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Veröffentlicht am 20.08.2018

Wenig Tiefgang

Unbrauchbar?
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Steven Furtick ist Gründer und Pastor der amerikanischen Elevation Church, eine schnellwachsende Gemeinde, die vor allem durch ihre im Internet ausgestrahlte Gottesdienste bekannt geworden ist. Er hat ...

Steven Furtick ist Gründer und Pastor der amerikanischen Elevation Church, eine schnellwachsende Gemeinde, die vor allem durch ihre im Internet ausgestrahlte Gottesdienste bekannt geworden ist. Er hat schon mehrere Bücher geschrieben, die auf seine Predigten zurückgehen.

In diesem Buch geht es um unseren Selbstwert. Der Autor beschreibt wie er einmal zufällig im Internet auf ein Video stieß, in dem ein bekannter Theologe über ihn sagte, er sei unqualifiziert. Ausgehend von dem Schmerz dieser Beurteilung, stellt Furtick sich die Frage, ob wir nicht alle unqualifiziert sind, und nur mit Gottes Hilfe in der Lage sind etwas zu tun.

Im ersten Teil geht es um „das dritte Wort“. Wenn wir die Worte „ich bin“ so ergänzen würden, dass die Aussage zu uns passt, was würden wir sagen? Das, was nach „ich bin“ kommt, ist unser drittes Wort. Unqualifiziert, faul, begabt, intelligent…? Wie sehen wir uns? Der Autor stellt fest, dass es vor allem darauf ankommt wie Gott uns sieht. Und Gott liebt uns einfach. Nicht erst nachdem wir uns verbessert haben, er liebt uns jetzt schon.

Der zweite Teil trägt die Überschrift, „Akzeptieren, um zu verändern.“ Furtick zeigt, dass unsere Schwäche nicht unbedingt etwas Schlechtes ist. Gott ersetzt nicht unsere Schwäche mit seiner Stärke, sondern er ist in unserer Schwachheit stark.

Der dritte Teil ist am umfangreichsten. Anhand der biblischen Geschichte von Jakob, zeigt der Autor welche menschliche Neigungen wir mit Jakob gemeinsam haben. Wir täuschen etwas vor, wir manipulieren und wir vergleichen. Dabei bringt uns das nicht weiter. Letzten Endes geht es nur darum, was Gott von uns denkt.

Zum Schluss geht es um erreichbare Ziele. Furtick schreibt, „Das Ziel unserer Existenz ist nicht Perfektion, sondern Beziehung.“

Es gibt einige gute Ansätze in diesem Buch, vor allem für Menschen, die sich Gedanken über ihren Selbstwert machen. Während es in der ersten Hälfte des Buchs zu lange dauert, bis der Autor auf seinen Punkt kommt, geht die zweite Hälfte etwas mehr in die Tiefe. Die Sprache ist manchmal witzig, an einigen Stellen grenzt der Humor jedoch an Respektlosigkeit geistlichen Dingen gegenüber.

Steven Furtick ist ein beliebter Prediger, vor allem unter jungen Leuten. Einige kritisieren, dass seinen Predigten Tiefgang fehlt, das ist vielleicht auch der Hintergrund von John MacArthurs Beurteilung: „unqualified“. Im Mittelpunkt seiner Predigten steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen, und die Botschaft wird auf spielerische und dramatische Art vermittelt; fast wie wenn eine „light“ Version des Christentums vermittelt werden soll.

Fazit: Das Buch enthält einige gute Gedanken, aber es gibt bessere Bücher zu dem Thema Wert und Identität aus christlicher Sicht.

Veröffentlicht am 18.08.2018

Täter und Opfer

Nur Versöhnung kann uns retten
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Nicht nur, dass Burundi eines der ärmsten Länder der Erde ist; in den letzten Jahrzehnten gab es in diesem kleinen, ostafrikanischen Land immer wieder politische Turbulenzen und schwerwiegende Konflikte. ...

Nicht nur, dass Burundi eines der ärmsten Länder der Erde ist; in den letzten Jahrzehnten gab es in diesem kleinen, ostafrikanischen Land immer wieder politische Turbulenzen und schwerwiegende Konflikte. Unzählige Opfer wurden in den Bürgerkriegen brutal niedergemetzelt, teilweise von Menschen, mit denen sie jahrelang friedlich zusammengelebt hatten.

