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Veröffentlicht am 30.08.2020

Zu Corona-Zeiten erschreckend...

Noah
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Ich habe vor einiger Zeit angefangen, Bücher von Sebastian Fitzek zu lesen. Mittlerweile habe ich so ziemlich alle im Regal stehen.

Gerade beendet habe ich Noah.

Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, ...

Ich habe vor einiger Zeit angefangen, Bücher von Sebastian Fitzek zu lesen. Mittlerweile habe ich so ziemlich alle im Regal stehen.

Gerade beendet habe ich Noah.

Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, müssen wir der verfolgten Theorie des Buches recht geben. Streben wir nicht alle nach Reichtum oder zumindest Wohlstand? Ist es nicht so, dass wir durch all unser Tun eigentlich nur UNSER Bestes wollen?

Natürlich engagieren sich einige von uns ehrenamtlich. Und ja, wir drücken unseren Einkaufswagen-Euro auch mal einem Bodo-Verkäufer in die Hand oder legen einem Straßenmusiker ein paar Centstücke in die Geigenkiste.

Aber ganz ehrlich - kaufst Du nur Fairtrade? Besorgst Du Dein Fleisch vom Biohof? Zahlst Du 20 Euro für 1 Kilo Kaffee aus nachhaltigem Anbau? Ist Dir ein Unterzieh-T-Shirt 25 Euro wert, weil die Baumwolle hierfür kontrolliert biologisch angebaut und fair gehandelt wurde? Wie Sebastian Fitzek schon schreibt - wir kaufen eine Tiefkühl-Lasagne für 1,49 Euro und empören uns im Nachhinein darüber, dass festgestellt wurde, dass sie Pferdefleisch enthält.

Wir wissen von all dem Elend, das insbesondere in der Textilindustrie herrscht. Wir wissen, wie Menschen, wie KINDER ausgebeutet werden. Wenn darüber berichtet wird, kaufen wir für unser reines Gewissen für einen Moment nicht bei DER Modekette. Und wir fühlen uns gut dabei. Ein paar Monate später ist das aber alles wieder vergessen und es wird doch wieder dort gekauft.

Wir sind nicht bereit, auf Fleisch zu verzichten. Vegetarier oder gar Veganer werden aufgrund ihres Lebensstils verurteilt. "Alles übertrieben", "die essen doch den Kühen ihr Essen weg"; überhaupt ist es doch total kompliziert, jene Verzichtenden zum Essen einzuladen. Vorurteile über Vorurteile. Vielleicht sind dies einfach die Menschen, die zumindest versuchen, etwas besserzumachen.

Wir, die sich glücklich schätzen, tausende Kilometer und einen Ozean weit weg zu leben. Was uns nicht täglich vor Augen geführt wird, betrifft uns nicht. Gibt es eigentlich nicht. Wir schauen weg, wenn Obdachlose im Winter in Pappe gehüllt in Hauseingängen sitzen und vielleicht erfrieren. "Die geben das Geld, das ich ihnen gebe, doch eh nur für Schnaps aus".

Diese und viele tiefgründigere Probleme werden in "Noah" thematisiert. Mächtige versuchen, das Problem der Überbevölkerung in den Griff zu bekommen. Ein Grippevirus befällt einen Großteil der Menschen überall auf der Weltkugel verteilt.

Die Parallelen zu Covid-19 sind teilweise erschreckend. Hätte ich das Buch zu einem anderen Zeitpunkt gelesen, hätte es mich vielleicht nicht so zum Nachdenken verleitet. Über die Überbevölkerung vielleicht, aber nicht darüber, wie man dieser Herr werden kann. So macht es einem doch ein wenig Angst...

Es lohnt sich, das Buch zu lesen und ich möchte meine klare Empfehlung hierfür aussprechen. Die Charaktere sind so beschrieben, dass man sie sich beinahe bildlich vorstellen kann. Die Idee des Buches ist exzellent. Es ist mein erstes Buch von Sebastian Fitzek, in dem die menschliche Psyche des Hauptprotagonisten keine allzu große Rolle spielt. Es regt sehr zum Nachdenken an.

Danke, Sebastian Fitzek :)

PS: Wenn ihr das Buch mit der Hand auf dem Cover habt, legt es doch morgens auf euren Nachttisch. Aber erschreckt euch nicht, wenn ihr abends im Dunkeln in euer Schlafzimmer kommt ;))

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere