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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2025

Vorurteile

Die Kaminski-Kids: Happy Birthday
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Es ist Deborahs Geburtstag. Sie freut sich auf ihre vielen Gäste. Neben den eingeladenen Freunden des Mädchens, steht auf einmal Manfred vor der Tür, der nichts von der Party wusste. Obwohl ihm das peinlich ...

Es ist Deborahs Geburtstag. Sie freut sich auf ihre vielen Gäste. Neben den eingeladenen Freunden des Mädchens, steht auf einmal Manfred vor der Tür, der nichts von der Party wusste. Obwohl ihm das peinlich ist, muss er wegen eines schweren Schneesturms bleiben.

Am meisten freut sich Deborah über das Geschenk ihres Freundes Manu. Doch schon kurz nachdem sie es auf den Geburtstagtisch legt, ist es spurlos verschwunden. Den Kindern ist klar: Das muss der unerwartete Gast, Manfred, gewesen sein.

Dieses Buch ist schnell gelesen. Die Geschichte ist leicht zu verstehen und passt inhaltlich und sprachlich zur Zielgruppe, Kindern im Alter von 8 bis 14 Jahren. Die Erzählung ist nicht so spannend wie die Geschichten in den anderen Bänden. Fast alle wichtigen Charaktere der ganzen Reihe kommen hier zusammen. So ist es selbstverständlich, dass andere Fälle der Kaminski-Kids zur Sprache kommen. Fußnoten verweisen auf die Bücher, in denen die entsprechende Geschichten erzählt werden. Das stört den Lesefluss und nimmt etwas von der Spannung, denn gedanklich hüpft man beim Lesen zwischen dem aktuellen Geschehen und vergangenen Erlebnissen hin und her. Dieser Fall ist auch nicht so vielschichtig wie andere und es bleibt in diesem kurzen Buch wenig Raum für Charakterentwicklung.

Das Thema Vorurteile zieht sich durch dieses Buch. Ein Kind, das in der Vergangenheit Fehler gemacht hat, wird schnell verdächtigt. Der Großvater versucht den Kindern zu zeigen, dass nicht alles immer so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint, doch die Kinder bleiben bei ihrer Überzeugung. Der christliche Glaube spielt bei dieser Erzählung eine untergeordnete Rolle.

Als Bonus enthält das Buch eine Geburtstagskarte, ein Gewinnspiel und ein QR-Code, der zu einer Überraschung führt. Als Geburtstagsgeschenk eignet sich dieses Buch besonders gut.

Fazit: Ein schnell gelöster Fall zum Miträtseln und Erinnern an frühere Bände der Kaminski-Kids. Empfehlenswert!

Veröffentlicht am 15.01.2025

Verfolgung vor der Haustür

Herzen ohne Mauer
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Kann man das, was Christen in der ehemaligen DDR erlebt haben, als Verfolgung bezeichnen? Berichte über Menschen, die weltweit wegen ihrem Glauben eingesperrt, gefoltert oder zwangsverheiratet werden, ...

Kann man das, was Christen in der ehemaligen DDR erlebt haben, als Verfolgung bezeichnen? Berichte über Menschen, die weltweit wegen ihrem Glauben eingesperrt, gefoltert oder zwangsverheiratet werden, gibt es viele. Wer in der DDR zu seinen Überzeugungen stand, musste so etwas normalerweise nicht erleben. Doch die Repressalien waren trotzdem sehr schmerzhaft.

Junge Christen durften nicht studieren, selbst wenn sie Klassenbeste waren. In einem einfachen Beruf würden sie wohl weniger Einfluss ausüben können, war wohl die Überlegung, die hinter dieser Einschränkung stand. Wer aus Gewissensgründen nicht bei den Pionieren war, oder bei anderen sozialistischen Aktivitäten nicht normkonform handelte, wurde ausgelacht und verspottet. Verfolgung light.

In diesem Buch spricht Viola Ramsden mit insgesamt elf Personen, die eine Geschichte zu erzählen haben. Viele beschreiben einfach das alltägliche Leben in ihrer Kindheit und Jugend. Es ist sehr viel über lebendige Jugendarbeit zu lesen. Es scheint, dass junge Menschen hier einen Platz gefunden haben, an dem sie Zugehörigkeit erleben konnten. Doch nicht nur Menschen, die vor der Wende jung waren, erzählen hier. Auch die Erfahrungen eines Pfarrers, eines Politikers und einer Lehrerin sind aufschlussreich. Die Interviewpartner kommen aus verschiedenen Generationen, was die Spannbreite ihrer Erlebnisse vergrößert. Für mich persönlich war vor allem interessant zu erfahren, wie schwer es für alle im Osten nach der Wende war.

