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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2023

Wälder schützen

Die Sache mit dem Wald
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Die Sache mit dem Wald von Sven Herzog ist ein ausführliches und schön gestaltetes Buch, das Leser mit einer tiefen Liebe zum Wald anspricht. Im Inneren finden sich einige ansprechende Bilder von Wäldern, ...

Die Sache mit dem Wald von Sven Herzog ist ein ausführliches und schön gestaltetes Buch, das Leser mit einer tiefen Liebe zum Wald anspricht. Im Inneren finden sich einige ansprechende Bilder von Wäldern, Tieren und Pflanzen, die die Schönheit und Vielfalt des Waldes einfangen.

Der Autor vermittelt seine Leidenschaft für den Wald und zeigt einen starken Wunsch, Wege zu finden, um die Wälder nachhaltig zu erhalten. Dieser Aspekt des Buches ist deutlich spürbar und verleiht dem Werk eine persönliche Note.

Das Buch ist jedoch sehr ausführlich mit einigen Wiederholungen und eine gelegentliche Überbetonung theoretischer Aspekte. Der Schreibstil zeugt von einem hohen sprachlichen Niveau, was es zu einer anspruchsvollen Lektüre macht.

Ein Höhepunkt des Buches sind die interessanten Fragen, die behandelt werden, darunter die Rolle der Jagd im Wald, wie Wälder naturnah gestaltet werden können und das komplexe Zusammenspiel von Tieren und Pflanzen im Wald. Das Buch deckt auch die Gefahren der falschen Waldnutzung auf und regt zur kritischen Auseinandersetzung mit diesem Thema an. Vermutlich werden jedoch nicht alle Leser dem Autor zustimmen, da manche Themen kontrovers diskutiert werden.

Besonders fesselnd ist die geschichtliche Betrachtung der deutschen Wälder und die mythische sowie emotionale Rolle, die der Wald in unserer Kultur spielt. Der Autor zeigt, wie tief verwurzelt der Wald in unserer Geschichte und Psyche ist.

Fazit: Ein theoretisches Sachbuch mit einem eher gehobenen Niveau. Es ist ideal für Leser, die in die Tiefe gehen wollen und bereit sind, sich mit den komplexen Fragen rund um den Wald auseinanderzusetzen. Dieses Buch ist vor allem geeignet für Menschen, die sich intensiv mit dem Thema „Wald“ auseinandersetzen möchten.

Veröffentlicht am 10.10.2023

Gott durch Arbeit und Ruhe ehren

Ruhe. Arbeit. Ewigkeit.
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John Mark Comer ist Pastor einer Gemeinde in Oregon, USA. In Deutschland wurde er vor allem durch sein Buch, „Das Ende der Rastlosigkeit“ bekannt. Dieses Buch, „Ruhe. Arbeit. Ewigkeit.“ wurde zuerst verfasst ...

John Mark Comer ist Pastor einer Gemeinde in Oregon, USA. In Deutschland wurde er vor allem durch sein Buch, „Das Ende der Rastlosigkeit“ bekannt. Dieses Buch, „Ruhe. Arbeit. Ewigkeit.“ wurde zuerst verfasst und legt einen stärkeren Schwerpunkt auf Arbeit. Dennoch sind die Überlegungen zur Ruhe, die in „Das Ende der Rastlosigkeit“ vertieft werden, möglicherweise trotz ihrer Kürze hier bedeutsamer, da nur das Wesentliche erläutert wird.

Der Autor führt den Leser von der Schöpfung bis zur Erneuerung von Himmel und Erde und regt zum Nachdenken über Themen wie Arbeit, Berufung, Exzellenz, Ruhe und das ewige Leben an. Seine Gedanken sind gut durchdacht und biblisch fundiert. Sein Schreibstil ist äußerst verständlich, selbst wenn er komplexe Ideen erläutert. Das Lesen fühlt sich an wie eine Unterhaltung, da der Autor den Leser persönlich anspricht und sogar humorvolle Bemerkungen im Buch zu finden sind.

Die Themen des Buchs sind vor allem für junge Erwachsene interessant, und auch die Schreibweise passt zu dieser Altersgruppe. Das Buch behandelt hauptsächlich drei Themen: Arbeit, Ruhe und Ewigkeit.

Der erste Punkt, Arbeit, wird am ausführlichsten behandelt. Comer beginnt im Garten Eden, um zu zeigen, dass Arbeit kein Fluch ist, sondern etwas Positives. Der Auftrag, die Erde zu beherrschen, wurde schließlich vor dem Sündenfall gegeben. Der Autor möchte dem Leser helfen, eine positive Beziehung zu seiner Arbeit zu finden. Dazu gehört auch die Überlegung, welche Arbeit zu mir als Person passt und wie ich dieser Berufung folgen kann. Dem Autor ist es wichtig zu betonen, dass Arbeit und Dienst für Gott nicht getrennt werden sollten, denn letztendlich tun wir alles für Gott.

