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Veröffentlicht am 17.05.2017

Letzter Fasching

Letzter Fasching
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Der alljährliche Faschingsumzug in Bad Aussee steht an. Doch eine Morddrohung überschattet das bunte Treiben: Ein Trommelweib soll mit dem Leben büßen. Inspektor Franz Gasperlmaier soll den Mord verhindern ...

Der alljährliche Faschingsumzug in Bad Aussee steht an. Doch eine Morddrohung überschattet das bunte Treiben: Ein Trommelweib soll mit dem Leben büßen. Inspektor Franz Gasperlmaier soll den Mord verhindern und erhält dazu den Auftrag, sich als Trommelweib verkleidet unter den Umzug zu mischen. Allerdings kommt es bereits kurz nach Beginn der Feierlichkeiten zu einem Mord: Der Koch eines Bio-Hotels wird erstochen aufgefunden. Es stellt sich heraus, dass er in krumme Geschäfte verwickelt war. Liegt hier der Grund für seine Ermordung? Gasperlmaier muss es herausfinden.

Der Einstieg in das Buch ist mir gut gelungen. Der Schreibstil war angenehm flüssig und sehr gut verständlich. Nur an den Aufbau musste ich mich anfangs gewöhnen, denn die Dialoge waren im Fließtext untergebracht, also ohne separate Absätze.
Prima gefallen haben mir der Humor und das Lokalkolorit. Das war sehr authentisch dargestellt und ich konnte mich super einfinden. Ich hatte das Gefühl, als wenn ich direkt vor Ort war. Ich musste mehrmals schmunzeln.
Die Personen waren realistisch und sympathisch beschrieben. Dass Gasperlmaier nicht als Trommelweib verkleidet dem Umzug beiwohnen wollte, hat ihm nichts genützt. Er musste da durch. Doch mit dem einen oder anderen Schnaps, den es nun einmal bei einem Faschingsumzug so gibt, hat er sich in sein Schicksal gefügt.
Auch die weiteren Personen empfand ich als authentisch und bildhaft beschrieben.
Der Plot gefiel mir richtig gut. Auch wenn ich selbst kein Freund des Faschings bin, fand ich das Faschingstreiben richtig gut beschrieben. Auch der Alkohol floss in Strömen, also sehr realistisch.
Es gab mehrere Tote, jedoch keinen klaren Verdächtigen. Hier präsentierte der Autor mehrere Möglichkeiten, die zum Rätseln anregten. Allerdings konnte ich mich wirklich nicht entscheiden, wer der Täter sein könnte. Das fand ich sehr gut gemacht.
Das Ende war für mich sehr überraschend, denn den Täter hatte ich einfach nicht in Verdacht. Mir hat es wirklich prima gefallen, dass ich bis zum Ende gerätselt habe und doch nicht auf den Täter kam. Und super fand ich auch, dass der Täter nicht plötzlich aus dem Hut gezaubert wurde, sondern die Auflösung rückblickend schlüssig und verständlich war. Nur eben für den Leser sehr gut versteckt.

Ein lesenswerter und unterhaltsamer Regionalkrimi mit tollen Charakteren. Ich freue mich auf weitere Krimis um Gasperlmaier und vergebe fünf Sterne.

Veröffentlicht am 16.05.2017

On fire

On fire
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John O'Learys Lebensfreude und sein unerschütterlicher Glaube sind ansteckend.

John ist gerade neun Jahre alt, als er mit einem Benzinkanister und Streichhölzern experimentiert. Der Benzinkanister explodiert ...

John O'Learys Lebensfreude und sein unerschütterlicher Glaube sind ansteckend.

John ist gerade neun Jahre alt, als er mit einem Benzinkanister und Streichhölzern experimentiert. Der Benzinkanister explodiert und setzt das Haus und John in Flammen. Im Krankenhaus gibt es dann die schreckliche Wahrheit: 100 Prozent von Johns Haut sind verbrannt, seine Überlebenschancen stehen bei weniger als einem Prozent. Doch entgegen dieser düsteren Aussicht überlebt John. Er lernt wieder zu gehen und zu schreiben und schöpft seine Kraft aus seinem unerschütterlichen Glauben an Gott. Heute ist er ein erfolgreicher Redner und motiviert die Menschen mit seiner Lebensgeschichte und zeigt, wie man wirklich lebt und wie man das Leben wirklich lieben lernt.

