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Veröffentlicht am 17.09.2024

Socken-Vielfalt

Ich stricke Socken - cosy & trendy
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Warme Socken kann man nie genug haben! Erst recht, wenn sie handgearbeitet sind und mit besonderen Mustern verziert.

Dieses Buch enthält Anleitungen für zwanzig verschiedene Fußwärmer. Alle Socken werden ...

Warme Socken kann man nie genug haben! Erst recht, wenn sie handgearbeitet sind und mit besonderen Mustern verziert.

Dieses Buch enthält Anleitungen für zwanzig verschiedene Fußwärmer. Alle Socken werden jeweils in drei Größen beschrieben: 36/37, 38/39 und 40/41. Darüber hinaus gibt es einige Modelle in einer Einheitsgröße.

Die vorgeschlagene Wolle ist jeweils ein Garn von Lang, aber es kann jede Sockenwolle verwendet werden. Die meisten Modelle sind für 4-fädiges Garn, einige sind jedoch dicker und werden mit 6-fädiger Wolle gestrickt. Fast alle werden von oben nach unten gestrickt, nur wenige beginnen an der Spitze.

Die Muster sind sehr unterschiedlich. Es gibt Lochmustersocken, Intarsien- und Jacquardmuster, Ringelsocken und Zopfmusterstrümpfe.

Das Buch beginnt mit einer kurzen Einführung in das Sockenstricken. Anschließend werden drei Fersenarten beschrieben – die Bumerangferse, die Käppchenferse und die nachträgliche Ferse. Die Hälfte der Modelle wird mit Bumerangferse gestrickt, zwei mit Käppchenferse und fünf mit nachträglicher Ferse. Die anderen drei Modelle kommen ganz ohne Ferse aus – es sind Gamaschen, Stulpen und fersenlose Yogasocken.

Neben einer ausführlichen Anleitung gibt es ein Foto von jedem Modell sowie eine Skizze. Bei der Vielfalt der Muster ist vermutlich für jeden Geschmack etwas dabei.

Strickkenntnisse werden vorausgesetzt, aber ansonsten eignet sich dieses Buch auch für Anfänger. Besonders hilfreich ist die ausführliche Erklärung der drei Fersenarten.

Fazit: Ein Buch mit sehr schönen gemusterten Socken, gut verständlichen Erklärungen und einer ansprechenden Aufmachung. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 12.09.2024

Über viele Brücken musst du gehen

Dunkles Wasser
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Die begabte Ermittlerin Kate wird befördert, doch sie hat nicht wirklich Freunde, mit denen sie das feiern kann. Doch. Caleb. Enttäuscht stellt sie jedoch bei ihrem Besuch fest, dass er wieder das Trinken ...

Die begabte Ermittlerin Kate wird befördert, doch sie hat nicht wirklich Freunde, mit denen sie das feiern kann. Doch. Caleb. Enttäuscht stellt sie jedoch bei ihrem Besuch fest, dass er wieder das Trinken angefangen hat. Dazu will er verreisen, Urlaub machen in Frankreich.

In Kates aktuellem Fall hat sie ein sicheres Gespür dafür, wer der Täter ist, doch bevor sie ihn hinter Gitter bringen kann, wird sie von dem Fall abgezogen. Sie ist traurig und frustriert. Da erhält sie einen Anruf von Caleb, der ihr eine unglaubliche Geschichte erzählt.

Er hat in seinem Urlaub eine Frau gerettet, die unter einer Brückenphobie leidet. Ihre Freundin ist spurlos verschwunden. Sie selbst steht ohne Gepäck, Ausweis, Telefon und Geld da. Was ist ihrer Freundin nur geschehen? Kate stellt fest, dass diese Frau in ihrer Jugend als Einzige einen Familienurlaub überlebt hat. Brutal wurden alle Familienmitglieder ermordet, nur sie konnte sich in Sicherheit bringen. Caleb vermutet, dass das Verschwinden ihrer Freundin mit diesem ungeklärten Verbrechen zu tun hat. Er will der Frau unbedingt helfen. Nicht nur, dass ihm die Ermittlungsarbeit fehlt, er hat sich Hals über Kopf in sie verliebt.

Dieser spannende Thriller beweist erneut, dass Charlotte Link zu Recht die erfolgreichste deutsche Autorin ist. Die Charaktere, mit ihren bewundernswerten Seiten, aber auch mit ihren Fehlern, werden so dargestellt, dass sie lebendig werden.

Besonders bemerkenswert ist, wie gut es der Autorin gelingt die Spannung durch das ganze Buch hindurch aufrechtzuerhalten. Langsam entwirrt sich das Knäuel aus Rätseln und Geheimnissen. Bis zum Ende gibt es immer wieder Überraschungen, die alles auf den Kopf stellen.

Die schöne und doch düstere Landschaft der schottischen Küste, mit vielen Regenschauern und Stürmen, wird hervorragend beschrieben. Der gewohnte Stil der Autorin, einen Tag nach dem anderen zu beschreiben, unterbrochen von kurzen Gedankengängen des unbekannten Täters, gelingt auch in diesem Buch.

