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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2018

Dritter Fall für Sebastian Bergman

Die Toten, die niemand vermisst
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Durch Zufall stolpert eine Wanderin in den Bergen von Jämtland über die Leichen von vier Erwachsenen und zwei Kindern. Alle wurden erschossen und in einem Massengrab verscharrt. Wer waren die Leute und ...

Durch Zufall stolpert eine Wanderin in den Bergen von Jämtland über die Leichen von vier Erwachsenen und zwei Kindern. Alle wurden erschossen und in einem Massengrab verscharrt. Wer waren die Leute und warum werden sie nicht vermisst? Torkel Höglund und sein Team werden zur Hilfe gerufen. Können sie das Rätsel lösen?

Auch der dritte Fall der Ermittler um Höglund und Sebastian Bergman ist spannend und das Buch lässt sich gut lesen. Ein bisschen gestört hat mich, dass gefühlt Dreiviertel des Buches nur von den privaten Problemen der Ermittler handeln, so dass ich den eigentlichen Kriminalfall beinahe vergessen habe, wenn sich mal wieder ein Kapitel wirklich damit befasste. Viele Dinge im Privatleben der Ermittler passieren. Es störte mich auch etwas, das Bergman um Vanja herumtanzte wie ein kleines Kind und auch ebenso beleidigt war, wenn sie sich mal nicht auf ihn einließ. Das Verhalten fand ich gerade für einen Psychologen oft sehr unangemessen.

Trotzdem hat mir auch dieses Buch der Serie wieder gut gefallen und ich habe die etwas mehr als 600 Seiten relativ schnell gelesen. Kein fesselnder Krimi, aber immer noch sehr unterhaltend!

Veröffentlicht am 11.02.2018

Nach dem Krieg

Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée (Friederike Matthée ermittelt 1)
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Januar 1947. In der Eifel wird der Schwarzhändler Jupp Küppers erschlagen. Richard Davies von der britischen Royal Military Police soll den Fall aufklären. Zur Unterstützung fordert er Friederike Matthée ...

Januar 1947. In der Eifel wird der Schwarzhändler Jupp Küppers erschlagen. Richard Davies von der britischen Royal Military Police soll den Fall aufklären. Zur Unterstützung fordert er Friederike Matthée von der Weiblichen Polizei in Köln an. Zusammen finden sie heraus, dass das Motiv für den Mord weiter zurückliegt.

Davis und Matthée sind zwei fesselnde Charaktere. Beide verbergen ein tiefes Leid, das ihnen durch den Zweiten Weltkrieg zugefügt wurde. Ihre Zusammenarbeit ist fesselnd und interessant erzählt. Der Einblick in das Leben im zerstörten Köln und dem Umland während der Besatzung ist interessant und zeigt auch, was Menschen für ihr Überleben zu tun bereit sind. Davis, der als Besatzer streng zu den Leuten ist, und Friederike, die ein Herz für die verzweifelten Menschen hat, sind gegensätzlich und kommen trotzdem gut miteinander aus und unterstützen sich bei den Ermittlungen. Der Fall ist spannend und bleibt es bis zum Ende.

Guter erster Teil einer hoffentlich folgenden Serie. Ich möchte gerne mehr von Richard Davis und Friederike Matthée lesen!

Veröffentlicht am 10.02.2018

Das Leben der Anderen

Girl on the Train
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Täglich fährt Rachel auf dem Weg zur Arbeit an den Häusern vorbei und beobachtet ein Paar bei seinen alltäglichen Erledigungen. Sie gibt den Leuten Namen und denkt sich Geschichten über sie aus. Als Megan, ...

Täglich fährt Rachel auf dem Weg zur Arbeit an den Häusern vorbei und beobachtet ein Paar bei seinen alltäglichen Erledigungen. Sie gibt den Leuten Namen und denkt sich Geschichten über sie aus. Als Megan, die beobachtete Frau, verschwindet, wird Rachel in den Fall hineingezogen. Was ist passiert?

