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Veröffentlicht am 13.04.2023

Ein König voller Angst

Gib du mir Weisheit
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Mit zwölf Jahren wird Manasse König. Er vermisst seinen Vater so sehr, vor allem aber fragt er sich, ob es ihm gelingen wird, ein genauso guter König, wie sein Vater zu sein. Jahre später begegnet er einem ...

Mit zwölf Jahren wird Manasse König. Er vermisst seinen Vater so sehr, vor allem aber fragt er sich, ob es ihm gelingen wird, ein genauso guter König, wie sein Vater zu sein. Jahre später begegnet er einem Mann, der ihm einredet, dass eine Verschwörung gegen ihn im Gange ist. Anführer dieser Verschwörung soll ausgerechnet sein Jugendfreund und Berater Josua sein. Manasse will es zuerst nicht glauben, doch sein neuer Bekannter versteht es Wahrheit und Lüge zu vermischen, und so den jungen König zu verführen.

Josua ist sehr zufrieden mit seinem Leben. Er hat eine wunderbare Familie, lebt in Wohlstand, und geht im Palast ein und aus. Doch unvermittelt bricht alles zusammen. Der König sucht ihn. Josua kann kaum glauben, dass sein Vater und der Prophet Jesaja gefangen genommen wurden und ihm das gleiche Schicksal droht. Als er erfährt, dass der König es auf alle abgesehen hat, die mit ihm zu tun haben, weiß er, dass er fliehen muss. Doch es scheint unmöglich zu sein, unbemerkt die Stadt Jerusalem zu verlassen.

Auf seiner Flucht hat Josua mit Rache- und Wutgedanken zu kämpfen. Er fühlt sich von Gott im Stich gelassen, hat er ihm doch sein Leben lang treu gedient. Warum geht es ihm nun so schlecht? Er hat fast alles verloren, was ihm lieb war. Eine Aussage bringt ihn zum Nachdenken, „Widrigkeiten sind der Testfall für unseren Glauben. Gott muss das Wagnis eingehen, dich für immer an deinen Zorn und deine Verbitterung zu verlieren, um dich als seinen wahren Sohn zu gewinnen.“ Nach einer langen notvollen Zeit erkennt er, dass Gott nicht dazu da ist, seine Wünsche zu erfüllen. Er erkennt, „Er hatte einen Götzen angebetet und durch Opfer und gute Werke versucht, seinen Gott seinen Wünschen zu unterwerfen.“

Diese Erzählung bleibt nah am biblischen Text. Die Umsetzung ist gelungen, beim Lesen kann man gut nachvollziehen, was den jungen König Manasse dazu bewegt den Glauben seines Vaters zu verlassen. Besonders interessant ist dabei die Parallele zu unserer heutigen Zeit. Auf eindrückliche Weise zeigt die Autorin, wie Wahrheit, mit ein wenig Lüge vermischt, einen Menschen vom rechten Weg abbringen kann.

Fazit: Dieser Roman erzählt eine biblische Königsgeschichte so nach, dass der Leser Erkenntnisse für das eigene Leben gewinnt. Spannend erzählt und mit tiefen geistlichen Einsichten, ist dieses Buch sehr empfehlenswert.

Veröffentlicht am 12.04.2023

Gnade ist ein unverdientes Geschenk

Wie mit Gold verwoben
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Isabel ist dankbar für ihre Arbeitsstelle in einer Weberei. Mit ihrem kargen Verdienst unterstützt sie ihre Familie. Sie vermisst ihre Familie, es ist schon mehr als zwei Jahre her, dass sie sie sehen ...

Isabel ist dankbar für ihre Arbeitsstelle in einer Weberei. Mit ihrem kargen Verdienst unterstützt sie ihre Familie. Sie vermisst ihre Familie, es ist schon mehr als zwei Jahre her, dass sie sie sehen konnte. Zusammen mit ihren Freundinnen in der Fabrik, setzt sie sich für die kleinen Mädchen in einem Waisenhaus ein. In ihrer Freizeit nähen sie Puppen für diese kleinen Kinder.

Carter kommt nach dem Tod seines Vaters aus Europa zurück, und tritt das Erbe seines Vaters als Fabrikbesitzer an. Er hat sich mit seinem Vater nicht gut verstanden, denn Carter ist der Glaube wichtiger als ausbeuterischer Gewinn. Mit den großzügigen Änderungen, die er zum Wohle seiner Mitarbeiter einführen will, ist sein Verwalter gar nicht einverstanden.

Carters Mutter möchte nichts sehnlicher als Enkelkinder. Wenn Carter sich doch endlich für eins der Damen entscheiden könnte, die sie ihm vorstellt!

Dieses kleine Buch mit großer Schrift ist schnell gelesen. Es ist eine leichte Lektüre, eher eine Kurzgeschichte, ohne komplizierte Wendungen. Es wird schon bald deutlich, dass Carter und Isabel einander zugetan sind, doch die Standesunterschiede zwischen ihnen scheinen unüberwindbar.

