Calathea
Lass uns noch bleibenAnna besitzt einen kleinen Pflanzenladen – und ein Herz voller Kummer. Ihre Freundin Vinka hat sie eines Tages einfach zurückgelassen. Ohne Vorwarnung, ohne Erklärung. Plötzlich war sie weg, und inzwischen ...
Anna besitzt einen kleinen Pflanzenladen – und ein Herz voller Kummer. Ihre Freundin Vinka hat sie eines Tages einfach zurückgelassen. Ohne Vorwarnung, ohne Erklärung. Plötzlich war sie weg, und inzwischen ist sie nicht einmal mehr telefonisch erreichbar. Verlässlich an Annas Seite bleibt nur ihr Nachbar Henning, dem sie jeden Tag Kaffee in den Buchladen bringt und der mit stiller Selbstverständlichkeit für sie da ist.
Als eines Tages Alex in einem auffälligen Bärenfellmantel ihren Laden betritt und sie bittet, seine Wohnungsannonce auszuhängen, ahnt Anna noch nicht, dass sich etwas verändern wird. Denn obwohl sie grundsätzlich nichts in ihrem Geschäft aushängt, landet der Zettel zwar im Mülleimer, Alex jedoch irgendwie in ihrem Herzen.
Mit feinem Gespür wendet sich die Autorin Saskia Luka den großen Themen des Lebens zu: Verlust und Neuanfang, Orientierungssuche, Zukunftsfragen, Selbstverwirklichung sowie dem Wunsch nach Nähe und Partnerschaft. Dies geschieht ruhig und zurückhaltend, streckenweise beinahe abgeklärt, dabei jedoch stets unaufgeregt. Als stiller Beobachterin erhält man viel Raum, eigene Gedanken zu entwickeln und das Gelesene für sich wirken zu lassen.
Die Figuren sind eigen und bewusst angelegt. Anna erscheint eher introvertiert, mitunter verschlossen und auf Distanz bedacht – eine Art, die mich gegen Ende der Geschichte ehrlich gesagt etwas ermüdet hat. Alex hingegen wirkt freundlich, offen und angenehm unbeschwert. Ein Charakter, der mir von Beginn an sympathisch war und dem ich gern gefolgt bin.
Gefallen haben mir außerdem die immer wieder in die Geschichte eingestreuten kleinen Pflanzeninformationen, die sich ganz selbstverständlich in die Handlung einfügen. Vor allem rund um Calatheas erfährt man am Rande einige nette Funfacts. Sehr interessant!
Insgesamt lässt sich die Geschichte gut und flüssig lesen, verlor für mich zum Schluss jedoch spürbar an Spannung. Der Erzählfluss zog sich, ohne neue Impulse zu setzen, sodass mir am Ende das gewisse Etwas fehlte. Trotz einer netten Grundidee und stimmungsvoller Ansätze blieb bei mir kein nachhaltiger Eindruck zurück.
Fazit:
Eine ruhige Geschichte mit interessanten Charakteren, der am Ende jedoch das gewisse i-Tüpfelchen fehlt.