Fazit: Ein sehr spannendes Buch der Erfolgsautorin Charlotte Link, mit sympathischen Charakteren, vielen Rätseln und jede Menge Nervenkitzel. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 12.09.2024

Was die Wissenschaft über Glück weiß

Das ausgeglichene Gehirn – Was uns die Neurowissenschaft über mentale Gesundheit verrät
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Was macht glücklich? Wie kann ich psychisch gesund sein und das Leben genießen?

Die neurowissenschaftliche Forschung versucht, Fragen wie diese zu beantworten. Die Erforschung verschiedener Bereiche des ...

Was macht glücklich? Wie kann ich psychisch gesund sein und das Leben genießen?

Die neurowissenschaftliche Forschung versucht, Fragen wie diese zu beantworten. Die Erforschung verschiedener Bereiche des Gehirns, Tierversuche und die Beobachtung von medizinischen Behandlungen – all diese Methoden helfen uns, das Gehirn immer besser zu verstehen. Motivation und Glück, Sucht und psychische Krankheiten sind Themen, über die Camilla Nord in diesem Buch schreibt.

Die britische Wissenschaftlerin stützt ihre Erläuterungen auf aktuelle Forschungsergebnisse zur psychischen Gesundheit. Im ersten Teil schreibt sie über die Bestandteile eines ausgewogenen Seins. Sie erklärt die Wirkung von Lust und Schmerz im Gehirn und die Bedeutung von Erwartungen und Motivation für das Erleben von Glück.

Im zweiten Teil stellt sie verschiedene Behandlungsmethoden vor, die in erster Linie Menschen mit Depressionen helfen sollen. Sie erklärt ausführlich die Wirkungsweise und den Nutzen von Placebos, Medikamenten, psychedelischen Drogen, Psychotherapie, Elektroschocks und einem gesunden Lebensstil. Dabei werden Nutzen und Schaden der verschiedenen Methoden gegenübergestellt. An mehreren Stellen betont die Autorin jedoch, dass vieles noch unbekannt ist und dass jeder Mensch unterschiedlich auf die vorgestellten Behandlungsweisen reagiert.

Die Erklärungen der Autorin werden durch Anekdoten aus ihrem Leben aufgelockert, dennoch ist die Sprache stellenweise für Laien schwer verständlich. Die Ausführungen wiederholen sich oft, sodass das Erzählte manchmal im Kreis zu gehen scheint.

Das Buch berichtet von vielen interessanten Forschungsergebnissen, zum Beispiel der Wirksamkeit von Placebos und dem großen Einfluss von Motivation und Erwartungen. Insgesamt ist der Inhalt jedoch vermutlich vor allem für Menschen interessant, die unter Depressionen leiden und die angebotenen Behandlungsmöglichkeiten besser verstehen wollen. Meine persönliche Erwartung an dieses Buch war ein tieferes Verständnis für die Wirkungsweise des Gehirns und praktische Ratschläge, um das Leben positiver zu gestalten. Diese Erwartung wurde nicht vollständig erfüllt, obwohl ich einige interessante Fakten schätzte.

Hilfreich ist das ausführliche Stichwortverzeichnis und die zahlreichen Quellenangaben.

Fazit: Neurowissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirkungsweise des Gehirns und verschiedene Behandlungsmethoden für psychische Gesundheit werden zusammen mit kurzen persönlichen Geschichten erläutert. Empfehlenswert vor allem, um Therapien bei Depressionen kennenzulernen.

Veröffentlicht am 26.08.2024

Erlösung aus der Spielhölle

Mit dem Leben spielt man nicht
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Überall verschuldet! Und doch zieht es Uwe Heimowski wieder zurück ins Casino. Was als belangloser Zeitvertrieb beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Sucht. Der Autor hat keine Zeit mehr für Schule ...

Überall verschuldet! Und doch zieht es Uwe Heimowski wieder zurück ins Casino. Was als belangloser Zeitvertrieb beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Sucht. Der Autor hat keine Zeit mehr für Schule oder Ausbildung. Er verbraucht sein eigenes Geld und das Geld anderer, einfach alles, was er kriegen kann. Fleißig füttert er damit die Glücksautomaten. Doch darüber wird er so verzweifelt unglücklich, dass er sich das Leben nehmen will.

Seine Kindheit ist geprägt von Gewalt und Alkoholismus. Wegen eines schlimmen Unfalls muss er als Zweijähriger lange allein in einem Krankenhausbett liegen. All das lastet auf seiner Seele. Alkohol hilft dem schüchternen Jungen aufgeschlossener zu sein, doch oft trinkt er dann bis zur Besinnungslosigkeit. Als er keinen Ausweg mehr sieht, betet er. Und gleich am nächsten Morgen steht Gottes Antwort vor seiner Haustür.

In seinem neuen Leben als Gotteskind erlebt er Heilung von seinen emotionalen Verletzungen und Befreiung von seinen Süchten. Der Schulabgänger ohne Abitur kann sich sogar auf abenteuerlichen Wegen einen Studienplatz der Theologie ergattern. Zusammen mit Gott geht es nun aufwärts. Uwe Heimowski arbeitet in verschiedenen christlichen und politischen Gremien mit. Seine eigenen Erfahrungen führen dazu, dass er einen Blick für notleidende Menschen hat. Er sehnt sich nach Gerechtigkeit und setzt sich nach Kräften dafür ein, sowohl in seiner Stadt als auch weltweit.

