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Veröffentlicht am 20.01.2024

Die Nemesis-Reihe hält auch in Band Fünf die Spannung hoch

Die Stunde des Wolfs
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Im fünften Band „Die Stunde des Wolfs“ der „Nemesis“-Reihe von Wolfgang Hohlbein geht es für die überlebenden drei „Gäste“ der ursprünglichen, von Professor Klaus Sänger ausgerichteten „Erbschaftslotterie“ ...

Im fünften Band „Die Stunde des Wolfs“ der „Nemesis“-Reihe von Wolfgang Hohlbein geht es für die überlebenden drei „Gäste“ der ursprünglichen, von Professor Klaus Sänger ausgerichteten „Erbschaftslotterie“ auf Burg Crailsfelden langsam aber sicher immer mehr Richtung finalen Showdown – ohne dass man weiß, wie dieser aussehen könnte.

Der Wirt Carl ist durch schockierende Ereignisse nicht nur in den Besitz einer Schusswaffe gekommen, mit der er Ellen, Judith und Frank nun in Schach hält, sondern er hat auch die Baupläne der Burg an sich genommen und zwingt die Gruppe zur Suche nach dem Nazi-Gold, das er seit langem in der Burg vermutet. Die Vier begeben sich in die Katakomben, aber dort finden sie kein Gold, sondern nur grauenhafte und schockierende Dinge, die jegliches Vorstellungsvermögen der Protagonisten sprengen.

Band Fünf der Reihe steuert unaufhaltsam dem finalen Showdown entgegen, der mit Sicherheit das Rätsel um Professor Sänger, die Deja Vus' der Gruppenmitglieder und die Zusammenhänge mit der Nazi-Vergangenheit der Burg aufklären werden. Insgesamt eine spannende, manchmal etwas langatmige, aber auch sehr verstörende und schockierende Geschichte, deren Ausgang noch nicht absehbar ist.

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Veröffentlicht am 20.01.2024

Wunderbar zu lesender Cosy-Crime-Fantasy-Mix

Spellbound - Lieber verhext als verstorben
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Emma hat in der Menschenwelt eigentlich ein geregeltes Leben als Anwältin geführt. Durch die Verkettung einiger Umstände hat es sie in die malerische Kleinstadt Spellbound verschlagen – und das hat gravierende ...

Emma hat in der Menschenwelt eigentlich ein geregeltes Leben als Anwältin geführt. Durch die Verkettung einiger Umstände hat es sie in die malerische Kleinstadt Spellbound verschlagen – und das hat gravierende Folgen. Denn Spellbound ist nicht nur ein magischer Ort, an dem Elfen, Hexen, Zauberer, Werwölfe, Wallkyren und unzählige weitere fantastische Wesen leben - es ist darüber hinaus ein Ort, auf dem ein Fluch liegt. Niemand, der Spellbound betreten hat, kann das magische Städtchen je wieder verlassen.

Emma sitzt also fest. Wie gut, dass sie sich zumindest um ihr Auskommen keine Sorgen machen muss, denn ihr Vorgänger als Anwalt der Stadt kann aufgrund gewisser Umstände nicht mehr praktizieren. Außerdem ist Spellbound eigentlich genau der richtige Ort für Emma, denn es stellt sich schnell heraus: Emma ist eine Hexe. Ihre - zugegeben - noch sehr rudimentären Fähigkeiten bessert sie fortan mit ihren neuen Freundinnen in der Hexen-Nachhilfeschule auf. Emma hat schnell Freunde und Anschluss gefunden und staunt dennoch jeden Tag aufs Neue über die Vielfältigkeit ihrer neuen Heimat.

Im fünften Band pendelt Emma zwischen persönlichen Highlights und Ehrungen, großen beruflichen Herausforderungen und persönlichen Tiefschlägen. Schließlich gerät sie sogar selber in Gefahr, den auch eine Hexe ist in Spellbound nicht vor Verbrechen gefeit.

„Spellbound. Lieber verhext als verstorben“ ist eine sehr schön zu lesende, spannende und in höchstem Maße humorvolle Geschichte, die Krimi, Herzschmerz, verrückte Situationen und Spannung mit unnachahmlichen Charakteren und Protagonisten verknüpft. Wer mit diesem Buch in die Reihe einsteigt, der möchte unmittelbar nach dem Ende der Lektüre sofort die Vorgängerbände lesen um die Vorgeschichte nachzuvollziehen. Wer die Reihe bereits kennt, der beginnt unmittelbar nach dem Ende auf den sechsten Band hinzufiebern.

Einfach eine schöner, liebevoller Cosy-Crime-Fantasy-Mix, der dem Leser ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 31.12.2023

Ein typischer Kaminer - feine Mischung aus Humor und Gesellschaftskritik

Wie sage ich es meiner Mutter
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Wladimir Kaminer versucht seiner mittlerweile 90jährigen Mutter die heutige neue Welt in der wir leben mit bis zu 72 verschiedenen Geschlechtern, wahrscheinlich ebenso vielen Bio-Siegeln, immer neuen Virenarten ...