Der nächste Abschnitt über Ruhe ist kürzer, aber trotzdem sehr wertvoll. Comer ermutigt dazu, die Freiheit, die in einem Ruhetag liegt, zu schätzen. Er erzählt außerdem, wie seine Familie den Ruhetag feiert. Dabei ist das Wort „feiert“ ein wichtiger Hinweis darauf, was diesen Tag auszeichnet.

Im kürzesten Teil dieses Buches geht es um die Ewigkeit und unser produktives Leben auf einer neuen Erde nach der Auferstehung. Dabei möchte der Autor vermitteln, dass es mehr gibt als was wir jetzt in unserem Arbeitsalltag erleben. Er zeigt, wie unser jetziges Leben uns auf die Ewigkeit vorbereitet.

Fazit: Ein aufschlussreiches und leicht zu lesendes Buch über Arbeit und Ruhe mit einer Ewigkeitsperspektive. Sehr empfehlenswert, vor allem für Menschen, die am Anfang ihrer Berufstätigkeit stehen!

Veröffentlicht am 09.10.2023

Inspirierende Vorbilder

Weltbewegerinnen 2
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Mit einem wunderschönen Einband und einer liebevollen Gestaltung im Buchinneren, ist es eine Freude, in diesem Buch zu blättern. Insgesamt vierzig mutige Frauen werden vorgestellt. Sie sind sehr unterschiedlich. ...

Mit einem wunderschönen Einband und einer liebevollen Gestaltung im Buchinneren, ist es eine Freude, in diesem Buch zu blättern. Insgesamt vierzig mutige Frauen werden vorgestellt. Sie sind sehr unterschiedlich. Manche zeichnen sich durch ihren Einsatz für Gerechtigkeit aus, andere waren Vorreiter im Bereich der Bildung für Frauen. Einige setzen sich selbstlos für Kranke ein, mehrere sind als Schauspielerinnen oder Autorinnen bekannt.

Sieben Überschriften weisen darauf hin, wofür sich die jeweiligen Frauen auszeichnen. Es wird erzählt von „Engel der Vergessenen“. Andere tun etwas „Unerhört“es. Einige sind „Eine Klasse für sich“. Es gibt auch welche, die einen „Neuanfang“ wagen oder „Mehr als ‚Die Frau von‘“, sind. Manche Frauen sind bekannt für ihren „Mutigen Widerstand“, oder weil sie ihre Mitmenschen „Mit den Augen der Liebe“ sehen.

Jedes Lebensbild beginnt mit einem passenden Zitat, gefolgt von einer Zusammenfassung der wichtigsten Lebensstationen und Errungenschaften der jeweiligen Frau. Ein kleines Bild und wichtige Lebensdaten vervollständigen die Biografien.

Dieses Buch erzählt von Frauen aus verschiedenen Zeitaltern und zeigt eine Mischung aus bekannten und weniger bekannten Persönlichkeiten, und auch ihre Wirkungsbereiche sind sehr unterschiedlich. Gemeinsam ist ihnen der Glaube, wobei das bei einigen im Mittelpunkt steht, bei anderen wird es nur am Rande erwähnt.

Leser erfahren Interessantes, zum Beispiel dass Teresa von Avila als Frau nicht die Bibel lesen durfte, oder dass „Molly“, aus dem Film „Titanic“, tatsächlich gelebt hat. Viele Frauen inspirieren durch ihr Vorbild und ihre Selbstlosigkeit, zum Beispiel Stelle Deetjen oder Esther Chang. Einige sind politisch aktiv. Allerdings gibt es auch ein paar Lebensbilder, die nicht besonders weltbewegend erscheinen.

Fazit: Ein ansprechend gestaltetes und inspirierendes Buch über Frauen, die durch ihren mutigen Einsatz einen wichtigen Beitrag geleistet haben oder leisten. Gut geeignet auch als Geschenk oder für den Einsatz in Frauenkreisen. Sehr empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.10.2023

Sie wollen einfach nur nach Hause

Gestohlene Leben
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Niemand weiß, wie viele Kinder und Jugendliche betroffen sind, wie viele von ihnen ihre Eltern und Geschwister seit Monaten nicht mehr gesehen haben, oder wie viele jeden Tag hören, dass sie in eine russische ...

Niemand weiß, wie viele Kinder und Jugendliche betroffen sind, wie viele von ihnen ihre Eltern und Geschwister seit Monaten nicht mehr gesehen haben, oder wie viele jeden Tag hören, dass sie in eine russische Pflegefamilie kommen sollen, dass ihre Eltern sie nicht mehr haben wollen und dass sie ihre ukrainische Identität gefälligst hinter sich lassen sollen.

Es ist kaum zu glauben, dass diese schrecklichen Verbrechen in unserer heutigen Zeit begangen werden. Doch leider ist es wahr, und der Internationale Strafgerichtshof hat wegen dieser Untaten Haftbefehl gegen den russischen Staatspräsidenten erlassen.

In diesem Buch erzählen Kinder und Jugendliche, Eltern und andere Angehörige, Juristen, Psychologen und andere Helfer ihre Geschichten.

