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Veröffentlicht am 20.01.2023

Balanciere dein Gottesbild aus

Sünder in den Händen eines zornigen Gottes
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Jonathan Edwards hielt eine Predigt, die den Titel trug „Sünder in den Händen eines zornigen Gottes“. Sie veränderte das Leben vieler Menschen. Deshalb wurde sie in einem ansprechenden Design neu abgedruckt. ...

Jonathan Edwards hielt eine Predigt, die den Titel trug „Sünder in den Händen eines zornigen Gottes“. Sie veränderte das Leben vieler Menschen. Deshalb wurde sie in einem ansprechenden Design neu abgedruckt.



Wer ist der Autor?

Jonathan Edwards (1703-1758) war Pastor, Missionar und gilt allgemein als der größte amerikanische Theologe. Als gesegneter und begabter Schriftsteller ist Edwards für seine Predigten bekannt. Zudem war er ein dienstbares Werkzeug in den Händen Gottes und war eine wichtige Persönlichkeit der Erweckungsbewegung (First Great Awakening – 1734/35).



Worum geht es in dem Buch?

Nach einer kurzen Biografie, die Edwards dem Leser von heute näher bringt, befindet sich die bekannteste Predigt des Autors. Gott gebrauchte diese Predigt, um den Verstand und die Herzen vieler Menschen für die Unsicherheit unseres zerbrechlichen Lebens, die Realität Seiner Existenz und die Härte Seines kommenden Gerichts zu öffnen.



Inhaltlich wird der Leser eine Botschaft hören, die heutzutage selten auf den Kanzeln verkündigt wird. Edwards gelingt es, mit anschaulichen Bildern und unerbittlichem Nachdruck vor den ewigen Schreckensqualen der ewigen Verdammnis zu warnen. „Der Bogen des Zornes Gottes ist gespannt und der Pfeil ist auf die Sehne gelegt, und die Gerechtigkeit richtet ihn auf euer Herz und strafft den Bogen, und es ist nichts als der bloße Wille Gottes, und zwar eines zornigen Gottes, der an kein Versprechen oder irgendeine Verpflichtung gebunden ist, der den Pfeil des Todes noch einen Augenblick davon abhält, auf euch abzuschießen (5. Mo. 32,42; Jer. 46,10).“



Doch bleibt Edwards nicht beim Warnen stehen. Vielmehr spürt der Leser dem Prediger ab, dass er seine Zuhörer zu Christus führen möchte. Edwards – obwohl bekennender Calvinist – fordert seine Zuhörer auf, dem zukünftigen Zorn zu entfliehen und ihr Vertrauen allein auf den Herrn Jesus zu setzen. „Und jetzt habt ihr eine außergewöhnliche Gelegenheit, einen Tag, an dem Christus die Tür der Gnade weit geöffnet hält; dort steht Er in der Tür und ruft mit lauter Stimme den armen Sündern zu.“



Wer sollte das Buch lesen?

Diese Predigt sollte jeder Christ lesen, um das heutzutage einseitige Gottesbild auszubalancieren. Vor allem sollte die Predigt an solche verschenkt werden, die dem christlichen Glauben skeptisch gegenüberstehen. Die oftmals klaren Worte werden der sündigen Seele nicht gefallen, aber der Herr kann durch Seine Gnade die Wahrheit der ewigen Verdammnis nutzen, um Menschen von ihrer Sünde und Schuld zu überführen und sie in die Arme des Erlösers zu führen. „O Sünder, bedenkt doch die schreckliche Gefahr, in der ihr schwebt! Gottes Hände halten euch immer noch über dem Abgrund Seines Zorns, über dem Abgrund – der ewigen Verdammnis.“



Was gibt es Kritisches?

Das Buch ist sehr wertig aufgemacht, weshalb es sich auch gut als Geschenk eignet. Im Bereich der Biografie hätten 2-3x Bilder mehr für noch mehr Anschaulichkeit sorgen können. Am Ende der Predigt hätte man zudem Reflexionsfragen einfügen können.



Warum sollte man das Buch lesen?



Wie bereits erwähnt, hilft die Lektüre das heutige oftmals einseitig vermittelte Gottesbild auszubalancieren. Ebenso wird man selbst von der „zornigen Seite“ Gottes neu betroffen gemacht und zu Dank und Anbetung geführt. Des Weiteren dienen die Worte der Warnung zur Motivation, aus der Passivität der eigenen Komfortzone herauszutreten und Menschen in seinem Umfeld mit Christus in Berührung zu bringen.

