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Veröffentlicht am 23.07.2024

Unrecht tun, um der Gerechtigkeit willen

Rebellin mit Herz
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Lily weiß genau, was sie will. Die Pfarrerstochter hatte das Privileg eine gute Schulbildung zu genießen, etwas, was im 19. Jahrhundert vielen Mädchen nicht vergönnt war. Als der Wildfang in ihrem Wohnort ...

Lily weiß genau, was sie will. Die Pfarrerstochter hatte das Privileg eine gute Schulbildung zu genießen, etwas, was im 19. Jahrhundert vielen Mädchen nicht vergönnt war. Als der Wildfang in ihrem Wohnort an der Küste sich einen mündlichen Schlagabtausch mit ihrem Schulkameraden liefert, wird sie von Lady Henrietta überhört. Diese ältere alleinstehende Frau ist begeistert von Lilys Witz und Lebensfreude. Schnell setzt sie ihren neuen Plan um: Lily wird ihre Gesellschafterin.

Das Leben in London ist ganz anders als alles, was Lily kennt. Sie begleitet Lady Henrietta auf rauschende Bälle. Sie ist umgeben von Reichtum und Opulenz. Doch auf der anderen Seite erlebt sie auch die Welt der Armen an den Ufern der Themse. Sie kann es nicht begreifen, dass auf der einen Seite so verschwenderisch gelebt und gefeiert wird, auf der anderen Seite aber Frauen und Kinder nicht das Nötigste zum Leben haben.

Zusammen mit Henriette beschließt sie zu helfen, wo sie nur kann. Allerdings reichen ihre finanziellen Mittel nicht, und ihre weibliche Bekanntschaften dürfen nicht selbst über ihr Vermögen verfügen. Allmählich reift ein Plan heran, wie ein kleiner Ausgleich geschaffen werden kann.

Dieses spannende Buch begeistert mit Charakteren, die lebendig werden und ans Herz wachsen. Ihre Emotionen, ihr Mitgefühl, und auch ihr Humor werden gut wiedergegeben. Auch wenn die Geschichte vor zwei Jahrhunderten in einem anderen Land spielt, sind die angesprochenen Themen auch für uns heute aktuell, zum Beispiel das Verhältnis zwischen arm und reich, die christliche Aufforderung, Not zu lindern, das Warten auf Gottes Wegweisung und der Wunsch nach Vergebung und Wiedergutmachung. Die Liebesgeschichte steht nicht im Vordergrund, ist aber gut nachvollziehbar und angenehm zu lesen. Einzig einige Wiederholungen und Längen am Anfang stören, doch die Geschichte ist bald so spannend, dass es sich definitiv lohnt weiterzulesen.

Fazit: Ein historischer Roman über einen ungewöhnlichen Plan, um große Not unter der armen Bevölkerung Londons im 19. Jahrhundert zu lindern. Sehr empfehlenswert, vor allem für Menschen, die historische Romane lieben!

Veröffentlicht am 22.07.2024

Auf der Suche nach wahrer Freiheit

Verstoßen für die Freiheit
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Zadas Familie stammt aus Palästina. Vor ihrer Geburt lebt die Familie zunächst in Jordanien und zieht anschließend nach Deutschland, wo Zada und ihr Zwillingsbruder geboren werden. Sie ist noch klein, ...

Zadas Familie stammt aus Palästina. Vor ihrer Geburt lebt die Familie zunächst in Jordanien und zieht anschließend nach Deutschland, wo Zada und ihr Zwillingsbruder geboren werden. Sie ist noch klein, als ihre Eltern sich scheiden lassen. Nach einigen Jahren bei der Mutter werden die Zwillinge getrennt. Zada bleibt bei der Mutter, ihr Bruder wächst beim Vater auf.

Zadas Mutter war noch sehr jung, als sie geheiratet und Kinder bekommen hat. Selbst in einer lieblosen Umgebung aufgewachsen, misshandelt sie ihre Kinder körperlich und emotional. Die kleine Zada sehnt sich so sehr nach Liebe. Doch sie trifft immer wieder auf Härte, Unverständnis und Lieblosigkeit.

Das junge Mädchen beobachtet, welche Freiheiten Mädchen in Deutschland haben. Sie versteht nicht, warum für sie andere Regeln gelten sollen. Doch immer wieder stößt sie an Grenzen. Es geht um die Familienehre, darum was die anderen sagen werden. Mit 18 Jahren beschließt sie, ihren eigenen Weg zu gehen, auch wenn sie dabei riskiert, von ihrer Familie verstoßen zu werden.

Zada Wagner beschreibt in diesem Buch die Gefühle und Gedanken eines Mädchens mit Migrationshintergrund in Deutschland. Sie zeigt, wie sehr sich die Erwartungen und Vorschriften in einer arabischen Familie von den Gepflogenheiten in einem deutschen Zuhause unterscheiden. Sie erzählt von ihrem Kampf gegen den lieblosem Druck ihrer Familie und von ihrem Umgang mit den Wunden, die ihre Eltern und erweiterte Familie ihr zugefügt haben. In den letzten Kapiteln berichtet sie schließlich, wie sie von ihrer Depression geheilt wird und wahre Freiheit findet.