Viele Szenen berühren das Herz, zum Beispiel der Besuch des Waisenhauses. Im Mittelpunkt steht das Thema Gnade, denn Carter fühlt sich dafür verantwortlich die Fehler seines Vaters wieder in Ordnung zu bringen. Dabei fürchtet er, dass Gottes Zorn über ihn als Sohn kommen wird.

Fazit: Mit seiner großen Schrift und einer schlichten, gefühlvollen Geschichte, eignet sich dieses Buch für kleine Pausen zwischendurch und besonders gut für ältere Menschen. Empfehlenswert!

Veröffentlicht am 11.04.2023

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei

Gemeinsam
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Ein Umzug ist immer schwer! Neu anfangen, vertraute Menschen zurücklassen. Als Jennie Allen in eine neu Stadt zieht, ist sie anfangs verzweifelt, weil sie sich so einsam fühlt. In diesem Buch erzählt sie ...

Ein Umzug ist immer schwer! Neu anfangen, vertraute Menschen zurücklassen. Als Jennie Allen in eine neu Stadt zieht, ist sie anfangs verzweifelt, weil sie sich so einsam fühlt. In diesem Buch erzählt sie von ihren Erfahrungen auf dem Weg zu neuen Freundschaften, die in die Tiefe gehen und erfüllend sind.

Die drei Teile dieses Buchs bauen aufeinander auf. Im ersten Teil weckt die Autorin ein Bewusstsein dafür, was uns in unserer individualisierten Gesellschaft abhandengekommen ist. Anhand von mehreren Beispielen, beschreibt sie, wie wir für das Leben in einer überschaubaren Gemeinschaft geschaffen worden sind. Als Beispiel nennt sie dörfliche Gemeinschaften in Afrika, in denen jeder den anderen kennt, Menschen nicht alleingelassen werden und füreinander sorgen.

Der zweite Teil ist vermutlich der wichtigste Teil des Buchs. Hier zeigt die Autorin fünf wichtige Prinzipien für bleibende und tiefe Freundschaften auf. Es geht um Vertrauen, um Authenzität und um Offenheit. Sehr viele Aussagen untermalt sie mit Beispielen aus ihrem eigenen Leben. Dabei erzählt sie oft auch von Schwierigkeiten und misslungenen Versuchen Freundschaften aufzubauen, ermutigt jedoch den Leser eindringlich dranzubleiben und nicht aufzugeben.

Im dritten Teil steht verstärkt der Glaube im Fokus, gleichzeitig wird der Leser in diesem Teil erneut ermutigt Schritte auf andere zuzugehen. Außerdem zeigt die Leserin Hindernisse auf dem Weg zur Gemeinschaft auf, und erklärt, wie man am besten damit umgeht.

Die Gestaltung dieses Buchs ist wunderschön und einladend. Der Schreibstil ist einfach, das Lesen fühlt sich wie ein zwangloses Gespräch mit einer Freundin an. Die Autorin erzählt sie sehr offen aus ihrem Leben, an manchen Stellen vielleicht ein bisschen zu viel. Beispiele von anderen Personen wären hilfreich, denn nicht jeder wird sich mit der extrovertierten Persönlichkeit der Autorin und mit ihren Sorgen identifizieren können.

Sehr hilfreich ist, dass konkrete Schritte zum Aufbau von Freundschaften aufgezeigt werden. Gut ist auch, dass die Autorin auf Einwände eingeht, die Leser haben könnten.

Fazit: Ein ansprechendes und hilfreiches Buch, das in einfacher Weise erklärt, wie man Freunde in seiner unmittelbaren Umgebung finden kann. Es ermutigt auf Menschen zuzugehen und sie besser kennenzulernen, da wir alle Gemeinschaft brauchen. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 10.04.2023

Wenn alles hoffnungslos erscheint

Der Fund in der Tiefe
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Antonia liegt mit Vergiftungserscheinungen im Krankenhaus. Sie hat Albträume und fühlt sich bedroht, wie wenn ihr einer nach dem Leben trachten würde. Ihre Freundin Emma ist todunglücklich. Ihr Stiefvater ...

Antonia liegt mit Vergiftungserscheinungen im Krankenhaus. Sie hat Albträume und fühlt sich bedroht, wie wenn ihr einer nach dem Leben trachten würde. Ihre Freundin Emma ist todunglücklich. Ihr Stiefvater wird nach Berlin versetzt, und Emma soll mit. Das würde heißen, dass sie schon in wenigen Wochen ihr Zuhause und ihre Freunde verlassen muss. Sie ist verzweifelt, denn die Situation erscheint ihr hoffnungslos.

Als Antonia aus dem Krankenhaus entlassen wird, sucht sie gemeinsam mit ihren drei Freunden nach der Ursache der großen Katastrophe im Starnberger See. Das Wasser ist vergiftet. Fische sterben, niemand darf mehr ins Wasser, viele Menschen liegen im Krankenhaus mit Vergiftungserscheinungen.

