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Veröffentlicht am 11.06.2022

Verstehen wie Kinder die Welt verstehen

Kinder denken einfach anders
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Manchmal erscheint die Reaktion eines Kindes einfach rätselhaft. Umso schwerer ist es richtig damit umzugehen. Dieses Buch erklärt anhand von zwanzig wichtigen Experimenten, wie das Denken von Kindern ...

Manchmal erscheint die Reaktion eines Kindes einfach rätselhaft. Umso schwerer ist es richtig damit umzugehen. Dieses Buch erklärt anhand von zwanzig wichtigen Experimenten, wie das Denken von Kindern in den verschiedenen Entwicklungsphasen funktioniert.

Jedes Kapitel beleuchtet ein Experiment oder eine wegweisende Studie der Vergangenheit. Dabei wird erklärt, welche Frage untersucht werden sollte, und wie die Forscher vorgegangen sind. Ein QR-Code führt zu einer Seite im Internet mit weiteren Informationen zum Experiment. Nach der Beschreibung des Versuchs und der Erläuterung von wichtigen Begriffen, erklärt die Autorin was das alles mit dem Familienalltag zu tun hat. Dabei gibt sie ganz praktische Tipps für schwierige Situationen und erklärt, warum sich Kinder auf eine für Erwachsene schwer verständliche Weise verhalten können.

Die zwanzig Kapitel sind grob nach dem Alter der untersuchten Kinder geordnet. Dabei geht es beim ersten Versuch darum, wie viel ein Kind im Mutterleib mitbekommt, und im letzten Versuch darum, was Erwartungen an Schulkindern bei ihnen auslösen können.

Manche Experimente liegen schon lange zurück und würden in einer solchen Weise nicht mehr durchgeführt werden, zum Beispiel die Monster-Studie über die Macht der Worte. Ein paar der Versuche können Eltern leicht zuhause ausprobieren, zum Beispiel das Smartie-Experiment.

Immer wieder geht es um wichtige Themen, wie Erziehungsstile, Bindungen oder Konsequenzen. Dabei macht der vorgeschlagene Erziehungsstil einen ausgewogenen, vernünftigen Eindruck. So erfahren Eltern, zum Beispiel, dass es manchmal besser sein kann dem Kind bei einem unerwünschten Verhalten nicht allzu viel Aufmerksamkeit zu geben, da das als eine Verstärkung dienen könnte. Auf der anderen Seite zeigt sie, wie wichtig es ist kleinen Kindern ungeteilte Aufmerksamkeit zu geben, anstatt sich zum Beispiel beim Füttern mit dem Handy zu beschäftigen.

Fazit: Wer nicht nur Erziehungstipps haben will, sondern auch das Denken seines Kindes verstehen will, wird sicher viel Freude an diesem Buch haben. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 23.05.2022

Verwirrend und gleichzeitig irgendwie liebenswürdig

Auf dem Gipfel wachsen Chinanudeln
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Der 11jährige Elmo verkriecht sich in seiner Trauer. Schon lange zeigt er kein Interesse an irgendetwas, doch da tritt Idefix in sein Leben. Dieser ihm zugelaufene Hund rührt etwas in ihm an. Elmo macht ...

Der 11jährige Elmo verkriecht sich in seiner Trauer. Schon lange zeigt er kein Interesse an irgendetwas, doch da tritt Idefix in sein Leben. Dieser ihm zugelaufene Hund rührt etwas in ihm an. Elmo macht sich auf die Suche nach seinem Besitzer, der Junge ist ja schließlich ein Detektiv. Und er findet den Besitzer tatsächlich, doch damit tun sich noch viele weitere Rätsel auf.

Elmo lebt mit seiner Schwester und Mutter in Berlin. Die Familie scheint etwas dysfunktional zu sein, doch er hat viele liebevolle Freunde in der Nachbarschaft. Eine Ampel, die nicht funktionstüchtig ist, führte zum Tod seines Bruders. Das hat Elmo traumatisiert. Zu gerne möchte er einen Weg finden die Ampel zu reparieren.

Der Hundebesitzer arbeitet an einer großartigen Erfindung, doch vor lauter Erfinden hat er seine Familie verloren. Wie gerne würde er seine Tochter wiederfinden. Diese Tochter, Tuna, ist eine begeisterte Gamerin, denn das neue Spiel „MeloDIY“ ist einfach nur faszinierend. Und Tuna hat eine besondere Gabe. Doch sie ist überzeugt, dass jemand hinter ihr her ist.

Das sind einige der Handlungsstränge in diesem ersten Teil der Buchreihe. Vielleicht ist das etwas zu viel, denn beim Lesen wirkt das alles verwirrend. Das Buch hört außerdem unvermittelt auf, obwohl sich eigentlich noch nichts geklärt hat. Dadurch bleibt einerseits die Spannung auf das nächste Buch, andererseits sollte doch jedes Buch einer Reihe zumindest ein bisschen in sich abgeschlossen sein.

Positiv sind auf jeden Fall die schönen Zeichnungen im Innenteil. Auch die Charaktere sind teilweise gut ausgearbeitet, und der beschriebene Stadtteil wirkt mit dem Zusammenhalt seiner Bewohner einfach liebenswürdig. Auch die beiden Kinder, Elmo und Tuna, mit ihren Problemen und Sorgen wachsen dem Leser auch ans Herz.

Fazit: Ein ungewöhnliches Buch, das Stärken und Schwächen hat. Es macht auf jeden Fall gespannt auf die nächsten Bände! Empfehlenswert, vor allem für Stadtkinder. Für Kinder vom Land ist die dargestellte Lebenswelt vielleicht ungewöhnlich.

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Veröffentlicht am 22.05.2022

Heimat für Heimatlose

Freitag ist ein guter Tag zum Flüchten
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Der sympathische Co-Autor dieses Buchs, Elyas Jamalzadeh, wurde im Iran geboren. Schon vor seiner Geburt mussten seine Eltern aus Afghanistan fliehen, doch auch im Iran sind sie nicht gern gesehen. Der ...

Der sympathische Co-Autor dieses Buchs, Elyas Jamalzadeh, wurde im Iran geboren. Schon vor seiner Geburt mussten seine Eltern aus Afghanistan fliehen, doch auch im Iran sind sie nicht gern gesehen. Der tägliche Überlebenskampf ist hart, wenn man keine Papiere hat, und offiziell nicht im Land leben darf. Wie geht es da erst den Kindern? Elyas wünscht sich sehnlich in die Schule zu gehen, doch er muss schon als Kind mit Gelegenheitjobs zum Familieneinkommen beitragen.

Als Elyas und seine Eltern gar keine Überlebensperspektive mehr haben, entschließen sie sich zur Flucht. Der Weg ist schrecklich. Eisig kalt und gefährlich, gefüllt mit Fehlstarts, Betrug, enttäuschten Hoffnungen. Und immer wieder aussichtslose und unsagbare Lebensgefahr. Erschwerend kommt hinzu, dass Elyas‘ Eltern auf dem beschwerlichen Weg kaum mitkommen, und stark auf die Hilfe ihres Sohnes angewiesen sind. Dabei ist es so schwer in den chaotischen Nächten der Flucht zusammenzubleiben!

In Europa angekommen hören die Schwierigkeiten nicht auf. Elyas beschreibt das schwere Einleben im fremden Land, das Staunen über die so andersartigen Lebensmittel, aber auch die Verwunderung über hilfsbereite, liebevolle Menschen und die vielen Möglichkeiten zur Bildung. Dankbarkeit strahlt aus den Seiten hervor. Bei alldem gibt es aber immer wieder neue Herausforderungen. Doch die Integration gelingt, vor allem dank einiger engagierten Frauen im Leben von Elyas.

Dieses Buch gehört zu meinen Lieblingsbüchern! Der Inhalt ist unglaublich spannend und fesselnd, und die Erzählweise ist kreativ und einfallsreich. Es dauert ein paar Seiten, bis man sich an den Erzählstil gewöhnt hat, doch dann ist dieses Malen von Gefühlen mit Hilfe von Sprachbildern einfach nur toll. Es ist geradezu eine Kunst, wie Angst oder Schmerz dargestellt werden. Das ist wohl vor allem den Einfällen von Elyas‘ Freund, Andreas Hepp, zu verdanken, der hier Elyas‘ Geschichte wiedergibt.