Es ist interessant zu lesen, wie ein junges Mädchen den Unterschied zwischen ihrer arabischen Familie und der deutschen Kultur um sich herum erlebt. Beeindruckend ist auch, wie wenig von außen nötig ist, damit sie einen neuen Lebensweg findet, da Gott mit Sicherheit schon lange im Hintergrund am Wirken war in ihrem Leben. Das macht Mut genau hinzusehen und aufmerksam auf Menschen in unserer Umgebung zu achten, denn vielleicht brauchen sie nur einen kleinen Anstoß, den wir geben können.

Fazit: Ein bewegendes Buch über die Suche einer arabischen Frau nach wahrer Freiheit und Heilung von ihren Lebenswunden. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 08.07.2024

Verwandlung

Frucht, die nach Gott schmeckt
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Liebe.
Freude.
Friede.
Geduld.
Freundlichkeit.
Güte.
Treue.
Sanftmut.
Enthaltsamkeit.

Diese neun Eigenschaften wachsen im Leben eines Menschen, der sich vom Heiligen Geist leiten lässt, schreibt Paulus ...

Liebe.
Freude.
Friede.
Geduld.
Freundlichkeit.
Güte.
Treue.
Sanftmut.
Enthaltsamkeit.

Diese neun Eigenschaften wachsen im Leben eines Menschen, der sich vom Heiligen Geist leiten lässt, schreibt Paulus im Galaterbrief. In diesem Buch beschreibt die Autorin und Referentin Nicola Vollkommer diese Frucht. Sie zeigt anhand von biblischen Beispielen und Anekdoten aus dem täglichen Leben, wie diese Wesensarten im Leben entstehen, welche Hindernisse es gibt und wie ein fruchtbares Leben aussieht. Ihre Ausführungen sind lebensnah, einleuchtend und herausfordernd.

Wie wichtig es ist, auf das innere Leben zu achten, erklärt die Autorin folgendermaßen: „Ob ich es will oder nicht: Ich bin die Schnittstelle, an der andere entscheiden, ob sie sich auf den christlichen Glauben einlassen wollen oder nicht. Wir als christliche Gemeinschaft sind gemeinsam die Erfolgsformel.“

Jedes Kapitel erstreckt sich über etwa zwanzig Seiten und beleuchtet die entsprechende Frucht von allen Seiten. Neben Erfahrungen biblischer Vorbilder finden die Leser viele Bibelstellen und praktische Beispiele als Veranschaulichung. Jedes Kapitel endet mit mehreren Fragen zum Nachdenken und zur Vertiefung.

Die Ausführungen sind sehr praktisch und beziehen sich auf konkrete Alltagserfahrungen. Die Ausrichtung der Autorin ist bibelnah und eher konservativ.

Fazit: Eine genaue Betrachtung der Frucht des Geistes, die in Galater 5,22 beschrieben ist. Ob allein oder in einer Kleingruppe, dieses Buch fordert Leser heraus, im eigenen Leben genau hinzuschauen und einen Lebensstil zu pflegen, in dem die Frucht des Geistes mehr und mehr zum Vorschein kommen kann. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 06.07.2024

Traditionelle chinesische Kochkunst trifft metropolitane französische Cuisine

China-Kochbuch
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Die Chinesin Céline Chung ist in Frankreich aufgewachsen. In ihrer Kindheit lernt sie sowohl chinesisches als auch französisches Essen kennen und lieben. Als junge Erwachsene bereist die Wirtschaftsstudentin ...

Die Chinesin Céline Chung ist in Frankreich aufgewachsen. In ihrer Kindheit lernt sie sowohl chinesisches als auch französisches Essen kennen und lieben. Als junge Erwachsene bereist die Wirtschaftsstudentin China, um die vielfältigen kulinarischen Köstlichkeiten in den vielen Provinzen des Landes kennenzulernen. Nudeln im Norden und Reis im Süden, scharf im Osten und säuerlich im Westen, so unterschiedlich sind die Gerichte in diesem großen Land. Nach dieser Reise wünscht sich die Autorin schon bald, dass es die köstlichen Gerichte, die sie in China kennengelernt hat, auch in Paris gibt. So entsteht die Idee eines Restaurants. In diesem Buch stellen sie und ihre „Bao-Familie“ ihre Liebe zur chinesischen Kochkunst vor.

Das Buch beginnt mit Hinweisen zu bekannten und außergewöhnlichen Zutaten und Utensilien. Leser erfahren beispielsweise, was Enoki und Daikon sind, und wie Schöpfkelle und Wok gehandhabt werden.

Danach folgen die Rezepte, unterteilt in Kategorien, die auf einer Speisekarte zu finden sein könnten. Frühstück, Vorspeisen, Suppen, Desserts, und natürlich Hauptspeisen. Außerdem ist ein ganzes Kapitel Baos und Dim Sums gewidmet.