Wladimir Kaminer versucht seiner mittlerweile 90jährigen Mutter die heutige neue Welt in der wir leben mit bis zu 72 verschiedenen Geschlechtern, wahrscheinlich ebenso vielen Bio-Siegeln, immer neuen Virenarten mit den zugehörigen immer neuen Verhaltensweisen und verrückt gewordenen Politikern zu erklären - oder ihr zumindest beim Verstehen dieser Phänomene zu helfen, denn - sind wir ehrlich - weder er noch sonst jemand versteht all diese Dinge zur Gänze.
So erlebt er gemeinsam mit seiner Mutter viele bemerkenswerte Momente und versucht daraus für sich und seine Lieben mit viel Humor, aber auch Sinnhaftigkeit die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Ich bin sehr froh bei Wladmir Kaminers' Reise durch die Verrücktheiten der jüngsten Jahre dabei sein zu können, denn er versteht es wie kein zweiter Autor diese neue, sich nahezu stündlich verändernde Welt darzustellen, sie zu interpretieren und den dahinter liegenden Schwachsinn mit feinem Humor herauszulösen.
Immer persönlich, immer humorvoll, aber auch immer tiefgründig und durchdacht - dafür muss man Kaminers Bücher einfach lieben.

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Veröffentlicht am 31.12.2023

Auch der Tod denkt über den Sinn des Lebens (oder Todes...) nach

Und der Tod fragte sich, ob er (un)endlich ist
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Der Tod ist auch nur ein Mensch... Hört sich an wie eine Platitüde, entspricht aber den Tatsachen, denn er fragt sich nach Jahrhunderten auf Erden und mit zunehmender Erschöpfung und Verständnislosigkeit ...

Der Tod ist auch nur ein Mensch... Hört sich an wie eine Platitüde, entspricht aber den Tatsachen, denn er fragt sich nach Jahrhunderten auf Erden und mit zunehmender Erschöpfung und Verständnislosigkeit über das Verhalten seiner "Kunden", den Menschen, immer häufiger, was er da eigentlich macht, was das soll und was wohl mit ihm passiert, wenn die Menschen sich weiterhin so konsequent selbst zerstören und schließlich nicht mehr da sind.

Kurz gesagt - der Tod steht kurz vorm Burn Out. Die Lösung - er nimmt Urlaub und versucht das eigene Sein zu ergründen. Bei der Beantwortung vieler seiner Fragen erhält er sehr große Hilfe von außergewöhnlichen Menschen, denen er in anderen Situationen bereits begegnet ist - aber davon weiß er nichts mehr. Und die Menschen erst recht nicht - oder...?

Sehr gefühlvoll, sehr emotional und tiefgründig, dabei aber immer spannend und mit einer gehörigen Portion Humor widmet sich die Autorin Charlie Reiss einem Thema, das viele gerne aussparen, weil es ihnen Angst macht. Aber dass der Tod selber auch Ängste, Zweifel und Unsicherheiten haben könnte, und vor allem nicht versteht, warum die Menschen ihn so sehr fürchten, ist ein hochinteressantes Thema, über das man sich praktisch nie Gedanken macht.

Charlie Reiss geht dieses Thema sehr sensibel an und läßt den "Gevatter Tod" sehr menschlich erscheinen. Ein tolles Buch mit nachdenklich machender Botschaft - sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 31.12.2023

Sehr dichte, interessante, aber auch anspruchsvolle Story

Die verlorene Zukunft von Pepperharrow
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Thaniel Steepleton und Keita Mori haben sich vor einigen Jahren in London kennengelernt und viel zusammen erlebt. Nun reisen sie in den 1880er Jahren zusammen mit Steepletons' Stieftochter Six nach Japan ...

Thaniel Steepleton und Keita Mori haben sich vor einigen Jahren in London kennengelernt und viel zusammen erlebt. Nun reisen sie in den 1880er Jahren zusammen mit Steepletons' Stieftochter Six nach Japan um in Keitas' Heimat eine wichtige Mission zu erfüllen. Welche Mission das genau ist wissen beide allerdings nicht, aber Mori, der über besondere Fähigkeiten verfügt, weiß ganz genau, dass es unvermeidbar ist, diese Reise anzutreten, auch wenn es offensichtlich vor dem Hintergrund des aufkeimenden japanischen Nationalismus, der realen Bedrohung durch russische Kriegsschiffe und eines Machtwechsels in der japanischen Politik extrem gefährlich ist...


Es hat etwas gedauert bis ich mich in dieser Geschichte zurechtgefunden habe und bis zum Ende war es nicht ganz mein Genre. Aber handwerklich und sprachlich ist dieses Buch - gerade den Freunden und Fans der fantastischen Literatur - sehr zu empfeheln. Die ausgeklügelte Story, die neben der Hauptgeschichte auch Steam-Punk-Elemente und historische ostasiatische Ereignissen und Personen verbindet, ist - wenn auch manchmal etwas langatmig - ausgesprochen lesenswert.

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