Am Anfang fällt es wegen der Schreibweise ein wenig schwer hineinzukommen. Die Gespräche sind nicht als Interviews abgedruckt. Stattdessen beschreibt die Autorin ihre Begegnungen mit den Erzählern, zitiert sehr viel aus den Gesprächen, und fügt erklärende Hinweise hinzu. Schnell werden die Stärken dieser Erzählweise deutlich. Die Ergänzungen helfen Hintergründe zu verstehen und geben durch Beispiele aus dem Leben der Autorin ein reichhaltigeres Bild von der Situation. Eine große Stärke dieses Buches ist, dass nicht nur Situationen beschreiben, sondern die Gefühle und Kämpfe der betroffenen Personen deutlich gemacht werden.

Fazit: Eine interessante Beschreibung der Situation im Osten Deutschlands, vor, während und nach der Wende, mit einem besonderen Blick auf das Leben der Christen. Sehr empfehlenswert, vor allem für Menschen, die sich für Geschichte und für menschliche Schicksale interessieren!

Veröffentlicht am 01.01.2025

Tagebuch light

Leben. Glauben. Wachsen.
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Im Gegensatz zu einem täglichen Eintrag in einem Tagebuch wird in diesem Buch jeder Monat als Ganzes betrachtet. Leser können jeweils auf sechs abwechslungsreiche Seiten Erinnerungen festhalten, Erfolge ...

Im Gegensatz zu einem täglichen Eintrag in einem Tagebuch wird in diesem Buch jeder Monat als Ganzes betrachtet. Leser können jeweils auf sechs abwechslungsreiche Seiten Erinnerungen festhalten, Erfolge feiern, Dankbarkeitsmomente aufschreiben, Herausforderungen reflektieren und vieles mehr. Etwa die Hälfte der Fragen und Aufgaben sind in jedem Monat gleich, der Rest variiert. Zwei der sechs Seiten sind zur freien Gestaltung. So können Andenken eingeklebt oder Erlebnisse niedergeschrieben werden. In der Jahresmitte gibt es eine Doppelseite, um über Erreichtes nachzudenken und um sich neu zu besinnen.

Nach dem Monatsteil, der etwa zwei Drittel des Buches ausmacht, laden mehrere Seiten ein, einen Jahresrückblick zu halten. Neben allgemeinen Fragen werden auch bestimmte Lebensbereiche untersucht, wie Beziehungen, Beruf oder Freizeit. Auf den letzten Seiten ist schließlich Platz, um über das kommende Jahr nachzudenken. Unter anderem finden sich hier Hilfen, um ein passendes Motto für das neue Jahr zu finden.

Es ist jederzeit möglich mit diesem Buch zu beginnen, doch am sinnvollsten ist es natürlich am Jahresanfang oder -ende. Die abwechslungsreiche Gestaltung der Seiten in dezenten, unterschiedlichen Farben ist sehr ansprechend. Das Lesebändchen ist ein tolles Plus.

Fazit: Die verschiedenen Fragen und Denkanstöße sind eine gute Hilfe, um den Alltag bewusster zu erleben und Herausforderungen und Erfolge zu reflektieren. Durch die Einteilung in Monate ist dazu auch nicht viel Zeit erforderlich. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 26.12.2024

Vielleicht das wichtigste Erziehungsbuch in der heutigen Zeit

Allein mit dem Handy: So schützen wir unsere Kinder
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Der IT-Journalist Daniel Wolff kennt und liebt die digitale Welt. Dieses Buch ist also nicht eine Hassrede von jemanden, der sich über technische Neuerungen ärgert. Das Gegenteil ist der Fall. Und doch ...

Der IT-Journalist Daniel Wolff kennt und liebt die digitale Welt. Dieses Buch ist also nicht eine Hassrede von jemanden, der sich über technische Neuerungen ärgert. Das Gegenteil ist der Fall. Und doch hört er in seiner Medien-Aufklärungsarbeit an Schulen täglich Schockierendes aus Kindermund. Gewalt, Pornographie, riesige Ausgaben für Glücksspiele. Und das alles oft unter der Bettdecke, ohne Mitwissen der Eltern.

Dieses aufschlussreiche Buch ist schnell gelesen. Jede Seite ist spannend und sehr gut geschrieben. Eltern werden genau darüber aufgeklärt, welche Inhalte Kinder im Internet konsumieren, oft mit statistischen Angaben aus der Arbeit des Autors in Schulklassen. Dabei hat er volles Verständnis für die Faszination der Kinder mit den bunten Bildern auf ihren Bildschirmen. Er findet es auch verständlich, dass sie von den Inhalten gefesselt sind. Große Konzerne lassen es sich immerhin viel kosten, genau zu erfahren, wie sie ihre Nutzer fesseln können, damit sie möglichst lange auf ihre Geräten starren.

