die Übersetzung nicht so geschmeidig: " Für D. zu arbeiten stinkt", "ihm war, als würde er ein Stück Gammelfleisch essen", und auch der Titel , "Die Zahlen der Toten" ist nicht elegant. "Sworn to silence" funktioniert dagegen auf mehreren Ebenen.

Davon abgesehen ist es aber ein Spitzen-Thriller, der keinerlei Längen aufweist, und der mit konstanter Spannung überzeugen konnte!

Veröffentlicht am 17.03.2017

Steampunk

Glühende Dunkelheit
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Anspruchsvolle und humorvolle Unterhaltungsliteratur, gibt es das? Aber ja doch:
Der Roman "Soulless" aus der Reihe "The Parasol Protectorate" fesselt den Leser von der ersten Seite an.
Die Handlung ist ...

Anspruchsvolle und humorvolle Unterhaltungsliteratur, gibt es das? Aber ja doch:
Der Roman "Soulless" aus der Reihe "The Parasol Protectorate" fesselt den Leser von der ersten Seite an.
Die Handlung ist zwar im viktorianischen England angesiedelt; jedoch handelt es sich genretechnisch um einen Mix aus historical-steampunk-urban Fantasy,welcher durchaus gelungen ist.
Trotz der Vampir/Werwolfschwemme in der Unterhaltungsliteratur gelingt es der Autorin,frischen Wind in das Genre zu bringen.Die Figuren sind originell charakterisiert,und mit der Protagonistin Alexia wird das "damsel-in-distress" -Muster geschickt umschifft. Alexia ist ein scharfsinniger "Blaustrumpf",der in bester Jane-Austen-Tradition zu stehen scheint, und ihre Freundin Ivy Hisselpenny hat einfach kein Händchen für Hüte!
Sprachlich hebt sich der Roman ebenfalls angenehm aus der Masse heraus.

Veröffentlicht am 17.03.2017

Galveston, Texas

Galveston
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Roy Cady aka Big Country hat einen Scheißtag:

Zuerst erfährt er von seiner Krebserkrankung - überall Metastasen in der Lunge - dann spannt ihm sein Chef, der Gangster Stanislav Ptitko Freundin Carmen ...

Roy Cady aka Big Country hat einen Scheißtag:

Zuerst erfährt er von seiner Krebserkrankung - überall Metastasen in der Lunge - dann spannt ihm sein Chef, der Gangster Stanislav Ptitko Freundin Carmen aus, um hitman Roy in einen Hinterhalt zu locken, indem er ihn auf einen Gewerkschaftsboss ansetzt. "Keine Waffen!" mahnt Stan.
Das allein kommt Roy spanisch vor, und tatsächlich soll er getötet werden. Der Mann jenseits der 40 gabelt am Tatort die junge Prostituierte Raquel aka Rocky auf, die schwört, bereits 18 Jahre alt zu sein.

Zusammen ist das ungleiche Duo auf der Flucht, und auf dem Weg kommt noch die kleine 'Schwester' Rockys dazu.
Schliesslich landen sie in Galveston,Texas. Einer Figur zufolge gibt es in Louisiana, wo Cady herkommt, nur "Katholiken und Nigger".

Zeitlich oszilliert der Roman zwischen den den 1980er und den 2000er Jahren.

Mit den Frauen hatte Roy nie Glück, Carmen hielt ihm nicht die Treue und seine große Liebe Loraine, für die das ehemalige Waisenkind bürgerlich werden wollte, war eine Materialistin.

Und Rocky und Roy verbindet vor allem eins - die Unterschichts - Herkunft. Obschon sich Roy (der sich ein Pseudonym, John, zulegt) keinen Illusionen mehr hingibt, macht er doch der jungen Frau Hoffnung auf ein besseres Leben.

Doch nicht nur der Krebs und das Killerkommando machen Roy zu schaffen, es zieht auch noch ein Hurrikan auf ...