Veröffentlicht am 14.01.2023

Trost durchs Wort

So tröstet einander mit diesen Worten
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TROST – jeder von uns braucht ihn immer wieder. Norbert Lieth zeigt in „So tröstet einander mit diesen Worten“ auf, welche Trostbotschaft Gott in den beiden Thessalonicherbriefen für seine Kinder bereitstellt. ...

TROST – jeder von uns braucht ihn immer wieder. Norbert Lieth zeigt in „So tröstet einander mit diesen Worten“ auf, welche Trostbotschaft Gott in den beiden Thessalonicherbriefen für seine Kinder bereitstellt.



Wer ist der Autor?

Norbert Lieth absolvierte seine theologische Ausbildung an der Bibelschule des Mitternachtsrufs in Südamerika und war dort auf verschiedenen Missionsbasen tätig. Ein zentraler Punkt seines weltweiten Verkündigungsdienstes ist das prophetische Wort Gottes.



Worum geht es in dem Buch?

Den beiden Briefen steht eine Einführung voran, die dem Leser Einblick in die geografischen, kulturellen und theologischen Hintergründe der Empfänger an die Hand gibt.



Hinsichtlich des ersten Thessalonicherbriefs arbeitet Lieth heraus, dass die Gläubigen im Glauben gestärkt werden, um in der Verfolgung Trost zu empfangen und Gewissheit über die Wiederkunft Christi zu geben. „Jede Generation sollte mit der Wiederkunft Jesu rechnen, als würden sie sie erleben.“ (S. 131). Nach der Aufklärung über die „in Christus Entschlafenen“ widmet sich der zweite Brief dem „Tag des Herrn“. Anhand der biblischen Lehre zeigt der Verfasser auf, wie und wann die lebenden Gläubigen den Herrn zu erwarten haben. „Im Neuen Testament wird im Laufe der sich weiterentwickelnden Offenbarung der Geheimnisse der Gemeinde deutlich, dass die Gemeinde bei dieser Wiederkunft auch dabei ist.“ (S. 190), um dann die Geschehnisse zu beleuchten, die die Bibel über die weiteren heilsgeschichtlichen Ereignisse berichtet.



Die Inhalte der einzelnen Kapitel beleuchtet Lieth abschnittweise Vers-für-Vers. Dabei wird der Leser immer wieder dem Auslegungsansatz Schrift durch Schrift begegnen und durch Anekdoten aus der Kirchengeschichte Ermutigung erhalten. Zudem greift der Verfasser bei der Erläuterung des Bibeltextes auf bibeltreue Ausleger zurück und führt stellenweise die jüdisch-messianische Sichtweise an.



Wer sollte das Buch lesen?

Das Buch versteht sich als ein handlicher Bibelkommentar für jeden, dem es auf dem Herzen liegt, die Botschaft der Paulusbriefe zu vertiefen. Da Lieth Christen vor Augen hat, die keine theologische Ausbildung durchlaufen haben, sind keinerlei Vorkenntnisse hinsichtlich Ursprache usw. nötig. Die theologische Belehrung wird zudem durch Anekdoten aus dem Leben des Autors ergänzt, weshalb der Inhalt gut verständlich ist. Gerade zur persönlichen Bibellese eignet sich das Buch als begleitende Lektüre.



Was gibt es Kritisches?

Da das Buch sich als ein Kommentar versteht, ist es schade, dass es keine Grafiken, Karten oder Abbildungen gibt, die dem Leser helfen würden, die Inhalte u. a. geografisch zu verorten. Zudem hätte Lieth am Ende der Kapitel Fragen zur Reflexion stellen können.



Weshalb sollte man das Buch lesen?



Lieth möchte dem Leser aufzeigen, dass die Naherwartung Christi reichhaltigen Trost beinhalten. „Wer sich von diesem Frieden bestimmen lässt, der hat es leichter, sich in dieser Welt zurechtzufinden und in trüben Zeiten die Hoffnung nicht zu verlieren.“ (S. 181). Die Stärkung durch die lebensnahe Auslegung ist eine Brise für die Glaubenssegel im Hier und Heute, um den Leser zurechtzubringen und auf den Herrn Jesus auszurichten. „Die Bewahrung vor dem Bösen liegt in der Treue Gottes begründet.“ (S. 253). Die Lektüre wird schlussendlich dazu führen, den Trost von Gottes Wort her zu erhalten, um in den Wirren der Zeit nicht vom Kurs abzukommen.