Dieses Buch beantwortet Fragen, die sich Deutsche manchmal angesichts der Flüchtlingsströme stellen – Warum kommen sie hierher? Wie ist es in einem kleinen Boot auf dem Mittelmeer? Wie werden Schleuser gefunden und bezahlt? Wie passiert man eine Grenze? Was geschieht, wenn man von der Polizei aufgegriffen wird?

Der zweite Teil, in dem Elyas sein Einleben in der neuen Heimat beschreibt, ist besonders berührend. Er kann die unglaubliche Freundlichkeit einiger Österreicher kaum fassen. Da ist ein Mann, der große Ähnlichkeit mit dem barmherzigen Samariter hat, eine Schulklasse, die sich für ihn einsetzt, eine zukünftige Schwiegermutter, die immer für ihn da ist. Neben der Dankbarkeit über diese liebevollen Menschen, staunt Elyas über vieles in Europa, das für uns so selbstverständlich ist. Die Freiheit im Krankenhaus behandelt zu werden oder in die Schule zu gehen, und ganz schlicht und ergreifend, einfach die Freiheit!

Fazit: Ein Buch, das begeistert – zum einen durch die informative, authentische und doch gefühlvolle Wiedergabe der Erlebnisse auf der Flucht, zum anderen durch die kreative Verwendung der Sprache. Ganz besonders empfehlenswert, und eins meiner Top-Bücher!

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Veröffentlicht am 21.05.2022

In den Scherben spiegelt sich neues Leben

Scherben
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Für die 16jährige Fiona ist jeder Tag gleich trüb. Es ist schon ein Jahr her, dass ihr kleiner Bruder den Kampf gegen Krebs verloren hat, doch Fiona kann sich immer noch nicht vorstellen, wie das Leben ...

Für die 16jährige Fiona ist jeder Tag gleich trüb. Es ist schon ein Jahr her, dass ihr kleiner Bruder den Kampf gegen Krebs verloren hat, doch Fiona kann sich immer noch nicht vorstellen, wie das Leben weitergehen soll. Ihre Trauer ist ihr inzwischen so vertraut wie ein ausgeleiertes Kleidungsstück. Sie nimmt kaum teil am Leben, hat nur noch eine richtige Freundin, vor allem aber ist sie enttäuscht von Gott.

Ihre Eltern sind gläubig, der Vater sogar Pastor, darum ist ihr der christliche Glaube von klein auf vertraut. Sie hatte so darauf gehofft, dass Gott ihren Bruder gesund machen würde. Wie konnte er sie nur so im Stich lassen? Und wie kann es sein, dass ihre Eltern nicht ebenso mit Gott hadern, wie sie?

Eines Tages haben Fionas Eltern eine große Neuigkeit. Ihre Familie wird sich vergrößern, sie werden einen Teenager aufnehmen. Milan ist im gleichen Alter wie Fiona, doch sein Elternhaus ist von Gewalt geprägt, und Milan hat viele Narben, äußerlich und innerlich.

Fiona empfindet die Gegenwart von Milan zunächst als Bedrohung, und das wird nicht dadurch besser, dass er ausgerechnet im Zimmer ihres verstorbenen Bruders untergebracht wird. Seine Ankunft reißt Wunden auf, und Fionas Verzweiflung wächst. Es ist ein weiter Weg, bis beide Jugendliche erkennen, dass sie mehr gemeinsam haben als sie ahnen.

Die Charaktere dieser Erzählung sind erstaunlich tiefgründig und vielschichtig. Auch Nebencharaktere, wie Fionas Freundin oder die Hauskreismitglieder, sind gut ausgearbeitet. Auf dem ersten Blick scheint dieses Buch ein vorhersehbarer Liebesroman zu sein, nach dem Motto „good girl loves bad boy“, doch es steckt so viel mehr darin. Das Thema Glauben zieht sich durch das Buch, dabei wird vor allem das Gottesbild und das Vertrauen auf Gott thematisiert. Fiona entdeckt, dass Gott gut ist, selbst wenn er nicht so handelt, wie sie es sich sehnlich wünscht.