In diesem Buch porträtiert Angela Krumpen Erzbischof Simon Ntamwana, der sich in dieser bewegten Zeit in seiner Heimat für Versöhnung einsetzt. Obwohl die Autorin am Anfang des Buchprojekts nicht nach Burundi reisen konnte, da das zu gefährlich gewesen wäre, traf sie den Erzbischof und mehrere seiner Mitarbeiter in einem abgelegenen Haus im benachbarten Ruanda. In vielen Gesprächen sammelte sie Informationen über das Blutvergießen in Burundi, vor allem interessierte sie sich dafür wie Täter und Opfer Versöhnung erleben. Die Aufzeichnung dieser Gespräche bildet den Hauptteil dieses Buchs. Kurz wird auch über eine spätere Reise berichtet, bei der die Autorin die Armut dieser Menschen hautnah miterlebte. Eine schöne Ergänzung sind die farbigen Bilder in einem kurzen Bildteil.

Schon als Kind hörte der Erzbischof von seinem Vater, „Sich zu versöhnen, bedeutet, sich anders zu erinnern, sich so zu erinnern, dass alle eine Zukunft haben.“ Mit seiner ganzen Kraft setzt er sich nun dafür ein, dass Menschen in seinem Land sich versöhnen. Er ist davon überzeugt, dass alle Menschen miteinander verbunden sind, und er sagt, „Und, das ist das Entscheidende, diese Menschlichkeit als Ganzes nimmt Schaden, wenn irgendeines seiner Mitglieder in seiner Würde beschädigt ist, genauer, sich selbst durch seine Tat beschädigt hat.“

Aus diesem Grund fordert der Erzbischof die Opfer auf, sich mit den Tätern zu versöhnen. Das kann sogar bedeuten, dass das Opfer sich zuerst entschuldigt. Ein Mitarbeiter Simons erklärt es so; er würde jemandem, der ihn bestohlen hat, sagen, „… ‚Mein lieber Freund, wie kann ich dir helfen aufzuhören, als Dieb in der Welt zu sein? Wenn du weitermachst, wird man dich ins Gefängnis bringen. Wie kann ich dir helfen, diese schlechte Gewohnheit aufzugeben?“

Neben der Beschreibung von abscheulichen Taten und schlimmen Erfahrungen durch lieblose Angehörige, sprechen Opfer und Täter immer wieder darüber, wie sie Versöhnung erlebt haben. Die Autorin kann das Gehörte kaum fassen. Wie ist Versöhnung, angesichts solcher Schandtaten, überhaupt möglich? Die Spannung zwischen konsequenter Versöhnungsbereitschaft und der Unbegreiflichkeit einer solchen Liebestat bleibt bis zum Schluss des Buchs bestehen.

Der Schreibstil ist gut und fesselnd, auch wenn die Erzählweise ungewohnt ist. Es werden überwiegend Gespräche und Erinnerungen von Erzbischof Simon und seinen Mitarbeitern weitergeben. Durch die wechselnden Gesprächspartner ist es manchmal etwas schwer zu folgen, und einiges wird wiederholt.

Das Buch bietet einen spannenden Einblick in die Konflikte eines Landes, über das in der Weltöffentlichkeit nur wenig berichtet wird. Die Gedanken über Versöhnung sind sehr herausfordernd. So bewundernswert diese umfassende Versöhnung ist, frage ich mich, ob Menschen aus eigener Kraft überhaupt dazu fähig sind. Versöhnung wird hier als notwendige Tat im Rahmen der Menschlichkeit betrachtet, der Glaube spielt dabei keine große Rolle.

Veröffentlicht am 16.08.2018

Bunter, festlicher Familienalltag

Wenn Frösche Feste feiern
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Das Buch „Wenn Frösche Feste feiern“ hebt sich von den vielen anderen Büchern mit Festvorschlägen ab. Schon wegen der bunten, hochwertigen Gestaltung macht es Spaß dieses Buch in die Hand zu nehmen und ...