Veröffentlicht am 13.01.2023

Das erwartet den Nahen Osten

Israel in höchster Alarmbereitschaft
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Der Nahe Osten – das Pulverfass der Welt. In „Israel in höchster Alarmbereitschaft“ zeigt Ron Rhodes auf, wie es dazu kam und was als Nächstes in Nahost ansteht.



Wer ist der Autor?

Ron Rhodes ist ...

Der Nahe Osten – das Pulverfass der Welt. In „Israel in höchster Alarmbereitschaft“ zeigt Ron Rhodes auf, wie es dazu kam und was als Nächstes in Nahost ansteht.



Wer ist der Autor?

Ron Rhodes ist Präsident des Missionswerkes Reasoning from the Scriptures Ministries und ein regelmäßiger Redner im landesweiten Radio und Autor. Er lehrt am Dallas Theological Seminary und mehreren anderen Seminaren. Der Autor vertritt dabei den wörtlichen Auslegungsansatz.



Worum geht es in dem Buch?

Keine andere Region der Erde ist so umstritten wie der Nahe Osten. Die ständige Alarmbereitschaft gehört zum Alltag Israels. Rhodes zeigt dem Leser auf, wie spannend Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – von der Bibel hergesehen – sein können und miteinander verknüpft sind, wobei er die vielen Komponenten untersucht, die zum gegenwärtigen Nahostkonflikt geführt haben.



Rhodes geht in den einzelnen Kapiteln dabei auf den Fahrplan Gottes mit dieser Welt ein. „Die prophetische Schrift sagt uns, dass Israel in der Endzeit ein zunehmend wunder Punkt in der Welt sein wird.“ (S. 15). Nach einer Sensibilisierung für die Auslegung prophetischer Bibelstellen in Bezug auf Israel wird die aktuelle Lage im Nahostkonflikt geschildert. „Heute rufen viele nach einem Führer, der die Weltkrisen meistern und das Nahostproblem lösen kann.“ (S. 80). Der Leser erfährt hier u. a. von islamischen Glaubensüberzeugungen und entdeckt biblische Gründe, warum Israel immer weniger internationale Unterstützung erhält. „Mittlerweile kommt es allerorts wieder zu deutlichen Ausbrüchen von Antisemitismus“ (S. 125). Die weiteren Kapitel thematisieren Ereignisse, die sich in der Drangsalszeit ereignen und blicken darüber hinaus auf das Tausendjährige Reich und hinein bis in die Ewigkeit. „Unsere Existenz im neuen Jerusalem wird sich völlig von der unterscheiden auf der Erde.“ (S. 293).



Wer sollte das Buch lesen?

Rhodes hat Leser vor Augen, die wissen möchten, weshalb die Politik keine Lösungen findet. Als Leser sollte man Interesse für Prophetie mitbringen, da Rhodes aufzeigt, wie sich noch ausstehende Prophetien in Bezug auf das auserwählte Volk Gottes – Israel - erfüllen müssen.



Was gibt es Kritisches?

Zwar blickt das Buch vorrangig auf den prophetischen Plan Gottes mit Israel, jedoch fehlen weitere historisch-politische und geografische Ereignisse, die im Plan Gottes von Bedeutung sind (z. B. Rote Kuh, dritter Tempel). Das liegt aber daran, dass das Buch inhaltlich auf dem Stand von 2019 ist. Nichtsdestoweniger ist Rhodes Schlussfolgerung zuzustimmen: „Die Bühne ist bereitet.“ (S. 203).



Weshalb sollte man das Buch lesen?



In den 15 Kapiteln wird dem Leser geholfen, ein biblisches Auslegungsverständnis zu erlangen, um Verheißungen heilsgeschichtlich einzuordnen. Zudem sind die Aspekte der islamischen Glaubensüberzeugungen hilfreich, um die Turbulenzen in der Region besser zu verstehen. Des Weiteren wird der Plan Gottes mit der Welt entfaltet, wodurch der Leser für die Naherwartung des Herrn sensibilisiert wird. Hervorzuheben sind die Anhänge, die einerseits darlegen, weshalb eine Trennung zwischen Israel und der Gemeinde biblisch begründet ist, und andererseits wird einem Leser, der Gott kritisch gegenübersteht, das Evangelium vorgestellt und zum Glauben an den Herrn Jesus aufgerufen. „Nicht an Jesus zu glauben, führt hingegen in die ewige Verdammnis.“ (S. 318). Am Ende der Lektüre zeigt sich, dass „Gott die Kontrolle über die Menschheitsgeschichte hat.“ (S. 19).