Fionas Trauer wird im ersten Teil sehr tiefgehend beschrieben, das kann beim Lesen etwas ermüdend wirken und den Einstieg ins Buch erschweren. Auch ein paar Szenen überzeugen nicht, zum Beispiel das Gespräch im Büro des Rektors. Doch das wird mehr als aufgewogen durch die Fülle der lebenswichtigen Themen, die angesprochen werden und der Nähe zur Lebenswelt der Zielgruppe.

Fazit: Ein berührendes Buch über zwei junge Menschen, die ein schweres Schicksal verkraften müssen. Sie kommen sich dabei näher und unterstützen sich, und gemeinsam lernen sie Gott zu vertrauen. Sehr empfehlenswert für junge Menschen ab 12 Jahren.

Veröffentlicht am 16.05.2022

Wo bleibt der Traumprinz unter all diesen Fröschen?!

Dating-Queen
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Als ihre Scheidung rechtskräftig wird, macht sich die fast 50jährige Iris Kloos auf die Suche nach ihrem Traumpartner. Als gläubige Christin liegt es nahe auf christliche Dating-Plattformen zu suchen. ...

Als ihre Scheidung rechtskräftig wird, macht sich die fast 50jährige Iris Kloos auf die Suche nach ihrem Traumpartner. Als gläubige Christin liegt es nahe auf christliche Dating-Plattformen zu suchen. Doch anstatt der erhofften schnellen Begegnung mit ihrem Traummann, erlebt sie dort allerlei skurriles.

Iris lebt mit ihren zwei Söhnen in der Schweiz. Dankbar blickt sie auf die langen Jahre ihrer Ehe zurück. Sie liebt ihren Mann noch immer, doch wegen einer unerwarteten Not war es ihr nicht möglich mit ihm zusammenzubleiben. Nach der Aufarbeitung ihrer Ehekrise fühlt sie sich bereit für eine neue Beziehung. Hoffnungsvoll gibt sie ihre Daten zuerst bei „Chringles“ und etwas später bei „Himmlisch Plaudern“ ein. Rückmeldungen von männlichen Bewerbern tröpfeln nur spärlich in ihre Inbox. Unter den wenigen Zuschriften gibt es noch weniger Männer, deren Interesse an einer Beziehung bestehen bleibt, als sie von ihren vielen, bunten Tattoos hören. Einige Nachrichten sind verletzend, andere einfach nur merkwürdig, doch es gibt eine Handvoll Männer, bei denen sich ein reger Austausch entwickelt. Hoffnungen bauen sich auf beiden Seiten auf. Spannung vor dem ersten Treffen. Eine Verarbeitung der Eindrücke danach. Das alles kostet sehr viel emotionale Kraft. Nach zwei Jahren ist der Traumprinz noch immer nicht gefunden, und die Autorin will resigniert aufgeben. Doch beim Schreiben über ihre Erfahrungen geschieht etwas völlig Unerwartetes!

Dieses Buch enthält vor allem abgedruckte Nachrichten und E-Mails, die von der Autorin kommentiert werden. Teilweise sind es kurze Anfragen, in denen das Gegenüber abgetastet wird, teilweise werden ausführliche und in die Tiefe gehende Nachrichten wiedergegeben. Auf der einen Seite wird dadurch die emotional wachsende Nähe der Gesprächspartner deutlich, auf der anderen Seite wird jedoch manches mehrmals wiederholt.

Obwohl persönliche Angaben zu den Männern geändert wurden, fühlt sich das Lesen dieser intimen Nachrichten zeitweise an wie das unerlaubte Lesen eines Tagebuchs.

Trotz mancher Längen ist es ein Buch, das man nicht gern aus der Hand legt, denn es bietet viel Abwechslung und ist dadurch spannend. Besonders hilfreich für Menschen, die sich auf eine ähnliche Suche machen wollen, sind die abschließenden praktischen Tipps für Singlebörsen.

Das Cover ist sehr ansprechend, allerdings könnte es einen falschen Eindruck erwecken, denn die Autorin steht in einer anderen Lebensphase als die abgebildete Frau.

Fazit: Fesselnd geschrieben, nimmt dieses Buch den Leser mit auf die Partnersuche auf christliche Datingseiten. Das emotionale Auf und Ab dieser Suche wird nachvollziehbar wiedergegeben. Trotz einiger Wiederholungen empfehlenswert, vor allem für Menschen, die sich vorab über solche Webseiten informieren wollen.