Dieses Buch hat mich unglaublich berührt. Der Schreibstil ist lebhaft und sehr gut verständlich. John erzählt aus seinem Leben und von seinen Erfahrungen und Begegnungen. Er lässt den Leser an seinem Schicksal teilhaben und zeigt auf, welche positiven Aspekte ihm auch die schlimmsten Momente seines Lebens gebracht haben.
Er lernte wunderbare Menschen kennen, die manchmal “nur” ihre Arbeit machten, wie der Krankenpfleger Roy im Krankenhaus. Dass Roy die Wichtigkeit seines Handelns erst gar nicht bewusst war, war toll zu lesen. Er hat einfach seine Arbeit getan, die er gerne machte, und hat dabei doch so viel für John bewegt und seinen Lebenswillen unterstützt.
Schon der Beginn des Buches ist ergreifend. Die Beschreibungen des Unglücks gingen mir sehr nahe. Dass John die Frage, ob er das alles nochmal durchmachen wollen würde, mit ja beantwortet, ist unvorstellbar. Doch das Buch bzw. Johns Leben zeigt, warum er die Frage mit ja beantwortet hat. Ohne diese Erfahrung wäre sein Leben vermutlich ganz anders verlaufen. Wer weiß, ob er dann auch diese enorme Kraft und Liebe zum Leben entwickelt hätte, die wahrlich ansteckend ist. John brennt für sein Leben und die Liebe zu Gott, er ist im wahrsten Sinne des Wortes “on fire”.
Dieses Buch gibt viele Ratschläge, ohne lehrerhaft zu sein. Es zeigt z.B. wie wichtig es ist, sich für andere einzusetzen und sich selbst zu fragen “was kann ich noch mehr tun”. Das Zwischenmenschliche ist sehr viel wichtiger als das Streben nach Erfolg, Geld und Macht.
Oder dass man Verständnis erfährt, indem man sich anderen gegenüber öffnet, also seine Maske ablegt und sich anderen mitteilt. Das eigene Leben samt seiner Narben zu lieben und es anzunehmen, ist ein wunderbarer Ansatz. In einem Seminar dazu bat John die Teilnehmer, etwas persönliches zu erzählen. Mir wurde bewusst, dass es tatsächlich so ist, dass die Fehler, Gedanken und Sorgen einen Menschen gerade interessant machen und man sich mit ihnen identifizieren kann. Das wird einem nochmal klar vor Augen geführt.
John macht dem Leser auch deutlich, wie wichtig es ist, optimistisch nach vorne zu schauen. Man kann sich für den Blick nach hinten und die was-war-Gedanken entscheiden, oder man sucht die positiven Dinge in dem Jetzt und der Zukunft. Dadurch bekommt man als Leser wirklich eine andere Sicht auf die Dinge. Man sollte viel mehr dankbar sein für das, was man hat und kann, als seine Gedanken an die negativen Aspekte zu verschwenden.
Das Thema "keine Freude ohne Dankbarkeit" fand ich auch sehr treffend. Man neigt leider dazu, die positiven Dinge im Leben als selbstverständlich hinzunehmen und sich nur an den negativen Dingen aufzureiben. Ein wichtiger Ansatz wäre es da doch, sich täglich die vielen positiven und schönen Dinge zu verdeutlichen und dafür dankbar zu sein. Durch diese Dankbarkeit entsteht die Freude von selbst.

Ein wunderbares​, emotionales und eindrucksvolles Buch eines erstaunlichen Menschen. Ich vergebe fünf Sterne.

Veröffentlicht am 15.05.2017

Guides - Die erste Stunde

Guides - Die erste Stunde
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Ein Raumschiff stürzt mitten in Minnesota ab. Die ganze USA ist erschüttert über das Ausmaß der Zerstörung. Sofort schickt die NASA ihre fähigsten Mitarbeiter, um das Geschehen zu untersuchen. Dazu gehört ...