Das Buch „Wenn Frösche Feste feiern“ hebt sich von den vielen anderen Büchern mit Festvorschlägen ab. Schon wegen der bunten, hochwertigen Gestaltung macht es Spaß dieses Buch in die Hand zu nehmen und durchzublättern. Die Feste sind nicht in erster Linie als große Feste gedacht, zu denen Gäste eingeladen werden. Die Autorin hat sich Gedanken darüber gemacht zu welchen Gelegenheiten im normalen Familienalltag ein Festtag entstehen kann.

Die Anlässe folgen teilweise dem Kirchenjahr, so gibt es z.B. ein Erntedank- und ein Pfingstfest, aber auch ein Fest zum weniger bekannten Himmelfahrtstag. Die meisten Feste machen jedoch aus alltäglichen Begebenheiten im Familienalltag ein besonderes Ereignis. So gibt es ein Fest zum Kindergarten- und Schulanfang, ein Zahn-Fest und ein Endlich-Wieder-Gesund-Fest. Insgesamt enthält das Buch Vorschläge für achtzehn verschiedene Feste. Die Ideen sind besonders gut geeignet für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter.

Jedes Fest wird auf ca. sechs bis zehn Seiten beschrieben, die Seiten zu jedem Fest haben jeweils einen anderen farblichen Hintergrund. So bunt wie eine Pinnwand stehen hier nebeneinander zu jedem Fest Fotos, Gedankenanstöße, thematische Anregungen, Tipps und Erfahrungsberichte. Es gibt auch ein paar Rezepte, z.B. für Zwetschgenklösse oder Mischbrot, zu einigen Bastelideen gibt es aber nur Fotos und keine genaue Anleitung, sodass die Kreativität des Lesers gefragt ist.

Besonders schön sind die vierundzwanzig Anregungen für die Adventszeit. So enthält das Buch einen Adventskalender mit einer täglichen Anregung, um sich als Familie in dieser besonderen Zeit auf die Bedeutung der Weihnachtszeit zu besinnen. Es gibt auch viele geistliche Anregungen, die aber nicht aufgesetzt wirken, sondern eine ganz natürliche Verbindung zum Thema des jeweiligen Fests haben.

Das Buch schließt mit ein paar Seiten, die für persönliche Festerinnerungen reserviert sind, und mit einem Text für eine Frosch-Aufführung, das an die Frösche erinnert, die vor langer Zeit in Ägypten eine Plage waren.

Das ganze Buch ist abwechslungsreich und erfrischend, wie eine Sammlung von Blogeinträgen, denn die Autorin gibt nicht nur Ideen für Feste weiter, sie erzählt auch wie ihre Familie diese Feste erlebt hat.

Ein wunderschön gestaltetes und empfehlenswertes Buch für festliche Zeiten im Familienalltag!

Veröffentlicht am 15.08.2018

Sex quergedacht – Möglichkeiten und Gefahren

Scharfstellung
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Die Münchner Paar- und Sextherapeutin Heike Melzer weiß, wo es heute brennt. In ihrem Praxisalltag wird sie mit vielen verschiedenen Problemfeldern konfrontiert. Vieles lässt sich auf die Überreizung der ...

Die Münchner Paar- und Sextherapeutin Heike Melzer weiß, wo es heute brennt. In ihrem Praxisalltag wird sie mit vielen verschiedenen Problemfeldern konfrontiert. Vieles lässt sich auf die Überreizung der Menschen heute durch die jederzeit verfügbaren Angebote des Internets zurückführen.

Ausführlich geht sie der Frage nach, wie das Internet die sexuellen Gewohnheiten und Vorlieben der Menschen heute verändert hat. Ob es um Pornographie, Spielzeug, Selbstbefriedigung oder den käuflichen Sex geht, Sexualität lässt sich auch ohne konkretes Gegenüber verwirklichen. Obwohl es anfangs leichter erscheinen kann lustvolle Gefühle zu erleben, ohne Rücksicht auf einen Partner zu nehmen, führt Solo-Sex in den meisten Fällen langfristig zu Problemen.

In den ersten Kapiteln geht Heike Melzer auf die Veränderung der Sexualität durch das Internet ein. Mit vielen Details beschreibt sie aktuelle Praktiken, die oft durch Erlebnisse aus ihrer Praxis ergänzt werden. Auch Verweise auf die entsprechenden Seiten im Internet fehlen nicht.

