Profilbild von niggeldi

niggeldi

Lesejury Star
offline

niggeldi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit niggeldi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2024

Ungewöhnlicher und brutaler Thriller

Das Parfüm des Todes
0

Die Tatortreinigerin Yang Ning verliert nach dem Tod ihres geliebten Bruders ihren absoluten Geruchssinn. Nur, wenn sie sich an Tatorten aufhält und den Verwesungsgeruch einatmen kann, funktioniert ihre ...

Die Tatortreinigerin Yang Ning verliert nach dem Tod ihres geliebten Bruders ihren absoluten Geruchssinn. Nur, wenn sie sich an Tatorten aufhält und den Verwesungsgeruch einatmen kann, funktioniert ihre Gabe für einige Zeit wieder. Bei einem neuen Einsatz wird sie jedoch in eine Falle gelockt: unwissend hat sie einen Tatort gereinigt, an dem die Polizei noch gar nicht gewesen ist, was sie natürlich zur Hauptverdächtigen macht. Um ihre Unschuld zu beweisen, bleibt ihr nichts anderes übrig, als selbst nach dem wahren Mörder zu suchen - die einzige Spur ist dabei der schwache Duft eines Parfüms.

Das Cover finde ich sehr gelungen, der mit Blut gefüllte Flakon macht neugierig und strahlt eine gewisse Bedrohung aus.

Der Einstieg in den Thriller ist ein wenig schwierig, doch dranbleiben lohnt sich. Nachdem man sich an den eigentümlichen Erzählstil gewöhnt hat, kommt man gut in der Geschichte voran. Besonders gelungen finde ich die verschiedenen Perspektiven, die der Autor geschickt miteinander verwebt. Die Zeitsprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart geben der Handlung eine zusätzliche Tiefe und machen es spannend, die Puzzleteile des Thrillers zusammenzusetzen. Die Charaktere sind alles andere als stereotyp – jeder bringt seine eigenen Geheimnisse und Eigenheiten mit, was die Geschehnisse frisch und unvorhersehbar macht. Die Rückblicke in die Vergangenheit haben mir besonders gefallen, da sie den Figuren mehr Leben einhauchen und deren Handlungen besser verständlich machen. Die Spannung baut sich kontinuierlich auf, und auch wenn manche Handlungsstränge nicht sofort aufgelöst werden, lohnt es sich, dranzubleiben.

Ein paar Stellen hätten vielleicht etwas kürzer sein können, aber insgesamt ein fesselnder Thriller, den ich nur empfehlen kann. 4 Sterne

Veröffentlicht am 12.10.2024

Toller Reihenabschluss

Deine größte Angst
0

In Konstanz wird die schöne Weihnachtszeit durch eine brutale Amokfahrt erschüttert - viele Tote sind die Folge. Und Falk Hagedorn befindet sich plötzlich doch wieder mitten im Geschehen, obwohl er eigentlich ...

In Konstanz wird die schöne Weihnachtszeit durch eine brutale Amokfahrt erschüttert - viele Tote sind die Folge. Und Falk Hagedorn befindet sich plötzlich doch wieder mitten im Geschehen, obwohl er eigentlich gar nichts damit zu tun haben wollte. Bei der Trauerarbeit mit den Überlebenden holt ihn nicht nur seine Vergangenheit ein, sondern auch bei den Teilnehmern stimmt so einiges nicht.

Das Cover ist schlicht gestaltet und zieht dennoch die Aufmerksamkeit auf sich. Das fast komplett zerrissene Seil sowie die Blutstropfen versprechen Spannung und der Stil passt zu den Vorgängern der Reihe.

Matthias Bürgels Schreibstil ist fesselnd und die rückblickenden Sätze am Anfang der Geschichte helfen dabei, sich wieder in die Serie einzufinden. Auf jeden Fall spürt man, dass Bürgel selbst als Ermittler arbeitet: er liefert brutale und dennoch authentische Szenen. Hagedorn ist trotz seiner etwas schwierigen Art sympathisch und seine Freundschaft zu Bannert ist gut rübergebracht. Die Amokfahrt ist eindrücklich geschildert und man kann nur hoffen, so etwas niemals selbst erleben zu müssen. Der Fortgang der Geschichte zieht sich anfangs noch ein wenig, aber die wechselnden Perspektiven lockern das Ganze auf, besonders die Tätersicht finde ich immer spannend. Die Auflösung gefällt mir ebenfalls, die Identität des Täters wird lange im Dunkeln gelassen.

Ich kann diesen Thriller sowie die gesamte Reihe über Falk Hagedorn nur empfehlen, schade, dass sie nun beendet ist. Aber man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist. 4 Sterne

Veröffentlicht am 12.10.2024

Leider wieder etwas zäh

Sunbringer
0

Nach Kyssens Verschwinden bringt König Arrens Verrat Elogast dazu, einer Rebellion beizutreten und einen Krieg zu beschwören. Gleichzeitig möchte Inara nicht mehr als schwächliches, kleines Mädchen behandelt ...

Nach Kyssens Verschwinden bringt König Arrens Verrat Elogast dazu, einer Rebellion beizutreten und einen Krieg zu beschwören. Gleichzeitig möchte Inara nicht mehr als schwächliches, kleines Mädchen behandelt werden, sondern mitkämpfen. Skedis Proteste fruchten überhaupt nicht, sondern schwächen nur ihre gegenseitige Verbindung. Die totgeglaubte Kyssen macht eine schwerwiegende Entdeckung und muss ausgerechnet König Arrens Leben schützen...

Das Cover ist wieder äußerst gelungen. Die vielen kleinen Details passen zur Geschichte und auch die Farbgestaltung trägt dazu bei, dass es ein Blickfänger ist.