Ein Raumschiff stürzt mitten in Minnesota ab. Die ganze USA ist erschüttert über das Ausmaß der Zerstörung. Sofort schickt die NASA ihre fähigsten Mitarbeiter, um das Geschehen zu untersuchen. Dazu gehört auch der Vater von Alice. Er reist mit Alice nach Minnesota und bringt sie dort in einem Internat unter. Damit befindet Alice sich praktisch mitten im Zentrum der Katastrophe. Und dann verlassen die ersten Guides das Raumschiff und keiner weiß, ob sie gut oder böse sind.

Dieses Buch hat mich sofort gefangen genommen. Der Schreibstil war sehr angenehm leicht zu lesen, so dass ich keine Probleme hatte, in die Geschichte rein zu finden. Teilweise flogen die Seiten regelrecht dahin. Sehr angenehm empfand ich den leichten Humor, der das Ganze auflockerte.
Alice fand ich sofort sympathisch. Sie wurde sehr natürlich beschrieben und hatte​ eine freundliche und neugierige Art. Sie war intelligent und offen, so dass sie keine Schwierigkeiten hatte, sich im Internat zurecht zu finden und neue Freunde zu finden. Sie wirkte sehr authentisch und in keinster Weise überheblich.
Auch ihre neuen Mitbewohnerinnen Rachel und Brynne mochte ich sofort. Beide wurden toll beschrieben mit ihren Eigenarten, so dass ich sie mir gut vorstellen konnte.
Die Story gefiel mir prima. Das Raumschiff wurde mit seinen gigantischen Dimensionen bildhaft beschrieben. Welch eine Zerstörung es während der Landung angerichtet hatte, mag man sich gar nicht vorstellen.
Spannend wurde es, als die ersten Guides aus dem Raumschiff die Erde betraten. Mir gefiel, dass sie wie Menschen aussahen und nicht so, wie man sich “typische” Aliens vorstellt oder aus Filmen kennt. Zwei dieser Guides, der Junge Suski und das Mädchen Coya, wurden im Internat untergebracht. Coya kam zu Alice und ihren Freundinnen, die ihr offen begegneten und sich mit ihr anfreundeten. Die Kommunikation zwischen ihnen klappte ziemlich schnell und die Mädels versuchten, mehr über den Hintergrund von Coya und Suski herauszufinden.
Auch der weitere Verlauf der Geschichte blieb spannend, da ich mir nicht ganz sicher war, ob die Guides nicht doch irgendwas im Schilde führten. Die Spannung steigerte sich dann zum Ende noch und es kam zu einem wahren Showdown.

Ich wurde prima unterhalten und vergebe vier Sterne.

Veröffentlicht am 08.05.2017

Der Gärtner war's nicht!

Der Gärtner war's nicht!
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Die Schwestern Konny und Kriemhild sind bereits über sechzig und führen voller Hingabe eine kleine Pension in der Provinz - leider nicht allzu erfolgreich. Unterstützt werden sie von Herrn Hirsch, der ...

Die Schwestern Konny und Kriemhild sind bereits über sechzig und führen voller Hingabe eine kleine Pension in der Provinz - leider nicht allzu erfolgreich. Unterstützt werden sie von Herrn Hirsch, der seit einem Schlaganfall Sprachschwierigkeiten hat. Doch um den Garten kümmert er sich auf seinem Aufsitzrasenmäher hingebungsvoll. Und dann gibt es noch die Pensionskatze Amenhotep, einen felllosen Sphynxkater. Dieser beschauliche Alltag wird durch eine Gruppe junger Musiker ordentlich auf den Kopf gestellt. Bis einer der Musiker tot aufgefunden wird. Hat ihn jemand versehentlich überfahren? Oder war es Absicht, also Mord? Die beiden Schwestern nehmen die Ermittlungen auf, denn immerhin steht der Ruf ihrer Pension auf dem Spiel.