Veröffentlicht am 07.01.2023

In Christus

Meine Identität: in Christus!
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Vielerorts stellt sich nicht nur gesellschaftlich, sondern auch in der persönlichen Lebenswelt die Frage: Was macht mich aus? Kenneth Berding geht in „Meine Identität: In Christus!“ auf Entdeckungsreise ...

Vielerorts stellt sich nicht nur gesellschaftlich, sondern auch in der persönlichen Lebenswelt die Frage: Was macht mich aus? Kenneth Berding geht in „Meine Identität: In Christus!“ auf Entdeckungsreise zum Leben mit Jesus.



Wer ist der Autor?

Kenneth Berding ist Professor für Neues Testament an der Talbot School of Theology der Biola University und Autor zahlreicher Bücher und Artikel. Er ist verheiratet mit Trudi und Vater von vier Töchtern. Einer seiner Schwerpunkte sind die Briefe und Lehren von Paulus.



Worum geht es im Buch?

Das Hauptthema des Buches ist die Gemeinschaft mit Christus. „Das Ziel des Buches ist es, darzulegen und zu verdeutlichen, wie die Gemeinschaft mit Christus unser Leben als Christen beeinflusst.“ Berding zeigt in seinen 100 Impulsen auf, dass das Leben mit Christus einen echten Unterschied vorzuweisen hat. Ihm geht es dabei nicht nur darum aufzuzeigen, wer man als Christ ist, sondern er hilft seinem Leser auch zu verstehen, wie man als Christ leben sollte.



Zunächst einmal blickt er dabei auf die Stellung und Identität in Christus. „In Christus zu sein, ist die Identität eines Christen. Und es ist keine Übertreibung, wenn wir sagen, dass es das Wichtigste von allem für uns ist.“ Danach widmet sich der Autor dem täglichen Leben in Christus. „Solltest du dich jemals fragen, warum Gott Leid in deinem Leben zulässt, dann führe dir vor Augen, dass Gottes ultimative Absicht für dich nicht deine Bequemlichkeit ist, sondern dich an sein Bild anzupassen.“ Zuletzt geht er auf die Gemeinde und Mission in Christus ein. „Du kannst dem Leib Christi dienen – und du wurdest dazu berufen -, denn du bist in Christus.“



Wer sollte das Buch lesen?

Die 100 Andachten sind für jeden, der sich 100 Tage intensiv mit seiner Identität in Christus beschäftigen möchte. Lobenswert ist, dass die Andachten etwa den gleichen Umfang haben und in knappen 5 Minuten gelesen werden können.



Was gibt es Kritisches?

Obwohl es am Ende der Andachten genügend Raum gibt, um sich eigene Notizen zu machen, wären Reflexionsfragen und Anregungen, die sich am Ende des Buches zu jedem Kapitel finden, besser ans jeweilige Andachtenende zu setzen.



Weshalb sollte man das Buch lesen?



Berding profitiert aus dem reichen Erfahrungsschatz als Professor, Missionar, Ehemann und Vater und bleibt deshalb nicht bei der frommen Theorie stehen, sondern überträgt diese in das Diesseits. Die Bedeutung und Wichtigkeit der neuen Identität ist hilfreich, um im Trubel des Alltags zu bestehen, damit ein tiefes, gebetserfülltes Nachsinnen über das „In-Christus-Sein“ stattfindet. Dabei führt der Autor den Leser an die elementaren Wahrheiten der Bibel heran und bezieht sie auf den Alltag, damit geistliche Reife im Leben des Glaubenden ermöglicht wird. Dabei ist das Reflektieren über unser „In-Christus-Sein“ erfrischend und belebt das eigene Heute des Glaubens.

Veröffentlicht am 27.12.2022

Verstehe das Heute

Der Siegeszug des modernen Selbst
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Wie kam es dazu, dass Staat, Gesellschaft, Schule, Familie und Alltag erotisiert wurden? In „Der Siegeszug des modernen Selbst“ geht Carl Trueman auf die kulturelle Amnesie sowie den expressiven Individualismus ...