"Galveston" las sich stellenweise wie eine Fingerübung für das Skript von "True Detective". Wie Rust Cohle denkt auch Roy über Sinn und Unsinn des Lebens nach, und während Cohles kleine Tochter auf tragische Weise verunglückte, prägten Cady der Selbstmord der Mutter und eine Vaterschaftslüge, dann das Waisenhaus. Wie in der Fernsehserie ist eine Landschaft der heimliche Star des Geschehens. Auch das Inzuchtmotiv haben beide, Serie & Roman, gemein, und auch die Zeitsprünge zwischen den Achtzigern und den 2000ern.

Der Roman hat mir gut gefallen, nur leider hatte ich das Gefühl, dass durch die Übersetzung einiges an Flair verloren geht:

Inhaltlich gibt es aber nicht viel auszusetzen:

"Galveston " romantisiert das Leben des White Trash in keinster Weise, ist stilistisch eher noir als hardboiled und trotz kleiner Schwächen lesenswert, denn es stehen nicht splatter und Gewalt im Fokus, sondern eine Gesellschaftskritik am vielgepriesenen American Dream, womit der Autor auf eine wichtige amerikanische Erzähltradition verweist.

Veröffentlicht am 17.03.2017

Meine Meinung ...

Stoner
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...ein literarisches Kleinod!

Wer zum Beispiel "Bartleby the Scrivener" von Herman Melville liebt, dem dürfte auch "Stoner" gefallen.
Über den Autor

John Williams wurde 1922 in Texas geboren. Trotz ...

...ein literarisches Kleinod!

Wer zum Beispiel "Bartleby the Scrivener" von Herman Melville liebt, dem dürfte auch "Stoner" gefallen.
Über den Autor

John Williams wurde 1922 in Texas geboren. Trotz seiner Begabung brach er sein Studium ab. Widerstrebend beteiligte er sich an den Kriegsvorbereitungen der Amerikaner und wurde Mitglied des Army Air Corps. Während dieser Zeit entstand die Erstfassung seines ersten Romans, der später von einem kleinen Verlag publiziert wurde. Williams erlangte an der University of Denver seinen Master. 1954 kehrte er als Dozent an diese Universität zurück und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung 1985. Er veröffentlichte zwei Gedichtbände und vier Romane, von denen einer mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde.John Williams starb 1994 in Fayetteville, Arkansas.

Über den Roman

Das Studium der Agrarwissenschaften kann den Protagonisten nicht glücklich machen, und so verschreibt er sich buchstäblich der Literaturwissenschaft.


" 'Stoner' ist einer der großen vergessenen Romane der amerikanischen Literatur. John Williams erzählt das Leben eines Mannes, der, als Sohn armer Farmer geboren, schließlich seine Leidenschaft für Literatur entdeckt und Professor wird – es ist die Geschichte eines genügsamen Lebens, das wenig Spuren hinterließ.Ein Roman über die Freundschaft, die Ehe, ein Campus-Roman, ein Gesellschaftsroman, schließlich ein Roman über die Arbeit. Über die harte, erbarmungslose Arbeit auf den Farmen; über die Arbeit, die einem
eine zerstörerische Ehe aufbürdet, über die Mühe, in einem vergifteten Haushalt mit geduldiger Einfühlung eine Tochter großzuziehen und an der Universität oft teilnahmslosen Studenten die Literatur nahebringen zu wollen. ›Stoner‹ ist kein Liebesroman, aber doch und vor allem ein Roman über die Liebe: über die Liebe zur Poesie, zur Literatur, und auch über die romantische Liebe. Es ist ein Roman darüber, was es heißt, ein Mensch zu sein."
Meine Einschätzung:




Die Lektüre hat mir sehr viel Freude bereitet, denn der Roman zeichnet sich durch eine grosse Tiefgründigkeit und eine wunderbare Sprache aus. Die Komplexität der menschlichen Existenz wird perfekt abgebildet, und so hat dieser Roman auch Jahre nach seiner Erstauflage nichts von seiner Aktualität und Allgemeingültigkeit eingebüßt.
In Zeiten, in denen eher flache Unterhaltungsliteratur die Bestsellerlisten dominiert, bildet der Roman "Stoner" eine wohltuende Ausnahme, denn das Buch ist sowohl etwas für den Kopf als auch für's Herz.



Absolute Leseempfehlung