Die bildliche Sprache ist erneut ein großer
Pluspunkt. Auch das Worldbuilding hat sich im Gegensatz zum ersten Band verbessert, wenn auch noch immer nicht das volle Potenzial ausgeschöpft wurde. Leider zieht sich die Handlung wie bereits im ersten Teil und es passiert einfach nicht wirklich etwas. Das ist so ein typischer zweiter Band einer Trilogie, die besser eine Dilogie geworden wäre. Auch die Charakterentwicklung und die Beziehungen untereinander machen Rückschritte, was schade ist. Vom kleinen Skedi erfahren wir mehr und auch das Geheimnis um Inara wird ein wenig gelüftet. Was mir noch gefallen hat, sind die vielen neuen Götter und einige Überraschungen.

Leider konnte mich dieser "Füller"-Teil nicht wirklich überzeugen, obwohl meine Erwartungen schon wegen des ersten Bandes heruntergeschraubt waren. Ich habe wirklich lange für das Buch gebraucht. Aber ich glaube, meine Neugier ist stärker und ich werde auch den letzen Band lesen, um einen Abschluss zu haben. Von mir gibt es daher nur 2,5 Sterne.

Veröffentlicht am 27.09.2024

Klufti hat's immer noch drauf

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
0

Kluftinger hat als Interims-Polizeipräsident allerhand um die Ohren. Dann geht auch noch was bei einem Einsatz schief und ein Kollege wird tot aufgefunden. Bald stellt sich heraus, dass mehr als ein Unfall ...

Kluftinger hat als Interims-Polizeipräsident allerhand um die Ohren. Dann geht auch noch was bei einem Einsatz schief und ein Kollege wird tot aufgefunden. Bald stellt sich heraus, dass mehr als ein Unfall dahintersteckt. Als würde dieser Stress nicht schon genügen, kandidiert Klufti auch noch für den Gemeinderat. Anfangs noch als Lückenbüßer, doch später nimmt er die Wahl dann doch ernst, da er gegen seinen Lieblingsfeind Doktor Langhammer antritt.

Die schön gestaltete Waldszene mit süßem Eichhörnchen auf dem Cover passt wunderbar zum Allgäu und zum Inhalt des Buches.

Der Schreibstil des Autorenduos ist wie gewohnt locker-flockig und die Seiten rauschen nur so an einem vorbei. Bereits beim Klappentext musste ich schmunzeln, da es einfach so perfekt zum Klufti passt, dass er erst ehrgeizig wird, wenn es gegen Doktor Langhammer geht. Wie immer ist der Humor gepaart mit Kluftigs witzigen Eigenheiten einfach unschlagbar und ich musste oft vor mich hingrinsen. Es stimmt, dass der Kriminalfall ein bisschen von Kluftis Privatleben und der Wahl verdrängt wird, was ich jedoch gar nicht schlimm finde bei dem sympathischen Kerl. Der Fall an sich ist nicht gerade spektakulär, trotzdem macht es wieder Spaß, dem Team bei den Ermittlungen zu folgen.

Ich kann diesen bereits 13. Band sowie die ganze Reihe nur empfehlen und hoffe, dass uns der Klufti noch lange erhalten bleibt (und zwar so wie er ist und nicht plötzlich ganz abstrus und unsympathisch wird wie bei manch anderen langen Reihen). 5 Sterne

Veröffentlicht am 27.09.2024

Spannender neuer Fall für Julia Durant

Schwarze Dame
0

Julia Durant hat es gerade nicht leicht. Irgendwie steckt sie in einer kleinen Lebenskrise, privat stehen einige Änderungen an und dann treibt auch noch ein Serienmörder sein Unwesen. Ohne Zeugen und ohne ...

Julia Durant hat es gerade nicht leicht. Irgendwie steckt sie in einer kleinen Lebenskrise, privat stehen einige Änderungen an und dann treibt auch noch ein Serienmörder sein Unwesen. Ohne Zeugen und ohne Spuren scheint eine Lösung des Falls zunächst aussichtslos. Doch dann fordert der Mörder die Polizei zu einem Schachspiel heraus und die Ereignisse überschlagen sich.

Das Cover zieht durch die leuchtende Farbe die Blicke auf sich und bietet durch den typischen Schriftzug einen hohen Wiedererkennungswert der Reihe.

Der Schreibstil ist wie gewohnt locker und flüssig, man kommt gut voran. Der Prolog fesselt einen sofort, man möchte unbedingt erfahren, wer diese Person ist und welche Umstände sie zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Der Einstieg fällt ebenfalls leicht, da die Charaktere alles alte Bekannte sind. Als Neuling in der Reihe könnte ich mir vorstellen, dass dies am Anfang vielleicht noch ein bisschen verwirrend ist. Durch die wechselnden Perspektiven und Rückblicke in die Vergangenheit ist viel Abwechslung geboten, besonders die Tätersicht ist interessant. Die Mischung aus Ermittlungen und Privatleben ist genau das richtige Maß. Leider finde ich Julia in diesem Band etwas anstrengend, ständig diese Gedanken ums Altern und Aussehen usw. Auch verhält sie sich manchmal etwas naiv und völlig untypisch für ihren Charakter. An einer Stelle ist das so extrem unglaubwürdig, dass ich mich richtig aufgeregt habe, besonders, da in dieser Situation die komplette Polizei versagt. Die Auflösung ist jedoch wieder gelungen.

Auf jeden Fall hat mich der Krimi trotz meiner Kritipunkte gut unterhalten und ich bin gespannt, ob und wie viele Fälle Julia wohl noch lösen darf. 4 Sterne