Auf einer anderen Zeitebene erfährt der Leser von vier Kindern, die ihren Eltern im Dritten Reich weggenommen werden. Sie müssen in ein Kinderheim, und mittlerweile haben sie jegliche Hoffnung verloren. Nach einer misslungenen Flucht werden sie umso strenger bewacht. Ein großer Trost in dieser Situation ist ihnen ein Bibelvers: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“ (Jeremia 29,11)

Das Thema Hoffnung zieht sich durch dieses Buch: Emmas Hoffnungslosigkeit angesichts des drohenden Umzugs, die Hoffnungslosigkeit der vier Geschwister im zweiten Erzählstrang, und auch Hoffnungslosigkeit wegen der Umweltkatastrophe am Starnberger See sind nur einige der schwierigen Situationen, von denen berichtet wird. Das alles lässt die Frage danach aufkommen, was Hoffnung gibt und worauf Menschen sich stützen können.

Dieses Buch ist Teil einer mehrteiligen Serie über vier Freunde, die am Starnberger See leben. Es ist in sich abgeschlossen, aber für den Verständniszusammenhang, ist es hilfreich die anderen Bücher der Reihe zu kennen.

In diesem Band überstürzen sich die Ereignisse, vor allem das Ende ist so spannend, dass es schwer fällt mit dem Lesen aufzuhören. Die vier Jugendliche sind realitätsnah gezeichnet, mit ihrem Frust, ihren Ängsten, und auch ihrem Glauben. Die Hinweise auf die Hilfe, die der Glaube im Alltag bringt, fügen sich auf gute und natürliche Weise in die Geschichte ein.

Fazit: Eine spannende Geschichte mit viel Action und gefährlichen Situationen. Diese Erzählung passt sehr gut zur Lebenswelt von heutigen Jugendlichen und ist sehr empfehlenswert!

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 01.04.2023

Wo ist nur das Silberbesteck!?

Alle Farben der Kamelien
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Lucy liebt Kunst, und es ist ihr ein Herzensanliegen Historisches zu bewahren. Als sie erfährt, dass der junge Mann, mit dem sie verabredet ist, die alten Häuser in ihrer schönen Stadt abreißen will, um ...

Lucy liebt Kunst, und es ist ihr ein Herzensanliegen Historisches zu bewahren. Als sie erfährt, dass der junge Mann, mit dem sie verabredet ist, die alten Häuser in ihrer schönen Stadt abreißen will, um Neues zu errichten, ist ihr klar, dass Declan keinesfalls ihr Traummann ist. Und als würde das nicht reichen, zeigt sich schnell, dass er einer Familie angehört, die seit Generationen mit Lucys Familie im Streit liegt. Jede Familie wirft der anderen vor, den Familienschatz gestohlen zu haben.

Als Lucy überraschend ein wunderschönes, altes Haus als Erbe bekommt, kann sie ihr Glück kaum fassen. Es muss renoviert werden, und sie hat nicht viel Geld, doch mit diesem Haus erfüllt sich ihr größter Traum. Doch warum hat ausgerechnet sie dieses Haus bekommen? Sie will unbedingt mehr über die früheren Besitzer des Hauses erfahren.

Ihre Suche führt sie zu Eliza, einer bekannten Malerin, die vor fast hundert Jahren in diesem Haus lebte. Eliza muss eine unglückliche Liebe verkraften, denn ihr Verlobter verschwindet ohne Erklärung von einem Tag auf den anderen. Doch ihr Leben entwickelt sich danach ganz anders als erwartet.

Dieses Buch erzählt auf zwei Zeitebenen die Geschichten von Lucy und Eliza, und erst im Verlauf das Buchs wird mehr und mehr klar, was die beiden Frauen verbindet. Sie haben nicht nur viel gemeinsam, beide leiden wegen dem verlorenen Silberbesteck, denn Gerüchten zufolge soll es auf dem Grundstück ihres Hauses begraben sein.

Die beiden Zeitepochen werden gut wiedergegeben. Wie ein Faden zieht sich die Liebe zu Gärten, zur Kunst und zu historischen Häusern durch dieses Buch. Dagegen scheinen die Hinweise auf den christlichen Glauben eher ein nachträglicher Einfall zu sein. Sie überzeugen nicht, da sie nicht von Anfang an mit den Charakteren der Geschichte in Verbindung stehen.

Die Geschichte ist spannend, denn es werden immer weitere Geheimnisse gelüftet, doch einige Ereignisse wirken zusammenhanglos, und die Erklärungen überzeugen oft nicht.

Es fällt außerdem schwer mit den Charakteren warm zu werden, denn die Informationen am Anfang der Geschichte reichen nicht zur Identifikation. Die Liebesgeschichten, vor allem in Elizas Zeitebene, ist teilweise berührend, in beiden Geschichten ist manches jedoch vorhersehbar.

Fazit: Gut geschrieben und unterhaltsam, vor allem für Leser, die sich für historische Erzählungen und Familiengeschichten interessieren – doch manches erscheint unlogisch und überzeugt nicht.