Es beginnt oft mit einer Einladung zu einem Erholungsurlaub, oft verreisen ganze Schulklassen. Der Termin der Rückkehr wird immer weiter nach hinten geschoben, dabei vergehen Monate. Die besorgten Eltern suchen in der Zwischenzeit verzweifelt nach einem Weg, ihre Kinder zurückzubekommen. Sehr oft müssen sie selbst nach Russland reisen, um ihre Kinder zurückzuholen, eine nervenaufreibende und kostspielige Erfahrung.

„Save Ukraine" setzt sich für die Rettung der entführten Kinder ein. Sie beraten Eltern und helfen ihnen dabei, ihre Kinder zurückzuholen. Außerdem dokumentieren sie alle bekannten Fälle, damit die Verantwortlichen eines Tages dafür zur Rechenschaft gezogen werden können.

Dieses Buch besteht vor allem aus Interviews und aufgezeichneten Gesprächen mit Betroffenen. Die Kinder, die hier erzählen, konnten gerettet werden. Sie berichten von ihren Gefühlen und Erfahrungen während dieser schwierigen Zeit. Einige konnten gut damit umgehen, andere sind traumatisiert. Eltern erklären, wie es dazu kommen konnte, dass ihre Kinder deportiert wurden, und sie erzählen von dem mühsamen Weg, ihre Kinder zurückzuholen, sowie von ihrer Angst, sie nun aus den Augen zu lassen.

Fazit: Ein wertvolles Buch, das einen guten Einblick in die Kindesentführungen in der Ukraine gibt. Es wirkt roh und ungefiltert, beim Lesen spürt man, dass es recht schnell zusammengestellt wurde. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 08.10.2023

Den Tätern vergeben?

Die verschwiegenen Jahre
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Hannah Sterling ist 27 Jahre alt und lebt in den Vereinigten Staaten. Der kürzliche Tod ihrer Mutter belastet sie, nicht weil die beiden Frauen sich so nahestanden, sondern weil Hannah nie verstehen konnte, ...

Hannah Sterling ist 27 Jahre alt und lebt in den Vereinigten Staaten. Der kürzliche Tod ihrer Mutter belastet sie, nicht weil die beiden Frauen sich so nahestanden, sondern weil Hannah nie verstehen konnte, warum es kein vertrautes Verhältnis zwischen ihr und ihrer Mutter gab. Und nun, mit dem Tod der Mutter, ist es zu spät, daran etwas zu ändern. Wenn sie wenigstens verstehen könnte, was in ihrer Mutter vorging.

Als sie wegen dieser inneren Belastung als Lehrerin freigestellt wird, sucht sie nach Antworten. In den Unterlagen ihrer Mutter findet sie eine Adresse in Berlin. Hannah ist überrascht, als sich herausstellt, dass sie einen Großvater in Deutschland hat, wurde ihr doch immer gesagt, dass ihre Mutter keine lebenden Angehörigen mehr hat. Sie wagt es und fliegt nach Berlin.

Auch beim Großvater erlebt Hannah anfangs Distanziertheit und Kälte. Dazu scheinen alle, die mit der Familie verbunden sind, sorgsam irgendwelche Geheimnisse zu hüten. Koste es, was es wolle, Hannah will nun wirklich wissen, wer ihre Mutter war.

Ein zweiter Erzählstrang verfolgt die Geschichte von Lieselotte, Hannahs Mutter, ab der Kristallnacht im November 1938. Mutter und Vater vermitteln ihr im beginnenden Nazi-Reich unterschiedliche Werte. Als ihre Mutter stirbt, ist das junge Mädchen dankbar für die Unterstützung einer befreundeten Familie. Sie darf sie auch zu den Gottesdiensten der Bekennenden Kirche begleiten. Das sieht ihr Vater zwar nicht gern, aber er hatte Lieselottes Mutter auf dem Sterbebett versprochen, es ihr zu erlauben. Lieselotte setzt sich bald im Verborgenen für das ein, was ihr wichtig ist. Sie folgt ihrem Herzen und begibt sich damit in große Gefahr.

Abwechselnd wird in diesem Buch von Hannah und von Lieselotte erzählt. Beide Erzählstränge greifen ineinander und ergänzen sich. Das macht die Erzählung sehr spannend. Es fällt schwer, mit dem Lesen aufzuhören.

Lieselottes traurige Liebesgeschichte berührt das Herz. Die Schrecken während der Naziherrschaft werden so gut wiedergegeben, dass es stellenweise schwerfällt weiterzulesen. Interessant ist vor allem die Darstellung ethischer Entscheidungen in dieser Zeit, und der Wunden, die viele Jahre später bleiben.

Das wichtigste Thema in diesem Buch ist die Frage nach Schuld; nach schwerer Schuld, die nachkommende Generationen belastet. Können solch große Sünden der Väter vergeben werden?

Fazit: Ein spannendes Buch über die Judenverfolgung im Dritten Reich, Familiengeheimnisse, den Umgang mit Schuld und der Kraft der Vergebung. Sehr empfehlenswert!