In diesem autobiografischen Buch erzählt der Autor seine Lebensgeschichte. Er beschreibt die Hoffnungslosigkeit seines Lebens ohne Gott, erklärt was ihn immer wieder zum Glücksspiel und Alkohol zieht, und erzählt, wie er schließlich Freiheit durch den Glauben findet. In der zweiten Hälfte des Buches geht es um dieses neue Leben, um Ehe und Familie, vor allem aber um seinen Dienst für Gott. Zuerst in der Heilsarmee, dann als Sozialpädagoge, als Pastor, und vieles mehr.

Besonders wertvoll an diesem Buch sind die Reflektionen des Autors über sein Leben. Er kann eigene Motive kritisch hinterfragen und Fehlentscheidungen eingestehen. Das ist mutig und hilfreich. Schöne Ergänzungen sind der Bildteil in der Buchmitte und die Aphorismen am Anfang von jedem Kapitel.

Fazit: Eine faszinierende Lebensgeschichte, die zeigt, was Gott aus den Scherben eines Lebens machen kann. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 21.08.2024

Wo bin ich Zuhause?

Eine verschollene Erinnerung und die Sehnsucht nach einem Zuhause
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Antonia ist sehr besorgt. Ihre Eltern führen eine Jugendherberge am Starnberger See, die vom Freistaat Bayern gepachtet wird. Nun steht eine Verlängerung des Pachtvertrags an, doch es gibt Probleme. Mehrere ...

Antonia ist sehr besorgt. Ihre Eltern führen eine Jugendherberge am Starnberger See, die vom Freistaat Bayern gepachtet wird. Nun steht eine Verlängerung des Pachtvertrags an, doch es gibt Probleme. Mehrere Unglücke in dem schönen Haus am See führen dazu, dass das Gästehaus nun einen schlechten Ruf hat. Dazu gibt es einen reichen Wichtigtuer, der darauf besteht, dass das Haus eigentlich ihm gehört. Antonia liebt ihr Zuhause so sehr. Sie kann sich absolut nicht vorstellen wo anders zu leben.

Die Gleichaltrige Nahlia hingegen hat noch nicht einmal eine Familie, geschweige denn ein Zuhause. Zusammen mit ihren Klassenkameraden ist sie zu einem Schullandheimaufenthalt auf der Burg. Eines Nachts verschwindet sie einfach. Ist sie wieder einmal weggelaufen oder wurde sie entführt? Die vier Freunde finden wichtige Hinweise darauf, dass sie nicht freiwillig gegangen ist. Wenn doch nur die Polizei ihre Beiträge zur Ermittlung ernstnehmen würde!

Neben der Geschichte in der Gegenwart, erzählt dieses Buch auch von Geschehnissen, die fünfzig Jahre zurückliegen. Antonias Großeltern sind im Jahr 1975 die neuen Herbergseltern der Seeburg. Doch es gibt jemanden, der ihnen schaden will. Dazu umgibt ein Rätsel das Leben von Antonias Urgroßvater. Sein Leben ist auf der Burg in Gefahr, wird er gewarnt. Vielleicht würde er die Bedrohung besser einordnen können, wenn er wüsste, wer seine eigentlichen Eltern sind. Als Adoptivkind aufgewachsen, kann er sich gar nicht an seine Kindheit erinnern.

Dieser fesselnde Jugendkrimi ist gut geschrieben und enthält so viele Rätsel, dass es schwerfällt das Buch wegzulegen. Leser erfahren, was die jungen Leute bewegt - ihre Sorgen und Sehnsüchte, ihre Ängste und Befürchtungen. Auch die dramatischen Geschehnisse im Jahr 1975 und später sind spannend zu lesen. Da geht es unter anderem um die ehemalige DDR und um die Proteste bei der Startbahn West.

Der Glaube gehört ganz selbstverständlich zum Leben der Kinder dazu, und die Hinweise darauf fügen sich auf natürliche Weise in die Geschichte ein. Die Kinder erfahren, dass die wichtigste Heimat nahestehende Menschen und auch Gott sind. Wenn sie besorgt sind, beten sie auch mal füreinander. Und doch verhalten sie sich wie ganz normale Jugendliche. Sie ärgern sich beispielsweise über Schulkameraden oder lauschen wenn ihre Eltern reden.

Fazit: Ein wunderschön geschriebenes Jugendbuch für Kinder im Alter von elf bis dreizehn Jahren. Ob als Gutenachtgeschichte zum Vorlesen oder als Geschenk zum Selberlesen, dieses spannende Buch ist absolut lesenswert. Es ist Teil einer Serie, kann aber auch ohne Vorkenntnisse aus den anderen Büchern gelesen werden. Es werden allerdings nicht alle Rätsel in diesem Band gelöst – da kommt Vorfreude auf weitere Fortsetzungen auf. Sehr empfehlenswert!