In verschiedenen Kapiteln geht es jeweils um die wichtigsten Gefahren für Kinder: Horror, Glücksspiele, sexuelle Inhalte und mehr. Besonders interessant ist das Kapitel über Künstliche Intelligenz und wie unsere Kinder davon betroffen sind. Es geht dabei nicht nur um Tools, mit deren Hilfe man Aufgaben leichter erledigen kann, sondern auch um Fake-Inhalte, die Zuschauer manipulieren, sodass sie eine bestimmte Ansicht übernehmen.

Neben den vielen Vorschlägen im Text, enden die Kapitel mit weiteren konkreten und sehr praktischen Tipps. Ob das Kind schon ein erstes Smartphone hat, oder ob Eltern diesen Schritt erwägen, diese Ratschläge helfen, dass Kinder nicht unkontrolliert Traumatisches oder Schädliches im Internet sehen. Und sollte das doch passieren, zeigt der Autor, wie Eltern das Vertrauen ihrer Kinder gewinnen, sodass sie mit ihren Eltern darüber reden.

Fazit: Alle Eltern mit heranwachsenden Kindern sollten unbedingt dieses Buch lesen! Trotz der Schwere des Themas ist es gut und unterhaltsam geschrieben und enthält jede Menge ganz konkrete Vorschläge, um sinnvoll mit Medien umzugehen. Sehr empfehlenswert – gerne würde ich mehr als fünf Sterne vergeben!

Veröffentlicht am 16.12.2024

Traurig, echt und ermutigend

Mutig und stark - Meine Schwester Elli
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Ohne Vorwarnung ist die schreckliche Krankheit plötzlich da. Die 14-jährige Elli verliert ihr Kurzzeitgedächtnis. Was sie gerade erzählt hat, sagt sie gleich danach von Neuem. Und noch einmal. Und dann ...

Ohne Vorwarnung ist die schreckliche Krankheit plötzlich da. Die 14-jährige Elli verliert ihr Kurzzeitgedächtnis. Was sie gerade erzählt hat, sagt sie gleich danach von Neuem. Und noch einmal. Und dann wieder. Weil sie nicht weiß, dass sie ihr Erlebnis bereits zum Besten gegeben hat.

Leider verursacht die Krankheit viele weitere Schäden im Gehirn, und wie ein Arzt der Familie sagt: Was weg ist, bleibt weg. So bekommt das Mädchen von nun an schwere epileptische Anfälle. Sie stürzt andauernd und verletzt sich dabei oft stark. Das Allerschlimmste sind jedoch die Psychosen und die Aufenthalte in der psychiatrischen Klinik.

Nach siebzehn Jahren des Leidens stirbt die junge Frau. Auch wenn ihre Krankheit das Miteinanderleben erschwerte, hinterlässt ihr Tod eine klaffende Lücke im Leben ihrer Familie. Ihre Fröhlichkeit, ihr Mut, ihr Gottvertrauen fehlen. Ihre Witze und ihre Abenteuerlust. Das alles ist für immer weg.

Die Autorin dieses Buches beschreibt in wundervoller Sprache die Erlebnisse mit ihrer großen Schwester und ihre anschließenden Verarbeitung dieser Jahre. Da steht Schmerzliches, das Tränen in die Augen treibt, neben lustigen Erlebnissen. Schwere Fragen und das Ringen mit Gott verwandeln sich nach trostlosen Monaten in das Vertrauen, dass Gott gut ist und weiß, was er macht.

Es ist schwer dieses berührende Buch zu lesen, zumindest wenn man selbst ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Trauer, Verzweiflung, der dringende Wunsch, dass Gott doch bitte jetzt und sofort eingreifen soll! Das alles versteht die Autorin so zu beschreiben, dass eigene Erlebnisse beim Lesen angerührt werden.

Von einer tiefen Reife zeugt der letzte Teil, in dem sie die Erkenntnisse beschreibt, die sie aus diesen schweren Jahren für ihren Glauben gewonnen hat. Es ist ungeheuer wertvoll und tröstlich zu lesen, wie sie Halt und Geborgenheit bei dem Gott findet, der nicht auf Knopfdruck Wünsche erfüllt, auch wenn sie in stundenlangen Gebeten vorgebracht werden. Mirjam Löwen weiß: Trotzdem ist das, was Gott tut, gut. Auch wenn wir es nicht verstehen.

Fazit: Dieses wundervolle Buch ist eine Ermutigung für Menschen, die schwere Zeiten durchleben und dabei verständnislos fragen, warum Gott nicht eingreift. Offen und ehrlich, erschütternd und gleichzeitig leicht und humorvoll, ist dieses Buch sehr empfehlenswert!