Wow, bei diesem Buch kam ich aus dem Lachen wirklich nicht mehr heraus! Eine skurrile und witzige Situation jagt die nächste. Der Schreibstil ist locker-leicht und sehr bildhaft, also absolut passend zu dem Krimi. Das ganze Geschehen lief wie ein Film vor meinen Augen ab, einfach großartig!
Die Charaktere sind sehr detailliert und liebevoll gezeichnet. Jeder hat seine Eigenart, die ihn sympathisch macht - oder eben auch nicht, je nach Rolle.
Konny und Kriemhild sind einfach spitze. Obwohl sie Zwillingsschwestern sind, sind sie sehr unterschiedlich. Aber beiden sitzt das Herz auf der Zunge - und das ist ganz häufig sehr ironisch, hart aber herzlich. Konny schreibt nebenbei noch eine Kolumne als Kummerkasten-Konny, wo sie Ratschläge für's Leben gibt. Das zu lesen machte großen Spaß. Ich fand beide Schwestern einfach wunderbar und habe sie in mein Herz geschlossen.
Herr Hirsch ist einfach der Hit. Er kann sich seit dem Schlaganfall nicht mehr normal sprachlich äußern, sondern wirft wahllose Wörter in den Raum. Ich musste etliche Male laut losprusten, weil die Wörter herrlich zusammenhanglos gewählt wurden. Doch Konny und Kriemhild verstehen genau, was Herr Hirsch sagen will. Klasse.
Auch der Pensionskater Amenhotep ist mir unheimlich ans Herz gewachsen. Er ist einfach liebenswert und intelligent, auch wenn er nicht der Hübscheste ist. Natürlich bekommt er auch seine besonderen Einsätze bei den Ermittlungen.
Der Mordfall war nicht leicht zu knacken, denn eigentlich hatte jeder der Gäste ein Motiv, wie Konny und Kriemhild herausfanden. Insofern wurde die Spannung bis zum Ende gehalten. Nur eins war klar: Der Gärtner war's nicht!

Ich kann diesen super humorvollen Krimi uneingeschränkt empfehlen und vergebe fünf Sterne. Ich freue​ mich schon auf das nächste Buch um diese verrückte Truppe.

Veröffentlicht am 05.05.2017

Mörderjagd mit Inselblick

Mörderjagd mit Inselblick
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Bei dem diesjährigen Hafenfest in Neuharlingersiel wird eine ganze Schar von Autoren erwartet. Das bedarf einer gründlichen Vorbereitung, bei der Rosa tatkräftig zur Seite steht. Doch bei den Autoren geht ...

Bei dem diesjährigen Hafenfest in Neuharlingersiel wird eine ganze Schar von Autoren erwartet. Das bedarf einer gründlichen Vorbereitung, bei der Rosa tatkräftig zur Seite steht. Doch bei den Autoren geht es alles andere als gesittet zu - die beharken sich gegenseitig und kriegen sich richtig in die Wolle. Dann fällt der erst tot um, ein Herzinfarkt. Dann folgen noch zwei weitere Tote, die ebenfalls an einem Herzinfarkt starben. Dass das nicht mit rechten Dingen zugeht kann, ist Rosa klar. Sie, Rudi und Henner nehmen als eingeschweißtes Trio die Ermittlungen auf.

Dies ist bereits der vierte Fall für Rosa, Rudi und Henner. Für mich war es der erste Fall.
Zu Beginn tauchen sehr viele Personen auf. Doch dank der Personenübersicht am Ende des Buches habe ich schnell alle Charaktere zuordnen können.
Der Schreibstil war locker-leicht und sehr humorvoll. Dank der bildhaften Beschreibungen hatte ich die Personen bestens vor Augen. Das Trio gefiel mir sehr gut, denn sie sind sehr speziell mit ihren Eigenarten und bleiben dadurch gut im Gedächtnis.
Auch die diversen Autoren und weiteren Personen wurden gut gezeichnet und hatten alle ihre ganz eigenen Macken. Da wurden auch ein paar Klischees erfüllt, was prima in die Geschichte passte.
Der Plot war prima durchdacht. Durch die vielen Personen gab es viel Spielraum für meine Überlegungen bezüglich des Täters und seines Motivs. Allerdings lag ich mit meiner Vermutung falsch. Den wahren Täter hatte ich nicht wirklich auf der Rechnung, so dass es für mich noch eine Überraschung am Ende gab.
Hervorragend gefallen hat mir der Humor in dem Buch. Es gab viele Szenen, bei denen ich lachen oder grinsen musste. Ich wurde also bestens unterhalten und hatte tolle Lesestunden.

Ich kann diesen Ostfriesen-Krimi absolut empfehlen und vergebe fünf Sterne.