In der zweiten Hälfte schreibt Heike Melzer über sexuelle Funktionsstörungen, die momentan stark zunehmen. Sexualität, losgelöst aus einer liebevollen Beziehung, führt zu einer Überreizung der Sinne, die schließlich mit einer lebenszerstörenden Sexsucht oder mit Potenzstörungen enden kann.

Heike Melzer kennt sich aus, denn alltäglich begegnet sie diesen Problemen in ihrer Praxis. Die Hinweise auf Störungen sind notwendig und wichtig. Der Schreibstil des Buchs ist angenehm, und stellenweise gibt es auch lustige Anekdoten. Trotzdem werden wohl viele Leser sich mit diesem Buch nicht anfreunden. Die zwei Hälften sind einfach zu unterschiedlich. Wer mit einem voyeuristischen Interesse liest, und gerne mehr über aktuelle Trends wissen will, wird das erste Teil gerne lesen und den zweiten Teil zu sachlich finden. Wer mehr über die Gefahren der heutigen Zeit wissen will, stört sich vermutlich an den ausführlichen Beschreibungen in der ersten Hälfte, und ist dankbar für die Hinweise in der zweiten Hälfte.

Fazit: Informativ, mit vielen Details, warnt dieses Buch vor der Übersexualisierung unserer heutigen Zeit durch das Internet.

Veröffentlicht am 15.08.2018

Wir brauchen Mut!

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Ein Appell zum mutigen Bekenntnis
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Dieses Buch kommt zur rechten Zeit. Immer mehr Christen sind heute verunsichert und fragen sich, ob es noch zeitgemäß ist, sich in ethischen Fragen nach der Bibel zu richten.

Ulrich Parzany ist ein bekannter ...

Dieses Buch kommt zur rechten Zeit. Immer mehr Christen sind heute verunsichert und fragen sich, ob es noch zeitgemäß ist, sich in ethischen Fragen nach der Bibel zu richten.

Ulrich Parzany ist ein bekannter Theologe und Prediger. Seine Vorträge bei ProChrist wurden in viele deutsche Städte und auch ins Ausland übertragen. „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen,“ geht auf eine Aussage der Apostel in der ersten Gemeinde zurück (Apostelgeschichte 5,29). Als ihnen verboten wurde über Jesus zu lehren, war das ihre Entgegnung, obwohl sie dafür mit dem Tod bedroht wurden.

Heute müssen Christen in der westlichen Welt normalerweise nicht um ihr Leben fürchten, wenn sie mutig ihren Glauben bekennen. Aber mehr und mehr müssen sie mit Benachteiligungen oder zumindest Unverständnis rechnen. Ulrich Parzany fragt in diesem Buch inwieweit das Zeugnis der Bibel heute noch Gültigkeit hat, ob es eine absolute Wahrheit gibt, und ob wir uns in jedem Fall den staatlichen Gesetzen anpassen müssen. Er zeigt in welchen Bereichen eine klare Stellungnahme heute besonders gefragt ist. Zurzeit ganz aktuell sind ethische Themen wie Abtreibung, Sterbehilfe und Homosexualität. Aber auch in unserem Umgang mit Geld und der Heiligung des Sonntags zeigt sich, ob unser Christsein im Alltag relevant ist.

Parzany fordert Christen, ob Laien oder Amtsträger, dazu auf sich zu ihrem Vertrauen auf Gottes Wort zu bekennen, und sich für ihre Überzeugungen einzusetzen. Dieses Engagement kann bei jedem anders aussehen. Wichtig ist, dass wir den Mut haben liebevoll und mutig zu unserem Glauben zu stehen. An mehreren ermutigenden Beispielen zeigt der Autor wie das aussehen kann. Hilfreich ist auch die ausführliche biblische Betrachtung von gegenwärtig heißen Themen wie Geld, Lebensrecht und Sexualität.

Ein wertvolles Buch für Christen, die mehr darüber wissen wollen, was in der Bibel über Gottes Willen zu aktuellen ethischen Fragen steht, und die lernen wollen mutig zu ihren Überzeugungen zu stehen. Eine ausführlichere Rezension findet sich bei strickleserl.com.