Wie kam es dazu, dass Staat, Gesellschaft, Schule, Familie und Alltag erotisiert wurden? In „Der Siegeszug des modernen Selbst“ geht Carl Trueman auf die kulturelle Amnesie sowie den expressiven Individualismus ein und zeigt den Weg der sexuellen Revolution auf.



Wer ist der Autor?

Carl Trueman ist Professor für Biblische und Religiöse Studien am Grove City College (USA). Er ist freier Redakteur bei First Things, ein geschätzter Kirchenhistoriker und arbeitet als Wissenschaftler am Ethics and Public Policy Center. Trueman hat zahlreiche Bücher verfasst oder herausgegeben.



Worum geht es in dem Buch?

Die Ausarbeitung Truemans ist ein Augenöffner, um die aktuellen Veränderungsprozesse in der Politik zu verstehen und weshalb es zur Ausbreitung des neuen Selbst kommt.



Im ersten Teil geht der Verfasser auf die Architektur der neuen Vorstellungen vom Selbst ein und zeigt auf, wie unsere westliche Kultur neu gedacht wird. Dabei wird deutlich, dass eine Identitätsrevolution im Gang ist. „Im Zeitalter des psychologischen Menschen hat sich das eindeutig umgekehrt. Befriedigung und Sinn – Authentizität – werden jetzt in der Hinwendung nach innen gefunden, und die Kultur wird entsprechend neu konfiguriert.“



In den Grundlagen stellt er den unbekannten Gesetzgeber vor, der zur Geburt eines plastischen Menschen beitrug und betont, dass das moderne Selbst und seine Kultur ihre unmittelbaren Wurzeln eindeutig in den intellektuellen Entwicklungen des 18. und 19. Jahrhunderts haben. „Wenn die Gesellschaft und Kultur nur ein Konstrukt ist und die Natur keinen inneren Sinn oder Zweck hat, dann muss der Mensch selbst Sinn erschaffen.“



Der dritte Teil richtet nun den Fokus auf die Sexualisierung der Revolution. Hierbei steht besonders Sigmund Freud im Blick, da sein Denken Zivilisation und Sex auch noch heute prägen und von der Neuen Linken aufgenommen wurde, um Sex zu politisieren. „Von dem Augenblick an, da man Identität als sexuell verstand, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis Sex politisch wurde.“



Zuletzt stellt Trueman den die Siege der sexuellen Revolution des Selbst vor. Dabei konzentriert er sich auf drei Themenschwerpunkte: das Erotische, das Therapeutische und die Transgenderthematik. „Der Grundtenor der therapeutischen Gesellschaft, von ihrer Psychologisierung von Unterdrückung bis hin zu ihren historischen Erzählungen, die die Opfer der Geschichte zu den wahren Helden macht, kultiviert emotional (und daher moralische) Macht, die heute jemand einfordert, der sich als Opfer hinstellt.“



Wer sollte das Buch lesen?

Das Buch ist anspruchsvoll – ohne Frage. Einerseits wird man in philosophische und gesellschaftstheoretische Denkweisen eingeführt, andererseits werden auch historische Bezüge eingebracht. Daher sollte ein Interesse für solche Themenfelder beim Leser vorhanden sein. Dennoch gelingt es Trueman gut verständlich zu schreiben. Besonders Pastoren und Gemeindeleitern sowie Jugendleitern und Bildungsverantwortlichen ist das Buch zu empfehlen, da es gilt, die Ideen hinter den aktuellen Bestrebungen zu kennen, um aufzuklären und dies ohne Polemik.



Weshalb sollte man das Buch lesen?



Die Ausarbeitung dient als Einstieg in die Auseinandersetzung der Themenfelder, die Familie, Kultur und Nationen verändern. Trueman gelingt es dabei aufzuzeigen, dass Ideen, „die heute sowohl die bewussten Philosophien als auch die Institutionen durchdringen und damit das soziale Vorstellungsschema dominieren, tief in der Geschichte verwurzelt sind.“ Ein Glossar am Ende hilft dem Leser, sich im woken Begriffe Wirrwarr besser zurechtzufinden. Hervorzuheben ist Truemans unwissenschaftlicher Epilog zum Ausgang, der u. a. auch Zukunftsaussichten sowie Anregungen für die Christenheit beinhaltet, denn als Christen sollten wir mit den Herausforderungen in Liebe umgehen, aber klar in der Sache sein können. „Wie war das heute anstellen und wo dabei die Grenzen liegen – das sind die drängenden Fragen der Gegenwart.“