3 Gäste in Heartbreak Hotel
Heartsick„Du musst nicht lange suchen - ein gebrochenes Herz schlägt in jedem von uns, in manchen stärker als in anderen.“ In Heartsick begleitet Jessie Stephens ihre drei Figuren Claire, Ana und Patrick in ganz ...
„Du musst nicht lange suchen - ein gebrochenes Herz schlägt in jedem von uns, in manchen stärker als in anderen.“ In Heartsick begleitet Jessie Stephens ihre drei Figuren Claire, Ana und Patrick in ganz verschiedenen Stadien des Herzschmerzes und gibt ihnen Raum für diese allumfassende Trauer.
Ana ist seit Jahrzehnten mit ihrem Ehemann Paul verheiratet, sie haben zwei tolle Kinder, ein schönes Haus, ihr Leben scheint vollkommen - aber dann ist da Rob, der ihr Herz so doll schlagen lässt, wie sie es mit Mitte 40 gar nicht mehr für möglich gehalten hätte. Niemals anklagend begleitet Stephens Ana dabei, wie sie sich auf eine jahrelange Affäre einlässt, so viel Liebe und Lust erfährt, aber immer wieder auch Scham, Selbstzweifel und das Dilemma, sich zwischen dem Einen und dem Richtigen zu entscheiden. Dass sie sich für ihren Ehemann und ihre Kinder, gegen ihr eigenes Glück entscheidet, war so heartbreaking beim Lesen. All der Schmerz dieses „Was-wäre-wenn?“-Szenarios haben mich GEKILLT
Weniger mitgefühlt hab ich mit Patrick, der sich in seinen Zwanzigern in seine Kommilitonin Caitlin verliebt und mir since day one den Vibe eines leichten Incels mit Anger Issues vermittelt hat. Obwohl er sich selbst reflektiert und aus seinen Fehlern lernt, die eigene Kommunikationsstörung innerhalb seiner Familie aufarbeitet und meine schlimmsten Sorgen sich nie bewahrheiten, tat er mir zwar etwas leid, als Caitlin ihn verlässt, aber mit dieser Figur fiel es mir schwerer zu empathisieren.
Ganz starke Gefühle hatte ich dagegen für Claire, die von Australien nach London zieht, um sich selbst zu finden. Und stattdessen Maggie findet. Eine unfassbar intensive Liebesbeziehung, eine Ehe voller Glück - und dann das plötzliche Ende, das sich nie ganz auflöst. War sie Maggie nicht gut genug? Hatte sie wirklich eine Affäre mit Tiff? Trotz all dieser offenen Fragen findet Claire am Ende ihren Selbstwert wieder und verarbeitet ihren Herzschmerz künstlerisch.
„Heartsick“ vereint drei ganz unterschiedliche Menschen, die eins eint: ihr Herzschmerz. Danke für dieses berührende Buch, was Herzschmerz als ein universelles Gefühl porträtiert, das nicht direkt geheilt werden muss, sondern in dem man sich suhlen kann- und mit dem man nie so allein ist, wie man ursprünglich denkt.