Die Rezepte erstrecken sich jeweils über eine Doppelseite. Auf der rechten Seite ist das fertige Gericht zu sehen, auf der linken eine Liste der Zutaten und eine Schritt-für-Schritt Anleitung. Zubereitungszeiten und Kalorienangaben sind nicht angegeben. Die meisten Zutaten sind leicht erhältlich, einige werden aber schwer zu finden sein. Leider werden keine Alternativen genannt, was aber vielleicht daran liegt, dass hier die Kochkunst im Vordergrund steht und nicht nur die schnelle Zubereitung eines Gerichts, um den Hunger zu stillen.

Die Auswahl der Rezepte ist überraschend. Neben bekannten Speisen wie Peking Ente und Frühlingsrollen, findet sich Exotisches für Experimentierfreudige. Neben Gerichten mit Rindfleisch und Huhn, gibt es auch viele Speisen mit Fisch und Meeresfrüchten und auch genügend vegetarische Gerichte.

Fazit: Ein sehr ansprechendes und ungewöhnliches Buch, das Liebe für gutes Essen ausstrahlt. Liebevoll gestaltet und mit einer großen Vielfalt an Rezepten, ist dieses Buch sehr empfehlenswert, vor allem für Kochbegeisterte!

Veröffentlicht am 05.07.2024

Abstand nehmen oder lieben?

Transgender
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Immer mehr Menschen fühlen sich mit ihrem biologischen Geschlecht nicht wohl. Der Leidensdruck dieser Personen ist sehr groß. Hormone und chirurgische Eingriffe versprechen Erleichterung. Doch verbessert ...

Immer mehr Menschen fühlen sich mit ihrem biologischen Geschlecht nicht wohl. Der Leidensdruck dieser Personen ist sehr groß. Hormone und chirurgische Eingriffe versprechen Erleichterung. Doch verbessert sich ihre Lebensqualität dadurch wirklich? Und was sagt die Bibel dazu? Für Christen besonders interessant ist die Frage: Wie können Gemeinden mit Besuchern umgehen, die meinen im falschen Körper gefangen zu sein?

Der Autor, Preston Sprinkle, beschäftigt sich als Theologe und Autor mit Themen rund um die Sexualität. Er hat mehrere Freunde, die sich als Transgender identifizieren, und gleichzeitig vorbildliche Christen sind. In diesem Buch geht er auf viele aktuelle Fragen rund um die Transgenderdebatte ein.

Der erste Teil des Buches gibt Antwort auf grundsätzliche Fragen. Leser erfahren, was es bedeutet Transgender zu sein, warum heute von einer Vielzahl von Geschlechtern gesprochen wird, und wie sich das Leiden von Transgender-Personen anfühlt. Anschließend prüft Preston Sprinkle, was die Bibel zu diesem Thema sagt. Dabei kommt er immer wieder auf die Erschaffung des Menschen als männlich und weiblich zurück. Danach folgen Fragen zu anderen Bibelstellen, zum Beispiel Jesu Aussage über Ehe im Himmel oder die Frage nach den Eunuchen. Mit Kapiteln über Intersexualität, stereotype Geschlechtsvorstellungen und das Empfinden, ein Gehirn oder eine Seele des anderen Geschlechts zu haben, endet der erste Teil dieses Buches.

Im zweiten Teil gibt der Autor Vorschläge zur praktischen Umsetzung des Gesagten. Er zeigt auf, warum es neuerdings so viel mehr Transgender-Erfahrungen gibt als noch vor wenigen Jahren. Er geht auf Langzeitwirkungen von Hormongaben und OPs ein und zum Schluss wird es ganz praktisch, wenn er über Pronomen, Toiletten und Schlafräume schreibt. Das Buch schließt mit Hinweisen über den Zusammenhang zwischen Transgenderismus und Selbstmord.

Was dieses Buch auszeichnet, ist der Aufruf mit diesem Thema liebevoll und verständnisvoll umzugehen. Es ist wohltuend und wertvoll, dass der Autor immer wieder daran erinnert, dass es hier nicht um ein Thema geht, sondern um kostbare Menschen, und dass jedes dieser Menschen seine ganz eigene Geschichte hat. Er wirbt um Liebe und Mitgefühl für Betroffene, ohne die Konturen dessen, was die Bibel lehrt, zu verwischen. Es ist lobenswert, wie er einerseits eine klare Position hat, andererseits sich aber vor jeglichem Urteil zurückhält. Er sieht den Menschen und stellt ihn in den Mittelpunkt. So schreibt er: „Statt über ihre Erfahrungen zu urteilen, sollten wir den Personen zuhören und sie liebhaben.“

Eine treue Christin, die sich als Transgender beschreibt, erzählt, was für sie wichtig war, damit sie sich in der Gemeinde wohlfühlen konnte: „Was ich brauchte, war eine Person, die mich wirklich kennenlernen wollte und demütig genug war zuzugeben, dass sie nicht alles weiß.“ Worte wie diese sind eine Herausforderung für Christen, die wirklich lieben wollen wie Jesus.

Fazit: Ein wichtiges Buch, das über das Thema Transgender aufklärt und Christen aufruft, liebevoll und gnädig mit Betroffenen umzugehen. Sehr empfehlenswert, vor allem für Menschen, die Trans-Personen besser verstehen und lieben wollen, auch im Gemeindekontext!