Ich fand den Schreibstil des Buches toll. Es ist, als würde man die Tagebucheinträge einer Fremden lesen. Rachel ist ein bisschen armselig, wie sie ständig betrunken das Leben der fremden Leute beobachtet und auch ihren Exmann Tom und seine neue Frau Anna, die nur ein paar Häuser entfernt von Megan und ihrem Mann wohnen, nicht in Ruhe lassen kann. Als Zeugin ist sie unbrauchbar, weil sie sich aufgrund ihres Alkoholkonsums falsch erinnert, trotzdem dringt sie in das Leben der vermissten Megan ein. Was passierte wirklich an dem Abend ihres Verschwindens und warum war Rachel in der Nähe?

Obwohl ich früh ahnte wie alles zusammenhängt, hat mich das Finale etwas gestört. Hier war es leider von allem etwas zu viel. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und fühlte mich trotz der wenig sympathischen Charaktere gut unterhalten.

Veröffentlicht am 08.02.2018

Ein Blick hinter bürgerliche Fassaden

Böse Schwestern
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Als die Kriminalreporterin Ellen Tamme bei ihrer Mutter Urlaub macht, um sich von ihrem letzten Fall zu erholen, stolpert sie eher zufällig über den Mord an einer jungen Frau. Niemand im Ort scheint diese ...

Als die Kriminalreporterin Ellen Tamme bei ihrer Mutter Urlaub macht, um sich von ihrem letzten Fall zu erholen, stolpert sie eher zufällig über den Mord an einer jungen Frau. Niemand im Ort scheint diese zu kennen und niemand will mit Ellen reden. Welche Geheimnisse stecken hinter dem Mord und welche Geheimnisse wird Ellen über ihre eigene Vergangenheit herausfinden?

Ellen Tamme ist seltsam und scheint mit ihrem Leben nicht klar zu kommen. Ihr Verhalten hat mich mehr als einmal überrascht und ich mochte sie nicht wirklich. Viel zu oft tut sie Dinge nur, weil andere sie von ihr erwarten, bemitleidet sich dann aber ständig selbst. Die Recherchen in dem Fall sind allerdings fesselnd und ich wollte unbedingt erfahren, welche Geheimnisse in dem kleinen Ort verborgen liegen. Die Verdächtigen benahmen sich seltsam, doch die Auflösung des Falls überraschte mich dann sehr.

Auch Ellens Recherchen zu ihrer eigenen Vergangenheit und dem Ertrinken ihrer Zwillingsschwester mit 8 Jahren stehen im Fokus des Romans, werden am Ende aber nicht vollkommen geklärt. Ellens merkwürdiges Verhalten als Erwachsene erklärt sich aber zu großen Teilen.

Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten, auch wenn ich Ellen nicht als sympathisch empfand. Guter Krimi.

Veröffentlicht am 07.02.2018

Der Künstler und das Cowgirl

Unser Himmel in tausend Farben
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Moses wurde als Baby von seiner Mutter ausgesetzt. Nachdem er als Problemkind in der Familie herumgereicht wurde, landet er bei seiner Großmutter. Georgia, die in der Nachbarschaft wohnt, ist von Anfang ...

Moses wurde als Baby von seiner Mutter ausgesetzt. Nachdem er als Problemkind in der Familie herumgereicht wurde, landet er bei seiner Großmutter. Georgia, die in der Nachbarschaft wohnt, ist von Anfang an fasziniert von dem Jungen, der aber niemanden an sich heranlässt. Sein einziges Ausdrucksmittel sind seine Bilder, die er großflächig in der Stadt verteilt. Doch warum malt er nur Bilder von vermissten Mädchen?

Die Annäherung von Georgia und Moses ist schön zu lesen. Das behütete Pferderanchmädchen und der schwarze Künstler passen auf den ersten Blick so gar nicht zusammen. Doch Georgia ist hartnäckig. Als der Bruch kommt, sehen sie sich jahrelang nicht wieder, bis Moses wieder in der Stadt auftaucht.

Das Buch ist aufgeteilt in die Kapitel „Davor“ und „Danach“, wobei mir der erste Teil etwas zu lang geraten ist. Hier wird viel erzählt, ohne etwas zu erzählen. Das hätte man straffen können, was dem Roman gut getan hätte.

Trotz allem eine berührende und schöne Geschichte, mystisch und liebevoll erzählt. Schön!